Westliche Geheimdienste nach Mordanschlag verdächtigt
Teheran - Nach der erneuten Tötung eines iranischen Atomforschers hat die Regierung in Teheran Personenschutz für die Atomwissenschaftler des Landes angeordnet. Ermordungen würden den Fortschritt des Iran nicht verhindern, zitierte die Nachrichtenagentur Isna Vize-Präsident Mohammed Reza Rahimi am Dienstag. Die Regierung habe einen "speziellen Schutz für alle" Mitarbeiter des Atomsektors erlassen, sagte Rahimi. Bereits Ende 2010 hatte der Iran Schutzmaßnahmen für seine Atomforscher angekündigt.
Vergangene Woche war der 32-jährige Atomwissenschaftler Mostafa Ahmadi Roshan bei der Explosion einer Haftbombe an seinem Auto getötet worden. Er war stellvertretender Leiter für kaufmännische Angelegenheiten der Atomanlage Natanz, wo der Iran Uran anreichert. Es war der vierte derartige Anschlag auf iranische Atomwissenschaftler innerhalb von zwei Jahren. Der Iran beschuldigte Geheimdienste der USA, Großbritanniens und Israels, für den jüngsten Anschlag verantwortlich zu sein. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Vorwand eines offiziell zivilen Nuklearprogramms nach Atomwaffen zu streben.
Nach Angaben des iranischen Parlamentspräsident Ali Larijani nahmen die Behörden bereits mehrere Menschen fest, die mit dem Anschlag in Verbindung gebracht wurden. Der Sprecher des Außenministeriums in Teheran, Ramin Mehmanparast, sagte dazu am Dienstag, er habe "keine Informationen über diese Festnahmen". (APA/AFP)