Wien - Die Hälfte der Volksbanken soll laut "Kurier" 2011 nur unter
Mühen bilanzieren können. Es fehlen Dividenden ihres Spitzeninstituts ÖAG, zum
vierten Mal in Folge - und der Wert ihrer ÖVAG-Beteiligung ist weiter gesunken.
Die Wirtschaftsprüfer hätten vorsorglich "eine Verschärfung der Risikolage" bei
der Finanzmarktaufsicht gemeldet, schreibt das Blatt.
Zu einem Bericht gab
es am Dienstagabend ein Dementi von den Volksbankern. "Keine Volksbank hat
Probleme mit der Bilanzierung 2011", sagte ein Sprecher.
Stärkerer Volksbanken-Verbund
Mit heutigem Ministerratsbeschluss für eine Novelle zum Bankwesengesetz (BWG)
wird dem Sektor ein angestrebter stärkerer Volksbanken-Verbund möglich, womit
die Volksbanken AG (ÖVAG) Eigenkapital der regionalen Volksbanken in ihrer
Bilanz anrechnen kann. Die regionalen Volksbanken aber müssen eine Haftung für
die ÖVAG übernehmen, was nach Medieninformationen einigen missfällt.
Ein ÖVAG-Sprecher nannte am Abend den jetzigen Ministerratsbeschluss als
wichtige gesetzliche Grundlage und Basis für die Ausformulierung des neuen
Verbund. Man arbeite intensiv an den konkreten Details.
Ohne Einigung stünden die Volksbanken allerdings vor der Zerreißprobe, heißt
es im Bericht. Denn die ÖVAG werde früher oder später frisches Geld brauchen.
Die Republik, die dem Institut im April 2009 mit einer Milliarde Euro
(Partizipationskapital) ausgeholfen hat, will nicht nochmals Geld hineinpumpen.
Nach einem engeren Zusammenrücken könnte, so heißt es, zu einem späteren
Zeitpunkt Geld fließen - oder zumindest die Milliarde Staatsgeld in eine
Beteiligung umgewandelt werden. Eine solche Verstaatlichung fürchten die
Volksbanker aber und hoffen laut "Kurier" auf die schützende Hand der
Nationalbank (OeNB). Diese hat für ihre Mitarbeiter eigene Spar- und
Kreditvereine, diese gehörten zum Volksbanken-Sektor und an dessen Bestand wäre
die Notenbank wohl auch aus Eigennutz interessiert.
Für die zum Verkauf stehende Immobiliensparte der ÖVAG interessiert sich der
Zeitung zufolge die Immofinanz. Es habe aber noch keine Kontakte gegeben. (APA)