Mitarbeiterstiftung: 45 Millionen Gewinn aus Aktiendeals
Wien - Die Mitarbeiterprivatstiftung (MAPS) der Kärntner Hypo hat mit ihren
Hypo-Aktiendeals einen Gewinn von rund 45 Mio. Euro gemacht. Wer den Erlös aus
den Verkäufen (an Berlin & Co. und Bayern) lukriert hat, ist aber "nicht
feststellbar". Das konstatiert der Kärntner U-Ausschuss in seinem
Berichtsentwurf. Und mehr noch: "Der Verdacht, dass sich nicht einige wenige aus
dem Gewinn ... bereichert haben, konnte nicht entkräftet werden."
Die Stiftung wurde 2005 gegründet, zeichnete damals eine Kapitalerhöhung von
90 Mio. Euro - auf Pump. 75 Mio. Euro Kredit bekam sie von der Hypo-Aktionärin
Landesholding KLH. 18 Mio. stammten vorübergehend aus der Bank selbst (die Hypo
schoss sich via Kredit an die MAPS also selbst Kapital zu), später wurde dieser
Kredit auf die Capital Bank der Grawe (Hypo-Aktionärin) umgeschuldet. Wieder
später erfolgte eine Umschuldung auf die Hypo-Österreich - wobei dieser Betrag
dann (richtigerweise) nicht ins Eigenkapital eingerechnet wurde.
Die Anteile der Mitarbeiterstiftung sanken im Juni 2007 von fünf auf 3, 64
Prozent. Allein für den Verkauf an Berlin & Co. (ein Prozentpunkt) soll die
Stiftung 22 Mio. Euro kassiert haben. Der Unternehmenswert, von dem man damals
ausging: 2, 2 Mrd. Euro. Im Lauf des zweiten Halbjahres 2007 hat die Stiftung
dann fast den ganzen Rest ihrer Anteile an die Bayern verkauft
(Unternehmensbewertung: 3,25 Mrd.) und laut Bericht 118 Mio. Euro erlöst - macht
summa summarum 140 Mio. Euro Erlös. Gesamtgewinn: 45 Mio.
Begünstigte?
Wer die Begünstigten waren und das Geld bekam? Laut Zeugen nicht nur
Bankmitarbeiter, "sondern auch besondere Personen, Berater und der Bank
nahestehende Personen, alle, die für die Bank etwas tun", sagte ein Zeuge aus.
Das spiegelt sich in der Stiftungsurkunde wider, wonach auch "Personen, die sich
außerordentliche Verdienste um die Hypo-Gruppe erworben haben" Begünstigte sind.
Der Verdacht des U-Ausschusses: Es seien "nicht nur Mitarbeiter" und deren
Angehörige in den Genuss von Ausschüttungen gekommen".
Stiftungsvorstandsmitglied Werner Müller wies missbräuchliche Ausschüttungen
zurück - Details des "Modells für die konzernweiten Ausschüttungen 2008" gab er
aber nicht preis.
Die Rechnung des Ausschusses: "45 Mio. Euro für 4500 Mitarbeiter macht 10.000
Euro pro Person, von Bulgarien über Bosnien und Serbien bis Österreich,
Liechtenstein und Italien." Das könne "der U-Ausschuss nicht nachvollziehen".
Ganz so kann die Geldverteilung auch nicht gelaufen sein. Eine Mitarbeiterin von
Ex-Bankchef Wolfgang Kulterer sagte als Zeugin vor dem Staatsanwalt, sie habe
13.000 Euro bekommen. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2012)