Wiener Budget

Wien hat "keine Angst um Kredite"

17. Jänner 2012, 19:02

Häupl sucht Doppelgleisigkeiten, Beamtenpensionen tabu

Wien - Downgrading hin oder her, um die Kreditwürdigkeit der Bundeshauptstadt macht sich Renate Brauner keine Sorgen. Auch wenn 2012 kein leichtes Jahr werde. "Wir erhalten weiterhin die besten Konditionen, weil wir ein verlässlicher Schuldner sind", sagte die Wiener Finanzstadträtin (SP) am Dienstag am Rande einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister Michael Häupl.

Überhaupt, betont Häupl, stünde in dem Bericht der Ratingagentur, die am Freitag Österreich das Triple-A entzogen hatte, auch explizit drinnen, dass in Wachstum investiert werden "und keinesfalls totgespart werden sollte".

Bei einem "rein informativen" Treffen, an dem Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Michael Spindelgger (ÖVP), Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und Häupl selbst am Montag teilgenommen haben, "wurde nichts vereinbart oder verhandelt", betonte Häupl. Man habe sich über die "Themen der Regierung insbesondere zur Sanierung des Bundesbudgets" ausgetauscht. Auch der Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, der steirische Landeshauptmann Franz Voves (SP), wird nach Häupl noch informiert werden.

Voves betont im Interview mit dem STANDARD, dass er die Abstufung auf AA+ auch als Sparappell an die anderen Bundesländer betrachte, "konsequent die Budgetkonsolidierung voranzutreiben". "Die Frage ist, ob wir Standard & Poor's brauchen, um zu wissen, dass wir sparen müssen", kontert Häupl.

Die Bundesländer würden bei der Sanierung des Budgets mitwirken, versicherte Häupl, es gebe ein "inhaltliches Bekenntnis zur Schuldenbremse". Wien wird nun gemeinsam mit Niederösterreich mögliche Doppelgleisigkeiten, etwa bei der Wohnbauförderung suchen. Es sei jedoch Angelegenheit der einzelnen Länder, wie sie dieser Verpflichtung nachkommen, sagte Häupl und wollte sich einen Seitenhieb auch nicht verkneifen: "Mehr als 90 Prozent der Schulden entfallen auf den Bund und nicht auf die Länder und Gemeinden." Man werde jedenfalls "nicht die Sozialförderungen mit dem Stahlmesser und die Landwirtschaftsförderungen mit dem Federkiel durchforsten können".

Sakrosankt sind für Häupl jedenfalls nach wie vor die großzügigen Pensionsregelungen für die Wiener Beamten: "Daran werden wir nicht herumdoktern." (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2012)

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16 Postings
fanta
04
18.1.2012, 08:16

Was Häupl hier bezüglcuh der Pensionsprivilegien in Wien von sich gibt, ist eine Verhöhnung der Steuerzahler!

taffson
01
18.1.2012, 01:38
"Die Frage ist, ob wir Standard & Poor's brauchen, um zu wissen, dass wir sparen müssen"

Und was ist die Antwort?

max notax
01
18.1.2012, 07:38

Das man sparen SOLLTE weiß vielleicht sogar der Haupel. Bald wird er wissen dass er sparen MUSS. Oder eben die Gebuehren nochmal verdoppelt ...

Walter Bimini
00
18.1.2012, 17:21
doppelte gebühren werden nicht hinreichen, wenn die zinsen kräftig steigen.

die ezb wird früher oder später die zinsen anheben müssen um den euro noch ein paar monate an der herzlungenmaschine am leben zu erhalten. ganz abgesehen davon was in österreich passiert, wenn es ungarn zerreißt.

NONE
02
17.1.2012, 23:56

Mehr Kredite damit der rote Sumpf finanziert wird.

Hoffentlich geht das alles an den Pelinka und die Rudas!

Ich möchte bei deren Hochzeit dabei sein, voll im celebrity fever!

des is mei extra
02
17.1.2012, 22:06

Der rote Neugebauer

mike sierra
03
17.1.2012, 22:05
Neusprech aus dem Wiener Wahrheitsamt

"Sozialförderungen" für
die großzügigen Pensionsregelungen für die Wiener Beamten

"in Wachstum investiert und keinesfalls totgespart" für
die Gebührenerhöhungen für alle Wiener Bürger im 2-stelligen %-Bereich

rasenmähermann
04
17.1.2012, 20:41

Es tut mir leid, aber beim besten Willen, bei der geballten Wirtschaftskompetenz der Wiener Stadtregierung kann einem Angst und Bang werden.
Verwaltungsreform, Pensionsreform, brauch ma alles ned. Dafür dürfen die Schneeräumer um fünf Euro die Stunde schneeschaufeln, das ist gelebter Sozialismus.

naja2009
 
14
17.1.2012, 19:25
...Renate Brauner macht sich keine Sorgen...

mit den Gebührenerhöhungen braucht sie das auch nicht,liebe Wiener.

O5
31
17.1.2012, 20:19

Wien macht eben das Richtige. Wenn die Bürger unzählige Dienstleistungen in hoher Qualität wollen dann sollen sie bitte auch dafür zahlen statt die Kosten späteren Generationen aufzubürden.

fanta
02
18.1.2012, 08:17

aha---und die Pensionzuckerln in Wien zahlt nicht die nächste Generation oder wie???

Franz Weinpolter aka Franz Ehm
31
17.1.2012, 20:14
wien ist die lebenswerteste stadt der welt...

...auch wenn der fahrschein künftig ein paar cent mehr kosten wird.

georg salomon
 
01
18.1.2012, 07:08

Diesen banalen Stehsatz glauben aber nur Wiener selbst, vor allem die, die noch nie im Ausland waren ;-) Außerhalb Österreichs hört man das nie. Mehr als die Hälfte meiner Familie lebt in F, DK, S und USA. Dass von ihnen jemand besonderes Interesse an Wien hätte, wäre mir neu.

Franz Weinpolter aka Franz Ehm
00
18.1.2012, 17:51
das, was sie sagen, ist natürlich repräsentiver...

...als die mercer-studien.

ich komme auch ein wenig rum - beruflich und privat. punkto lebensqualität, infrastruktur und sicherheit etc. ist wien absolut top.

es stimmt auch (in meiner wahrnehmung) überhaupt nicht, dass "man das außerhalb nie hört".

ich weiß schon, ihnen geht die hundekacke auf den geist. ist mir schon klar.

Walter Bimini
00
17.1.2012, 23:45
das kann sich schnell ändern wie ein blick nach athen beweist.

das leben in städten ist in schweren wirtschaftskrisen nie so angenehm.

Walter Bimini
02
17.1.2012, 20:09
so hoch können die gebühren gar nicht angehoben werden, wenn die halftungen für die bank austria zum tragen kommen.

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