Bauern wollen nicht Hälfte des Sparbedarfs schultern

17. Jänner 2012, 16:20

"Meiste Sorgen" macht Landwirtschaftskammer Sozialversicherung der Bauern

Wien - Die ÖVP-dominierte Landwirtschaftskammer wehrt sich gegen Sparvorschläge der SPÖ. Gehe es nach dem Willen der SPÖ, dann müssten die Bauern die Hälfte des geplanten Sparpakets von zwei Milliarden Euro schultern, kritisierte Kammerpräsident Gerhard Wlodkowski (ÖVP). Abgelehnt werden etwa die Forderung nach dem Aus für Steuerbegünstigungen der Landwirte sowie jene nach höheren Einheitswerten für Grundstücke. Allerdings: 80 Prozent der Bauerngehälter kamen 2010 aus öffentlichen Mitteln, 2009 waren es sogar 94 Prozent.

Wlodkowski fordert Einsparungen im Verwaltungsbereich, "um nicht die Wirtschaft zu stören". Bauern würden kräftig investieren, derzeit unter anderem mehrere hundert Millionen Euro im Schweinebereich in die Umstellung auf Gruppenhaltung bis Ende 2012.

Hoher Pensionisten-Anteil

Die "meisten Sorgen" macht Wlodkowski die Sozialversicherung der Bauern. Die von der SPÖ vorgeschlagene Reform der Einheitswerte für Grundstücke, die als Basis für Einkommenssteuer und Sozialversicherung der Bauern herangezogen wird, und eine Abschaffung der Einkommensteuer-Vollpauschalierung könnte zu "massiven Problemen" für die Sozialversicherung führen. Die Abschaffung der Pauschalierung würde rund 70 Millionen Euro an Mehreinnahmen für den Staat bringen, aber der Sozialversicherung 100 Millionen Euro an Mindereinnahmen bescheren, behauptet man in der Landwirtschaftskammer. Derzeit würden bereits mehr als zwei Drittel der Beiträge der Sozialversicherung der Bauern von der öffentlichen Hand gedeckt. Das sei die "schlechteste Relation" aller heimischen Sozialversicherungen.

Auf 1.000 Aktive kamen im Jahr 2011 bei der Sozialversicherung der Bauern 1.214 Pensionisten, im Vergleich zu 624 bei den anderen heimischen Sozialversicherungen. Im Jahr 2016 wird die Anzahl der Pensionisten bei den Bauern auf 1.337 pro 1.000 Aktive steigen, im Vergleich zu 646 bei den anderen Sozialversicherungsträgern.

Neue Einheitswerte bis 2013

Ebenso wie der ÖVP-Bauernbund will die Landwirtschaftskammer eine Hauptfeststellung für neue Einheitswerte von Immobilien bis Ende 2013. Eine Kürzung der Agrarförderungen lehnt Wlodkowski kategorisch ab. (APA)

Kommentar posten
17 Postings
a grinch in the matrix
00
19.1.2012, 14:43
nachdem alle anderen jahrzehntelang die bauern subventioniert haben,

über lw-förderungen und über die stützung der bauern-sozialversicherung: wäre es jetzt nicht einmal an der zeit, ein kleines bisschen solidarität zu zeigen?

das wäre ja nicht nur gerecht, sondern auch sehr christlich.

aber wenn's um's geld geht...

Rosi Roboter
00
18.1.2012, 07:21
ja genau!:-(

die bauern wollen gar nix AUSSER -> aus dem topf noch mehr raus nehmen als sie eh schon bekommen! sparen bei den öbb - in den managerhöhen - finde ich ok! als gegenzug müssen die bauern ebenfalls - und das nicht zu schmal - kürzungen hinnehmen!!! vielleicht denkt die komische spö darüber einmal nach und fährt den schwarzen damit kräftig in den h.ntern!!

TT1
01
17.1.2012, 20:22
Sie sollen noch mehr schultern

+ zentralisierung des Gesundheitssystems
+ Verwaltungsreform
+ dramatischer Abbau an Beamten
+ -20 % personal abbauen bei de Oebb
+ sofortiger Stopp aller tunnelbauten
+ sofortiger Abbau des Bundesrates
+ Stopp aller sinnlosen Forderungen
+ sofortiger stopp der hakler- und aller Frühpensionen

Mary F.
00
17.1.2012, 19:20
Want to earn more than a Banker? Become a Farmer!

http://www.time.com/time/maga... 67,00.html

Mary F.
02
17.1.2012, 19:15
Ich will den Bauern auch keine harte Arbeit absprechen

Jedoch ist nicht einzusehn, dass andere Leute, die auch hart Arbeiten - in Fabriken, Krankenhaeusern, etc - volle Lohnsteuer zahlen und Bauern verpauschaliert werden. Jetzt kann man einwenden, dass ein Abgang von der Pauschalierung nur unnoetige Buerokratie mitsich bringt, wo ich zustimme. Bei den meisten ist die Pauschalierung jedoch laecherlich niedrig, im Vergleich zur Besteuerung fuer andere Selbstaendige, Arbeiter und Angestellte, und das gehoert angeglichen.

Weiters bekamen alle meine Studienkollegen, deren Eltern Bauern waren, Hoechststipendien. !?!

Und dass viele Bauern in den letzten Jahrzehnten sich eine goldene Nase durch Umwidmungen verdient haben, ohne auch nur einen Cend Steuern zu bezahlen, sollte auch nachdenklich stimmen

Henry44
04
17.1.2012, 18:39
Die Bauern arbeiten hart

und wir brauchen einen leistungsfähigen Bauernstand.

Aber, auch andere arbeiten hart und müssen eine Menge Lohnsteuer abliefern. Bei gleichem Einkommen müssten die Bauern die gleiche EkSteuer zahlen wie andere. Daher ist die Pauschalierung sehr wohl zu hinterfragen.

dasächts !!
01
17.1.2012, 18:32
schade

das menschen die es ganz gut haben,nicht einsehen können und wollen das es viel ärmere gibt als sie selber sind und das es unfair ist immer nur auf kosten von ärmeren menschen zu sparen.bei einem invaliditätsrentner,der vielleicht nur 800euro pension hat,ist es für die övp kein problem,durch höhere abschläge,geld von diesem zu nehmen.bei menschen die ganz sicher mehr haben erfindet diese partei immer irgendwelche fadenscheinige gründe warum man denen nichts nehmen kann/soll/darf.

der burli
02
17.1.2012, 17:01
"80 Prozent der Bauerngehälter kamen 2010 aus öffentlichen Mitteln, 2009 waren es sogar 94 Prozent." - na solangs net 120% sind! - naja wir brauchen ja milchseen, landschaftspflege.... haha

locken
01
17.1.2012, 16:59
Bauern der Adel die Kirchen die Raiffeisenkasse regieren Österreich !!

Robert Alexander
00
17.1.2012, 16:59
Die Welt hat sich geändert.

Nun geht es den Bauern von allen am besten, sie sind jedenfalls nie von Arbeitslosigkeit bedroht und die letzten, die verhungern müssen. Und es fragt sich, welche sachlichen Argumente es für eine derart exzessive Agrarförderungen gibt von der sogar der Diplomatenbauer Mennsdorf profitiert und zwar nicht zu knapp....

Ich B. Sisyphos
 
00
17.1.2012, 16:49

Wahnsinn ... das sind also unsere Leistungsträger? Stimmt das was hier steht? Muss mich mal genauer informieren ... das kann nicht sein.

Postingname geändert
00
17.1.2012, 16:44
so wird das nix...

mit good old europe! "de amerigana" und "de tschinesen" reiben sich bereits die haende.

recht hams!

Michael B
04
17.1.2012, 16:44
Es wird genauso kommen wie immer:

Es wird die Mineralölsteuer um 5 oder 10 ct angehoben werden, die Pensionsbeiträge (natürlich für die ASVGler) werden um 1% erhöht, und die Zigaretten werden teurer.
Dann haben wir wieder einmal ordentlich "gespart", die SPÖ klopft sich stolz auf die Schulter, und die ÖVP seufzt erleichtert auf, weil sie ihre Klientel wieder einmal elegant herausgehaut hat.

melli91
00
18.1.2012, 14:52
Das größte Loch im Budget reißt uns die ÖBB

das müssen wir zuerst zur Kenntnis nehmen. Nicht, weil dort so viel investiert wird sondern wegen der "wohlerworbenen Rechte" der Gewerkschaftsmitglieder. Wenn es nur um das Fahrende Personal ginge, aber für alle Bediensteten solche Privilegien, das sehe ich nicht ein.
Genauso wenig wie die Hacklerpensionen für Beamte.
Das sind aber Klientel der SPÖ, nicht der ÖVP

eamonclever
10
17.1.2012, 16:52

wieso? er sagt ja, dass er die einheitswerte neu bewertet haben will, damit auch die geschützten häuslbauer auch was zu zahlen haben. Finde ich eine faire geste.

Gibts Denn Das
00
17.1.2012, 17:48
zahlen wird dann aber JEDE/R.

weil die grundsteuer ein teil der betriebskosten von mietwohnungen ist.

noldman
10
17.1.2012, 17:19
Eh er sagt ja auch extra dazu

"Immobilien", das betrifft die Bauern nämlich nicht. Deren Gebäude stehen großteils auf Landwirtschaftlichem Nutzgrund. Selbst ihre Privathäuser stellen die nicht auf Baugrund, weil da müsste man ja höhere Grundsteuern wie die Nachbarn auch bezahlen.

Wenn sich Landwirtschaft nicht lohnt, dann sollen sie es bleiben lassen!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.