Hoteliers sehen sich ins Abseits gestellt

Günther Strobl, 17. Jänner 2012, 18:37
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    foto: kärnten werbung

    Von der Idylle, die heimische Tourismus-Werber gern vermitteln, ist derzeit nichts zu spüren. Die Hoteliers beklagen, dass sie in der Österreich Werbung ins Abseits gedrängt werden.

Weil immer mehr Gäste online buchen, steigt auch die Abhängigkeit von (teuren) Plattformen. Die soll reduziert werden

Österreichs Hotellerie befürchtet, bei Weichenstellungen im Tourismus nicht gehört zu werden.

***

Schladming - Das Krisengewitter, das sich nach der Ratingabstufung nun rund um den Schuldenberg Österreichs entlädt, wird auch die Tourismusbranche treffen. Darin war sich der Großteil der gut 600 Teilnehmer am Kongress der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) in Schladming einig. Nun gibt es zusätzlich die Befürchtung, bei wichtigen Entscheidungen für die Branche nicht mehr gehört zu werden.

"Der Marketingbeirat der Österreich Werbung (ÖW) ist abgeschafft worden. Erst im November will man uns informieren, wie es weitergeht im Tourismus", sagte ÖHV-Präsident Sepp Schellhorn.

Mit Kopräsident Peter Peer forderte Schellhorn am Dienstag einen intensiveren Informationsaustausch. Dafür sei man auch bereit zu zahlen. Selbst eine Beteiligung der ÖHV an der ÖW käme infrage. "Wir sind für alles offen", sagte Schellhorn dem Standard.

Die ÖW, die über ein Marketingbudget von rund 43 Mio. Euro verfügt, gehört derzeit zu 75 Prozent der Wirtschaftskammer; 25 Prozent hält der Bund. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müsse mehr statt weniger geworben werden, sagt die ÖHV. Schellhorn: "Wir sind Praktiker, wir haben die Zimmer und wissen, worauf es ankommt."

Ungerechtfertigte Kritik?

ÖW-Chefin Petra Stolba hält die Kritik der ÖHV für "ungerechtfertigt". Auf die Expertise der Hoteliervereinigung werde nicht verzichtet. Wahr sei vielmehr, dass sich der nach dem Rückzug der Bundesländer aus der ÖW 2001 installierte Marketingbeirat überlebt habe.

An seine Stelle tritt ein neues Gebilde, die Allianz Tourismus Marketing. Sie besteht aus der sogenannten "Allianz der Zehn" (neun Landestourismusorganisationen plus ÖW) und sechs Arbeitsgruppen. Zu diesen sollen fallweise Experten beigezogen werden - bei spezifischen Fragen auch Vertreter der ÖHV. Von der Neustrukturierung verspricht sich Stolba Effizienzgewinne.

Weil Ende 2012 bereits jede dritte Hotelbuchung online erfolgen werde, fürchten Hoteliers auch eine zunehmende Abhängigkeit von Plattformen wie Booking, HRS und Co., verbunden mit hohen Provisionsabflüssen ins Ausland. Eine nationale Buchungsplattform sei ein Gebot der Stunde, meint die ÖHV.

"Geht nicht", sagt Stolba. Die ÖW scheide als Trägerin aufgrund des Beihilfenrechts aus. Außerdem kämen Entwicklung und laufender Betrieb einer mit niedrigen Provisionen arbeitenden Plattform viel zu teuer.

In der Schweiz versucht die ÖHV-Schwesterorganisation Hotelsuisse gerade, die Akzeptanz für Myswitzerland.com zu heben. (Günther Strobl, DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2012)

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21 Postings
Club-der-dichten-Toten
02
23.1.2012, 15:46

Solange bei Direktbuchungen in den Hotels höhere Preise zu zahlen sind, als über Buchungsplattformen, wird sich an diesem Problem nicht's ändern.

Gerd Weingrill
00
19.1.2012, 19:23
Ein Neues Portal ??? Warum?

Zunächst muss man feststellen:,Die oehv repraesentiert ja nur einen kleinen Teil der österreichischen Hotels .
UND Es gibt Möglichkeiten die auch der ÖHV sehr gut bekannt sind, mehr Buchungen direkt auf der eigenen Homepage zu erhalten als man bei booking bekommt und Abhängigkeiten zu reduzieren ... mit einer guten Strategie, einer userfreundlichen Buchungstechnologie und gleichen Preis sowie ein bissl google budget geht das ... Hilton& Co machen es vor...70% geht dort direkt und mehr ...

Unverständlich ist für mich dass man sich über Umsatz beschwert - von Vermittlerportalen , die keinen cent fixbetrag verlangen , und wo man selber preise eingibt ??? UND nochdazu haben viele hotels auch selbst keine Direkt Verkaufsstrategie haben , um gebucht z

Gauner
00
19.1.2012, 11:58

Leider schaffe es noch keine österreichische Plattform (Nethotels.at z.b.) Booking den Rang abzulaufen. Ich kenne einige Hotels, die von Booking.com leben und zwischen 13 u. 25% Komission (je nachdem wo man auf der Seite angezeigt werden will) pro reservierung zahlen.

Illegoquifuerim
00
18.1.2012, 09:59
National im Worldwide Web? Schrebergarten online?

Den Gästen sowieso und mir als Hotelier (echt jetzt) auch ist es herzlich wurscht, wohin die Provisionen fließen, solange man dafür gutes Service bzw. viele Gäste bekommt. Inländische Wertschöpfung wäre natürlich budgettechnisch nett, aber booking.com hat m. M. längst die kritische Größe à la Google erreicht, wo man als Neueinsteiger auf dem Markt kaum in die Gänge kommen wird.
Marktanteile über niedrigere Zimmerpreise erringen zu können, ist ein Irrglaube – alle Plattformen sind natürlich clever genug, eine rate parity zu verlangen, also kann man auch einer österreichischen Plattform keine Sonderkonditionen einräumen, ohne anderwo rauszufliegen.
Und das kann ich mir bei ca. 30% Booking-Buchungen nicht leisten …

Gauner
00
19.1.2012, 12:06

Booking hat einfach schon zuviel anteil am onlinemarkt. es ist den hotelliers lieber zeitweise 20% an booking zu zahlen als 25% an irgendein reisebüro, dass das geld erst nach 2 monaten an das hotel überweist.

trebork
14
17.1.2012, 21:09
Der Wunsch der Hoteliers

nach einer nationalen Buchungsplattform mit niedrigeren Gebühren ist zwar verständlich, jede Investition in diese Richtung ist aber mit Sicherheit eine FEHLINVESTITION. Warum? als Konsument will ich mich nicht mit national unterschiedlichen Buchungsplattformen herumschlagen (die womöglich nur in der Landessprache verfügbar sind). Egal ob ich in die USA, nach Spanien oder eben auch nach Ö fahre, ich verwende booking.com. Die einzige Chance für eine nationale Plattform wären niedrigere Konsumentenpreise, aber das wird den Hoteliers vermutlich auch nicht recht sein. Ansonsten können die Hoteliers nur auf möglichst große Konkurrenz unter den Plattformanbietern hoffen.

e p4
00
18.1.2012, 10:03
wer konventionell bucht ist selebr schuld

vor allem wenn man vergleicht was die in den hotelzimmern angeschriebene normalpreise sind mit dem was man über eine plattform erhält , und das bei absolut gleichen konditionen !!!!

Gary Grantscherbn
01
24.1.2012, 08:37

jö, da gibt's einen, der den Zimmeraushang ernst nimmt. Einen roten Teppich für Sie, hereinspaziert, guten Tag...! :-)

dieDritteGeneration
00
25.1.2012, 20:14

Echt, die sind gar nicht ernst zu nehmen? Gut, ich übernachte fast nie in Hotels, weils einfach extrem teuer ist, aber ich dachte wirklich, die Preise im Zimmeraushang seien die üblichen, normalen Preise.

Gauner
10
19.1.2012, 12:03

die preise die in den betrieben in Ö aushängen, sind die gesetzlichen höchstpreise. btw. direkt beim hotel buchen bringt meistens einen vorteil, da manche die komission auf den tagespreis aufschlagen.

Volleystop
00
27.1.2012, 06:14
Gesetzliche Höchstpreise?

BRUHAHAHAHAAA.....

Die Preise im Aushang sind die sogenannten "rack rates" und dienen als Basis für Kalkulationen. Sehr wenige Gäste zahlen diese Preise tatsächlich - höchstens mal sogenannte "walk ins" in der Hauptsaison.

Nexialist
41
18.1.2012, 08:50
ich kann es mir schon vorstellen

zB eine Plattform errichten, die verpflichtend für jeden zu verwenden ist.
Dann könnte jeder Konsument nach wie vor auf der Plattform seiner Wahl buchen und diese wiederum muß für Reservierungen die zentrale Plattform in Ö verwenden.
Damit wäre gewährleistet, daß zumindest ein Teil der Provisionen im Land bliebe.
Es muß sich dann halt jeder Kunde entscheiden ober billiger, direkt buchen möchte oder ob der trotzdem den komfortablen, aber teureren Weg über Booking.com benutzen möchte.

Gary Grantscherbn
01
24.1.2012, 08:37

ganz lieb...

Club-der-dichten-Toten
00
23.1.2012, 15:45

Das heisst, jedes Hotel in Österreich müsste alle seine Bettenkoningente an diese "Plattform" abtreten.

Na da bin ich aber gespannt, ob die Hotels das so gut finden...

trebork
02
18.1.2012, 09:53
Wenn Sie die Verwendung der

Plattform verpflichtend machen, können Sie auch gleich vorschreiben in welchem Hotel ich zu übernachten habe. Ist nicht ganz abwegig, das nennt man zentrale Planwirtschaft, ist aber vermutlich nicht ganz das, wonach sich Hoteliers und Kunden sehnen.

Pogled
00
18.1.2012, 04:11

Das ist im Hotelbereich eine Schnapsidee, eventuell gibt es noch Lücken im unteren Segment, aber da ist erst recht nichts zu holen.

der_teufel_fährt_lada
05
17.1.2012, 20:00

//An seine Stelle tritt ein neues Gebilde, die Allianz Tourismus Marketing. Sie besteht aus der sogenannten "Allianz der Zehn" (neun Landestourismusorganisationen plus ÖW) und sechs Arbeitsgruppen.//

genau das liebe ich so an diesem land ;-)

Gary Grantscherbn
00
24.1.2012, 08:38

wer nicht mehr weiter weiß, gründet einen...

Rudolfo Karellowitsch
00
17.1.2012, 19:01
die Hoteliers haben die Zimmer und die

Buchungsportale haben die Gäste. Da hätte man vorher kein Portal z.B. über die WK etablieren können? Dumm gerlaufen wenn man die Zeichen der Zeit verschlafen hat?

Ruben Weil
00
17.1.2012, 18:21
Bis sich die Tourismusvertreter geeinigt

haben ist der Vorsprung der Buchungsportale nicht mehr einzuholen! Aber man könnte das Geld bei den vielen vielen Funktionären der unzähligen kleinen Ortsverbände gut einsparen!

Gary Grantscherbn
00
24.1.2012, 08:39

er ist es längst nicht mehr. Booking.com ist am Weg zum globalen Monopolisten. Und agiert auch so.

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