Babar hatte zuvor das oberste Gericht offen kritisiert
Islamabad - Der Konflikt zwischen der pakistanischen
Regierung und dem Verfassungsgericht spitzt sich zu: Die Richter
kassierten am Dienstag die Anwaltszulassung von Babar Awan, einem
prominenten Berater von Präsident Asif Ali Zardari. In einer knappen
richterlichen Anweisung an Babar hieß es: "Informieren Sie den
Präsidenten, dass ihre Zulassung widerrufen wurde." Im eskalierenden
Streit zwischen Regierung und Justiz hatte Babar zuvor das oberste
Gericht offen kritisiert.
Erst am Montag hatte das Verfassungsgericht Premierminister Yousuf
Raza Gilani für diesen Donnerstag einbestellt. Gilani droht eine
Verurteilung wegen Missachtung des Gerichts, die ihn das Amt kosten
könnte. Seine Regierung weigert sich trotz entsprechender Anordnungen
der Richter, die Schweizer Behörden zu bitten, Verfahren wegen
Geldwäsche gegen Präsident Zardari wieder zu eröffnen. Die Regierung
verweist auf die Immunität des Präsidenten.
Auch zwischen Militär und Regierung ist der Konflikt in den
vergangenen Tagen eskaliert. Gilani hat der Armee verfassungswidriges
Verhalten vorgeworfen. Die Militärführung hat ihn aufgefordert, das
zurückzunehmen. Zuletzt hatte sich die Armee unter General Pervez
Musharraf 1999 unblutig an die Macht geputscht. Musharraf war 2008
aus dem Amt gedrängt worden. Zardari folgte ihm nach. (APA)