Auch SPÖ setzt den Rotstift an

17. Jänner 2012, 18:21
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Partei verordnet sich Sparkurs und Strukturreform auf Bundesebene und in der Steiermark - Kräuter: "Zu hohe Personalkosten"

Wien/Graz - Die SPÖ muss jetzt auch in den eigenen Reihen den Sparstift ansetzen. Ein äußeres Zeichen: Die beiden Portiere in der Parteizentrale in der Löwelstraße nehmen ihren Hut. Sie sollen aber noch nicht Teil des geplanten Sparkurses der Partei sein, sie würden durch jüngere Empfangsleute aus der Partei ersetzt werden, wird versichert. Fixiert sei aber, dass die Partei von den "zu hohen Personalkosten" herunterkommen wolle, sagte Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter. 2012 seien bereits zehn Prozent der Kosten eingespart worden.

Die Notwendigkeit zu sparen habe sich auch durch die Kürzung der Parteifördermittel um eine Million Euro aufgedrängt, sagte Kräuter im STANDARD-Gespräch: "Wir werden die Parteistrukturen noch effizienter machen und die Abläufe optimieren müssen. Ziel muss es auch sein, 2013 über eine optimal ausgestattete Wahlkampfzentrale zu verfügen."

Steirische SPÖ: "Auch wir werden schmäler"

Der Gürtel enger geschnallt werde auch in der Steiermark, wo sich die dortige SPÖ ebenfalls einer Strukturreform unterzieht. Die Partei kam zu Wochenbeginn überein, die Parteiorganisation den laufenden Verwaltungsreformen im Land anzupassen. Was für Landes-Geschäftsführer Toni Vukan bedeutet: "Auch wir werden schmäler werden müssen." Die derzeit 18 Bezirksgeschäftsstellen sollen etwa gemäß den geplanten Großregionen zu sieben Regionalbüros gebündelt werden. Die Neuorganisation der Partei soll bis Ende 2014 umgesetzt sein, ein Personalabbau sei nicht geplant, es werde allerdings keine Nachbesetzungen geben.

Anstoß für die Reform der Landespartei sind - wie im Bund - gekürzte Parteifördermittel. In der Steiermark sind es minus 15 Prozent. Zu schaffen machen der SPÖ aber auch sinkende Mitgliederzahlen. "Sicher hat sich auch der aktuelle Spar- und Reformkurs bemerkbar gemacht, speziell bei den konkret Betroffenen, etwa den Gemeindebediensteten", suchte Parteigeschäftsführer Vukan im APA-Gespräch nach einer Erklärung für die Parteiaustritte. Das weitaus größere Problem ortet Vukan aber in der Altersstruktur, in der Überalterung der Partei. (mue, DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2012)

  • Kanzler Faymann beim Verlassen der SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße - auch in der Partei muss gespart werden.
    foto: standard\cremer

    Kanzler Faymann beim Verlassen der SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße - auch in der Partei muss gespart werden.

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