Im April

Größter Sozialmarkt Wiens kommt nach Donaustadt

18. Jänner 2012, 06:15
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    foto: ap/hans punz

    Wenigverdiener werden in Sozialmärkten fündig. Wer alleine mehr als 900 Euro netto zur Verfügung hat, darf hier nicht einkaufen.

Lebensmittel, Kosmetika und Co. zu stark ermäßigtem Preis - Weiterhin starke Nachfrage

Ein neuer Sozialmarkt soll im April in Wien-Donaustadt eröffnet werden - es soll der größte seiner Art in Wien werden. Wo sich der Standort genau befindet, wird erst bekanntgegeben.

Auf 600 Quadratmetern Fläche sollen sich GeringverdienerInnen günstig mit Gütern des täglichen Bedarfs eindecken können. Es ist bereits der siebente Sozialmarkt in Wien. Andere Geschäftslokale, die von gemeinnützigen Vereinen wie dem Hilfswerk, der Vinzi-Gemeinschaft oder dem Samariterbund betrieben werden, gibt es im 7., 10., 11., 12., 15., 17. und 21. Bezirk.

Bis 900 Euro Nettoeinkommen

Menschen mit einem Nettoeinkommen unter 900 Euro - für Eltern sind die Lohngrenzen höher - können sich in den Märkten eine Karte ausstellen lassen, die sie zum dortigen Einkauf berechtigt.  Lebensmittel, Kosmetika, Waschmittel und ähnliche Gebrauchsgüter sind hier zu einem stark ermäßigten Preis erhältlich.

Laut Alexander Schiel vom Verein Sozialmarkt Wien reißt die Nachfrage nach Sozialmärkten nicht ab: Pro Stunde zähle jeder seiner Märkte im Schnitt hundert KundInnen, insgesamt sind an den beiden Standorten des Vereins 26.000 Menschen als Inhaber einer Einkaufskarte registriert. Die Struktur der KundInnen habe sich verändert, sagt Schiel zu derStandard.at: Kamen anfangs mehrheitlich Familien mit Migrationshintergrund ins Geschäft, so trauten sich später zunehmend auch AlleinerzieherInnen und MindestpensionistInnen in den Sozialmarkt.

Frisch, aber unverkäuflich

Ermöglicht wird der unüblich niedrige Preis der Waren dadurch, dass sie im Handel nicht mehr verkauft werden können: Sie sind zwar meist noch nicht abgelaufen, konnten aber beispielsweise wegen Druckfehlern auf der Verpackung nicht ins Regal gestellt werden. Der Verein Sozialmarkt Wien holt die Waren direkt beim Handel ab, der sich auf diese Weise Entsorgungskosten spart.

Auch die neue Filiale in Wien-Donaustadt ist zu 100 Prozent spendenfinanziert - als Zugpferd diente TV-Moderator Dominic Heinzl, der mit einer Charity-Aktion knapp 94.000 Euro sammelte. Alle Beschäftigten in der Filiale werden ehrenamtlich arbeiten. 

Etwaige Verkaufserlöse werden in den Ankauf zusätzlicher Produkte zum Normalpreis investiert, so Schiel: So werde garantiert, dass stark nachgefragte Produkte wie Milch laufend angeboten werden können. 30.000 Liter Milch kauft der Verein hinzu - an die KundInnen wird ein Liter um 60 Cent abgegeben. (mas, derStandard.at, 17.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 194
1 2 3 4 5
Hueher
31
25.1.2012, 11:49
Was sind heute noch 900,- wert???

Wenn ein Rentner jetzt 950,- rente hat, dann darf er nicht mehr einkaufen oder wie???? Und es gibt genug Pensionisten mit um die 1000,- monatlich!!!! Aber für Asyl und Tierheime gibts genug Kohle...............
Eine Schande ist das für ein angeblich reiches Land wie Ö !! Ich schäme mich immer mehr ein Ö zu sein!!

Chocoholic
00
24.1.2012, 17:05
Des is supa. Ich geh mit an Armen einkaufen, so komm ich auch zu billigen Produkten.

Und dann lad ich ihn auf ein Karroffelgulasch ein....

Hueher
00
25.1.2012, 11:53
Was ist eigentlich "arm"???????

wenn ich 850,- oder 1000,- pro Monat habe?? Oder auch so um die 1200,- ????
wenn die Wohnung auch ca. 500,- kostet?!ich bin Rentner, gelte aber NICHT als "arm" da ich 1000,- pro Monat habe, die Wohnung 600,- kostet...................darf aber nicht einkaufen dort......
wunderbar oder nicht?

na_sowas
00
23.1.2012, 08:31
ueberblick

..sollte verkaufen sein, sorry..

na_sowas
00
23.1.2012, 08:23
ueberblick

So sehr diese Supermaerkte helfen, es ist eigentlich eine bedenkliche Einrichtung da die Leute, die das Sagen in der Wirtschaft haben wieder einmal eine geistige Ausrede haben. Ich moechte auch gerne wissen ob die Waren fuer den Kosum geprueft werden. Oder ist es dann auch schon OK verwelkte Salate und chemische reactive Hautchremen zu verkauven. Aber wer wird sich schon aufregen, "die" sollen doch froh sein wenn's was kriegen, jawohl?

dakakadu
45
19.1.2012, 07:10
die oberschicht hat sich dazu entschlossen auf das untere drittel zu scheissen

die investieren das sozialgeld lieber in security, was dabei herauskommt: faschismus

dakakadu
31
19.1.2012, 07:08
es ist ein BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN

zu fordern, alles andere macht keinen sinn.
wenn sozialmärkte "notwendig" werden, dann sind die SOZIALLEISTUNGEN und vor allem die LÖHNE VIEL ZU GERING.
diese sozialmärkte sind der falsche weg.

J R
92
18.1.2012, 19:05

und finanziert wirds von den normalen Konsumenten, die dadurch noch stärker abgezockt werden.

.::.wanderfalke.::.
 
01
21.1.2012, 16:32
Auch abnormale Konsumenten ...

zahlen die einkalkulierten Ausfalls- und Entsorgungskosten. Der Verkauf zum halben Preis kurz vor Ablauf der Verkaufsfrist hilft den Unternehmen, Entsorgungskosten zu sparen.

green tea
07
18.1.2012, 18:10
wenn die Lebensmittelkonzerne die Preise in Österreich nicht um horrende Summen erhöht hätten,

würde kein Mensch solche "Sozialmärkte" benötigen.

Schon oft genug hier erwähnt: zahlreiche Lebensmittel - gleiches Produkt, gleicher Hersteller, gleicher Inhalt usw - sind in Österreich. Supermärkten um bis zu 40% teurer als in Deutschland.

Und die machen daß, solange sie das ungestraft dürfen - hier könnte nur eine gesetzliche Regelung (Strafe für überteuerte Grundnahrungsmittel) eine Änderung bewirken, Punkt.

Sehr fragwürdig ist auch die "ehrenamtliche Arbeit" aller Mitarbeiter - warum sind diese nicht angestellt, warum werden hier nicht Arbeitsplätze geschaffen?

Und: ob auch mit anwachsen der Sozialmärkte die vielen verbilligten Lebensmittel (am Tag des Ablaufdatums oft -50%) in regulären Supermärkten verschwinden?

.::.wanderfalke.::.
 
00
21.1.2012, 16:23
-50% Artikelrabatt ist kostengünstiger als das Entsorgen!

Wer flexibel genug ist, sich im Vorrübergehen bei den Regalen mit diesen Artikeln zu versorgen, ohne damit etwas zu kaufen, was er nicht braucht, hat einen Preisvorteil.

Alexander Schiel
04
18.1.2012, 18:15
ehrenamtliche Mitarbeit

Die Antwort warum es in meinen geführten Märkten nur ehrenamtliche Mitarbeiter gibt ist realtiv einfach. Es wäre nicht finanzierbar. Bei unseren Standorten dürfen alle Mitarbeiter sich als "Dankeschön" ihren Einkauf gratis mitnehmen. Und ohne diese tolle Mitarbeit meiner Leute wäre dieses Projekt gar nicht tragbar.

Briefmarkenkleber
00
19.1.2012, 09:32
Eine persönliche Frage:

Werden Sie zu Jörg Haiders Todestag auch in der neuen Filiale Kerzen im Kassenbereich aufstellen?

Christa Kummer <3 <3 <3
24
18.1.2012, 17:37
ernstgemeinte Frage:

darf ich da als Student (studieren in Mindestzeit, verdiene nebenbei nur geringfügig + Beziehe eine kleine Studienbeihilfe, "verdiene" so im Monat deutlich unter 900 Euro) auch einkaufen? Würde mein Leben sehr viel einfacher machen...

Königin Katzi-Bambi-Mausi
00
19.1.2012, 14:03

warum denn auch nicht?

Mann40
00
18.1.2012, 18:54

also wenn die obige 900€ Grenze gilt, dann dürfen Sie das sehr wohl.

Es würde mich interessieren, ob es geklappt hat, viel Glück.

puppi7899
00
18.1.2012, 18:03
christa kummer

Ich würde es Ihnen wünschen.

Alexander Schiel
27
18.1.2012, 17:55
Ja sicher

Komm einfach mit deinem Studentenausweis statt dem Einkommensnachweis in einen der beiden Märkte. lg Alexander

ich schau nur ...
00
18.1.2012, 18:21
danke für die antwort

...im namen der studenten.

rätselhaft, wie man obigen sachlichen, nützlichen hinweis (negativ) bewerten kann.

GhostInside
30
19.1.2012, 09:43
negative Bewertung

Innerhalb der Gesellschaft herrscht die Meinung vor, dass Studenten/ Migranten/ Sozialhilfebezieher keine Leistungsträger sind, und somit zu Feindbildern mutieren. Ehrenwert ist nur wer sich ausbeuten lässt, und möglichst wenig denkt.
So erklärt sich sogar bei einer so simplen Aussage eine negative Bewertung.

Alexander Schiel
04
18.1.2012, 18:27
;-)

ach ich nehm sowas eher mit Humor. Sogar im sozialen Sektor gibt es Neider aber ich betrachte solche negativen Bewertungen oder Posting eher als Beweis dass ich irgendwas richtig mache ;-))

prusiner
00
18.1.2012, 17:50
aber nur

wenn das mit der Mindestzeit auch wirklich stimmt :-)

Briefmarkenkleber
02
18.1.2012, 17:32
Eine Einzelmaßnahme

die kritisch zu hinterfragen ist. MEnschen, die keine Steuern zahlen dann auch noch von den Konsumsteuern zu befreien und aus dem Wirtschaftslauf auszuklammern wirft Fragen auf.

Die Heranführung an (fair) bezahlte Arbeit ist prioritär.

GhostInside
01
19.1.2012, 09:47
Steuern

Ich nehme mal an Sie meinen Personen, die ihr Geld in Stiftungen in Liechtenstein und auf den Cayman Islands deponieren.
Gebe Ihnen recht. Leute wie KHG sollte man wieder der fairen Lohnarbeit zuführen.

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