Inzwischen 13 Linien

Wiener S-Bahn feiert 50. Geburtstag

17. Jänner 2012, 15:36
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    foto: apa/erich nährer / öbb

    50 Jahre S-Bahn: Eine historische S-Bahn (r.) neben einer Schnellbahnganitur, die heute noch Verwendung findet.

Jungfernfahrt fand am 17. Jänner 1962 statt - Die Zahl der jährlichen Fahrgäste ist von 17 auf 100 Millionen gestiegen

Wien - Ein Verkehrsmittel hat am Dienstag seinen runden Geburtstag gefeiert: Genau vor 50 Jahren ist in Wien zum ersten Mal die Schnellbahn gefahren. Am 17. Jänner 1962 verließ die erste S-Bahn den damaligen Südbahnhof Richtung Meidling. Das Jubiläum wurde im Rahmen eines Festakts auf einem Bahnsteig am Praterstern gewürdigt. ÖBB-Chef Christian Kern betonte dabei in seiner Rede, dass die Schnellbahn ein Projekt gewesen sei, "das ja nicht unumstritten war am Beginn".

"Da hat es viele gegeben, die gesagt haben: Brauchen wir das eigentlich? Macht das eigentlich Sinn? Und diese Diskussionen kennen wir auch heute durchaus aus Bahninfrastrukturprojekten", zog der Bahnchef Parallelen zur Gegenwart. Trotz der Widerstände beharrte der damalige Verkehrsminister Karl Waldbrunner auf den Bau der Schnellbahn. Um Synergieeffekte zu nutzen, beauftragte er die ÖBB mit der Konzeption.

Bau 1960 wegen Geldmangels abgebrochen

Finanziert hätte das Projekt durch ein Großinvestitionsprogramm der Bundesregierung für Bundesbahnen, Post und Autobahnbau werden sollen. Allerdings wurden die Bauarbeiten für die Schnellbahn 1960 wegen Geldmangels bald auf das Abstellgleis geschoben. Schließlich stellte die Stadt Wien die Mittel zur Verfügung. Allerdings musste dadurch die für den 1. Jänner 1961 geplante Eröffnung verschoben werden. Ein Jahr später war es schließlich soweit: Am 17. Jänner 1962 wurde die Schnellbahn am Südbahnhof eröffnet. Auch hochrangige Politiker waren bei dem Festakt anwesend, darunter Bundespräsident Adolf Schärf, Vize-Kanzler Bruno Pittermann und Bürgermeister Franz Jonas.

Tags darauf, am 18. Jänner, wurde der Schnellbahnbetrieb zwischen Meidling und Gänserndorf bzw. Stockerau aufgenommen. Das Verkehrsmittel erfreute sich bald sehr großer Beliebtheit. Es kam so gut an, dass die Bundesbahnen bald mit einem Problem zu kämpfen hatten: der Überfüllung. Zu den Stoßzeiten morgens und abends drängten sich die Menschen in der S-Bahn. Die Lösung des Problems: Statt einfacher wurden bald doppelte Garnituren eingesetzt.

Neue Strecken und Haltestellen

In den folgenden Jahren wurden zahlreiche Ausbauarbeiten durchgeführt - neue Streckenabschnitte und Haltestellen kamen hinzu. Zuletzt wurde unter anderem 2002 die neue Trasse für die Flughafenschnellbahn S7 in Betrieb genommen. 2003 wurden die bisher am Südbahnhof bzw. am Praterstern endenden Regionalzüge über die S-Bahn-Stammstrecke durchgebunden. 2007 wurde die Pottendorfer Linie in das Schnellbahnnetz integriert.

Inzwischen gibt es 13 S-Bahnlinien, die auf 126 Schienenkilometern in der Bundeshauptstadt und dem Umland unterwegs sind. Auch die Zahl der Stationen ist im Lauf der Jahrzehnte gewachsen - von 13 auf 51. Auf der sogenannten Stammstrecke zwischen Floridsdorf und Meidling verkehren mittlerweile täglich rund 650 Züge - zu Anfangszeiten waren es noch 178. Insgesamt waren 2011 in der Bundeshauptstadt jeden Tag 1.400 Nahverkehrszüge unterwegs.

Von 17 auf 100 Millionen Fahrgäste

Auch die Zahl der Fahrgäste hat sich im Lauf der Jahrzehnte nach oben entwickelt. Nutzten 1962 noch 17 Millionen Gäste das Angebot, so waren es im Vorjahr laut ÖBB schon nahezu 100 Millionen. Rund 300.00 Fahrgäste sind laut ÖBB täglich unterwegs, die Hälfte davon sind Pendler.

Der 50er der Wiener S-Bahn wurde am Dienstag begangen, wobei ein Nahverkehrszug mit der Beschriftung "50 Jahre Wiener S-Bahn" getauft wurde. Walter Hitzinger, Vorstand der Österreichischen Post AG, präsentierte außerdem eine Sonderbriefmarke, auf der drei S-Bahn-Garnituren zu sehen sind. Diese ist auf 300.000 Stück limitiert, kostet 62 Cent und ist ab sofort erhältlich. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 169
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TRex30M
02
18.1.2012, 17:30

Die alte 4030er Garnitur, die ja auch als Transalpin unterwegs war, gefällt mir, wie einigen hier auch noch immer sehr gut. (ich nenn sie immer liebevoll "Alte Tante")
Auch das alte Logo war viel schöner.
Ein schön restaurierter Zug, dieses Typs, ist dank des Einsatzes der Leute im Eisenbahn-Museum Strasshof zu besichtigen.
Jedenfalls ist die gesamte S-Bahn absolut grossartig, auch wenn es manchmal nicht immer optimal läuft im Betrieb. Happy Birthday S-Bahn!

buff flyer
01
18.1.2012, 20:17
der transalpin war die 4010

aber ausgesehen hat der so ähnlich.

Aristarch
00
19.1.2012, 11:46
Vor dem 4010 gab es aber den 4130 als Transalpin.

Der 4130 war tatsächlich eine Variante des 4030 und war im hochwertigen Schnellzugsverkehr ab 1958 eingesetzt bis er ab Mitte der 60er vom 4010 auf diesen Strecken verdrängt wurde.

revisor69
 
00
19.1.2012, 22:55
Die Fahrzeuggeschichte ist dort nachzulesen

https://shop.vgbahn.info/eisenbahn... -_287.html

Aristarch
00
20.1.2012, 09:18
Ich meine aber nicht den 4010er sonden den 4130er:

Siehe hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96BB_4130

Das ist das Fahrzeug auf das sich TRex30M anfangs offensichtlich bezogen hat.

revisor69
 
00
20.1.2012, 09:27
Transalpin-Geschichte

Zuerst wurde der vierteilige ET 4130 eingesetzt. Er wurde Opfer seines eigenen Erfolges, weshalb der sechsteilite ET 4010 beschafft wurde.

Auch wieder wurde Opfer des eigenen Erfolges, sodaß ca. 1977/78 die Umstellung auf Lok und Wagensatz erfolgte. Auch dieser Zug wurde immer länger, bis zur Umstellung auf Railjet war sogar ein Panoramawagen der SBB im Zugverband. Herrlich!

Der Niedergang ist mit der Umstellung auf Railjet zu verzeichnen. Gott sei Dank wird auch der Name nicht mehr verwendet.

Aristarch
00
20.1.2012, 09:36
Ich verstehe nicht, warum immer alle so auf den Railjet schimpfen.

Offensichtlich weil ausnahmslos über jedes neue Schienenfahrzeug geläster wird.

In 30 Jahren wird es dann heißen: "Die neuen XXXX sind völliger Mist. Die kommen nie an den Railjet ran!"

R. Lexer
00
31.1.2012, 10:57

Ausschließlich Großraum auf relativ harten, nicht verstellbaren Sitzen. Ich sehe den Mehrwert einfach nicht.

F S 4: The science channel
00
20.1.2012, 10:45

Fahren Sie mal in einem ICE zum Vergleich, dann wissen Sie, warum über den RJ geschimpft wird.

Aristarch
00
20.1.2012, 11:21
Bin sowohl ICE als auch Railjet gefahren. Was sollen da die gigantischen Unterschiede sein?

Außer dass die ICEs viel teurer sind, die ÖBB nie die gleiche Menge beschaffen hätten können und noch heute die Westbahn überfüllt wäre???

Der Railjet ist nicht das beste Fahrzeug, aber jedenfalls brauchbar. In Hinblick auf die in Österreich bestehenden Nutzungsmöglichkeiten, die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und den Zeitdruck (massiver Mangel an Wagenmaterial) war die Anschaffung des Railjet eine gute Entscheidung.

Der Railjet ist einfach das neue Hassobjekt für "Experten" die sich wichtig machen wollen.

F S 4: The science channel
00
21.1.2012, 10:28

Das Problem am Railjet ist auch nicht der Zug ansich, sondern die Inneneinrichtung. Setzen Sie sich in die zweite Klasse eines simplen EC-Wagens, da haben Sie mehr Platz als im Railjet mit seinen Schalensitzen (die auch noch hart wie Stein sind). Auch der ICE ist hier besser. Railjet ist eigentlich nur in der ersten Klasse erträglich und auf den Sitzgruppen mit Tisch, wo man auch ein Fenster hat.

TRex30M
00
18.1.2012, 20:47

Stimmt natürlich.
Auch die Lackierung und die Sitze ware hier ähnlich aber doch anders.
Beide haben auch eine interessante Geräuschkulisse wenn sie fahren.
Der 4020er war in den 80ern ein Fortschritt.
Der Talent scheint leider fehleranfällig zu sein, sieht man selten fahren.

BraS
 
02
19.1.2012, 16:37

der ist weniger fehleranfällig (fährt in den Bundesländern sehr häufig) als vielmehr für die Schnellbahn nicht 100% geeignet (fehlende Auffangräume).
Der Talent ist schließlich auch als Regionalverkerhswagen konstruiert, und nicht als S-Bahn-Zug

TRex30M
10
19.1.2012, 21:30

Was sind bitte Auffangräume?
Bezieht sich das auf eine Vollbremsung u. wenn Passagiere im Zug stürzen?

R. Lexer
00
31.1.2012, 10:58

Freie Fläche im Türbereich für zügigen Fahrgastwechsel.

Befreier von Butter und Eier
14
18.1.2012, 13:45

Irgendwie schaut die alte Ganitur für mich noch immer schön aus.

El Ninjo77
 
01
18.1.2012, 13:00
kurz dachte ich, dass jede einzelne ganitur schon 50 jahre alt ist

ama2deus
00
18.1.2012, 13:15

aufgrund der formulierung dachte ich auch erst die fahrgastzahlen wären im ersten jahr bei 17 gewesen :)

Grizzlybear
08
18.1.2012, 09:43
Die Interessierten

werden http://wiener-sbahn.at schon kennen, aber hier hat ein Privater ein absolut geniales Konzept entwickelt, das aufzeigt, was man aus der S-Bahn so machen könnte, wenn man wollte. Nicht alles ist umsetzbar, aber warum so manche Ideen nicht schon längst Realität sind, wundert einen schon.

Searles
 
13
18.1.2012, 12:13

Das erstaunliche an Wien, ist, dass man mit unglaublich geringen Mitteln den oeffentlichen Nahverkehr enorm verbessern koennte (auch bei den Strassenbahnen). Da haben einige kluge Leute einige kluge Vorarbeiten geleistet. Schad, dass die UBahn diese Plaene alle mittelfristig zerstoeren wird.

badat
01
18.1.2012, 23:21
Der größte Fehler war,

die nach dem Krieg angedachte Wiederverknüpfung von Stadtbahn und ÖBB-Strecken nicht durchzuführen, und nun zwei Parallelsysteme zu haben, statt eines Schnellverbindungssystems, gemeinsam von ÖBB und Wr. Verkehrsbetrieben betrieben. Man stelle sich mal die heutige U3 als Schnellbahn vor - man könnte da von Ottakring bis Simmering ein Intervall von 3-4min. wie gewohnt fahren, aber jeden sagen wir mal 3. oder 4.Zug weiterführen, Linien wie Flughafen - Wien Mitte -Stephansplatz -Westbahnhof- Ottakring - Klosterneuburg wären da möglich, ebenso eine Einbindung der Westbahn.

BraS
 
01
19.1.2012, 16:39

Unter dieser Voraussetzung wäre die U3 in dieser Form aber nie gebaut worden.
Da hätte es vielmehr eine Verbindung Westbahnhof - Zentrum - Rennweg - Flughafenschnellbahn gegeben.

badat
00
20.1.2012, 21:34
Ich hätte da eher an folgendes gedacht:

S7 und U3 kommen sich bei der Geystraße ziemlich nahe - dort hätte man die Aspangbahnstrecke mit einer kurzen Verbindung mit der U3-Strecke zusammenführen und diese dann nach Unterquerung der Ostbahn in Simmering bei der Hasenleitengasse in die Aspangbahn führen können. Die heutige S7-Strecke zwischen Geystraße und Hasenleitengasse hätte man dann stilllegen können. Dann hätte man mit geringem Mehraufwand eineseits Wien Mitte und die heute von der U3 erschlossenen Teile Wiens mit dem Flughafen verbunden und anderseits weiterhin die Möglichkeit, Züge aus dem Norden nach Wolfsthal zu führen,ohne in Wien Mitte komplizierte Verbindungen graben zu müssen.

F S 4: The science channel
00
20.1.2012, 10:48

Das wäre aber auch nicht so schlecht gewesen. Dafür hätte man das Straßenbahnnetz an der Oberfläche nicht zerstückelt. Die Verbindung von Ottakring hätte man auch in anderer Form verwirklichen können.

ama2deus
01
18.1.2012, 12:40
ubahn

der ubahn-ausbau hat eine gewisse grenze erreicht, viel mehr kann nicht gebaut werden.

selbst wenn die U1 süd, die U2 süd, die U5 und die U6 nord gebaut werden - was ohnehin aufgrund der finanzierung fraglich ist - dann bleibt nicht mehr viel spielraum.

die oft ventilierten vorschläge U3 zum VIA, U4 nach auhof und nach klosterneuburg, U6 zur SCS werden in den nächsten jahren nicht gebaut werden.

es gibt offenbar einen schrittweisen wandel:
- es werden (schnell)straßenbahnen gebaut! (SL 25+26)
- es werden öffentlich straßenbahnen gefordert! (SL13)
- es werden sbahn-linien geplant! (S6, S8, S75, S10)
- es werden ubahn und sbahn besser verknüpft!(stadlau, leopoldau, aspern)

die richtung ist gut. hoffentlich weicht man nicht vom weg ab.

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