Mögliche Abstufung im Jahr 2012 oder 2013
Brüssel - Nach der Abstufung von neun Euro-Ländern hat die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) nun auch den Ausblick für die Hausbank der Europäischen Union gesenkt. Die Bonitätsprüfer drehten den Ausblick für die Europäische Investitionsbank (EIB) auf negativ, was als Vorstufe einer möglichen Abstufung gilt, wie S&P mitteilte. "Der negative Ausblick spiegelt unsere Ansicht einer möglichen Abstufung im Jahr 2012 oder 2013 wider", so die Rating-Agentur.
S&P begründete diese Entscheidung mit sich verschlechternden Aussichten für die Niederlande, Finnland und Luxemburg - sie sind seit Freitag neben Deutschland die letzten von S&P noch mit der Bestnote AAA bewerteten Staaten der Euro-Zone. Nachdem die Rating-Agentur Frankreich und Österreich ihre Top-Note entzogen hatte, fiel automatisch bei der EIB deren abrufbares Kapital von AAA-Ländern von 137 Mrd. Euro auf 96 Mrd. Euro.
Zunächst ließ die Rating-Agentur die Bewertung des größten supranationalen Finanzhauses aber noch unverändert bei AAA für die langfristige Bonität und der Note A-1+ beim kurzfristigen Rating - trotz "weniger-günstiger" Kapital- und Liquiditätszahlen verglichen mit den meisten anderen mit AAA bewerteten Institutionen, wie S&P weiter mitteilte.
Das Eigen- bzw. abrufbare Kapital EIB hat sich durch die Abstufung von neun Ländern durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) quantitativ und qualitativ nicht geändert , sagte eine Sprecherin der Luxemburg sitzenden Finanzinstitution am Dienstag. Unter den 27 Eigentümer-Ländern der Bank verfügten nun nur mehr vier statt sechs über ein AAA von S&P. (APA)