Kapuzinerbergtunnel

Öffentliche Mittel für Werbung gegen Salzburger Stadtpolitik

17. Jänner 2012, 18:04
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    foto: der standard/neumayr

    Der geplante Tunnel durch den Kapuzinerberg ist finanziell nicht realisierbar. Die Baufläche am Rehrlplatz will die ÖVP aber freihalten, und auch für Werbung findet sich Geld.

Streit um Kapuzinerbergtunnel: Salzburger Wirtschaftskammer verwendet öffentliche Mittel für Werbung gegen Politik der Stadt

Salzburg - Das Erstprojekt stammt aus dem 19. Jahrhundert, und auf absehbare Zeit ist auch kein Cent für die Realisierung in Sicht: Trotzdem ist der Straßentunnel durch den Kapuzinerberg, der den Süden mit dem Norden der Stadt Salzburg verbinden soll, seit Jahren eines der bestimmenden Themen im Streit um die Salzburger Verkehrspolitik.

Bis es Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) und Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) gereicht hat. Sie haben die für das südliche Tunnelportal reservierte Fläche für die Wohnverbauung freigegeben. Inzwischen liegt ein fast baureifes Projekt vor.

Was freilich die Tunnelbefürworter - allen voran ÖVP und Wirtschaftskammer - nicht daran hindert, weiter für das Loch im Berg Stimmung zu machen. Die WK etwa warb per Postwurf und mittels Plakatkampagne für den Autotunnel. Kostenpunkt laut WK-Direktor Johann Bachleitner rund 6300 Euro. Dies geht aus einer Anfragebeantwortung Bachleitners an die Grüne Wirtschaft hervor.

Kritik von Grünen

Bezahlt wurde die Kammerkampagne gegen die Verbauung des potenziellen Tunnelportals aber nicht etwa mit Kammergeld: Die WK habe die Kampagne mit Mitteln aus dem Fonds für eine Machbarkeitsstudie zum Tunnel durch und Busgarage im Kapuzinerberg bezahlt, schreibt Bachleitner in der Anfragebeantwortung sinngemäß. In Summe 300.000 Euro haben damals das Land und die Salzburger Parkgaragengesellschaft für die Studie zur Verfügung gestellt.

Da die Parkgaragengesellschaft mehrheitlich im Eigentum der Stadt stehe, sei also letztlich städtisches Geld verwendet worden, um für ein von der Stadtregierung mehrheitlich abgelehntes Projekt zu werben, erläutert der Sprecher der Grünen Wirtschaft, Josef Scheinast, im Standard-Gespräch die "groteske Vorgangsweise". Die ÖVP-Kammerspitze habe da "den Studienauftrag zu weit gefasst", kritisiert Scheinast. Er fordert die WK-Führung auf, endlich von der Verkehrspolitik "wie im letzten Jahrtausend" abzugehen.

Aber auch die ÖVP im Land macht Druck. Landesrat Sepp Eisl möchte die geplante Trasse für den Tunnel nun per Verordnung zum "Straßenplanungsgebiet" erklären. Somit wäre die geplante Verbauung des Rehrlplatzes neben dem Unfallkrankenhaus mit einer Wohnanlage für gehobene Ansprüche nicht möglich. Landeshauptmannstellvertreter Wilfried Haslauer trete für die Verordnung ein, "um Optionen und Chancen für die Zukunft nicht zu verbauen".

Stadt-Land Hearing

Unterstützung findet der Verordnungsplan neben der WK auch bei der AK. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) wird die Verordnung vorerst aber nicht unterschreiben und hat ein gemeinsames Hearing zwischen Stadt und Land vorgeschlagen. Das Gespräch soll noch im Jänner stattfinden.

"Mittlerweile will nur noch die ÖVP den Hochleistungstunnel. Alle anderen wollen die Diskussion versenken. Über 100 Jahre zu diskutieren ist sinnlos", betont Planungsstadtrat Padutsch. Zudem sei auf dem Platz seit Jahren ein Wohnbau geplant. Jetzt wo das Projekt praktisch baureif sei, sollen durch die Verordnung "sinnvoll ergänzende Baumaßnahmen verhindert" werden. (Thomas Neuhold, Stefanie Ruep, DER STANDARD; Printausgabe, 18.1.2012)

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22 Postings
Re?ersi
11
19.1.2012, 15:45
Der Titel ist für und gegen Leser beim und zum ersten Mal lesen mehr oder weniger unverständlich.

Böser
10
27.1.2012, 15:23

machst halt einen lesekurs

klouda
01
18.1.2012, 17:20
Scheinbar lieben die Standardleser die Staus

Tatsache ist, dass das Strassennetz in Sbg. über 100 Jahre gleich ist , mit dem Unterschied, dass es mehr Engstellen und Hindernisse gibt. Es ist genau das Kleindenken, das Salzburg Guggenheim Museum gekostet hat. Es gehören ganz einfach 1, 2 Milliarden Euro her. Damit U-Bahn und neues Strassennetz, grossteils unterirdisch, bauen. Jaa und für Hr. Padutsch Parkplätze mit top Infrastruktur am Stadtrand.

armin delmenhorst
 
01
Warum haben die keine Straßenbahn?

Wenn sie ein Loch durch den Berg machen, dann sollte es in erster Linie für ne Bim sein. Dass man den Platz nicht verbauen soll, finde ich in Ordnung, denn sonst verbaut man sich ja jede Lösung für die Zukunft.

Eigenartig, für die Banken gibt es Milliarden innerhalb ein paar Stunden, während das Bahnnetz mit Ausnahme der Westbahn verrottet. Und Landeshauptstädte wie Salzburg verfügen nicht einmal über ne Straßenbahn. Sorry, aber warum jagen diese Bürger SP/VP nicht zum Teufel?

großkariert
22
18.1.2012, 12:18

es entstehen parkplätze, sicher auch ein radweg durch den berg,

die 1-2 minuten um den berg stimmen einfach nicht, laut routenplaner der staus wohl nicht berücksichtigt 8 bis 11 minuten.

zur unnötigkeit, da andere nadelöhrs; zumindest kann man eine engstelle beseitigen, als nächstes sollte man die vogelweiderstr. ausbauen.

dann hat man eine weitere zubringer str von nord ins zentrum

Cato lebt!
13
18.1.2012, 12:46

das sind genau die ideen, die völlig ins leere führen:
vogelweiderstrasse - tunnel - alpenstrasse,
wenn die A1/A10 zugestaut ist, geht alles da durch. die folge ist ein ein wiederholter verkehrsinfarkt im stadtgebiet.
mautflüchtlinge werden sich auch die hände reiben, oder was denken sie, warum die wirtschaftskammer so dahinter ist?

ja, die idee vom tunnel ist 100 jahre alt, aber da gabs noch eine autobahn.
besser wäre, das geld in den ausbau der städtischen verkehrssrukturen zu investieren (auch strassen)

Humtata
13
18.1.2012, 10:03
Infrastrukturmöglichkeit? Schwachsinn!

eine einzige Lobbyismus-Geldvernichtungsmaschinerie gepaart mit ökologischem Wahnsinn ist das, sonst nichts.

Und welche Luxusimmobilien sind denn da bitte, das Unfallkrankenhaus? Ein Kindergarten? Ein Blumengeschäft? Schon mal überlegt, wer in den alten Häusern überhaupt wohnt??? Kleiner Tip: es sind KEINE Millionäre, keine Eigentümer, ganz normale Mieter.

großkariert
00
18.1.2012, 12:06

mir ist der name der straße jetzt nicht parat, aber das ist ein villen viertel. ein porsche-nachkomme hat sich gerade erst eine luxusimmo dort gekauft zu einer summe die wir in mehreren leben nicht verdienen werden.

gothardtunnel, ärmelkanaltunnel, u-bahn, öbb, ak, gewerkschaft, grüne,...

es gibt genug projekte die ökonomisch wenig sinn machen, trotzdem zu befürworten sind.

ob der tunnel jetzt gebaut werden soll oder nicht, ich bin eher (sic!) dafür. auf jeden fall sollte man die flächen dafür freihalten, grünflächen schaden nicht und sind sie erst einmal weg kommen sie vermutlich nie wieder, auch nicht für andere großprojekte, etwa freizeitanlage.

Humtata
01
18.1.2012, 14:01

Falsch, der Porsche-Nachkomme lebt seit Jahrzehnten in diesem Haus seines Vaters/Großvaters etc.

Ok, ein einziger Wohlhabender inmitten von normalen Familien, die weiß Gott nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurden. Die Häuser wirken von außen zwar "schön" , aber von einer Villa ist das weit entfernt; die Häuser sind alle miteinander alt und sanierungsbedüftig, was "dank" Denkmalschutz nicht geht; aus diesem Grund sind so gut wie alle "Villenhäuser" vermietet, und nein, nicht an eine einzige, sondern an mehrere Hausparteien.

Und die muss man gleich "mitstrafen", nur weil ein "Reicher" dort wohnt, ganz nebenbei in einem Eck, in dem er von dem ganzen Dreck des Tunnelbaus ohnehin nix mitbekommt?

herr inspekta
00
18.1.2012, 11:56

es sind luxuswohnungen (ca. 10000 € für dem m²) für betuchte bürger, meist reiche deutsche geplant. deswegen die eile

Humtata
00
18.1.2012, 14:03

wo sind die geplant, gegenüber des unfallkrankenhauses, neben der Tunnelausfahrt? Oder meinen sie die kleine GEschäftszeile, die sich der Besitzer des Hotel Stein (Alw...zan) gekauft hat, offenbar abreissen möchte etc.

wider Indifferenz
310
18.1.2012, 09:18
für alle, die nicht wissen was der kapuziner"berg" ist:

es ist eher ein grosser felsen, um den in ca. 2-5min je nach grün auf beiden seiten vorbeifahren kann, und das 21 stunden am tag, wenn eben kein berufsverkehr ist.
wenn es sich aber staut, und das tut es täglich, dann richtung stadtauswärts, zwischen all den einbahnen und ampeln, das heisst man steht im schönstentunnelallerzeiten auch.

wenn övp und wk gemeinsam ein völlig sinnfreies loch in einen grossen stein graben lassen wollen, das wir bezahlen sollen, dann braucht man eh nicht fragen, wem das nützen wird.
es gilt die unschuldsvermutung.

herr inspekta
00
19.1.2012, 11:57

wenns das in zwei-bis fünf minuten schaffen, sinds entweder vettel im red bull oder einer, der sich nicht auskennt in salzburg

Naphtali
01
18.1.2012, 11:55
Für alle, die nicht wissen ...

Ich will mich jetzt nicht in die Argumentation einmischen, sondern in die Charakterisierung des Kapuzinerberges.

Der Kapuzinerberg ist tatsächlich kein "großer Felsen", sondern ein kleiner, schöner, romantischer Berg mit der Möglichkeit zu sehr schönen kleinen Wanderungen und das mitten in der Stadt.

Der Kapuzinerberg war übrigens über mehrere Jahre hinweg die Wohnadresse Stefan Zweigs.

Kelbo
05
18.1.2012, 08:05

in dieser Stadt wird dauern Geld verschwendet ohne Ende. Da sollte lieber mal eine Bahn in die Stadt fahren oder das Radwegenetz verbessert werden!
Straßen durch Berge zu führen ist in einer Stadt wohl unnötig.

Peter G
02
18.1.2012, 09:16
eh richtig ....

Was beispielsweise die Stadtbahn betrifft, ist sich die Stadtregierung eh einig.

Wie man dem Artikel entnehmen kann, gibt's halt eine starke Wirtschafts- und Autolobby, die Druck für Strassenprojekte macht.

timetraveller
00
18.1.2012, 05:50
Kapuziner ... was ?

Wer kennt schon Kapuziner, der Tunnel sollte Mozarttunnel heissen.
Sehe schon Konversationen in Peking und Tokyo: Waren Sie auch im Mozarttunnel ? Super und nur Euro 150 zum Durchfahren, eine braune Kugel gibt's gratis.

Edmund der Fröhliche
82
17.1.2012, 23:25
Zur Info: die Studie wurde von der Arbeiterkammer und der Wirtschaftskammer getragen.

Und es ist beschämend, dass für ein paar Luxusimmobilien eine Infrastrukturmöglichkeit für immer vertan wird.

Cato lebt!
02
18.1.2012, 12:53

das von den beiden in den verfassungsrang gehievten vereinen propagierte loch im berg ist städtebaulich dysfunktional - luxusimmobilien hin oder her.

(was soll auch anderes dabei rauskommen wenn leute, die von der materie keine ahnung haben, sich in politikfeldern wichtig machen, für die die sie offensichtlich bar jeder qualifikation sind.)

Peter G
02
18.1.2012, 08:36
"ein paar Luxusimmobilien"

Ob Luxus- oder sonstige Immobilien ist wohl wirklich wurscht.

Die Frage ist, macht der Tunnel Sinn ?
Nicht mehr und nicht weniger.

FatFaceRicky
08
17.1.2012, 20:09

Die sollen lieber die Lokalbahn bis ins Zentrum verlängern anstatt über irgendwelche Strassen-Tunnels zu fantasieren. Aber ist eh beides nur theoretisch, die haben dafür in 50 Jahren noch kein Geld.

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