Strom und Gas zu teuer

Versorgern drohen Klagen

17. Jänner 2012, 18:09

Wien - Die Arbeiterkammer untersuchte Österreichs Preise für Gas und Strom und befand sie als viel zu hoch. Steigende Großhandelspreise würden sofort an die Konsumenten weiterverrechnet, zum Teil auch über die Maßen. Sinkende jedoch würden nicht oder nur unzureichend in Rechnungen einfließen, sagen Experten der Arbeiterkammer. Dass Energieversorger seit Jänner Ökostrom günstiger beziehen, sei an ihren Kunden nahezu spurlos vorübergegangen. Die prüft Kammer nun Musterklagen.

Wien Energie etwa habe Gas innerhalb eines Jahres um 29 Prozent verteuert, Begas um 24 Prozent und EVN um 21. Dem Markt fehle es an Transparenz und Wettbewerb. Auch langfristige Vergleiche zeigten ein Auseinanderdriften der Großhandels- und Haushaltspreise, so die Kritik. Und das gelte in der Regel auch für Strom.

Die Energiewirtschaft gibt sich empört: Strom und Gas würden in einen Topf geworfen. Ersterer habe sich 2011 nur um durchschnittlich ein Prozent verteuert, heißt es vom Verband Oesterreichs Energie. Das teurere Gas wird auf höhere Ölpreise und Vertragsprobleme mit Russland zurückgeführt.

Überhöhte Preise ortete jüngst auch das Wirtschaftsforschungsinstitut. Es brauche stärkere Missbrauchsaufsicht und mehr Sanktionsmöglichkeiten für die E-Control. Er habe den Verdacht, dass etliche Versorger zu hohe Aufschläge im Haushaltsbereich verrechneten, sagt Regulator Walter Boltz dem Standard. Er kämpft derzeit gerichtlich um den Zugang zu ihren Beschaffungspreisen. (vk, DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2012)

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19 Postings
El Lute
00
18.1.2012, 14:29
Verbund

wirbt mit "Strom aus 100 % Wasserkraft". Für solche, die es (noch) nicht wissen: Verbund hat kalorische Kraftwerke und kauft Atomstrom in Spitzenzeiten am Strommarkt zu. "100 % Wasserkraft" ist ein Werbeschmäh, fast schon eine betrügerische Werbung.

Befreier von Butter und Eier
02
18.1.2012, 13:20

Ich für meinen Teil, habe gewechselt zu einen günstigeren Anbieter, weiters spare ich Strom ein wo ich kann, damit tue ich meiner Geldbörse etwas gutes und den Stromlieferant tue ich damit etwas schlechtes an. Ganz einfach!

Kontrahent1
02
18.1.2012, 12:10
Die Versorger zittern und fürchten sich,

genauso, wie die ÖMV vor dem ÖAMTC;-) (Die Gerichtskosten werden dann auf den Verbraucherpreis umgelegt)

schniggschnagg
 
00
18.1.2012, 10:42
Ja...

...aber jetzt hat man ja dieses Schiefergas entdeckt. Das reicht dann für ganz AT die nächsten 30 Jahre. Dann wird alles besser und billiger... Ach nein, Gedankenfehler, weil die horrenden Förderkosten müssen ja irgendwie weiterverrechnet werden (vollkommen wurscht, daß da der Staat mitsubventioniert haben wird).

arsen hitrach
00
18.1.2012, 10:54

Ich hoffe echt stark, dass das Schiefergas nicht mit der Fracking Methode gefördert werden wird.

schniggschnagg
 
00
18.1.2012, 11:11
Ich hab ne Pellets-Heizung.

So gesehen hoffe ich, daß fossile Brennstoffe prinzipiell nimmer gefördert werden. Ebenso wie die Förderungen auf Heizungsanlagen für zb Gasheizungen gestrichen werden sollten. Schon klar, daß man GANZ Österreich nicht mit Pellets versorgen KANN - aber es gibt Wasserkraft, Pumpkraftwerke, Windräder und biogene Brennstoffe... Aber das KANN man einfach nicht gscheit fördern, weil man damit ja die "Großen" Monpolisten "zerstören" würde.

Befreier von Butter und Eier
00
18.1.2012, 12:55

Willkommen in der nächsten Abhängigkeit...

Kontrahent1
00
18.1.2012, 12:08
Was glauben Sie,

wie die Preise für Pellets dann nach oben springen.- Gab's ja schon einmal, allerdings ging der Absatz der Heizungen dann so schlagartig zurück, daß man die Erhöhung blitzartig zurücknahm. Jetzt wartet man nur, bis genügend Heizungen installiert sind um sich dann den anderen Energien anzugleichen.

A ndreas Bogeschdorfer
01
18.1.2012, 14:05
Verbreitens hier keine Märchen.

Ihre aus den Fingern gesaugten Interpretationen haben mit der Realität nicht das geringste zu tun.

Fakt ist, dass 2007 oder 2008 aufgrund rasch steigender Nachfrage nach Pellets der Zusatzbedarf über Zukäufe aus dem Ausland gedeckt werden musste.
Nach dem Ausbau neuer Kapazitäten sanken die Preise wieder.

Fakt ist auch, dass d Markt für Biomassebrennstoffe sowohl von den Produkten als auch von den Anbietern her wesentlich vielfältiger ist, als dies bei fossilen Brennstoffen möglich ist. Das bedeutet mehr Wettbewerb u damit auch kein Preismonopol.

Womit Biomasse potentiell wesentlich konsumentenfreundlicher ist als fossile Brennstoffe.

Zu guter Letzt: Biomasse ist (richtig genutzt) nachhaltig, fossile Brennstoffe bedeuten Wegwerfnutzung.

schniggschnagg
 
01
18.1.2012, 12:23
Dann springen's eben nach oben...

...Wollen Sie mir einreden, daß Pellets deswegen teurer als alles bisher dagewesen werden? Und selbst wenn's dasselbe Preisniveau haben sollten - zumindest sind's nachhaltiger als Gas oder Heizöl. Andererseits: Glücklich natürlich Leute, die billigst irgendwelche Waldgrundstücke erworben oder geerbt haben, deren Holz sie zum Heizen verwenden. Denen gehen "Preisangleichungen" am Popo vorbei.

Kontrahent1
00
18.1.2012, 14:01
Ich hatte ein Angebot der örtlichen Fernheizung

mit einer Preissteigerungsklausel, in welcher Öl, Gas und Strom enthalten waren. Die Musterberechnung zu meinem Verbrauch ergab eine jährliche Einsparung von € 300,--! Meine moderne Ölheizung, für welche ich mich dagegen entschied, sparte jährlich 30%. Reine Holzheizung fand ich zu umweltschädlich, wenn man so sieht, was an manchen Rauchfängen rausgeblasen wird. Aber einen Kachelofen habe ich auch, der stinkt garnicht.

Moneymaker
05
17.1.2012, 23:33
Demokratie gibt es nicht zum Nulltarif!

Ohne überhöhte Strom- und Gastarife werden sich die Landes-EVUs die indirekte Parteienfinanzierung nicht mehr leisten können. Auch die Existenzsicherung verdienter Parteimitglieder wird nicht mehr möglich sein. Niedrigere Margen der EVUs gefährden das politische System und den sozialen Frieden!

Gerg K.
00
18.1.2012, 09:33
Interessantes Argument....

Über überhöhte Preise werden die Parteien finanziert (direkt oder indirekt) und damit die Politiker bezahlt, die dem Wahlvolk klar machen, dass alles, auch die überhöhten Preise, seine Ordnung hat und rechtens ist.

Nexialist
03
17.1.2012, 22:10
wird schon wieder mal gedroht? Wann wird gehandelt?

diese Drohungen sind wohl eigentlich nur dazu gedacht, daß die Firmen zu neuen Schmiergeldzahlungen gedrängt werden. Passieren wird wieder mal nichts...

FatFaceRicky
03
17.1.2012, 20:12

Da wird sicher nix passieren, die Landespolitik lässt sich ihre versteckte Abzocke sicher nicht so einfach wegnehmen.

neeeed
00
17.1.2012, 18:39
also was strom betrifft

kann ich zumindest oekostrom.at empfehlen:
1. weil ökostrom
2. weil billiger (deutlich) als wien energie (zumindest in meinem fall)

Christine Berndl
01
17.1.2012, 23:10
Ebenfalls

Zertifizierter unabhängiger Ökostromanbieter ist der Familienbetrieb und Ökostrompionier Alpen Adria Energie Naturstrom www.aae.at
Meist günstiger als der Anbieter vor Ort mit Preisgarantie bis 2013

gas karl
00
18.1.2012, 12:40
Jawohl die profitieren zu 100% von der schwachsinnigen

Subventionitis-Schweinerei

Übrigens Biogas stellen die zwar individuell aber maximal in homöopathischen Mengen am Häusl her...

A ndreas Bogeschdorfer
01
18.1.2012, 14:14
Schwachsinnige Subventions-Schweinerei..

Schwachsinnige Subventions-Schweinerei findet vor allem bei den fossilen Energien statt.

Da werden milliardenteuere Pipelines geplant und gebaut, mit denen die Macht multinationaler Energiekonzerne ausgebaut wird.

Da werden Flugzeuge und Schiffe durch Steuererleichterungen bei Treibstoffen subventioniert.

Da werden Werbekampagnen für die großen Energiekonzerne über die IEA und die IAEA gefahren.

Da wird die Weiterentwicklung fossiler und atomarer Technologien (samt Fusionsforschung) gemästet.

Da kauft die Atomwirtschaft Konkurrenten vom Markt mit steuerfreien Rücklagen, die anstatt treuhändisch verwaltet zu werden ins Tagesgeschäft fließen.

Von fossilen und atomaren Umwelt- und Gesundheitsschäden ist da noch gar nicht die Rede.

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