Rohbau verschwindet hinter dem "Baunetz" des Künstlers Karl-Heinz Ströhle
Bregenz - Knapp eineinhalb Jahre vor der Eröffnung des neuen Vorarlberger Landesmuseums wird der Rohbau ab 19. Jänner komplett hinter dem "Baunetz" des Künstlers Karl-Heinz Ströhle verschwinden. Das Streifennetz soll sich einem Theatervorhang gleich zur Fertigstellung im Sommer 2013 öffnen.
Während am Bregenzer Kornmarkt unter der Regie des Architektenduos Cukrowicz/Nachbaur mit Hochdruck am Gebäude gearbeitet wird, feilt im Ausweichquartier Andreas Rudigier am Detailkonzept. Rudigier, zuvor Leiter der Montafoner Museen, hatte im Vorjahr nach dem überraschenden Abgang Tobias Natters auch eine inhaltliche Baustelle übernommen. Mit dem Historiker Markus Barnay holte Rudigier nun einen der heftigsten Kritiker Natters an Bord. Barnay, profunder und kritischer Kenner der Vorarlberger Geschichte, wird die Konzeption der kulturgeschichtlichen Dauerausstellung übernehmen. Historische Fragestellungen "interessant und allgemeinverständlich aufzubereiten", nennt Rudigier als eine der wesentlichen Voraussetzungen für den künftigen Erfolg des Vorarlberg-Museum.
Mit zwei Millionen Euro Jahresbudget und 14 Beschäftigten ist das Museum knapp ausgestattet. Rudigier hofft für die Umsetzung seines Konzepts auf vier weitere Posten. Die Personalknappheit will er mit Beraterverträgen für Experten unterschiedlicher Disziplinen ausgleichen. (jub, DER STANDARD - Printausgabe, 18. Jänner 2012)