Zugbewirtschaftung

Do & Co soll in ÖBB-Speisewägen auftischen

17. Jänner 2012, 17:49

Airline-Caterer Favorit für Zugbewirtschaftung ab April - Stückgutverkauf geplatzt

Wien - Die Präsentationen und Hearings der Bewerber sind abgeschlossen, nur die offizielle Verkündigung der Entscheidung steht noch aus. Die Wahl des neuen ÖBB-Caterers fiel laut gut unterrichteten ÖBB-Kreisen auf den Favoriten der ÖBB-Führung: Künftig kocht Do & Co für die ÖBB.

Der Airline-Caterer und Demel-Betreiber soll die ÖBB-Fahrgäste ab 1. April nicht nur im Railjet bekochen, sondern in allen Schnellzügen mit Getränken und Snacks versorgen. Der Vertrag gilt, wie berichtet, bis Ende 2015 mit Option auf Verlängerung. Do & Co hat sich damit gegen Konkurrenten wie die Wagon-Lits-Tochter New-Rest, die zur Lufthansa gehörende LSG SkyChefs und den aktuellen ÖBB-Zugbewirtschafter E-Express durchgesetzt. Airest mit TV-Köchin Sarah Wiener an Bord war bereits ausgeschieden.

Die ÖBB bestätigte die Wahl nicht. Wohl seien die Präsentationen abgeschlossen, die Entscheidung sei aber ebenso wenig gefällt wie der Zuschlag für die Zugbewirtschaftung erteilt, betonte eine Sprecherin auf Standard-Anfrage.

Ob die Kulinarik im Zug besser und billiger wird für die ÖBB, wie als Ziel der Ausschreibung postuliert worden war, bleibt abzuwarten. Billiger für die Konsumenten sollten zumindest Kaffee, Mineralwasser und Bier werden, denn diesbezüglich gab es in der Ausschreibung Vorgaben. Nicht sinken dürfte die Zuzahlung der ÖBB zum Bordservice. Im Gegenteil. Das sogenannte Dienstleistungsentgelt, das die Staatsbahn für unrentable Services zuzahlt, dürfte mit der Auslieferung der letzten Railjet-Tranche sogar steigen, laut Standard-Recherchen von 16 auf 23 Millionen Euro, davon mindestens 3,5 Mio. für Railjet-Services. Die werden, wie berichtet, mit jenem in "gemeinen" ÖBB-Schnellzügen "harmonisiert". Heißt auf gut Deutsch: Ab April wird dem aufwändigen Premium-Service mit häppchenweise serviertem Gratisessen ein Downgrade auf die übrige erste Klasse verpasst.

Ladenhüter Stückgut

So weit wie beim Speisewagenservice im ÖBB-Personenverkehr ist die Bundesbahn bei der Sanierung des defizitären Stückgutbereichs im ÖBB-Güterverkehr noch nicht. Der angestrebte Verkauf des Geschäfts mit Lagerung und Zustellung von Weiß- und anderen (Versand-)Waren an die niederländische Raben-Group ist geplatzt. Die notwendigen Investitionen in die ÖBB-Logistikcenter seien nicht zu verdienen. Ob sich nun die ursprünglich geplante Ausgliederung samt Hereinnahme eines internationalen Partners noch realisieren lässt, ist offen. (ung, DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2012)

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Posting 1 bis 25 von 94
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orangeblue
00
23.1.2012, 13:50
Service (fast) nicht vorhanden

Unsere Erfahrungen beim Wochenendtrip von Wien nach Budapest im Railjet Premium und 1. Klasse. Platzangebot = ok, Service bis Bruck/Leitha ebenfalls ok (obwohl keine Zeitschriften oder Tageszeitungen vorhanden), ab Grenze ist dann kein Service mehr vorhanden, Sitze wären auch in Ordnung, wenn nicht bei 2 von 3 die Verstellmechanik defekt wäre. Bei der Rückfahrt in 1. Klasse - ebenfalls mieses Service, ab Grenze wieder besser.
Zusammenfassend kann man sagen, daß unsere Railjet-Erfahrung eher entäuschend war und den Aufpreis gegenüber der 2. Klasse nicht rechtfertigt.

revisor69
 
00
20.1.2012, 09:23
Die beste Speisewagenqualität ...

erbringen tagtäglich die Betreiber der ausländischen Verwaltungen. Gemeint sind die Länder nördlich (ohne DB), östlich und südliche von uns.

R. Lexer
00
23.1.2012, 07:48

Da sind allerdings die Lohnkosten entsprechend.

Ingrid Goeschl
11
18.1.2012, 16:42
Mir würde durchaus genügen, wenn die

Sitze - und insbesondere die Betten - komfortabel, Abteile und Toiletten sauber und die Züge pünktlich, rasch und nicht überfüllt wären.

Da dies alles nicht der Fall ist zerbreche ich mir über Essen im Zug gar nicht den Kopf, sondern fahre seit meiner letzten katastrophalen Venedigreise ohnedies nicht mehr mit den ÖBB!

Die Vorstellung, dass man von Do & Co servieren lässt, während die Klos vor sich hinstinken und die Menschen am Fußboden sitzen, hat allerdings etwas!

die petze
02
18.1.2012, 12:48
kriegt man dann im speisewagen auch

die beruehmte flugzeugpasta mit extra viel butter, extra viel salz und extra viel obers? **kotz** gott sei dank hat eine dogudan freundin von der aua in den oebb vorsand gewechselt

Unsympath
01
18.1.2012, 12:01

bis auf die partiserie, kann ich nur vom do&co fraß abraten...
sincerely ein insider

Linker Emanzerich
00
26.1.2012, 10:36
partiserie?

Man lernt nie aus ;-)

aflen
32
18.1.2012, 11:45
Ich verstehe die ganze Aufregung um Do&Co nicht

Erstens hab' ich schon schlechter als bei/von Do&Co gegessen und zweitens kommt am Tisch was der jeweilige Vertragspartner bestellt. Das Buffet im VIP Bereich eines Sport-Events sieht anders aus als das (übrigens sehr gute) Essen in den Flugzeugen der Turkish Airlines. Beides kommt von Do&Co. Also abwarten, besser als jetzt wird's sicher!

Bahnhof Halbenrain
 
05
18.1.2012, 11:25
ÖBB ojeh Geraunze

Es ist halt schon so Sitte, dass man in Österreich gerne über die ÖBB schimpft, obgleich die zweifelsohne guten Tugenden sehr gerne übersehen werden. Auch die SBB in der Schweiz ist nicht immer pünktlich, ist nicht immer sauber und hat mit Schulden zu kämpfen, aber dort raunzt niemand herum und macht sich Gedanken darüber, wer nun die Speisewägen be.- oder verwirtschaftet. Ich pendle nun seit 15 Jahren 40 Kilometer hin und her, aber an die letzte grobe Verspätung kann ich mich nicht einmal mehr erinnern.
Auch ich würde der Österreichischen Bahn ein gutes Zeugnis ausstellen!

mikeyman
00
die SBB ist in der tat immer sauber und püntklich.

armin delmenhorst
 
01
18.1.2012, 11:23
Im Prinzip ist alles

was das Bahnfahren attraktiver macht zu begrüßen. Und der Kundin bzw. dem Kunden steht es ja frei, dieser Konsumation zu wählen.

Egal welcher Anbieter von der ÖBB gewählt wird, sie sollte sicherstellen, dass das menschenverachtende Trolley-Unwesen abgestellt wird. Es ist zum einen für diese MA demütigend, zum anderen wird der Fahrgast in den scheußlichen Großraumwaggons dauernd gestört, wenn er den „Gangplatz“ hat.

Was den Jubeltürken anbelangt: Natürlich muss auch sichergestellt werden, dass seine Leute angemeldet und auch ordentlich bezahlt werden. Wäre nicht das erste Mal, dass für teuere Speisen Billigsklaven schuften müssen und der Halter sich dämlich verdient und mit den korrupten Politikergesocks champanisiert. Transparenz!

eamonclever
03
18.1.2012, 11:18

ich fahre nicht rergelmäßig aber häufig mit der bahn, auch geschäftlich in österreich. Ich erwarte mir kein beef tartar mit wachtelei, sondern einen simplen roastbeefsandwich mit senf und ei, einen guten mokka und ein kühles mineral, hier und da ein bierchen dazu. Wenn nicht vielleicht ein salami-baguette. Was ist daran so schwer? Dazu muss ich auslagern und do&co hineinlassen um kalte krabbenschwänze und irgendwelche sülchen an blattsalat schnabulieren zu können. Ist ja ein schlechtgemeinter witz.

Mac McMack
00
18.1.2012, 11:12
also ich habe mich diesbezüglich einmal etwas schlau gemacht

do&co scheint von allen anbietern der einzige zu sein der keine (!) erfahrung mit catering auf zügen hat. das geht sicherlich nur wenn man favorit der öbb ins rennen geht. bleibt nur zu hoffen dass diese ausschreibung (in der es ja um steuergelder geht) jemand kritisch hinterfragt.

Business99
00
18.1.2012, 22:59
wenig Erfahrung passt zur ÖBB

Der ÖBB Chef rühmt sich damit die Führungskräfte massiv zu reduzieren - damit geht know how unwiederbringlich verloren - deshalb ist weniger Wissen eines Caterers sicher gut, sonst kennt er den Betrieb besser als seine Auftraggeber

Dunkelbunter Kristof
00
18.1.2012, 11:26

ein Großteil des ÖBB-Managements hat auch keine Erfahrung mit Zügen!

Business99
22
18.1.2012, 10:58
Die ÖBB hats ja

Super Idee, jetzt mit dem teuersten Caterer aufzufahren - Do&Co braucht der Mensch ja unbedingt, wenn er ein Weckerl will. Sind ja nicht alle auf noble Cuisine gepolt wie der Vorstandsvorsitzende der ÖBB. Aber was er will, das muss wohl sein - auch beim Essen (die Hoffnung steigt, ihn dann auch mal im Zug zu sehen).
Echt krass aber die Kostensteigerung. Gut dass die ÖBB hunderte Millionen vom Staat bekommt, dann fällt es leichter Do&Co zu subventionieren, wenn ihm die AUA schrittweise dank AUA Einsparung ab Handen kommt. Sollte übrigens auch bei den ÖBB das maß der Dinge sein. Wer sich Do&Co leistet, der darf keine Zuschüsse mehr erhalten.

rubinek
00
18.1.2012, 10:57

Wann ist eigentlich wieder DoCo Generalversammlung und ist die wieder in Wien oder Bratislava ?

Léonor de Guzman
00
18.1.2012, 10:39
wieso

bringt man eigentlich nicht den ströck dazu, die zug-kantinen zu bewirtschaften - ich denke das ist ein guter mittelweg. alles was da drüber ist, ist reinster firlefanz für eine elitäre minderheit.

jot.zet
00
18.1.2012, 10:53
absolut richtig

... habe mich wirklich gefreut, als ich bei meiner westbahn-testfahrt ströck imbisse zur auswahl hatte!

buena1vista1
01
18.1.2012, 10:23
Bitte nicht ...

letztens hatte ich im Flieger einen DO & CO Gugelhupf, der war so hart und so trocken und so geschmacklos, dass man sich nur wundern konnte.

hungrybear
11
18.1.2012, 10:16
die OEBB soll dafür sorgen ...

... dass die zuege pünktlich sind und das personal keinen frust an den passagieren auslaesst - nicht "seitenblicke themen" wiederkauen ;-)

herbert backtrack
01
18.1.2012, 10:13

Das ist mit das DÜMMSTE, was ich je vernommen hab. Die ÖBB ist kein Transportunternehmen der Eliten und sollte sich folglich auch beim Verpflegungsangebot danach ausrichten!

Das Verpflegungskonzept ist als ganzes total verkehrt. Vollkommen unwirtschaftlich und nicht am Kunden orientiert.

01052004
03
18.1.2012, 09:27

da werden sich die bahnhofssupermärkte aber wirklich freuen: um lichtjahre besser und billiger als die völlig überteuerte gummipampe von do&co...oder für weitere strecken seinen gut gefüllten henkelmann mitnehmen...

oder zur konkurrenz ausweichen ...

Der Große von Gegenüber
01
18.1.2012, 09:53

so isses. Ein paar Wurstsemmerln mit Gurkerl und dazu einige Dosen des Lieblingsbieres und der überteuerte Bahnfraß kann an mir vorüberziehen ...

Ingrid Goeschl
16
18.1.2012, 09:26
Super -

noch ein weiteres öffentliches Schnäppchen für den arbeitnehmerfeindlichen Do & Co!

Wen wundern da noch die roten Zahlen der ÖBB?

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