Umweltverschmutzer

Venedig rebelliert gegen Kreuzfahrtschiffe

17. Jänner 2012, 16:03
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    Venedigs Bürgermeister bleibt hartnäckig im Kampf gegen die "Invasion" der Kreuzfahrtschiffe.

Umweltminister: "Routen der Luxusliner überdenken" - Bürgermeister: Sie verursachen so viel Umweltverschmutzung wie 14.000 Autos

Rom/Venedig - In Venedig wächst der Widerstand gegen die "Invasion" von Luxuslinern. 1,6 Millionen Kreuzfahrtpassagiere besuchen jährlich die Lagunenstadt. Seit 1997 stieg die Zahl der Passagiere um 439,9 Prozent. Damit rückte Venedig vom zehnten auf den vierten Platz im europäischen Ranking vor. Doch dies ist mit hohen Umweltkosten verbunden. Jedes Schiff verursache so viel Umweltverschmutzung wie 14.000 Autos, protestierte Venedigs Bürgermeister Giorgio Orsoni.

Auch Italiens Umweltminister Corrado Clini ist besorgt. "Diese Riesenschiffe stellen ein wahres Problem für die Umwelt dar. Man muss verhindern, dass große Schiffe sich sensiblen Gebieten nähern", meinte der Politiker. Der italienische EU-Parlamentarier Andrea Zanoni forderte die EU-Kommission auf, den Zugang großer Schiffe zur Venediger Lagune zu verhindern. "Jährlich passieren Hunderte Kreuzfahrtschiffe die Lagune von Venedig, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden ist. Ein Unfall wie jener der Costa Concordia (aktuelle Berichterstattung) hätte verheerende Auswirkungen auf Venedig", so Zanoni.

Bedrohlich für Venedig

Auch der Präsident der Region Veneto, Luca Zaia, ist besorgt. "Kreuzfahrtschiffe sind schwimmende Wohnhäuser, die für Venedig bedrohlich sind. Unsere erste Pflicht ist es, die Sicherheit einer einmaligen Stadt und das Leben der Personen zu schützen", so Zaia.

Venedigs Bürgermeister klagte auch über die Wellen, welche die Schiffe verursachen und damit die antiken Palazzi der Lagunenstadt gefährden. Der Kreuzfahrttourismus beschere der Stadt außerdem geringe Einnahmen, da die Reisenden nicht in der Stadt übernachten, sondern nur wenige Stunden dort verbringen. Zu dem Thema plant der Bürgermeister ein Treffen mit dem Präsidenten der Hafenbehörde, Paolo Costa. Orsoni sucht nach einer Lösung, damit die Schiffe nicht zu nahe an die Lagunenstadt gelangen.

Die Kreuzfahrtgesellschaften hatten bisher die Vorwürfe Orsonis zurückgewiesen. "Die Schiffe entsprechen den internationalen Umweltstandards und die Passagiere bescheren der Stadt viel Geld", betonte der Verband der italienischen Reedereien. Doch nach dem Unglück der Costa Concordia könnte sich jetzt einiges an ihrer Position ändern. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 26
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Kling
00
27.1.2012, 14:08
"Verlogene" Ansichten....

Eine derart "verlogene" Betrachtungsweise, wie jene der ital.Gegner, ist mir noch nie untergekommen. Würde jeder Kreuzfahrtschiff-Passagier so wie die anderen Gäste täglich 200 bis 300 Euro Umsatz bringen, würden die Verantwortlichen jubeln und om Venedig täglich Tausende begrüssen.
So aber gehen die Passagiere nur auf einen Rundgang, konsumieren vielleicht eine Mortadella und einen Kaffee um luxuriöse 15 Euro und weg sind sie.
Also bitte mehr Aufrichtigkeit, ihr da unten im schönen Venedig!!!

Hitecut
01
19.1.2012, 10:33
Die Schiffe entsprechen den internationalen Umweltstandards...

Problem ist halt, dass die internationalen Umweltstandards wohl nicht auf den Spezialfall einer Stadt auf Holzpfeilern Rücksicht nehmen. Venedig tut gut daran regulierend in den Tourismus einzugreifen und gerade solche Tagestouristen, also jene, die nicht die Hotels und anderen Betriebe der Stadt nutzen, sollten weit stärker zur Kasse gebeten werden. Die derzeitigen Zusatzgebühren gerade für jene, die in der Stadt wohnen und damit wirklich das Geld bringen, bestrafen die Falschen.

Gerhard Grabner
00
19.1.2012, 00:20
Recht so....

V995
02
18.1.2012, 21:32
das ist längst fällig die überennen die stadt und hauen nach ein paar stunden wieder ab

frustrierte frankfurter depressive debreziner
01
18.1.2012, 21:28

eine stadt die schon an den kreuzzügen verdient hat wird ja wohl auch an kreuzfahrten verdienen

mika33
00
18.1.2012, 11:50
Ein Unfall wie jener der Costa Concordia hätte verheerende Auswirkungen auf Venedig

*kopfschüttel*

Der Kreuzfahrttourismus beschere der Stadt außerdem geringe Einnahmen, da die Reisenden nicht in der Stadt übernachten, sondern nur wenige Stunden dort verbringen.

Ach, darum gehts!

sstephan
00
19.1.2012, 07:24
nein, darum gehts nicht:

Das ist nur ein Argument um seinen Standpunkt zu untermauern. Ein unrichtiges Argument übrigens: Da Venedig klassischer Abfahrtshafen ist, übernachtet der allergrößte Teil sehr wohl dort, da er aufgrund etlicher Fahrstunden oder Flugzeiten schon am Vortrag anreist!

Die Kommune muss sich halt entscheiden: Will sie das Geld der Touristen - mit allen damit verbundenen Nachteilen. Oder eben nicht. Aber Geld ohne Touristen spielts nunmal nicht.

Hitecut
00
19.1.2012, 10:30

Was Venedig will sind die "richtigen" Touristen, also jene, die ihren Aufenthalt auch wirklich in der Stadt verbringen. Der Bürgermeister würde sich sicher nicht gegen die Kreuzfahrtschiffe wehren, wenn diese wirklich das von Ihnen behauptete Geld bringen würden. In Wirklichkeit handelt es sich bei diesen Touristen aber fast zur Gänze um Tagestouristen, die schnell durch die Stadt geschleift werden, ohne dort viel Geld auszugeben. Von solchen Touristen hat Venedig wenig außer verstopfte Straßen. Es ist das gleiche mit denen, die billiger außerhalb Venedigs wohnen und dann mit Bussen in die Stadt gekarrt werden. Venedig braucht einfach Geld zur Erhaltung dieser speziellen Stadt und zur Unterstützung der verbliebenen Einwohner.

buena1vista1
10
19.1.2012, 12:53
verstopfte "Straßen"????

davon gibt's in Venedig keine einzige ....

Gassen und Gässchen vielleicht, aber Straßen?

sstephan
10
19.1.2012, 11:41
so ein Schiff liegt ja auch nicht gratis im Hafen,

sondern auch der Kreuzfahrttourist, der tatsächlich nur Tagestourist ist, lässt eine Menge Geld in Form von Liegegebühren für das Schiff etc. in der Stadt. Und was nun ein "richtiger" und was ein "falscher" Tourist ist ist mir nicht ganz klar!? Wie gesagt: Die Entscheidung muss die Kommune treffen - Kreuzfahrt mit all dem Geld aber auch den Nachteilen was die Schiffe bringen - oder halt nicht. Nur das eine ohne das andere: Das gibts halt nicht - unter dieser Unmöglichkeit leiden ja auch andere Touristen-HotSpots...

Anton Friesl
00
19.1.2012, 09:27
Für das Geld der Touristen würde schon eine Barkasse mit einigen Koffern reichen.,.

Der Waehlerwille
 
03
18.1.2012, 09:50
Dasselbe gilt übrigens auch für Hamburg, eine der Top Kreuzfahrtdestinationen.

Wenn einer dieser Pötte im Hafen steht (und nein die schalten die Maschinen nicht aus ..) dann vernebelt er die halbe Innenstadt.

Gerade für die neue Hafencity ist das ein riesen Problem.

Cavaliere Austriaco
00
21.1.2012, 14:31
genau!

keine schiffe im hafen! :-)))

Der Waehlerwille
 
00
24.1.2012, 14:29
Schiffe != Kreuzfahrtschiffe.

Und wenn die Damen und Herrn Kreuzfahrtschiffbetreiber sich dazu durchringen könnten die Schiffe nicht mit Schweröl zu betreiben .. sowie ein System zur Abschaltung der Generatoren im Hafen zu finden wär eh alles gut.

F. Ritzl
00
19.1.2012, 09:21

> Gerade für die neue Hafencity ist das ein riesen
> Problem

Dann hätten sie sie halt nicht hingebaut. Das is ähnlich hirnrissig, wie die, die sich neben Schwechat billig ein Haus hinstellen und dann meckern, daß sie nachts nicht Waldesruhe haben.

Der Waehlerwille
 
00
19.1.2012, 15:51
Sie wissen schon dass das Kreutfahrtterminal dort auch neu ist .. oder?

Und das es in Hamburg nicht nur eins gibt.

Die sache ist schon ein bisserl komplexer.

abgesehn davon ziehn diese Russwolken durchs ganz hamburger Zentrum.

Das Problem ist einfach das verbrannte Schweröl. Deshalb gabs ja letztens auch damit zusammenhängende negativpreise für Kreuzfahrtlinien in D.

F. Ritzl
00
19.1.2012, 16:14

ich hab' mich nur auf die "Tatsachen" in Deinem vorigen Posting bezogen. Wenn's aber so schlecht für die Stadt is', warum is es dann genehmigt worden?

Wird etwas nicht nur in Ö geschmiert - od. gibt's dort auch so was wie die ÖVP?

strolch25
03
18.1.2012, 08:41
Schweröl

Dazu kommt noch,daß diese großen Schiffe fast alle mit hochgiftigem, aber billigem (da praktisch Abfallstoff) Schweröl betrieben werden. Die haben selbstverständlich keine Nox-Filter, Staubfilter, Rußpartikelfilter. Bei wenig Wind kommt der Dreck ja wieder runter (spätestens bei Regen)

franz s.
04
17.1.2012, 22:48
internationale Umweltstandards?

CO2-Fussabdruck (Treibhausgasemissionen) eines typischen Kreuzfahrtschiffes pro Passagierkilometer mehr als drei Mal so gross wie der eines Fluges mit einer Boeing 747.
Abgase der Mu¨llverbrennungsanlagen,
32 Liter Schmutzwasser und 350 Liter Grauwasser pro Person und Tag sowie 2,5 bis 3 Kilogramm feste Abfallstoffe, Kla¨rschlamm und mit O¨l vermischtes Wasser (so genanntes Bilgenwasser, jeweils 28‘000 Liter pro Schiff und Tag).

Juxta Poz
00
17.1.2012, 22:06
Ui, da wird sich der GLU aber ärgern...

steff666
01
17.1.2012, 22:05

Können die nicht eine Steuer einführen und die jährlich so justieren, dass nur die gewünschte Anzahl an Kreuzfahrtschiffen kommt?

Fände ich fair. Es gibt ja kein Menschenrecht auf einen Kreuzfahrtschiffbesuch von Venedig.

Marquis de Sade
 
00
17.1.2012, 18:54

das Geld nehmens aber trotzdem... ja, was denn nun?

Seria
51
17.1.2012, 18:14

der Vaporettoverkehr verursacht sicher mehr u höheren Wellengang als die Kreuzfahrer.

Chr. Hoc.
03
17.1.2012, 16:20
"Die Kreuzfahrtgesellschaften hatten bisher die Vorwürfe Orsonis zurückgewiesen. "Die Schiffe entsprechen den internationalen Umweltstandards und die Passagiere bescheren der Stadt viel Geld", betonte der Verband der italienischen Reedereien. "

Blablabla... Entsprechen Standards... Blablabla.

Den Standards zu entsprechen heißt durchschnittlich zu sein, und sind keineswegs ein Grund zur Beruhigung! Im Prinzip heißt das übersetzt: "Wir schieben die Verantwortung ab auf die Gesetzgebenden. Die (gesetzlich vorgeschriebenen) Standards sind unsere Messlatte, die nicht überschritten wird. Ob etablierte Standards SACHTLICH von ihrer Wirkung ausreichen oder nicht, ist uns schei?egal."

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