Adipositas

Fettsucht stark von Alter und Bildungsniveau abhängig

17. Jänner 2012, 12:54
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    foto: apa/arno burgi

    1983 waren zehn Prozent aller befragter Frauen und 8,5 Prozent Männer adipös. Im Jahr 2007 waren es bereits 15 Prozent der Frauen beziehungsweise 13,8 Prozent der Männer.

Vor allem Generation 55 plus mit wenig Bildung gefährdet - Grazer Sozialmediziner analysierten Daten von 1983 bis 2007

Graz - Einen signifikanten Zuwachs der Adipositasrate bei Männern und Frauen zeigt eine Langzeituntersuchung zur Fettsucht in Österreich, die an der Med-Uni Graz durchgeführt wurde.

Die Fettleibigkeit ist seit 1983 - abhängig von den jeweiligen Bevölkerungsgruppen - unterschiedlich angestiegen: Vor allem Personen ab dem 55. Lebensjahr mit niedrigem Bildungsniveau sind gefährdet, an Adipositas zu erkranken.

Signifikanter Anstieg der Fettleibigkeit

Die Wissenschafter am Grazer Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie untersuchten die Entwicklung in der Erwachsenenpopulation zwischen 1983 und 2007, um betroffene Gruppen zu identifizieren und entsprechende präventive Maßnahmen zielgruppenspezifisch planen zu können.

Dabei verwendeten sie Daten von rund 123.000 Personen (davon 64.300 weiblich) aus vier nationalen, repräsentativen Erhebungen aus Interviews in Privathaushalten. Adipositas wurde definiert als ein Body-Mass-Index (BMI) ab 30, schildert Studienautorin Franziska Großschädl.

Grundsätzlich zeigte sich, dass die allgemeine Häufigkeit für Fettleibigkeit signifikant angestiegen ist. Insgesamt waren 1983 noch zehn Prozent aller befragter Frauen beziehungsweise 8,5 Prozent (Männer) adipös. Im Jahr 2007 waren es bereits 15 Prozent der Frauen beziehungsweise 13,8 Prozent der befragten Männer.

Entsprechend der bildungsspezifischen Situation in Österreich wurden rund 100.000 Personen mit niedrigem Bildungsniveau (Pflichtschul- oder Lehrabschluss oder Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule), 14.500 mit mittlerem Bildungsniveau und 6.300 Akademiker befragt.

Höchster Anstieg bei 55 plus mit niedrigem Bildungslevel

"Die Dynamik der Zuwächse innerhalb der Bevölkerungsschichten ist unterschiedlich", hielt Großschädl fest. "Die Personengruppe 55 plus mit niedrigem Bildungslevel verzeichnet den höchsten Anstieg an Adipositaserkrankten", so die Koordinatorin: 1983 litten 17,2 Prozent der Frauen dieser Gruppe beziehungsweise 11,7 Prozent der Männer an Adipositas, 2007 schon 26,6 beziehungsweise 21,8 Prozent.

Vor allem Personen, die in ihrem Berufsleben körperlich aktiv sein mussten, sind bei Eintritt in den Ruhestand gefährdet, fettleibig zu werden, folgert Großschädel. Gleichbleibende Nahrungszufuhr bei vermindertem Energieverbrauch könnte dafür verantwortlich sein.

Steigender Trend auch bei Akademikern

Einen steigenden Trend gab es auch bei Akademikern im mittleren Erwachsenenalter - wenn auch auf niedrigem Niveau: Von den rund 6.300 befragten Akademikern waren 1983 2,5 Prozent (Frauen) beziehungsweise 3,5 Prozent (Männer) adipös. 2007 waren es schon mehr als doppelt so viele, nämlich 5,7 beziehungsweise 6,9 Prozent.

Innerhalb Österreichs bestätigten die Analysen das bekannte Ost-West-Gefälle: In der Region um Wien, Niederösterreich und Burgenland ist der Anteil der Fettleibigen am größten. Die meisten Schwergewichtigen leben im Burgenland: 2007 waren rund 23 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer fettsüchtig. (red/APA)

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Posting 1 bis 25 von 406
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Gute Laune ist kein Verbrechen
01
12.2.2012, 08:16

Es gibt auch sehr interessante Artikel zu dem Thema, die das Pferd von hinten aufzäumen: Nicht wer bildungsfern (und demnach statistisch gesehen finanziell benachteiligt) ist, ernährt sich schlecht - wer sich schlecht ernährt, setzt sich der erhöhten Gefahr aus, zu verarmen sowie bildungsfern zu bleiben...
Wer sich von Cornflakes, Milchschnitten & Pizza ernährt, darf sich nicht wundern, dass die Energie nur für Arbeit nach Vorschrift, Couch und ATV reicht.

Das Problem dabei ist leider, dass das Zeug abhängig macht. Deshalb ist es keine Frage von "dann änder deine Ernährungsweise halt einfach!" - es muss beraten, aufgeklärt, bewusstgemacht werden.
Gewohnheits(/Sucht-)veränderungen gehören angestoßen.

Blaky
02
55 plus mit niedrigem Bildungslevel

Wer körperlich arbeitet, wird nicht bei Pensionsantritt schlagartig seine Essgewohnheiten ändern.
Also, wen wunderts?

John Galt17
07
22.1.2012, 11:16

"55 plus mit niedrigem Bildungslevel" klingt wie die Fahnungsbeschreibung des durchschnittlichen österreichischen Gewerkschaftsfuntionärs.

Spooky Mabook
51
21.1.2012, 15:01
Meine Eltern sind

Akademiker, ich studiere und jeden Abend rauche ich mich zu, nur um beim Fressflash 200 Meter zu gehen und beim Mäcci ein BigMac-Menü mit Apfeltasche und 9er Chicken McNuggets zu kaufen und wieder nach hause zu schweben. Wenn's mal nicht das Haschisch ist, dann ist es das Bier.

länge ist die neue breite
00
21.1.2012, 17:47

Supersized? Somebody check your brain...

Spooky Mabook
00
23.1.2012, 17:14

Das cannabis ist schuld!

länge ist die neue breite
02
24.1.2012, 14:13

Wenn du schon so ein pothead bist, warum, oida, schreibst du das in ein öffentliches forum?? Willst du, dass sie dir die wohnung zerlegen?

Enrico Dal Vero
43
19.1.2012, 20:32
Ist mal wieder eine provozierende Schlagzeile.

Übergewicht und Fettleibigkeit hat weniger mit Intelligenz zu tun, sondern ganz stark mit Armut.
Wer wenig, bis kein Geld hat, muss zu Lebensmittel greifen, die alles andere als gesund sind.
Billige Fertiggerichte, der berühmte Leberkäse und traurig genug, Katzen- und Hundefutter.
Und wir schauen alle weg.

Salz Burger
02
10.2.2012, 17:45

Fertigprodukte sind nicht billig, sondern in Bezug auf die Inhaltstoffe sogar sehr teuer.
Wirklich hochwertige Nahrungsmittel, also solche die viel wertvolle Inhaltstoffe haben, Fleisch, Eier, Käse, sind eigentlich recht billig.

Nick31
21
27.1.2012, 13:34
Es gibt auch eine ganz andere Sichtweise.

a) Beeinflußen Übergewicht und die fast immer damit einhergehende Nahrungsmittelabhängigkeit (Zucker, Salz) sehr wohl die kognitiven Fähigkeiten, wie z.B. die Konzentrationsfähigkeit.
b) wird mittlerweile auch andersrum gerechnet: Schlechte Ernährung VERURSACHT Armut. Einfach weil die Leistungsbereitschaft sinkt. Wobei man da manchmal bereits von der Bereitschaft sprechen muss, überhaupt von der Couch aufzustehen.

Zwei Kilo Äpfel sind beim Hofer weit billiger als eine Tiefkühlpizza. Soviel zum finanziellen "Zwangs"-Aspekt.

1 besorgter Bürger
00
20.2.2012, 14:26
Ächt jetzt ?

Also bei uns beim Hofer kostet die tiefkühlpizza ab 0,60 /Stk. und 2 kg äpfel 1,49 - soviel zu ..

Zwei Kilo Äpfel sind beim Hofer weit billiger als eine Tiefkühlpizza. Soviel zum finanziellen "Zwangs"-Aspekt.

super cat
01
23.1.2012, 03:15

Wer Geld hat fährt übers Wochenende weg, geht gut essen etc., wer wenig hat, gönnt sich Naschzeug, für teureren Luxus reicht das Geld nicht.

länge ist die neue breite
01
23.1.2012, 10:44

Das ist einfach unreflektiert. Wer viel in guten restaurants essen geht, ist leichter schlank....AHA

Glauben Sie, dass in guten restaurants kalorienarm gekocht wird? Darauf wird es wertlegen, ein gutes Restaurant, weil es dann seine Gäste gleich an das Restaurant daneben verlieren wird...

super cat
01
23.1.2012, 18:24

Gut Essen gehen ist EINE von vielen Möglichkeiten sich etwas Luxus zu gönnen wenn man Geld hat. Von oft und viel in guten Restaurants essen gehen ist in meinem Posting überhaupt nichts zu lesen.

länge ist die neue breite
02
23.1.2012, 19:03
Schauen Sie einmal

was gemüse oder obst kostet. Also Geldmangel sollte nicht am dick sein schuld sein.

Vergleichsweise luxuriös sind sehr viele Dinge in unserem Leben, gutes Essen, ein gutes Buch, materielle dinge, etwas mehr zeit zu haben.

Wirklich luxuriös ist es aber, sich mit sich selber zu konfrontieren und gerade die sogenannte "Komfortzone" zu verlassen...Das kann man aber erst verstehen, wenn man die Erfahrung selber gemacht hat. Als sportlicher Mensch kann man in diesen Genuß kommen.

länge ist die neue breite
13
20.1.2012, 13:04

Bildungsniveau ist nicht gleich Intelligenz.

Balkonbepflanzer
04
19.1.2012, 22:31

Halte ich für falsch. Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, wo es uns nie schlecht gegangen ist, aber viel Geld hatten wir auch nicht. Nur der Unterschied war, dass meine Mutter bzw Großmutter immer selbst gekocht haben, es gab 1 Kleinigkeit, die wir uns pro Wocheneinkauf aussuchen haben dürfen, zb 1 Überraschungsei etc. Es gab daheim schon auch Süßes, zb Strudel oder Kuchen, Kekse etc. Nur wir waren den ganzen Tag draussen, haben viel gemacht, drum war es nicht so wichtig, was wir gegessen haben. Sich aufs Geld rauszureden, finde ich in diesem Zusammenhang eher als klassische Ausrede um es sich leicht zu machen.

Jane Lane
 
02
24.1.2012, 00:12

"es gab 1 Kleinigkeit, die wir uns pro Wocheneinkauf aussuchen haben dürfen"

"Nur wir waren den ganzen Tag draussen, haben viel gemacht..."

Und damit haben Sie ganz simpel DIE 2 Hauptfaktoren beschieben, warum heute viele Kinder und Jugendliche - und auch Erwachsene - an Übergewicht leiden:

1)Eine permanente Verfügbarkeit an großen Mengen von zucker-/fetthaltigen Lebensmitteln zu einem so geringen Preis, dass sich bereits 7jährige auf dem Schulweg bzw. in der Schule(!) den halben Tagesbedarf an Kalorien "im Vorbeigehen" anfuttern können.

2) Ein erheblich eingeschränkter Bewegungsradius: zB wieviele unbeaufsichtige Kindergruppen sieht man so von frühnachmittags bis Dämmerungseinbruch draussen herumtollen? Genau. So gut wie keine.

super cat
01
23.1.2012, 03:16

Waren Mutter bzw. Großmutter berufstätig?

Chocoholic
21
20.1.2012, 16:09
.... Und es gab kein aspartam... Und auch keine zuckerhaltigen Limonaden,

Gerade aspartam regt ja den "insulinkreislauf" an, als ob tatsächlich Zucker zugeführt wurde, aber dann ist nix zum "verinsulieren" da, der insulinhaushalt wird komplett ins Chaos geführt. Und dann wundern sich alle, warum sich schon in jungen jahren so viele diabetes fälle zeigen, ist sogar im vormarsch....

Balkonbepflanzer
10
21.1.2012, 04:56

Erstens gabs bei uns sehr wohl Süßstoffen, nämlich Cola Light und Süßstoff für den Kaffee oder Tee. Zweitens ist das natürlich ein Blödsinn, dass Süßstoffe den Insulinspiegel beeinflusst.

Chocoholic
11
22.1.2012, 09:13
Wunderbar, warum wurde es dann als Apetitanreger bei der Viehaufzucht verwendet?

Bzw. Wie hat es da funktioniert? Ich höre?

länge ist die neue breite
00
23.1.2012, 02:49

Erklären Sie bitte zuerst den zusammenhang zwischen appetitanregung und insulinauschüttung?

Können Sie nicht, weil es überhaupt keinen gibt.

länge ist die neue breite
00
23.1.2012, 03:18

naja, könnte schon einen geben. Wenn Aspartam die Insulinausschüttung provozieren würde, könnten die Glukosevorräte aus leber und muskeln den Blutzuckerspiegel wieder normalisieren. Ohne das man es als laie wirklich messen könnte.

Dann hätte man irgendwann Hunger.

Ich bin auch nicht sehr für Süßstoffe. Würde da auch vorsichtig sein.

Balkonbepflanzer
00
22.1.2012, 17:35

Ich hätte von Ihnen gerne eine Studie, wo dieser Effekt auf den Insulinspiegel gezeigt wird. Sie verbreiten solche Geschichten immer ohne einen Nachweis. Und bitte verweisen Sie nicht auf Google.

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