Gespräche auf höchster Führungsebene
Gaza - Die Palästinenserorganisationen Hamas und
Islamischer Djihad haben Gespräche über eine mögliche Zusammenführung
ihrer Kräfte begonnen. Der Regierungschef der Hamas im Gazastreifen,
Ismail Hanijeh, rief am Dienstag laut einer Mitteilung seines Büros
zu einem "gründlichen Dialog" über eine "Fusion" der beiden
Gruppierungen auf.
Ein Sprecher des Islamischen Djihad sagte, es werde auf der
höchsten Führungsebene der beiden Gruppen innerhalb und außerhalb der
Palästinensergebiete sowie in den Gefängnissen diskutiert. Frühere
Versuche einer Vereinigung waren den Angaben zufolge gescheitert.
Unterschiedliche Standpunkte
Die beiden extremistischen Bewegungen vertreten teilweise
unterschiedliche Standpunkte, unter anderem im Bezug auf Wahlen und
auf eine Regierungsbeteiligung. Die Hamas hatte 2006 die Wahlen im
Gazastreifen gewonnen, der Islamische Djihad hatte die Wahlen
boykottiert.
Die großen Palästinenserorganisationen Hamas und die Fatah von
Präsident Mahmoud Abbas versuchen derzeit, die wichtigsten
gesellschaftlichen Strömungen unter dem Dach der Palästinensischen
Befreiungsorganisation (PLO) zu vereinen. Nach eigenen Angaben hat
der Islamische Djihad etwa 8.000 Mitglieder. Israel schätzt, dass
allein die Hamas 20.000 bewaffnete Kämpfer in ihren Reihen hat. (APA)