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"Mit Strafen alleine kann man kein Verständnis schaffen", sagt Verkehrspsychologin Gilda-Andrea Langer.
Standard: Warum reagieren Autofahrer so oft mit Kampfhaltung auf verkehrspolitische Änderungen?
Langer: Das hängt mit der subjektiven Bedeutsamkeit des Autos zusammen: Es ist ein als unverzichtbar erlebtes Objekt im Alltag, fast schon ein eigenes Wesen. Durch Farbe, Sonderausstattung, Aufkleber wird das Auto individualisiert und zweckentfremdet. Auto bedeutet autark und autonom sein, selbstbestimmt, unabhängig. Ich kann Kontrolle ausüben.
Standard: Warum werden selbst kleine Maßnahmen als Freiheitsentzug empfunden?
Langer: Wenn ich eine gesetzliche Geschwindigkeitsbeschränkung einführe, spreche ich dem Autofahrer damit ab, dass er die Gefahr selbst einschätzen kann. Er fühlt sich degradiert. Autofahrer halten sich eher an Regeln, die ihnen nachvollziehbar erscheinen und ins Werteschema passen - etwa eine 30er-Zone in Schulnähe. Geschwindigkeit ist politisch ein heikles Thema. Nehmen wir etwa das Vormerksystem: 2011 gingen knapp 30 Prozent aller tödlichen Unfälle auf überhöhte Geschwindigkeit zurück. Trotzdem wird Tempo nicht im System erfasst.
Standard: Seit die Grünen in Wiens Stadtregierung sind, werden viele unpopuläre Verkehrsmaßnahmen umgesetzt. Wie nachtragend sind Autofahrer als Wähler?
Langer: Das kommt darauf an, wie hart die Änderungen sind und wie sie durchgesetzt werden. Wenn ein Thema ständig in den Medien präsent ist, wird es den Autofahrern bewusst und sie sind eventuell nachtragender. Aber so etwas verschwindet auch wieder aus dem Gedächtnis.
Standard: Wie kann man Autofahrer am besten "erziehen"?
Langer: Das geht nur über Emotionen, das Herz, über Bewusstseinsbildung. In dem Moment, wo eine Änderung ins Werteschema passt, wird sich der Autofahrer dran halten. In den Nachschulungen stehen wir nicht mit erhobenem Zeigefinger da, sondern versuchen einen persönlichen Bezug zu den Konsequenzen herzustellen. Mit Strafen alleine kann man kein Verständnis schaffen.
Standard: Wie lange dauert es, bis eine Maßnahme integriert ist?
Langer: Im Prinzip dauert es ungefähr ein Dreivierteljahr bis ein Jahr, bis Verhaltensänderungen in Automatismen übergehen.
Standard: Autofahrer schimpfen über Radfahrer, verteidigen aber, sobald sie aussteigen, die Interessen der Fußgänger und umgekehrt. Warum wechseln Menschen beim Thema Verkehr ihre Meinung so schnell?
Langer: Oftmals fehlt die Empathie, das Dringlichste ist das Durchsetzen der eigenen Wünsche. Wenn ich im Stress bin und vor mir schlängelt ein Fahrradfahrer, fühle ich mich behindert. Auf der anderen Seite fühle ich mich behindert, wenn sich ein Autofahrer vor mir reinquetscht und ich nicht mehr weiterkomme.
Standard: Was hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert?
Langer: Leider nicht viel. Aber Alkohol am Steuer ist mittlerweile ein Thema, das den Leuten sehr unangenehm ist. Viele versuchen das vor der Familie oder in der Arbeit geheim zu halten. Geschwindigkeitsübertretungen hingegen werden eher hinausposaunt, vor allem unter Jugendlichen. Dafür sind die beim Alkohol vernünftiger, als viele Erwachsene. Der Probeführerschein hat viel bewirkt. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2012)
Gilda-Andrea Langer (37) arbeitet seit 2000 bei der AAP Nachschulungs-GmbH als Verkehrspsychologin und Ausbildnerin.
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Warum habe ich wohl schon von so vielen Leuten aus Österreich und rundherum gehört, dass sie am liebsten bei uns fahren, weil man da nicht auf den Tacho schauen muss? Warum sind jene zwei GTI, die eine halbe Stunde lang in Tschechien brav hinter mir her, um dann sofort nach der Staatsgrenze in Ö vor einer Kurve zu überholen und davonzurasen? Könnte das vielleicht daran liegen, dass die Strafen bei uns (auch nach Unfällen mit Personenschaden) lächerlich gering sind und man eher in einen Sandsturm kommt, als in eine Kontrolle?
Es wird auf Radarkästen und Section Control gesetzt anstatt Personal auf die Straße zu schicken. Meiner Meinung macht hat es "Verkehrserzieherisch" einen viel höheren Wert, wenn ein Verkehrsteilnehmer sofort auf ein Fehlverhalten aufmerksam gemacht wird (braucht nicht mal eine Strafe sein), als wenn nach 4 Monaten ein Erlagschein kommt.
Und schicken Sie mal eine Anonymverfügung nach Italien, Rumänien oder gar Ukraine. Effect ist NULL.
ad: "2011 gingen knapp 30 Prozent aller tödlichen Unfälle auf überhöhte Geschwindigkeit zurück"
* man kann technisch zu schnell fahren, das heißt man packt bei gegebenen verhältnissen z.B. die kurve nicht. wahrscheinlich überland im suff beliebt ...
* man kann verkehrstechnisch zu schnell fahren, das heißt man fährt bei gg. verhältnissen nicht auf sicht, und hinter der kurve oder kuppe steht überraschend die kolonne.
die beiden obigen punkte sind leicht einzuschätzen.
* es gibt noch ein restrisiko wo jeder für sich selber entscheidet, wildwechsel, reifenschaden, sowie die gefährdung von/durch leute die z.b. vorrang missachten. da kann man die wahrscheinlichkeit und auswirkungen dann durch geringere geschwindigkeit reduzieren.
Naja, es könnte theoretisch noch sein, daß mir jemand ins Lenkrad greift, ich daher von der Straße abkomme und in einen Baum krache. Dagegen hilft nur Schrittempo. Zugegeben aber das wesentlich unwahrscheinlichere Szenario als zu schnell gewesen zu sein.
Freitag – 20.1.2012
Treffpunkt um 16:30 am Schwarzenbergplatz und Abfahrt um 17:00
Endpunkt: Tüwi für gemütliches Socialisen und CM-Plenum
Die Critical Mass findet in Österreich in Wien, Graz, Linz, Feldkirch, Innsbruck, Salzburg und Wiener Neustadt statt. (Treffpunkte und Termine der einzelnen Städte)
Der Inhalt der Critical Mass ist Radfahren: Wir lassen uns nicht länger an den Rand drängen. Wir sind ökologisch, leise, lebenswert, platzsparend, lustig, ökonomisch, sexy, engagiert.
Und wir haben Spaß dabei! Autos machen Lärm, wir machen Musik!
? Mitfahren, weitererzählen, FreundInnen mitnehmen, Flyer basteln und gemeinsam Spaß haben!
http://www.criticalmass.at/
Es gilt nur für das Überholen VON mehrspurigen Kraftfahrzeugen. Einspurige Fahrzeuge dürfen bei ausreichendem Platz immer überholt werden. (Die Sperrlinie wird ja nicht durchgehend bleiben).
Es gibt auch das Verkehrzeichen "Fahrverbot für Fahrräder", von dem durchaus großzügiger Gebrauch gemacht werden sollte. Die Straße ist ein Verkehrsweg und kein Sportplatz.
Überdies dürfen andere Verkehrsteilnehmer nicht unnötig behindert werden, sodaß beim Überholtwerden ohnehin äußerst rechts gefahren werden muß, was auch für eine Gruppe Rennradfahrer gilt, die dann eben für kurze Zeit nicht nebeneinander fahren dürfen.
Dr. Heinz Anderle, Freigeist
Vollvisierhelm, ja.
Ansonsten fahre ich, zumindest wenn ich auf dem Weg zur Uni bin, aber jedenfalls mit normaler Alltagskleidung.
Der Unterschied zu einem Fahrrad ist daher nicht allzu groß.
Nur, dass es mit dem Motorrad auf der Autobahn ein wenig besser voran geht :)
*LOL*
die "critical mass" also die kritische masse das sind doch die paar maxln:
http://derstandard.at/132450108... =2&_seite=
ja, ihr werdet die welt verändern! gaaanz bestimmt! schließt euch mit occupy zusammen und vermehrts euch, dann knackts ihr noch die 0.99% promille grenze!
und die endpunkte sind auch äußerst amüsant:
http://derstandard.at/plink/132... id24269916
Wir haben 2012, die nötige Elektronik kostet € 5.
Jeder Akkuschrauber muss strengere Sicherheitsrichtlinien selbst bei eklatanter Fehlbedienung nachweisen als Autos.
Und nein, "dann kann die Rettung aber auch nur 30 fahren, selbst wenn der Patient stirbt" ist kein Argument, die kryptographisch kontrollierte Ausnahmeregelung für Einsatzfahrzeuge ist in den Kosten von €5 schon inkludiert.
und das wichtigste- Fahrzeuge können drahtlos identifiziert und auch stillgelegt werden. Damit wäre eine 100%-ige Kontrolle der Geschwindigkeit möglich und Verfolgungsjagden mit tödlichem Ausgang Vergangenheit.
Wieso gibt es hier keinen Fortschritt? Ein Schelm wer an die Lobby der halben Million Beschäftigten denkt die in der Branche tätig sind.
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