Schulden Griechenlands

Einmal Spitzen schneiden

Kommentar | Lukas Sustala, 17. Jänner 2012, 21:17

Der Streit zwischen dem Bankenverband und der Regierung in Athen offenbart eine unangenehme Wahrheit

Griechenland steht vor dem Zahlungsausfall. Das Gezerre zwischen Regierung und den Banken um den Kapitalverzicht der Gläubiger droht das diplomatisch geschnürte zweite Rettungspaket für das hochverschuldete Land platzen zu lassen.

Der Streit zwischen dem Bankenverband und der Regierung in Athen offenbart eine unangenehme Wahrheit. Die geplante Umschuldung geht nicht weit genug. Sie sollte den Griechen Luft zum Atmen geben. Doch selbst nach der Umschuldung müsste das Land einen Schuldenberg stemmen, der 120 Prozent des Wirtschaftsprodukts ausmacht - das wäre nicht nachhaltig, selbst mit den notwendigen Strukturreformen als flankierende Maßnahmen.

Wenn das Ziel der europäischen Politik, Griechenland zu entschulden, erreicht werden soll, müssen auch Europas Regierungen und die Europäische Zentralbank ihre Bestände an Krediten und Schuldpapieren abschreiben. Sie haben Griechenland mehr als ein Drittel der ausstehenden Staatsschulden geliehen. Doch die Politik wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Verluste, die auch den Finanzministern in anderen EU-Ländern das Budget verhageln würden und sie politisch in Bedrängnis bringen.

Europa muss sich entscheiden. Will es für Griechenland einen Haircut, der weitreichend genug ist, den Verbleib Athens in der Eurozone ökonomisch zu ermöglichen? Oder will es das nicht? Es gibt keine dritte Option.  (DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2012)

  • 4.5.2012
    • Die überforderte EZB [27]

      Die Wege aus der Krise weisen nicht nach Frankfurt, sondern nach Madrid und Rom

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22 Postings
Walter Bimini
00
18.1.2012, 17:32
einmal vollglatze

und keine neuen kredite für griechenland. dann werden sie wirklich gezwungen sein ihren beamtenstadel zu verkleinern. ein lehrer- und beamtenstaat hat auf dauer noch nie funktioniert.

Reich sein muss sich lohnen!
00
18.1.2012, 14:12
Ja eh, Griechenland steht seit 2008 vorm Zahlungsaufsall

und bereits 2008 hätte man die "Spitzen" schneiden sollen.

Das wäre besser für uns und auch besser für die Griechen gewesen. Das war doch von Anfang an klar, dass die da nicht mehr rauskommen.

1116er
10
18.1.2012, 13:31
Einmal Spitzen schneiden

WIR (exportnationen) haben den griechen das haarwuchsmittel verkauft.
die finanzindustrie hat sich um die finanzierung gekümmert.

alle haben wunderbar verdient.

den griechen werden nicht bloß die spitzen geschnitten, sie bekommen eine vollrasur.
doch mit einem teil der gewinne den friseur bezahlen?
nein, das kommt weder für uns noch für die FI in frage!

gar nicht zu denken an den versand von sonnencreme, damit die griechen nicht auch noch sonnenbrand + hautkrebs auf der glatze bekommen...

1116er
10
18.1.2012, 13:21
Doch die Politik wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Verluste, die auch den Finanzministern in anderen EU-Ländern das Budget verhageln würden und sie politisch in Bedrängnis bringen.

soll das heißen, dass die privaten gläubiger ihren teil beitragen würden, wenn das paket größer wäre?

die verweigern doch jetzt sogar ihre mitwirkung am viel kleineren!

GreenTwig
00
18.1.2012, 09:23

Alles nur wegen Standard&Poors. Hätten's die nichts gesagt, wäre Griechenland nicht draufgekommen, dass es kein Geld mehr hat.

site:°~+*-||!#.\>
02
18.1.2012, 01:56

Quatsch.

Die EU hätte GR nie in die Eurozone aufnehmen dürfen, und schon vor mind. 2 Jahren aus dieser rauswerfen müssen. Hat man verabsäumt, daher wird es jetzt richtig teuer.

Die einzige Lösung des Problems (Vertrauenskrise) ist:

- die EU/EZB kauft sämtliche GR-Anleihen zum Marktwert auf (das sind etwa 200 Mrd.),

- im Gegenzug verpflichtet sich GR aus der Eurozone und aus rechtlichen Gründen auch aus der EU auszutreten - und führt die Drachme wieder ein,

- GR verpflichtet sich, die hunderten Milliarden Euro Schulden wenigstens über viele Jahrzehnte zurückzuzahlen.

Damit erspart sich die EU wenigstens 8 Mrd./Jahr Strukturförderungen an GR.

1116er
00
18.1.2012, 13:22
gr raus aus dem euro?

also dorthin, wo ungarn ist?
was soll denn das für eine lösung sein !?!

Walter Bimini
00
18.1.2012, 17:30
ohne zwang wird griechenland seinen beamtenstadel bestenfalls noch weiter ausbauen

GreenTwig
10
18.1.2012, 09:29
wo ang'rennt?

Warum soll das eine Lösung sein, wenn Europas Bürger von den Banken und Investoren die Schulden übernimmt? Die sollen selbst die Suppe auslöffeln, schließlich haben sie jahrelang tolle Zinsen kassiert. Warum soll man Verluste der Gemeinschaft umhängen?

Kaktus51
00
13.2.2012, 12:14
Weil es geiles Konzept ist:

Gewinne privatisieren.
Verluste sozialisieren.

Johannes99
11
18.1.2012, 07:22
Der Euro ist nicht das Problem, der wird nur dazu gemacht.

Die "Vertrauenskrise" in den Euro ist politisch gemacht, tatsächlich widersprechen alle wirtschaftlichen Fakten dem Krisengerede.
Es ist völlig wurscht, ob die Griechen mit Euro oder Drachme Pleite gehen, Pleite gehe werden sie, und wir zahlen alle mit. Das ist so. Dass die Politik das mit Rettungsschirmen vernebeln will, ist verständlich, sie will ja in Deutschland, Frankrich, Österreich ... gewählt weiter werden.
Drachmen würden den Griechen auch nicht mehr helfen. Eine Abwertung verteuert nur ausländische Waren, sodass Inland-Waren wettbewerbsfähiger werden und die Volkswirtschaft von innen her gesundet. Dafür gibt es in Griechenland keinerlei Anzeichen.

TT1
29
17.1.2012, 20:27
Fekter

Ich bin für die sofortige Pfändung des Ministergehalts des Frau Fekter bis zu ihrem ausscheiden aus der Politik - wer sagt, dass " Griechenlandkredite ein super-Geschäft für österreich" seien, der verdient einfach keinen eurocent Gehalt wegen erwiesener Unfähigkeit.

Nichtschweiger
 
00
18.1.2012, 17:05
Das war ungefäht so wahr wieder "die Pensionen sind sicher-Spruch" diverser roter Bundeskanzler!

zensur passiert
00
11.2.2012, 04:21
die Pensionen sind sicher

wenn Sie drunter auch die Pensionshöhe verstanden haben, so ist das ihr freudscher Fehler. Einen Alibiteuro werdens uns immer auszahlen.

mike sierra
11
17.1.2012, 20:24
EZB-Bestände

Wenn das Bankenpaket gelingt, dann wird die EZB-Bestände mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls umwandeln.

Die EZB hat zu niedrigeren Kursen als das Nominale die Papiere am Sekundärmarkt gekauft. Damit einen theoretischen Gewinn zu machen, ist ja nicht das Ziel der EZB sondern Stabilisierung.

Bei den Haftungen und Kredite der Regierungen liegt die Situation aber anders. Ihr theoretischer Gewinn ist das Zins-Gap zu den 7% von GR.

hast1
00
18.1.2012, 01:00
"Die EZB hat zu niedrigeren Kursen als das Nominale die Papiere am Sekundärmarkt gekauft. "

das sind doch peanuts!

es geht um das geld, daß griechenland direkt bei der ezb gezogen hat. jahrelang. die neuverschuldung der letzten jahre wurden so gut wie ausschließlich von der ezb finanziert. die vorgeschriebene besicherung der gezogenen gelder wurde für griechenland zuerst gelockert und dann komplett ausgesetzt.

über dieses thema liest man allerdings recht wenig. daran will sich niemand die finger verbrennen.

hier erfährt man genaueres:

https://www.youtube.com/watch?v=yI4g8Ti6eTM

mike sierra
00
18.1.2012, 11:45

Die Neuverschuldung direkt bei der EZB ist für Staaten ausgeschlossen.

Was Sie meinen sind die EZB-Kredite an Banken, die mit griechischen Staatsanleihen besichert sind.

edurkheim
00
18.1.2012, 12:49
Direkt bei der EZB nicht aber via einzelstaatliche Nationalbank nicht

Das ist ein Schlupfloch das in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist, aber enorm missbraucht wurde.

Ihr Vorposter hat schon recht und deshalb hat die EZB zurecht Angst das könnten sie sprengen nicht wegen der direkt aufgekauften oder belehten Anleihen.

sentvromeieifon
10
17.1.2012, 20:15
Ferienzeit

Ich glaube, der März ist in diesem Jahr die beste Zeit, um sich den langgehegten Traum einer Karibikkreuzfahrt oder einer Asien-/USA-Rundreise zu erfüllen. Vorher die Fenster am Haus aber noch mit Brettern vernageln.

</ lustig>
20
17.1.2012, 19:56
Anders herum:

Jeder will Griechenland pleite gehen lassen, aber niemand dafür die Verantwortung übernehmen. Am allerwenigesten Deutschland. Daher das Herumgeeiere...

Ökonomix
12
17.1.2012, 19:49
Das Pferd wurde von hinten aufgezäumt.

Europa gewährte den Schuldenerlass zum falschen Zeitpunkt. Seitdem den Gr. ein Schuldenerlass in Aussicht gestellt wurde, sind die Reformbemühungen erlahmt. Anstatt den Gr. mit dem EU-Ausschluss zu drohen, falls der Reformprozess nicht umgesetzt werde, außerte Merkel Verständnis und stellte einen Schuldenerlass in Aussicht. Dass es auch anders geht zeigte Merkel als Papandreou eine Volksabstimmung wollte.

Der Schuldenerlass hätte den Gr. als Belohnung für einen erfolgreichen Reformprozess in Aussicht gestellt werden können.

der burli
23
17.1.2012, 18:43
FALSCH!

1. nicht die entschuldung ist das ziel, sondern GR auf stabile füsse zu stellen! weil nur dann gehts MIT entschuldung oder weiter, oder OHNE.
2. nicht die "politik wehrt sich gegen verluste", sondern JEDER wehrt sich gegen blosses zahlen OHNE ausreichenden strukturellen fortschritt dort! und GR ist MEILENWEIT weg von echten reformen.

"Europa muss sich entscheiden. Will es für Griechenland einen Haircut, der weitreichend genug ist, den Verbleib Athens in der Eurozone ökonomisch zu ermöglichen? " - blödsinn. hr. sustala.

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