Wiener Sängerknaben

Ein Schiff wird kommen

Thomas Trenkler , 17. Jänner 2012 17:09
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    Foto: rupert steiner

    Das Konzertgebäude der Wiener Sängerknaben: als Modell ...

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    Foto: apa/herbert pfarrhofer

    ... und im Rohbau. Das Pförtnerhäuschen wurde erhalten.

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    Foto: wiener sängerknaben

    Leitet den Konzertsaal: Elke Hesse.

Der Rohbau für das Konzertgebäude am Augartenspitz ist fertig, die Eröffnung findet im Dezember statt

Wien - Die Aufregung war groß im Jahr 2006, als die Leitung der Wiener Sängerknaben bekanntgab, gleich neben dem Palais im Augarten, an der Ecke Castellezgasse und Obere Augartenstraße, um zwölf Millionen Euro ein Konzertgebäude errichten zu wollen. Die Argumente, dass der Bau ohne Steuergelder, mithilfe des Generalsponsors Pok - Pühringer Privatstiftung realisiert werde und die Zustimmung des Denkmalamtes bereits vorliege, halfen nichts: Es entbrannte ein Kampf um den sogenannten Augartenspitz.

Noch immer werden donnerstags Mahnwachen gehalten, aber der Sturm der Entrüstung hat sich längst gelegt. Denn es kam zu Umplanungen und Redimensionierungen: Das barocke Pförtnerhäuschen blieb erhalten, das beauftragte Team Archipel integrierte es geschickt in die neue Architektur. Zudem stellten sich etliche Behauptungen der Gegner als unrichtig heraus.

Der Park wurde keineswegs verkleinert (der Augartenspitz war schon Gewerbegebiet), die Allee bleibt fast zur Gänze erhalten, lediglich vier, ohnedies erkrankte Bäume mussten gefällt werden. Und das tief in die Erde gedrückte Gebäude, das mit einer Grundfläche von 1265 Quadratmetern an ein Schiff erinnert, ragt bloß fünf Meter in die Luft: Im Vergleich zur übertrieben groß dimensionierten Anlegestelle am Donaukanal fügt es sich ziemlich elegant in die Umgebung und Sichtachsen ein.

Elke Hesse, Geschäftsführerin der Wiener Sängerknaben Konzertsaal ErrichtungsgmbH, führte den Standard durch den nahezu fertigen Rohbau: überall Glasflächen und schräge Wände, kaum wo ein rechter Winkel. Neben dem Pförtnerhäuschen, in dem Kassa und Café untergebracht werden, soll ein Patio, ein Vorgarten und Pausenbereich, entstehen.

Der Saal, variabel bestuhlbar, wird bis zu 415 Zuschauer fassen, die Bühne, zwölf Meter breit und neun Meter tief, ist wohl größer als jene des Theaters in der Josefstadt. Der Orchestergraben für bis zu 24 Musiker lässt sich anheben (und daher zum Verschwinden bringen), es gibt zwar keinen Schnürboden, aber eine Seitenbühne und andere technische Einrichtungen, um auch aufwändige szenische Produktionen realisieren zu können.

Elke Hesse, langjährige Assistentin des verstorbenen Theaterdirektors Hans Gratzer und von 2005 bis 2009 Intendantin der Bad Hersfelder Festspiele, ist aber nicht nur für die Errichtung, sondern auch für die Bespielung zuständig. Zur Eröffnung im Dezember plant sie ein kleines Festival. Ab 2013 sind pro Saison zwei bis drei Kinderopern mit insgesamt 50 Vorstellungen und rund 20 Konzerte der Sängerknaben-Chöre vorgesehen. Die übrige Zeit soll die Bühne vermietet werden: Hesse ist derzeit auf der Suche nach Koproduktionspartnern.

Und auch nach einem geeigneten Namen. Weil das langgezogene Projekt ob der vielen schrägen Flächen an einen Kristall erinnert, sprach man vom "Konzertkristall". Hesse findet den Begriff in einem Bezirk wie der Leopoldstadt, in dem die Nationalsozialisten in der "Kristallnacht" 1938 viele jüdische Einrichtungen in Brand steckten, als nicht passend. Gegenwärtig bevorzugt man den Namen Vox Augarten. Unter diesem Titel stellte Elke Hesse eine Ausstellung zusammen, die am Montag im Kassensaal der Bawag/PSK (Georg-Coch-Platz 2) eröffnet wurde: Sie gibt als "Momentaufnahme" einen Einblick in das heißdiskutierte Projekt.  (Thomas Trenkler, DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2012)

Bis 24. Februar

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 26
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Karl Rescheneder
 
23.01.2012 07:48
Probleme im Augarten

Wien, am 21.1.2012 - Die Beschreibung des Augarten in der Theorie: --Der Augarten ist der älteste Barockgarten Wiens und gehört zu den bedeutendsten Grünanlagen Österreichs, in der schon Größen wie Mozart, Beethoven, Schubert, Strauß, Lanner ihre Künste zum Besten gegeben haben. Wunderbare Bauten wie das Schloss Augarten, das Augartenpalais und das Joseph-Stöckl, die heute unter anderem Sitz der Wiener Sängerknaben sind, beglücken das Auge des Besuchers. Das Augarten Contemporary mit Skulpturengarten beheimatet heutzutage zeitgenössische Kunst der Österreichischen Galerie Belvedere.
Die Beschreibung des Parks in der Praxis: -- Der Zustand des Parks ist heute alles andere als ein Barockgarten. Dieser Name gilt nicht mehr, nachdem viele Inst

Skorpion
22.01.2012 17:01
Kulturschande in Wien: Augarten, Steinhof .....

Die Sängerknaben konzertieren auf der ganzen Welt, monatelange Konzerttourneen führen sie in die USA, Japan, … aber in Wien mit seinen vielen und hervorragend ausgestatteten Konzertsälen müssen „die Kinder“ in Sichtweite ihrer Betten singen – sie werden doch nur als Feigenblatt für die Vermarktung dieses Saales und die Vernichtung des Barockensembles benützt!

http://www.aktion21.at/themen/in... =89&id=925

Die nächsten Anschläge auf denkmalgeschützte Wiener Baujuwele sind bereits in Bau bzw. „auf Schiene“,

http://www.steinhof-erhalten.at/bauvorhab... vamed.html

http://www.steinhof-erhalten.at/aehnliche... jekte.html

http://www.aktion21.at/themen/in... l?menu=183

Eine Schande, dieser Frevel darf nicht schöngeredet werden!

public eye
18.01.2012 23:17
Egal ob "Titanic" oder "Costa Concordia"

gesetzwidrig ließ sich der Landeshauptmann, als einzige Amtspartei im Interesse der Öffentlichkeit, nicht den Denkmalschutz-Veränderungs-Bewilligungs-Bescheid zustellen. Ursprünglich ging´s um Proberäume, die´s in der Nähe gegeben hätte. Das Schiff landete (ohne Ausschreibung) in einem Archipel... Es ist ein "Schwarzbau", da mag die neue Kulturmanagerin noch so "tüchtig" sein ...

baumfreund1
18.01.2012 18:48
"lediglich vier ohnehin kranke Bäume wurden gefällt"

so ein Schmäh! es ist erschütternd, wie man hier den Baulöwen in die Hände gespielt hat - aber das ist ohnehin überall so. meist sind es Tiefgaragen, denen ein alter schöner Baumbestand im Weg ist.

ein entsprechendes Baumgutachten über die schwere Erkrankung der Bäume ist ja bei uns kein Problem (und erspart dann noch dazu den Bauwerbern die Durchführung entsprechender Ersatzpflanzungen, so läufts in Wien!)

geradezu rührend lieb und klein schaut der Bau auf dem (manipulierten??) blauen Foto aus, entspricht nicht ganz der Realität, es kann sich das ja jeder anschauen.

"und die übrige Zeit wird die location vermietet werden" es wird interessant, an wen. damit es sich rechnet vielleicht an den Hansi Hinterseer?

Zukunftsoptimist1
18.01.2012 21:16
Die Diagnose der Baumkrankheit

liegt in den Händen von der Stadt Wien engagierter bewährter Fachleute wie Ing. Fletzer oder Ing. Steinbauer, die sich mit ihren Gutachten zur Platane auf dem Luegerplatz gewaltig blamiert hatten und sowohl von Prof. Florineth (Boku) als auch von den Fakten (Wurzelgrabungen) klar widerlegt worden sind. Ihre Reaktion war beileibe nicht Einsicht, wie man sich erwarten hätte können, sondern Schweigen und Gekränktsein. Nur komisch, dass ausgerechnet immer jene Bäume "krank" sind, die Bauwütigen im Weg stehen.

baumfreund1
19.01.2012 15:07
wie recht Sie doch haben, Dr.H.!

Beispiele gäbe es da noch viele andere...

Zukunftsoptimist1
18.01.2012 15:47
Fortsetzung

"Und das tief in die Erde gedrückte Gebäude, das mit einer Grundfläche von 1265 Quadratmetern an ein Schiff erinnert, ragt bloß fünf Meter in die Luft: Im Vergleich zur übertrieben groß dimensionierten Anlegestelle am Donaukanal..." -
Finster wars, der Mond schien helle...Als ginge es dabei bloß um ein paar Meter mehr oder weniger, wo es in Wahrheit um den mehr als anrüchigen, durch hohe Politik anbefohlenen Rechtsbruch durch Behörden geht. Ein Beispiel für die Aushöhlung des Rechtsstaats, das sich würdig an die Vorwürfe reiht, die von der Staatsanwaltschaft zur Zeit untersucht werden, aber nicht gegen die - noch - sakrosankten Politiker(innen).
Und zu allem Überfluss der Vergleich mit dem weit entfernten Donaukanal. Standard=Schönreden.

Zukunftsoptimist1
18.01.2012 15:40
Elke Hesse, Geschäftsführerin der Wiener Sängerknaben Konzertsaal ErrichtungsgmbH, führte den Standard durch den nahezu fertigen Rohbau

an der Nase herum. Darum heißt es dort: ... stellten sich etliche Behauptungen der Gegner als unrichtig heraus. "Der Park wurde keineswegs verkleinert (der Augartenspitz war schon Gewerbegebiet)" - das man "zukunstweisend" in die ummauerte Fläche einbezogen hat und die (au! welches Pech!) dank der Bürgerproteste nicht schon abgerissen wurde,
die Allee bleibt fast zur Gänze erhalten, lediglich vier, ohnedies - in solchen Fällen ausnahmslos, s. Stadion, Bacherpark - erkrankte Bäume mussten gefällt werden. (Forts. folgt)

cannery row
18.01.2012 14:54
ich bin fassungslos..

über solch einen propagandaartikel seitens einer zeitung, die qualität auf ihre fahnen zu schreiben pflegt.
von der krone würd es mich nicht überraschen, aber das schlägt dem fass den boden aus. was soll das bitte?

im übrigen sind sämtliche der genannten "fakten" falsch, ich will sie jetzt nicht alle aufzählen. das ist wirklich eine schweinerei.

flohimpelz
18.01.2012 17:12
s´Göd regiert die Wöd!

desperate unmutbürgerin
18.01.2012 12:28
ERRATUM 3. teil

7. hesse findet den begriff „kristallnacht“ nicht passend. aha. allerdings erst, nachdem schon seit jahren gegen diese unglaublich „passende“ wortschöpfung gekämpft wurde.
8. über die eröffnung wird hier geschrieben, nicht aber darüber, dass es davor eine demonstration gab.

werte standard-redaktion. wo bleibt die würde dieser zeitung? wie schlecht kann man recherchieren und wie tendentiell schreiben?
ich bin enttäuscht.

Zukunftsoptimist1
18.01.2012 15:50
Ich glaube,

da ist Angst vor der Eröffnung mit im Spiel, denn auch bei dieser "Kristallnacht" wird vielen bewusst gemacht werden, dass hier der Rechtsstaat wieder einmal brennt und demoliert wird.

desperate unmutbürgerin
18.01.2012 12:27
ERRATUM 2. TEIL

3. das barocke pförtnerhäuschen blieb nicht zur gänze erhalten. es ist innen ausgehölt und von außen optisch "zubetoniert". außerdem werden nun auch noch außentüren reingeschnitten. das hat mit erhalten wenig zu tun.
4. der park wurde an einer zentralen stelle sehr wohl verkleinert. nämlich dort, wo eigentlich eine durchwegung von der ubahn-station aus sein sollte.
5. der augartenspitz ist erst seit einigen jahren zu bauland umgewidmet. dennoch steht der augarten nach wie vor unter DENKMALSCHUTZ.
6. es waren um einige mehr als nur 4 bäume und keiner davon war krank.
fszg. folgt

desperate unmutbürgerin
18.01.2012 12:25
ERRATUM 1. TEIL

welche psychopillen hat herr redakteur trenkler gegessen, bevor er diesen artikel schrieb? der text STROTZT ja vor lügen, (recherche-?)fehlern und höchst tendentiellen inhalten, dass ich nur so mit den ohren schlackern kann.
1. der bau würde ohne steuergelder errichtet, ist sehr einseitig. der grund wird um ein einen lächerlichen betrag vermietet und dadurch das projekt durch den staat (das sind wir!) gefördert.
2. der sturm der entrüstung hat sich keinesfalls gelegt. die leute sind stocksauer auf dieses projekt. fragen sie die leute, die täglich dort vorbeigehen (und das sind viele!).
fszg folgt.

da UE
19.01.2012 09:03

also wenn ich dort vorbeigehe hab ich immer so einen Harndrang. Vielleicht leigst daran dass die singelsangel arena wie eine üpberdimensioniertes Designerhäusl ausschaut

Zukunftsoptimist1
18.01.2012 15:52
Ich denke, der Herr Redakteur

wird's ja noch merken.
Geld regiert die Welt - nicht mehr lange.

Spitz auf Augartenspitz!
18.01.2012 11:59
Gehts noch???

"Zudem stellten sich etliche Behauptungen der Gegner als unrichtig heraus.

Der Park wurde keineswegs verkleinert (der Augartenspitz war schon Gewerbegebiet), die Allee bleibt fast zur Gänze erhalten, lediglich vier, ohnedies erkrankte Bäume mussten gefällt werden."
Also: Das mit dem Gewerbegebiet ist schlicht FALSCH.
Und die gefällten Bäume waren nicht nur 4 und nicht krank.
Recherchieren scheint eine aussterbende Tugend zu sein.

Ach ja, protestiert wird weiter, jeden Donnerstag Mahnwache, auch bei der Eröffnung von voxaugarten gab es eine Kundgebung...
http://www.erlustigung.org

die rote doris
17.01.2012 23:03
tipp zur namenssuche:

TITANIC

die rote doris
17.01.2012 22:45
"vox augarten" oder "konzertkristall" ...

während rundum der sozialstaat von den pühringers dieser welt, die sich´s richten könnten, in grund und boden gefahren wird, feiern die sängerknaben eine heile welt, die es nur in der erinnerung irgendwelcher dementer heinis gibt. titanic sollte das ding heissen, titanic heisst das ding ab sofort. wir tanzen weiter, die welt versinkt.

Florian Brandner1
18.01.2012 13:58
Verzeihung, aber Sie haben sich wohl die gesungenen Texte

noch nie angehört, sich noch nie mit den Inhalten auseinandergesetzt - Kultur zeigt keine heile Weilt, oder nur selten - sie wird nur leider oft nicht verstanden.
Was nicht heisst, dass man nicht vernünftig bauen und sparsam mit Geld umgehen kann und soll.

PS: die Titanic gefällt mir überhaupt nicht.

die rote doris
19.01.2012 12:32
tja, die autoren und autorinnen von guten ...

... texten können sich meist nicht dagegen wehren, vereinnahmt zu wehren. verkaufen Sie sich nicht unter Ihrem wert, Sie wissen wofür die sängerknaben stehen und wofür sie stehen wollen. text hin oder her.

baumfreund1
18.01.2012 18:54
"um die Sinnhaftigkeit der Texte der Sängerknaben" geht es hier ja nicht wirklich

die werden dort ohnehin am wenigsten singen. sie waren nur das verlogene Deckmäntelchen, um die Verbauung des denkmalgeschützten Augartens gut durch die behördlichen Bewilligungen zu bekommen.

wer wird denn den lieben Buberln einen Übungsraum versagen wollen....

baumfreund1
20.01.2012 12:10
"ein rotes Stricherl" von Florian Brandner1?

für einen "Insider" verständlich, wer will das schon hören..

Zukunftsoptimist1
18.01.2012 16:02
Zu Ihrem PS: wem gefällt sie denn schon?

Zum Text: es ist infam, die künstlerische Leistung der Sängerknaben immer wieder ins Spiel zu bringen. Diesem Lügenargument verdanken wir ja überhaupt die auf hohlen Beinen stehende Denkmalamts-Genehmigung zur Verbauung des Augartenspitzes (das Denkmalamt hat Jahre gebraucht um zuzugeben, dass nicht die Sängerknaben, sondern die Architekten Antragsteller gewesen sind!). Da hat sich niemand gegen den Missbrauch der singenden Kinder für das Bauprojekt stark gemacht, aber jetzt, wo sich dieses Argument als Bumerang erweist, missbraucht man diese Kinder abermals als Verteidigungsschild für ein brutales, kommerzielles Unternehmen, von dem die Sängerknaben nichts haben werden außer Zores. Das haben sie wahrlich nicht verdient.

Florian Brandner1
18.01.2012 17:41
Ich habe die Sängerknaben nicht erwähnt

sondern ich beanstande das Postin der Roten Doris

Und weil Sie meine PS lieben
Ich kenne die Wiener Sängerknaben aus Innenansicht.

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