Reaktion auf Cyber-Angriffe auf israelische Websites vom Vortag - "Ihr seid gewarnt"
Jerusalem - Nach den Hacker-Angriffen auf israelische
Websites haben sich israelische Hacker am Dienstag laut einem
Medienbericht Zugang zu den Netzwerken arabischer Börsen verschafft.
Wie das israelische Nachrichtenportal Ynet am Dienstag berichtete,
gelang es einer Gruppe israelischer Hacker, die Websites der Börsen
in der saudiarabischen Hauptstadt Riad sowie in Abu Dhabi in den
Vereinigten Arabischen Emiraten zu stören. Am Dienstagabend
funktionierten die Seiten wieder normal.
Ynet zitierte aus einer Mitteilung der Gruppe, in der diese sich
zu den Cyber-Attacken bekennt und diese als Reaktion auf die Angriffe
"jämmerlicher saudiarabischer Hacker" vom Vortag bezeichnet. "Wenn
die Angriffe der saudiarabischen Hacker weitergehen, werden wir die
nächste Etappe nehmen und diese Seiten (...) für Wochen oder sogar
Monate (...) zum Stillstand bringen", heißt es demnach in der
Erklärung. "Ihr seid gewarnt."
"Terroristische Angriffe"
Am Montag waren die Internetseiten der israelischen
Fluggesellschaft El Al, der Börse in Tel Aviv sowie von mehreren
israelischen Banken für mehrere Stunden lahmgelegt worden. Israels
Vize-Außenminister Dany Ayalon sprach von "terroristischen" Angriffen
und drohte mit Vergeltungsmaßnahmen im Cyberspace. Ein Sprecher der
im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas-Organisation
lobte am Montag die Hacker-Angriffe gegen Israel als "neue Form des
arabischen und islamischen Widerstands gegen die israelische
Besatzung".
Am 11. Jänner hatte ein israelischer Hacker mitgeteilt, er habe
die Daten von 217 Kreditkarten von Saudiarabern veröffentlicht. Zuvor
hatten saudiarabische und palästinensische Hacker die Daten von mehr
als 20.000 israelischen Kreditkartenbesitzern offengelegt und die
Websites öffentlicher Dienste wie der Feuerwehr angegriffen. Aufgrund
der häufiger werdenden Cyber-Attacken betreibt Israel seit Anfang des
Jahres ein eigenes Abwehrsystem gegen solche Angriffe. (APA)