Deutscher Musikmarkt erstmals seit Jahren wieder stabil

17. Jänner 2012, 12:25

Downloads steigen deutlich im Vergleich zu einem leichten Rückgang bei CD-Verkäufen

Der Musikmarkt in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit 1997 nicht geschrumpft. Das teilten der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) und das Marktforschungsunternehmen Media Control am Dienstag auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Während digitale Downloads im Internet deutlich zulegten (plus 28,8 Prozent), gab es bei den CDs nur einen leichten Rückgang (minus 2,2 Prozent). Besonders beliebt war Musik aus Deutschland.

"Für eine Trendwende ist es noch zu früh. Es zeigt aber, dass sich Innovationen auszahlen und dass die Produkte massiv nachgefragt sind."

Der Vorstandsvorsitzende des BMVI, Dieter Gorny, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Für eine Trendwende ist es noch zu früh. Es zeigt aber, dass sich Innovationen auszahlen und dass die Produkte massiv nachgefragt sind." Bei allem Erfolg dürfe nicht vergessen werden, dass sich das Marktvolumen in den vergangenen Jahren nahezu halbiert habe. Nach wie vor bilden CDs das Rückgrat der Branche mit einem Umsatzanteil von rund drei Vierteln. Dabei waren insbesondere deutsche Künstler gefragt (minus 0,6 Prozent), während internationale Produktionen um 5,3 Prozent zurückgingen. Vinyl-Schallplatten setzen ihren Erfolg mit plus 18,5 Prozent fort, spielen aber insgesamt kaum eine Rolle.

Immer wichtiger wird hingegen der digitale Vertriebskanal: In Bezug auf den Anstieg um rund 28,8 Prozent sprach Florian Drücke, Geschäftsführer des BMVI, in einer Pressemitteilung von einer erfolgreichen Diversifizierungsstrategie im Musikvertrieb, "vom Vinyl bis zur Cloud". Und auch Gorny betonte: "Es ist bequemer geworden, Musik im Internet zu kaufen und wir alle kennen uns besser aus, so dass es bei den digitalen Downloads fast eine Explosion der Zahlen gibt."

Warnsystem für illegale Nutzer

Für das kommende Jahr erhofft sich der Vorstandsvorsitzende sogar ein Wachstum. "Das geht allerdings nur, wenn Kultur-, Wirtschafts- und Netzpolitik an einem Strang ziehen und die Rahmenbedingungen für Wachstum schaffen. Wir brauchen beim Urheberrecht klare Regelungen, wie zum Beispiel ein Warnsystem für illegale Nutzer im Internet." Die Netzpiraterie bleibe trotz der markanten Steigerungen ein ernstes Problem.

Den Gesamtumsatz der Branche gibt der Verband erst später bekannt, da die Zahlen für das Streaming-Geschäft noch nicht vorliegen - hier wird Musik wie beim Radio über Internet abgespielt, ohne dass eine Speichermöglichkeit vorgesehen ist. 2010 erreichte der Umsatz der Branche 1,49 Milliarden Euro; davon entfielen 17,5 Prozent auf digitale Vertriebswege. Entsprechende Zahlen für den österreichischen Musikmarkt liegen bis dato noch nicht vor. (APA)

neeeed
03
17.1.2012, 15:44
hätten die de**en

schon vor 15 jahren begonnen auf digital/download umzusteigen wie es ihnen alle gesagt haben hätten sie inzwischen viel mehr gewinn gemacht und wir hätten die ganze "illegale downloads thematik" die wir in der vergangenheit hatten (napster & co) nicht gehabt

solche idio*en... das ist das problem wenn man so viel angst vor etwas neuem hat und stattdessen nur auf macht-erhaltung aus ist...

dB
71
18.1.2012, 00:43

Auch wenns cool ist auf die MI zu schimpfen - Sie haben hier schlichtweg unrecht.
Die ersten Jahre Digital Sales waren durch und durch defizitär und die breite Masse hat einfach keine Notiz davon genommen... vor 15 Jahren hat die CD gerade erst ihren höchste Verbreitung erreicht und der Begriff .www war etwas für IT-Studenten und Wallstreet-Broker.

Wie dem auch sei:
Seit es itunes gibt, gebe ich mehr Geld für Musik aus als je zuvor und finde mehr Musik die mir gefällt als jemals zuvor.
I love it.

neeeed
01
18.1.2012, 12:15

na ganz so ist es aber auch nicht!
ok, mit 15 jahren habe ich übertrieben - sagen wir halt 10 jahre - obwohl napster schon vor 14 jahren erfunden wurde - anstatt hier ein geschäftsmodell zu machen haben sie nur geklagt und geklagt - ich persönlich kann mich daran noch gut erinnern
und wenn es damals nur ein thema für ein paar freaks war, wieso hat napster sie dann so gestört?
am anfang konnten sie kein geld damit machen weil sie alles falsch gemacht haben (z.b. DRM), die waren einfach zu blöd für die neuen medien, das muss man schon sagen!
dass sie jetzt wirklich gut geld verdienen können mit dem digitalen geschäft liegt daran dass die IT unternehmen (allen voran apple) sie zu ihrem glück zwingen mussten - auch das muss man bitte dazusagen!

dB
00
18.1.2012, 14:28

Also dann drehen wir das Rad der Zeit zurück:
Es gab in der Tat vor 15 Jahren, vor 12 Jahren hochtrabende Pläne und Ideen zu einer gemeinsamen digitalen Plattform um Audioprodukte zu vertreiben.
Ziel war klarerweise eine Downloadplattform die von den damals noch 5 Majors GEMEINSAM betrieben wird.

Gescheitert isses zum wesentlicheren Teil an der Gesetzgebung, die zB Preisabsprachen u.ä. ausdrücklich verbietet, aber auch zum kleineren Teil - und hier lasse ich Ihren Vorwurf gelten - natürlich auch an der persönlichen Eitelkeit von ein paar Konzernchefs die sich nicht ausstehen konnten...
Und JA, es hat dann jemanden von aussen gebraucht, eben einen Steve Jobs, der es hier geschafft hat diese Konzernchefs einen nach dem anderen zu überzeugen

neeeed
00
18.1.2012, 14:44

ja, sie haben immer wieder versucht etwas auf die beine zu stellen und sind jedes mal gescheitert
das mit dem gesetzgeber lass ich jetzt aber nicht so einfach gelten, der gesetzgeber hat nichts dagegen wenn das modell fair ist (z.b. ein digital album deutlich billiger als cd album) - die wollten aber damals im grunde die preise 1 zu 1 übernehmen (plus die sachen wie drm) - was einfach realitätsfremd war
die hatten ja bis vor kurzem immer wieder das internet mit dem klassischen album-verkauf verglichen (falscher ansatz)
im endeffekt sind sie jedes mal gescheitert weil sie zu gierig waren und zu stur (alte konzern-chefs)
diese konzern-chefs hatten einfach null gefühl für internet, genau so wie murdoch es mit myspace komplett vergeigt hat

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