Arabischer Beobachter: "Man hat gedroht, mir die Kehle durchzuschneiden"

Interview | Florian Niederndorfer, 18. Jänner 2012, 16:42

Anwar Malek war bis vor kurzem für die Arabische Liga in Homs - Entsetzt über das Ausmaß der Gewalt flüchtete er

Seit sein Wagen in der syrischen Protesthochburg Homs von Heckenschützen unter Beschuss genommen wurde, weiß Anwar Malek (40) Drohungen ernst zu nehmen. Und seit er vor einer Woche die Beobachtermission der Arabischen Liga, entsetzt über das Ausmaß der Gewalt in Syrien, verlassen hat, reißt die Serie von Schmähanrufen und Hassmails nicht mehr ab. Seinen Abschied bereut er trotzdem nicht. Die in Bashar al-Assads Reich verbliebenen Kollegen verhelfen dem Regime zum Machterhalt, erzählt Malek im Gespräch mit derStandard.at.

***

derStandard.at: Was haben Sie in Syrien gesehen?

Anwar Malek: Um es auf den Punkt zu bringen: ein einziges großes Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Häuser wurden mit schweren Waffen beschossen, großen Bomben, die aber auch gegen Frauen, Kinder und Alte eingesetzt werden. Den Leuten fehlt es an Nahrung, jeden Tag werden zumindest 15 Menschen umgebracht. Ich habe Leichen gesehen, die schlimme Folterspuren aufwiesen, das hat mich am meisten schockiert.

derStandard.at: Warum haben Sie aufgehört?

Malek: Ich habe die Kommission verlassen, weil ich gemerkt habe, dass die syrische Regierung ohnehin nichts tut, um Gewalt gegen Zivilisten zu vermeiden. Ihr geht es um ihren eigenen Schutz, nicht um den Schutz der Zivilbevölkerung. Unsere Chauffeure und die Mitarbeiter der Hotels, in denen wir wohnten, waren allesamt Geheimdienstleute. So kann man als Kommission nicht arbeiten, das Resultat der Mission ist gleich null.

derStandard.at: Wurden Sie in Syrien bedroht?

Malek: Am Morgen des 5. Jänner habe ich auf Facebook über meine Beobachtungen geschrieben, und einige Medien haben das aufgegriffen. Danach erhielt ich die erste Morddrohung, insgesamt waren es alleine an diesem Tag mehr als zehn. Nachdem man meine Facebook- und E-Mail-Konten gehackt und blockiert hatte, habe ich beschlossen, aus der Mission auszusteigen. Freitag, Samstag, Sonntag und Montag bin ich auf meinem Zimmer geblieben und habe Homs dann in Richtung Damaskus verlassen. Gleich nachdem wir losgefahren sind, wurden wir vor einer Brücke in Baba Amr (Stadtteil von Homs, Anm.) aufgehalten, und Heckenschützen haben unser Auto unter Beschuss genommen. Zwei unserer Sicherheitsleute wurden verletzt, aber ich bin mir sicher, dass ich das eigentliche Ziel dieses Vorgangs gewesen bin.

derStandard.at: Wie haben Sie dann die Ausreise geschafft?

Malek: In Damaskus angekommen, wurde meine Kündigung ohne große Worte akzeptiert. Man hat aber verlangt, dass ich noch drei Tage, ohne zu arbeiten, in Syrien bleiben solle, weil mein Ausscheiden ansonsten zu den Medien durchdringen würde und die Kommission Schaden nehmen könnte. Das habe ich nicht akzeptiert, woraufhin mir mitgeteilt wurde, ich müsse für meine Heimreise selbst aufkommen. Es gab aber nur zwei Flüge ab Damaskus, einen nach Kairo und einen nach Doha. Die Arabische Liga hat mir mein Visum für Ägypten verweigert, also rief ich einen Freund in Doha an, der mir ein Visum für Katar besorgte. Am Abend desselben Tages war ich dann in Doha.

derStandard.at: Haben Sie heute, wo Sie in Paris sind, Angst?

Malek: Ja, ich erhalte seit Tagen E-Mails und Anrufe, in denen mir geraten wird, den Mund zu halten, weil sie sonst Fotos und Videos von mir auf Facebook und YouTube veröffentlichen, auf denen ich nackt zu sehen bin, die heimlich in meinem Badezimmer im Hotel gemacht wurden. Kürzlich hat mich ein Mann angerufen, den ich aufgrund seines Akzents für einen Syrer halte, und damit gedroht, er werde mir die Kehle durchschneiden, wenn ich nicht den Mund halte. Ich verlasse deshalb derzeit das Haus nicht.

derStandard.at: Hilft Ihnen die Arabische Liga, die Sie nach Syrien entsandt hat, in dieser Situation geholfen?

Malek: Ich habe den Direktor angerufen, aber er wollte nicht mit mir sprechen. Sein Büroleiter hat mir ausgerichtet, ich solle erst einmal meine orange Dienstkleidung und die weiße Mütze zurückgeben, die sie uns für die Mission in Syrien gegeben haben. Außerdem hätte ich mich schlecht verhalten, weil ich mich an die Medien gewandt habe. Für meine Probleme hat er sich nicht interessiert.

derStandard.at: Wie sind Sie eigentlich Beobachter geworden?

Malek: Ich wurde vom Arabischen Komitee für Menschenrechte hier in Paris ausgewählt, um es auf dieser Mission zu vertreten. Ich habe mich als Schriftsteller schon immer mit den Menschenrechten auseinandergesetzt.

derStandard.at: Wie verlief die Vorbereitung?

Malek: Wir haben uns in Kairo, wo die Arabische Liga ihren Sitz hat, mit dem Generalsekretär getroffen, der uns die wichtigsten Punkte, auf die wir bei unserer Arbeit achten sollten, erklärt hat. Danach gab es in Damaskus eine Konferenz mit General Mohammed al-Dabi (dem sudanesischen Leiter der Mission, Anm.) über die Arbeit vor Ort. Darüber hinaus gab es keine Vorbereitung.

derStandard.at: Konnten Sie während Ihres Aufenthalts in Syrien mit Ihren Kollegen sprechen?

Malek: Natürlich, wir haben ja alles gemeinsam erlebt, in Fünfergruppen. Das Problem war, dass die meisten meiner Kollegen von ihren jeweiligen Regierungen ausgewählt worden sind und weder mit den Medien sprechen noch die Mission verlassen dürfen. Jeden Tag mussten sie ihrer Regierung Bericht erstatten und danach der Arabischen Liga. Ich hatte es leichter, weil ich als Unabhängiger entsandt wurde.

derStandard.at: Die UNO hat angeboten, die Beobachter künftig auszubilden. Was halten Sie von dieser Idee?

Malek: Es liegt ja nicht an den Beobachtern selbst, das sind alles ehrenwerte Leute, Generäle, Botschafter, Universitätsprofessoren. Das Problem ist der Chef der Mission, General al-Dabi, der dem syrischen Regime nicht zur Last fallen will und dem die Beziehungen seiner Regierung zu Syrien wichtiger sind. Die übrigen Mitglieder der Mission brauchen keine Ausbildung, es liegt nicht an ihnen.

derStandard.at: Kann die Beobachtermission überhaupt irgendetwas gegen die Gewalt ausrichten?

Malek: Nein, meiner Meinung nach dient sie nur der Aufrechterhaltung des Regimes. Sie hilft dem Regime, Demonstrationen weiter niederzuschlagen.

derStandard.at: Was braucht es denn Ihrer Meinung nach, um die Gewalt zu stoppen?

Malek: Es gibt keine Lösung, weil sich Syrien in einem Bürgerkrieg zwischen der Armee und Deserteuren befindet. (flon, Mitarbeit: Sebastian Pumberger, derStandard.at, 18.1.2012)

Zur Person: Anwar Malek, 1972 in Algerien geboren, war früher Armeeoffizier, bevor er sich der Schrifstellerei widmete und dort vor allem Menschenrechtsverletzungen in seiner Heimat anprangerte. Malek lebt heute mit Frau und Tochter in Paris.

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DieBo
42
20.1.2012, 16:45
Wenn die Arabische Liga in Paris tagt dann wir wohl Bayern München demnächst wohl im Vereinshaus von Borussia Dortmund ihre nächste Vollversammlung abhalten...

SK26
22
19.1.2012, 09:54
Anwar Malek...

so sieht also ein mutiger Mann aus...
Ich zweifle jedenfalls nicht daran dass ihm einige die Kehle durchschneiden würde wenn sie könnten...

F S 3
76
20.1.2012, 12:18
Brutkästen, die Sechste…

…Aus ihrer Sichtweise war wohl auch die Tochter des Botschafters in Kuwait ein äußerst "mutiges" Mädchen.

Das mit diesem Memri-Malek war äußerst offensichtlich ein abgekartetes Spiel, samt den angeblichen "Drohanrufen" und diesen üblichen danebenschießenden Scha'fschützen, von denen wir bis heute keinen zu Gesicht bekommen haben, um festzustellen, wer denn diese eigenlich sind und woher sie in Wirklichkeit stammen:
http://derstandard.at/plink/132... 0/24473352

SK26
12
20.1.2012, 18:18
aus meiner Sicht...

bist du ein Heuchler...

Hossam Hassan
14
20.1.2012, 16:31
Albert Pike schrieb ja schon 1871 (sic!)

""Der Dritte Weltkrieg muß eingeleitet werden, indem die Differenzen zwischen den politischen Zionisten und den Führern der islamischen Welt ausgenutzt werden, die von den "Agenten" der "Illuminati" aufgebaut werden müssen. Der Krieg muß so gelenkt werden, daß sich der Islam (die muslimische arabische Welt) und der politische Zionismus (der Staat Israel) gegenseitig vernichten. Gleichzeitig werden die anderen Nationen gezwungen sein, über die dadurch ausgelöste Spaltung sich gegenseitig so zu bekämpfen, bis sie körperlich (physisch), moralisch, geistig und wirtschaftlich völlig verausgabt sind."
Albert Pike, Plans For Three World Wars

Das ist der Stoff mit dem sich FS3 seine Lines zieht.
Und der Gute hat 452 Follower.

DieBo
20
21.1.2012, 13:01
Nö, ich sehe eher dass die Christen gegen die Moslems aufgehetzt werden um umgekehrt....

SK26
23
20.1.2012, 16:28
...jedenfalls benutzt Anwar Malek seinen echten Namen und versteckt sich nicht hinter einem Pseudonym wie F S 3... wenn du Mutig wärst, würdest du deine Identität verraten!

Aber du bist ja nicht Mutig...eine frage, warum willst du anonym bleiben? hast du etwa Angst? hmmm...wenn schon so ein lercherlschas wie F S 3 Angst haben muss vor Repressalien, was glaubst du, wieviel Angst sollte dann ein Anwar Malek haben bei all dem was er von sich gibt? (völlig egal ob er lügt oder nicht...so oder so Menschen sind böse auf ihn...)

DieBo
53
20.1.2012, 16:48
Und wer ist bitteschön SK26? Hosen runter

F S 3
67
20.1.2012, 22:55
:) Der hat doch die Hosen schon lange nicht mehr an…

…Nach seiner Art zu "argumentieren", tippt das FS3 eher auf eine Art geistiger Lendenschurz. Womit er hier natürlich sofort entsprechende Unterstützer gefunden hat.

Gemeinsamkeiten in der Volkstracht verbinden ganz einfach.

SK26
01
21.1.2012, 05:19
nicht auf argumente eingehen hm? :) hab ich auch nicht von dir erwartet... "argumentieren" tu ich also (mit anführungszeichen)....nun, wo bleibt denn dein gegenargument? wieso "berichtigst" du mich nicht? bitte, klär mich auf...

oh natürlich... das kannst du nicht, denn du weißt das ich recht habe...aber mit argumenten kann man dich sowieso nicht beeindrucken...was ist schon wahrheit wenn sie dir im Weg steht...dumm daher reden kannst du, aber dagegen argumentieren hmmm das hast du dir gespart, warum wohl...warum hat mr. ich weiß alles F S 3 wohl nicht dagegengeredet-was er ja sonst immer macht... ganz einfach: du weißt das ich recht habe...da helfen auch keine "Volkstracht" Diffamierungen, es gilt wie immer: Wer das Denken nicht angreifen kann -> greift den denkenden an.

SK26
33
20.1.2012, 17:33
SK26 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiist: *taataaaaa*

eine Person die niemals behauptet hat so mutig wie Anwar Malek zu sein...bzw habe ich nie in Abrede gestellt (so wie FS3), dass es Mut erfordert, sich wie Anwar Malek öffentlich persönlich in die erste reihe hinzustellen und sich mächtige Feinde zu machen...FS3 behauptet ja dass es keinen Mut erfordert soetwas zu tun, dann bitteschön: Warum verkleidet sich die Person als FS3, wenn es doch eh so unmutig ist den Schleier der Anonymität abzulegen?

DieBo
21
21.1.2012, 12:59
Im Hotelzimmer sitzen so wie es Anouar Malek in Homs getan hat soll mutig sein?

DieBo
204
19.1.2012, 09:34
Moment einmal! Laut Wikipedia lebt dieser Mann seit 1959 in Paris. Es ist eine Frechheit zu behaupten er wäre jetzt dorthin geflohen. Wenn das keine Propaganda ist weiß ich auch nicht mehr......schlimm, schlimm, schlimm

DieBo
43
20.1.2012, 10:05
Nachtrag 2. Im "Le monde" steht anouar malek habe sein Zimmer in Homs die ganze Zeit nicht verlassen mit der Begründung er sei krank....

was wird uns hier eigentlich für ein Märchen über diesen Mann erzählt??

naval
05
20.1.2012, 12:50

Und dann stampfte die Fettschreiberin kräftig auf den Fuss und schrie schon fast verzweifelt in den Raum: ".. aber ich habe doch recht, ich habe doch IMMER recht ! Bähhhh..."

DieBo
22
20.1.2012, 09:53
Ein Nachtrag: auf seiner webseite steht auf jedem fall dass er in Paris lebt: www.anouarmalek.com/?cat=27

DieBo
32
20.1.2012, 09:48
Also seine eigene webseite ist ..anouarmalek.com ...von da aus bin ich zu wikipedia gegangen....kann aber echt sein dass es noch einen anderen anoura malek gibt. wenn ja, dann sorry!

aber jetzt wo ich nochmal nachgeschaut habe (extra für euch, und ihr habt ja recht!) was interessantes über ihn gefunden....http://www.thestudentroom.co.uk/showthrea... 7...."Does this man have a point or is he is simply a deluded, self-hating Arab? Your thoughts, please".

odrr
00
24.1.2012, 12:25

schoen, dass sie sich selber die nachtraege schreiben.
was haben die fragenden davon?

aber toll, dass malek seit 1959 in paris lebt, wenn er erst 1972 geboren wurde.

falsch rechechieren und dann sich selbst antworten schreiben......typisch diebo und dann andere als saudumm bezeichnen..tstststst ;))

ezeani
03
20.1.2012, 08:43

Lesen sie mal nach, was auf Wikipedia über DieBo steht, dann fallen einem die Augen rauss. Und sowas schreibt hier in diesem Forum und gibt sich als "unbedarfter Poster" aus.

odrr
11
19.1.2012, 17:10

sie haben sich bei 1959 sicher nur vertippt,odrr?

da aht es den herrn noch gar nicht gegeben.

bitte um link bzgl. wikipedia.

odrr
13
19.1.2012, 15:06

ein link diesbzgl. und v.a. 1959!,den sie natuerlich schuldig bleiben, waere sehr interessant.

diamant
02
19.1.2012, 14:18
'Laut Wikipedia lebt dieser Mann seit 1959 in Paris..,'

Link bitte!

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112
19.1.2012, 12:02

Wir merken: Wenn DieBo in einem freien und sicheren Land lebt und dann in ein unfreies, totel unsicheres Land geht und von dort lieber wieder abhaut, bevor er umbracht wird, käme er NICHT auf die Idee, in das zuerst genannte freie, sichere Land abzuhauen.

DieBo
40
20.1.2012, 10:44
im Fall von Anouar Malek hieße das aber nicht fliehen sondern "nach Hause fahren"

morgen war gestern
510
19.1.2012, 08:20

und mir wurde erst gestern wieder von den standardforen-antiimps erklärt, assad wäre das opfer und eh ein klasser kerl. da soll man sich noch auskennen.

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