"Wiener Initiative"

Banken in Osteuropa könnten noch Hilfe brauchen

17. Jänner 2012, 14:10

Wien - Die internationalen Organisationen sollten bereitstehen, um Banken in Osteuropa "mit externer Hilfe und finanzieller Unterstützung" zur Hilfe zu kommen, schreibt die "Wiener Initiative" zum Abschluss ihres gestrigen Treffens in Wien. In dieser losen Organisation sind Behörden der zentral- und osteuropäischen Staaten sowie Vertreter aus EU und internationalen Organisationen zusammengeschlossen. Die "Wiener Initiative" wurde nach der Wirtschaftskrise von 2008 ins Leben gerufen, um zu verhindern, dass sich westliche Banken fluchtartig aus Osteuropa zurückziehen.

Die internationalen Organisationen wollen nun die Auswirkungen der Kapitalaufstockung der Banken auf die unterschiedlichen Staaten in Zentral- und Osteuropa prüfen, um systemische Risiken festzustellen und Empfehlungen für die weitere Politik zu geben, heißt es in der Schlusserklärung der Wiener Initiative. Zum nächsten Treffen "in naher Zukunft", das auf Einladung der EU-Kommission in Brüssel stattfinden wird, sollen auch große internationale Banken eingeladen werden.

Sollte es keine koordinierte Vorgangsweise geben, könnte dies zu einem ungeordneten Abbau von Krediten und einer Kreditklemme führen, warnt die "Wiener Initiative". Auch wenn die Rahmenbedingungen anders seien als 2008/09, gebe es einen vergleichbaren Bedarf nach Koordinierung, um "suboptimale" Entwicklungen zu verhindern. "Das ist Vienna 2.0." Die "Vienna Initiative" wird als Ergänzung zum EU-Rahmen gesehen. An ihr nehmen derzeit Regulatoren, Zentralbanken, Finanzbehörden aus Heimat- und Gastländern großer internationaler Banken (also osteuropäische Staaten, Italien, Österreich, Belgien, Frankreich und Deutschland) teil. Dazu kommen Vertreter der EU (EU-Kommission, EBA, ESRB) und internationaler Organisationen (IWF, Weltbank, EIB, EBRD). Die EZB nahm als Beobachterin teil.

Westlich kontrolliert

Derzeit wird ein großer Teil des Bankengeschäfts in Osteuropa von westlichen Banken kontrolliert. Praktisch alle müssen Kapital aufstocken, was Ängste schürt, sie könnten weniger Kredite vergeben, um ihren Kapitalbedarf zu verringern. In der Wiener Initiative versuchen Behörden sich zu koordinieren, um grenzüberschreitende Probleme beim erwarteten Kreditabbau zu vermeiden.

Insbesondere sollten die Regulierungsbehörden untersuchen, wie sich die Kapitalaufstockung der internationalen Banken auf die nationalen Finanzmärkte auswirkt, schreibt die "Wiener Initiative". Die Behörden sollten sich um eine stärkere lokale Finanzierung bemühen, um die Abhängigkeit von grenzüberschreitendem Kapital zu verringern. Beim Verkauf von systemrelevanten Tochterbanken sollten die Behörden der betroffenen Staaten Informationen austauschen und die wechselseitigen Bedenken beachten.

Die Krise in der Eurozone habe seit Mitte 2001 zu neuen Risiken in den Finanzmärkten von Zentral- und Osteuropa geführt. Spannungen auf den Märkten, vor allem am Kapital- und Finanzierungsmarkt, hätten in den meisten Ländern zu signifikantem Druck auf Abbau von Krediten (Deleveraging) geführt. Einige Regulatoren hätten ihre Liquiditätsanforderungen verschärft.

EBRD-Chefökonom Erik Berglöf sagte am Dienstag bei den "Euromoney Conferences", beim nächsten Treffen werde der Privatsektor einbezogen. Denn nun gehe es darum, Details mit dem Privatsektor auszuarbeiten. Auch Notenbankgouverneur Ewald Nowotny sprach am Dienstag von einem sehr fruchtbaren Treffen, bei dem in wichtigen Punkten Konsens erzielt worden sei. Denn bei der ersten Runde der Wiener Initiative habe es ein spezifisches Problem in Osteuropa gegeben, jetzt wirke die Wirtschaftskrise praktisch weltweit. Berglöf sprach von einer engeren Verschränkung der Behörden. Grenzüberschreitendes Banking habe sich verändert, man müsse sicherstellen, dass alle miteinander reden und die Welt gleich sehen. (APA)

DonSalvatore
 
00
19.1.2012, 14:21
„Euromoney Conference“: Unmoralische Abzocker

Beim Treffen der großen Abkassierer, wie man die Bankmanager mit den hohen Gehältern und den astronomischen Boni bezeichnen muss, zeigen die Veranstalter auf kreative Art, wie man Geld spart. Auf Kosten der Pressefotografen.

http://gesudere.at/blog/?p=4350

Walter Bimini
00
18.1.2012, 18:05
welche bank in der eudssr könnte keine hilfe gebrauchen?

081547112
00
17.1.2012, 17:32
wiener iNitiAtIVe

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