"Wiener Ball"

UNESCO führt WKR-Ball auf Liste für "immaterielles Kulturerbe"

Katrin Burgstaller, 17. Jänner 2012, 17:16
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    foto: derstandard.at/burg

    Die Österreichische UNESCO-Kommission bewirbt auf ihrer Site den WKR-Ball.

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    Die FPÖ verleiht dem WKR-Logo ein "UNESCO-Siegel".

Burschenschafter-Ball wurde von österreichischer Kommission als Beispiel für Wiener Ball anerkannt

Der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) in der Hofburg sorgt alljährlich für Aufregung. Nun ist die Debatte um eine Facette reicher: Wie die Österreichische UNESCO-Kommission gegenüber derStandard.at bestätigt, ist der Burschenschafterball offizieller Teil der Wiener Ballsaison, die 2010 zum Immateriellen Kulturerbe in Österreich der UNESCO erklärt wurde. Auch auf ihrer Website kündigte die UNESCO die umstrittene Veranstaltung im Ballkalender an (siehe Screenshot links).

WKR-Ball erfüllt Kriterien

Maria Walcher, Leiterin der Nationalagentur für das Immaterielle Kulturerbe der Österreichischen UNESCO-Kommission, erklärt im Gespräch mit derStandard.at, dass der WKR-Ball dezidiert von der Kommission als eines von 17 Beispielen für das immaterielle Kulturerbe "Wiener Ball" akzeptiert wurde. Der WKR-Ball erfülle alle Kriterien eines "Wiener Balls", der sich zum Beispiel durch die Eröffnung, eine Mitternachtseinlage und eine Ballspende auszeichne.

Zurück geht die Anerkennung des "Wiener Balls" auf Susanne Schöner, Organisatorin des Juristenballs. Sie brachte den entsprechenden Antrag ein. Im Gespräch mit derStandard.at erklärt Schöner die Aufnahme des WKR-Balls in ihren Antrag damit: "Der WKR-Ball war bis jetzt als Traditionsball im Wiener Ballgeschehen anzusehen."

Gefragt, ob es die UNESCO tatsächlich vertreten kann, den umstrittenen WKR-Ball als Beispiel für das immaterielles Kulturerbe "Wiener Ball" anzuerkennen, sagt Walcher: "Der 24-köpfige Fachbeirat, bestehend aus Vertretern von fünf Ministerien, neun Landeskulturarbeitern sowie Vertretern aus der Wissenschaft, geht bei seinen Entscheidungen objektiv vor." In der nächsten Sitzung Ende März werde sich der Fachbeirat jedoch erneut "damit beschäftigen".

WKR-Ball mit "UNESCO-Siegel"

Der FPÖ kommt die Anerkennung durch die österreichische UNESCO-Kommission sehr gelegen. "Der WKR-Ball wird auf der Internetseite der Österreichischen UNESCO-Kommission ausdrücklich im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich angeführt", hieß es in einer FPÖ-Aussendung. Die Kreativabteilung der FPÖ hat dazu passend das Logo des WKR-Balls mit einem selbst entworfenen "UNESCO-Siegel" ausgestattet. (derStandard.at, 17.1.2012)

Update

Die UNESCO hat die Liste mittlerweile vom Netz genommen.

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vito don´s schwester
00
30.1.2012, 12:08
die meinten wohl

kriminelles kulturerbe

Frodo Der Hobbit
01
24.1.2012, 07:53
campus und fraternities

wie ist die beziehung zur modernen, internationalen art sowas zu machen?
auch da gibts ein spektrum von sponsoren, teils heimlich extremistisch, und weitverzweigte aktivitäten, die zum teil durchaus sinnvoll sind.

aber die nachkommen der velierer von 1848 sollten auch mal in der öffentlichkeit klar machen, dass sie im heute leben, und die demokratischen werte weiterentwickeln wollen. wieviele afrikaner, araber, asiaten haben sie in ihren reihen vorzuweisen, in einer internationalen akademischen welt?
je einen alibihansel? oder gar keinen? oder doch repräsentativen prozentsatz?

die grande revolution galt ja leider nur für weisse franzosen. in den kolonien galt was anderes. und die grundidee wirkte durch ganz europa.

K 3
00
28.1.2012, 09:51

Die Burschenschafter sind erst in den 1880er Jahren in Wien wirklich tätig geworden. Im heutigen Österreich gab es im Jahr 1842 gerade mal 2 Studentenverbindungen und keine war eine Burschenschaft, wie man sie heute kennt. 1848 gab es in Prag im heutigen Tschechien sehr aktive deutsche Burschenschafter.

Frodo Der Hobbit
00
24.1.2012, 07:43
völlig abstrus

ist schon die idee, wer hat damit angefangen?
die UNESCO hat sich damit schon zum mehrfachen mal tendenziöse aktionen geleistet.

so eine plattform ist keine ebene, wo einander die ideologien bestrafen, noch demonstrativ platz greifen dürfen.

ein kulturerbe sollte überhaupt keinerlei proprietäre verbindungen haben, in der form dass eine politische oder wirtschaftliche interessensgruppe es als sein eigenes vehikel benutzen kann.

K 3
10
28.1.2012, 10:01

Doch man kann es auch als Kulturerbe sehen, daß im Weinland Österreich es organisierte Biertrinker gibt, die deren Wurzeln zumeist als Deutsche im heutigen Tschechien haben, von wo Hundertausende in den 1880er Jahren nach Wien und südlich von Wien hergezogen waren.

Aktive Arbeitslose
13
20.1.2012, 11:37
Eh klar

Fehlt nur noch den Metternichschen Überwachungsstaat zum Kulturerbe zu erklären ...

Fürst Metternich glänzte doch auch durch die Ausrichtung von Bällen ;-)

Aramis
22
23.1.2012, 17:26
und wer ist damals auf die Straße gegangen?

Die Burschenschaften!!!

FalscherProphet
02
23.1.2012, 18:25
...und später arrangierten sich die Burschis

mit der NSDAP. Was für ein Abstieg.

Ein treffendes Liedchen von Christoph & Lollo über die Burschenschaften:

www.youtube.com/watch?v=TTZQVzpkLaE

drfeurstein
22
23.1.2012, 18:28
von arrangieren kann ja wohl nicht die Rede sein

denn es wurden alle Studentenverbindungen verboten.

gas karl
00
20.1.2012, 11:56
der war eh harmlos

pro archiv
00
19.1.2012, 17:51
interessante fotoserie von ball-verantwortlichen

prunk-porträts u.a. der 'geschäftsführerin hofburg', weiters von christl schönfeldt (ehemals opernball), susanne schöner (juristenball) und auch ing. udo guggenbichler (wkr-ball).
http://www.artista.at/download/... nschen.pdf

gas karl
00
19.1.2012, 16:30
Die habe die Ösis in die richtige Kategorie gesteckt

verstehe gar nicht warum sich soviele aufregen....

Trollblume
00
19.1.2012, 07:35

Nehmen wir es doch als gegeben - und besetzen es positiv: als Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung. In Pyramiden wird heut auch niemand mehr begraben ...

Seria
31
18.1.2012, 20:44

es wird immer wieder übersehen und idt den meisten Postern nicht bekannt, daß "Burschenschaften" nur ein Typus von Corporationen sind. Es gibt auch Landsmannschaften und Corps, Akad Turnvereine etc.

Späthippie in völliger Verblödung
13
18.1.2012, 23:04
Jaja,

auch Turnvater Jahn hatte mit dem Deutschnationalismus nichts am Hut.

drfeurstein
20
23.1.2012, 18:29
dein Nick erübrigt den Kommentar, der mir auf der Zunge liegt

Der Chronist
113
18.1.2012, 16:15

Da wird jetzt nur taktiert und vernebelt.

Man kann ebnso gut sagen: Solange Hitler einen Teller Gemüsesuppe gegessen oder mit seinem Hund gespielt hat, war er ein ganz normaler, harmloser Mensch.

Es wäre natürlich grober Unfug, die Person Hitler und ihre Verantwortung nur aus der Perspektive des Vegetariers oder Hundefreundes zu beobachten.

Genausowenig kann man die Nationalsozialisten auf dem WKR-Ball auf den Walzer reduzieren.

Genau das versuchen aber Graf und Co., und darauf sollte niemand reinfallen.

greenling
00
28.1.2012, 16:07

Es wird aber auch nicht wahrer, dass Hitler Vegetarier gewesen sein soll, je öfter man es wiederholt!

V995
03
18.1.2012, 15:58
rechtsextremismus ist in österreich unbekannt

drum haben die narrenfreiheit

Lichtfreak
04
18.1.2012, 15:29
Da kann man nachfragen, wer dafür verantwortlich ist:

http://immaterielleskulturerbe.unesco.at/cgi-bin/p... =8&lang=de

muppetbasher
00
18.1.2012, 15:24
..... weil sie tanzen Linkswalzer MIT dem Sabel!

byron sully
48
18.1.2012, 15:07

das ist eigentlich eine noch größere ungeheuerlichkeit als die, daß der ball in der hofburg stattfindet. daß so was überhaupt möglich ist...? wer ist für diesen skandal verantwortlich?

Aramis
40
23.1.2012, 17:31
"Wer ist für diesen skandal verantwortlich?"

Richtig! Mit welchem Recht dürfen die einen Ball veranstalten. Das ist ja unerhört!!!(Sarkassmus)!!!
Die gehören alle eingesperrt!!!!

pro archiv
04
18.1.2012, 20:11

eine - sich offenbar sorgsam bedeckt haltende - ballbetreibergesellschaft.

Cronos
73
18.1.2012, 16:07

Ist eigentlich kein Skandal. Wird nur von einigen aus bekannten Interessen als solcher erklärt.

Aus unerfindlichen Gründen, aber nachvollziehbaren empören sich halt einige, die der Priesterin Claudia Roth folgen, deren Credo die Empörung ist.

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