Kärntner Hypo

Geldregen aus der Hypo-Stiftung

Renate Graber, 17. Jänner 2012, 18:08
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    foto: apa

    Wolfgang Kulterer war im Vorstand der Mitarbeiterprivatstiftung.

Mitarbeiterstiftung: 45 Millionen Gewinn aus Aktiendeals

Wien - Die Mitarbeiterprivatstiftung (MAPS) der Kärntner Hypo hat mit ihren Hypo-Aktiendeals einen Gewinn von rund 45 Mio. Euro gemacht. Wer den Erlös aus den Verkäufen (an Berlin & Co. und Bayern) lukriert hat, ist aber "nicht feststellbar". Das konstatiert der Kärntner U-Ausschuss in seinem Berichtsentwurf. Und mehr noch: "Der Verdacht, dass sich nicht einige wenige aus dem Gewinn ... bereichert haben, konnte nicht entkräftet werden."

Die Stiftung wurde 2005 gegründet, zeichnete damals eine Kapitalerhöhung von 90 Mio. Euro - auf Pump. 75 Mio. Euro Kredit bekam sie von der Hypo-Aktionärin Landesholding KLH. 18 Mio. stammten vorübergehend aus der Bank selbst (die Hypo schoss sich via Kredit an die MAPS also selbst Kapital zu), später wurde dieser Kredit auf die Capital Bank der Grawe (Hypo-Aktionärin) umgeschuldet. Wieder später erfolgte eine Umschuldung auf die Hypo-Österreich - wobei dieser Betrag dann (richtigerweise) nicht ins Eigenkapital eingerechnet wurde.

Die Anteile der Mitarbeiterstiftung sanken im Juni 2007 von fünf auf 3, 64 Prozent. Allein für den Verkauf an Berlin & Co. (ein Prozentpunkt) soll die Stiftung 22 Mio. Euro kassiert haben. Der Unternehmenswert, von dem man damals ausging: 2, 2 Mrd. Euro. Im Lauf des zweiten Halbjahres 2007 hat die Stiftung dann fast den ganzen Rest ihrer Anteile an die Bayern verkauft (Unternehmensbewertung: 3,25 Mrd.) und laut Bericht 118 Mio. Euro erlöst - macht summa summarum 140 Mio. Euro Erlös. Gesamtgewinn: 45 Mio.

Begünstigte?

Wer die Begünstigten waren und das Geld bekam? Laut Zeugen nicht nur Bankmitarbeiter, "sondern auch besondere Personen, Berater und der Bank nahestehende Personen, alle, die für die Bank etwas tun", sagte ein Zeuge aus. Das spiegelt sich in der Stiftungsurkunde wider, wonach auch "Personen, die sich außerordentliche Verdienste um die Hypo-Gruppe erworben haben" Begünstigte sind. Der Verdacht des U-Ausschusses: Es seien "nicht nur Mitarbeiter" und deren Angehörige in den Genuss von Ausschüttungen gekommen". Stiftungsvorstandsmitglied Werner Müller wies missbräuchliche Ausschüttungen zurück - Details des "Modells für die konzernweiten Ausschüttungen 2008" gab er aber nicht preis.

Die Rechnung des Ausschusses: "45 Mio. Euro für 4500 Mitarbeiter macht 10.000 Euro pro Person, von Bulgarien über Bosnien und Serbien bis Österreich, Liechtenstein und Italien." Das könne "der U-Ausschuss nicht nachvollziehen". Ganz so kann die Geldverteilung auch nicht gelaufen sein. Eine Mitarbeiterin von Ex-Bankchef Wolfgang Kulterer sagte als Zeugin vor dem Staatsanwalt, sie habe 13.000 Euro bekommen. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2012)

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10 Postings
grad ischach
00
18.1.2012, 12:02
Die Einsackler

würden sicher auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren, daher wird gar nicht erst untersucht.

Andreas W
01
18.1.2012, 09:41
Wäre das allererste Mal, dass in Österreich eine größere Menge von dubiosen Machenschaften profitieren würde!

Begünstigte, die wirklich abgesahnt haben, waren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, ein ganz kleiner Kreis; wie in Österreich halt üblich!

Geldflüsse sind im Übrigen grundsätzlich nachvollziehbar, wenn man nicht wie Grasser mit Bargeld herumirrt. Also liebe StA nur nicht allzu zögerlich, Konten können geöffnet werden; und wer viel übt, bringt irgend wann auch mal eine Kontoöffnungsanordnung zu Stande, die beim OLG hält.

Schüssel Biograf Walter Moers
01
18.1.2012, 08:51

45 Mio. für 4500 Mitarbeiter. Müssen diese Zahlungen nicht auch irgendwo aufscheinen?

Muss so etwas nicht versteuert werden? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

PlusMinus
00
18.1.2012, 08:58

müsste ....
aber in Österreich sieht halt manches anders aus.

Harald Bruckner
00
18.1.2012, 15:12
das glaube ich nicht.

was sagt das Finanzamt? - geht nicht so einfach.
Ich glaube vielmehr, mit "nicht bekannt" meint der Reporter "nicht veröffentlicht".

Kampfposter
01
18.1.2012, 06:31
Was macht der Herr Kulterer heute und jetzt?

pardon!
01
18.1.2012, 07:50

jetzt grad? er taucht sein kipferl in den kaffee und lacht sich einen ast.

pardon!
02
17.1.2012, 20:55
"Der Verdacht, dass sich nicht einige wenige aus dem Gewinn ... bereichert haben, konnte nicht entkräftet werden."

wie jetzt???

Zensi
01
17.1.2012, 20:48
Einsperren und dünsten lassen ...

und somit weitere Verabredungen einmal zu unterbinden ist dringend angesagt. Aber unsere Justiz wartet auf bessere Zeiten... FPÖ/ÖVP Koalition... und dann braucht nichts mehr aufgeklärt werden.
Es ist ja ungeheuerlich was sich in diesem Bundesland abspielte und noch immer "üblich" ist.

Conchita Kaslaberl
02
17.1.2012, 20:09

"besondere Personen, Berater und der Bank nahestehende Personen, alle, die für die Bank etwas tun"

na da gilt doch schon jetzt die unschuldsvermutung...

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