Uni-Zugang

Studierende kritisieren chaotische Studieneingangsphase

17. Jänner 2012, 17:04
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    foto: apa/georg hochmuth

    Der ÖH zufolge sind die Studierenden mit der neuen Studieneingangsphase nicht zufrieden.

Rückmeldungen an ÖH: Erfolg hänge teilweise von Zufall ab - Kritik an Ende des Studiums nach zwei verpatzten Prüfungsantritten

Es ist ein Kompromiss. Die Koalition hat sich im Jänner 2011 auf eine "Studieneingangs- und Orientierungsphase" am Anfang des Studiums geeinigt, nachdem die SPÖ der ÖVP-Forderung nach allgemeinen Zugangsbeschränkungen nicht zugestimmt hat. Nun zeigen Erfahrungsberichte von Studierenden, dass dieser Kompromiss zu Frustration und Verunsicherung führt, manche wünschen sich stattdessen eine punktuelle Aufnahmeprüfung. Die Österreichische HochschülerInnenschaft hat Studierende dazu aufgefordert, von ihren Problemen bei der Studieneingangsphase zu berichten. Die Rückmeldungen liegen derStandard.at vor, insgesamt wurden 22 Antworten geschickt.

Das Gesetz schreibt den Universitäten vor, dass die Studieneingangsphase (STEOP) aus zwei Prüfungen bestehen muss und ein Semester lang zu dauern hat. Die Unis müssen zwei Prüfungstermine pro Semester anbieten. Nur wer die Prüfungen besteht, kann sein Studium fortsetzen. Die Autonomie der Universitäten hat nun dazu geführt, dass die STEOP unterschiedlich gehandhabt wird. Während manche Universitäten drei Prüfungsantritte zulassen, bieten die Universität Wien und die Linzer Universität nur zwei Möglichkeiten, die Prüfung zu bestehen. Wer also zweimal durch die geforderten Prüfungen fällt, muss sein Studium aufgeben. Diese Regelung gilt seit dem Wintersemester 2011.

"Damoklesschwert"

Vor allem diese Regelung wird von den Studierenden, die ihre Erfahrungen der ÖH geschickt haben, kritisiert. "Was mich stört, ist das permanente Gefühl sich in einer einsemestrigen Aufnahmeprüfung zu befinden. Das Damoklesschwert über dem Kopf, dass man nach zwei verpatzten Antritten lebenslang gesperrt ist und der psychische Druck, der daraus entsteht", schreibt etwa eine Studentin der Uni Wien und der Wirtschaftsuni in Wien. Die Tatsache, dass stattdessen nicht "gleich vor Semesterstart (meinetwegen via Aufnahmeprüfung) klare, planbare Tatsachen entstehen, ist für mich schlicht unbegreiflich".

Von einigen Studierenden wird die Idee einer Studien- und Orientierungsphase zwar begrüßt, die Umsetzung aber abgelehnt. So sei die STEOP ein "Aussieben, eine Selektion", schreibt eine Lehramt-Studentin der Uni Wien. Multiple-Choice-Prüfungen führen dazu, dass manche "durch Zufall" das richtige ankreuzen und andere, die viel lernen, durchfallen würden, heißt es in einer anderen Stellungnahme: "Ich habe zwar bestanden, aber nur durch gute Ratefähigkeit." So werde den Studenten die Lust am Studieren genommen. Ein persönliches Gespräch zu führen, würde von einer anderen Lehramtsstudentin als sinnvoller empfunden.

Problem für Beihilfenempfänger

Ein weiteres Problem ergibt sich den Rückmeldungen zu folge für Stipendienempfänger. Für ein Stipendium muss eine bestimmte Anzahl an Leistungspunkten (ECTS) absolviert werden. Die Studieneingangsphase ist allerdings Voraussetzung für weitere Studien. Das heißt, dass Studierende, die diese Prüfungen nicht bestehen, keine Punkte bekommen und somit auch ihre Beihilfen verlieren bzw. zurückzahlen müssen. "Ich finde es eine Ungeheuerlichkeit, dass auf das Beihilfensystem bei der Einführung der STEOP nicht geachtet wurde", heißt es in einer Stellungnahme dazu. 

Kurze Abstände zwischen Prüfungen

Auch die kurzen Abstände zwischen den Prüfungsantritten werden von den Studierenden kritisiert. "Der zweite Prüfungstermin ist allerdings so knapp nach dem ersten, das es leicht passieren kann, dass man wieder versagt, vor allem wenn man vielleicht noch drei andere Prüfungen zu absolvieren hat", heißt es in einer Antwort.

In beinahe allen Stellungnahmen wird der Druck, der sich während des gesamten Semesters aufbaut, erwähnt. Dies habe auch eine sinkende Motivation zur Folge, vor allem dann, wenn die Inhalte der Vorlesung wenig mit einer ersten Orientierung im Studium zu tun hätten. Die Regierung hat bereits vor dem Start der neuen STEOP angekündigt, sie evaluieren zu wollen. (lis, derStandard.at, 17.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 55
1 2
Cyber Defender
00
20.1.2012, 18:51
Ich hab meine Steop mit 1.0 abgeschlossen, aber

der Preis dafür war auch relativ hoch. Ich habe die anderen LVs dadurch ein wenig vernachlässigt bzw. nicht besucht was meine Studiendauer wohl ein wenig verlängern wird. Der Druck ist wirklich im speziellen gerade für Stipendienempfänger besonders sehr hoch. Ich vermute, dass die Steop die Vorstufe einer generellen Aufnahmeprüfung bzw. des Numerus Clausus ist.

120 Jahre Karl Schranz
11
18.1.2012, 11:17
die STEOPs sind sicher in der form schwachsinnig

aber bei einer rückmeldequote von 22(!) studierenden hier irgendwelche allgemeinen aussagen herausziehen zu wollen ist eher schwachsinnig. man könnte daraus genauso den schluss ziehen dass tausende andere studierende mit der STEOP zufrieden waren, und würde nicht falscher liegen.

btw: MC-test sind kein zufall! ich habe in meinem studium immer die erfahrung gemacht, dass man für MC-test deutlich mehr lernen musste, weil man die infos wirklich wissen musste statt herumzuschwafeln. das mag jetzt an an dem sozialwissenschaftlichen studium gelegen haben, und natürlich kann man nicht alles per MC abfragen. aber so zu tun als würde man MC-test nur per zufall bestehen können, ist einfach falsch.

ziziehziehziziehziziege zaus
01
18.1.2012, 23:01
mc

MC- Tests = sinnloses Auswendiglernen

Essay- Fragen= Lernen nach Verständnis
__________________________________

Ich weiß nicht, was Auswendiglernen mit Studieren gemein haben sollte?!

Ps.: Wenn du schon mit deiner Erfahrung beginnst! Ich hab bei MC- Prüfungen gerne und gut geraten und kann dir versichern, dass das (auch) in den schönen Sozialwissenschaften funktioniert!

120 Jahre Karl Schranz
00
18.1.2012, 23:28
lies dir das beispiel weiter unten mal durch.

ich bestreite nicht dass es grottenschlechte MC-fragen gibt. aber es gibt genauso grottenschlechte essay-fragen.

die gleichsetzung von essay=gut und MC=schlecht ist eindeutig zu einfach.

Jonny W1
00
18.1.2012, 16:03

wie kommst auf nur 22 studierende die rückgemeldet haben?

120 Jahre Karl Schranz
11
18.1.2012, 17:06
ich hab den artikel gelesen.

erster abschnitt: "Die Rückmeldungen liegen derStandard.at vor, insgesamt wurden 22 Antworten geschickt."

120 Jahre Karl Schranz
11
18.1.2012, 14:02
nur um ein beispiel zu bringen:

bei der frage "welche dieser aussagen trifft auf theorie x zu? es können alle antworten richtig sein" und vier möglichen antworten muss man die theorie für gewöhnlich deutlich besser verstanden haben als bei der frage "beschreiben sie die theorie x", wo man sich mit auswendig gelernten allgemeinplätzen herausreden kann.

AlBundyFan
 
00
18.1.2012, 11:14
Multiple-Choice-Prüfungen führen dazu, dass manche "durch Zufall" das richtige ankreuzen und andere, die viel lernen, durchfallen würden

also das erstere glaube ich ja noch - aber wenn jemand trotz intensiven lernens schlechter abschneidet als ratende mitstudenten dann ist es absolut richtig, daß dieser dann ausgesiebt wird.
denn wenn nichtmal lernen was nützt....

zauberlehrling85
02
18.1.2012, 14:25

also ich kenne viele MC-Prüfungen die 75 Prozent (oder mitunter auch höhere) Durchfallsquoten haben. Es liegt in der Natur der Sache, dass da viele durchfallen, die viel gelernt haben. Den Leuten zu unterstellen, dass sie zu blöd sind, ist schon etwas hart.

Und es kann natürlich auch passieren, dass bei mehreren hundert Leuten einige dabei sind, die die Prüfung ohne Lernen durch raten schaffen. Die Regel ist dies aber nicht.

120 Jahre Karl Schranz
10
18.1.2012, 13:37
auch dafür gibt es methoden, um das mehr oder weniger auszuschließen

z.b. für falsche antworten einen minuspunkt zu geben, zusätzlich aber ein feld "weiß nicht" einzufügen, für welches es weder punkte noch punktabzug gibt.

es gibt zweifellos sehr schlechte MC-test. das heißt aber nicht, dass das instrument selbst schlecht ist.

eigenständig
01
18.1.2012, 09:44
das thema frustriert mich nur...

ich geh weiterlernen

Postingname1001
 
01
18.1.2012, 09:23
Naja, beim EMS fuer Medizin heissts, der ist so furchtbar

weil man seine Studierfaehigkeit an nur einem Tag unter beweis stellen muss, und wenn man krank ist, oder nen schlechten Tag hat, oder privat ein paar Probleme kann man ein Jahr warten....

AlBundyFan
 
40
18.1.2012, 11:15
du mußt es dir merken

es gibt leute die sind nur zufrieden, wenn sie und jeder andere trotz massiver faulheit und dummheit trotzdem jahre auf der uni verbringen dürfen....nur ja nicht arbeiten müssen - das muß vermieden werden.

und jede form der unterbindung dieses verhaltens ist dann abzulehnen.

Got Your Nose!
03
18.1.2012, 14:30

und wovon lebt man eigentlich nochmal während man an der uni ist? von luft, liebe, und um 40 cent ermäßigten enzelfahrscheinen?

beos
01
18.1.2012, 12:57

geht das heute überhaupt noch? Ich mein 6 Semester Bachelor + 4 Semester MA/MSc = 10 Semester plus 2 Toleranzsemester = 12/SEmester=6 Jahre Ok dann noch Dr./PHD drauf =wären dann ja schon 9 Jahre, bei extremen Pech + Fauhleit = 12 Jahre. Das kann sich ja kaum noch wer leisten/bzw. wer will das schon? Wäre interessant wie oft so etwas tatsächlich vorkommt.

Taschenkalender
11
18.1.2012, 00:19
"manche wünschen sich stattdessen

eine punktuelle Aufnahmeprüfung"

früher oder später hat man die Studenten so weit, dass sie um Studiengebühren betteln..echt toll gemacht von unserer bildungsresistenten Regierung

Wenn aber "manche "durch Zufall" das richtige ankreuzen und andere, die viel lernen, durchfallen würden" dann hat man eindeutig zu wenig gelernt. Mit "viel lernen" fällt man auch bei einem MC nicht durch..

NONE
11
18.1.2012, 06:06

Die erste Aussage stimmt.

Die zweite ist falsch - das hängt vom MC ab.

Ein MC Modus ist das man für das falsche Ankreuzen Punkte verliert. Aber zugleich weiss man auch niemals, wie viele Antworten richtig sind.

Solche Prüfungen habe ich selbst erlebt.

Da sind die Antworten dann bewusst so gewählt das sie korrekt sein können - es kommt lediglich auf die Argumentation dahinter an.

Das waren dann Fragen wie:

Die unmittelbare Wirkung der „Proton Motive Force“ besteht in der

- ATP-Synthese
- Produktion von Wärme.
- mechanische Arbeit.
- K der Zellen.
- Bewegung der Mitochondrien um die eigene Achse.

In diesem Beispiel ist die Antwort noch relativ einfach. Aber was macht man wenn die Antwortmöglichkeiten unspezifischer werden?

120 Jahre Karl Schranz
10
18.1.2012, 13:44
mit verlaub, das halte ich für blödsinn.

gerade die konzeption "es gibt 0-4 richtige antworten, bei falschen gibt es punktabzug" ist tendenziell extrem "rateresistent". das steigt mit der anzahl von fragen noch einmal an.

klar lassen sich immer beispiele finden wo etwas unklar ist, aber selbstverständlich steigt die chance einen MC zu bestehen entsprechend dem lernaufwand

AlBundyFan
 
10
18.1.2012, 11:17
aha - du willst also "beweisen", daß MC Test systematisch so angelegt werden können, daß rater bessere chancen haben als lernende

und dann bringt ein beispiel und schreibst dann drunter "In diesem Beispiel ist die Antwort noch relativ einfach."

das hast du ja super gemacht

Veronika Anna
06
17.1.2012, 22:53
StEOP - Absoluter Schwachsinn

Ich habe erst gestern die E-Mail bekommen, die mir bestätigt hat, dass ich meine StEOPs (Deutsch, Englisch, Schulpädagogik) bestanden habe. Da habe ich allerdings Glück gehabt. Die MC-Tests sind dermaßen fies gestellt, dass ich selbst nach 3 Wochen lernen mit Hängen und Würgen bestanden habe - nur weil in Pädagogik nach dem exakten Wortlaut aus Texten gefragt wurde. Macht mich solches Wissen denn zu einer guten Lehrkraft? Ich bezweifle es. Mit dieser StEOP wird man noch viele, sicher fähige Menschen aussortieren, die leider ihre Kreuzchen falsch setzen. Lieber einen vernünftigen Einstufungstest, anstatt die Leute nach einem Semester wieder rauszuschmeißen!!

Got Your Nose!
00
18.1.2012, 14:33

für die SIP1 im juli in medizin hab ich schon vergleichsweise wenig gelernt, und trotzdem in den semesterferien ernsthaft begonnen. ist sich dann noch ausgegangen, aber manche hats auch mit 3 sommermonaten mehr ausgesiebt.

Bartenfink
34
18.1.2012, 10:43

lol, 3 Wochen lernen für alle Prüfungen?

und das erachten sie auch noch als viel?

chickpea
11
18.1.2012, 09:52

ich habe auf der medizin anno monate für ein rigorosum gelernt. verzeihen sie mir, aber sie können mir nicht leid tun, wenn sie 3 wochen für alle prüfungen zusammen gelernt haben und durchgekommen sind - dann können die prüfungen nicht so schwer sein.

Veronika Anna
01
18.1.2012, 10:29

3 Wochen pro Prüfung ohne Unterbrechung durchzulernen, nur um nach einem Semester dann vielleicht aufhören zu müssen? Bei den Medizinern gibt's wenigstens gleich ein "Ja" oder "Nein" ob man überhaupt studieren darf. Und, mit Verlaub, ich bin ja eine gute Lernerin.

Got Your Nose!
00
18.1.2012, 14:34

ach, die wochen (eher monate) ohne unterbrechung lernen hat man als mediziner trotz aufnahmetest :)

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Posting 1 bis 25 von 55
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