Um 5,5 Prozent

Oberbank steigert Jahresüberschuss

17. Jänner 2012, 12:18

Linz - Die börsenotierte Oberbank hat 2011 den Konzernjahresüberschuss vor und nach Steuern jeweils um 5,5 Prozent auf 121 Mio. beziehungsweise auf 104 Mio. Euro erhöht. Wachstumstreiber waren einmal mehr die Kommerzfinanzierungen, berichtete Generaldirektor Franz Gasselsberger in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz aufgrund von bisher vorliegenden Zahlen. Für heuer ist er trotz verhaltener Einschätzungen der Prognoseinstitute optimistisch.

Die Bilanzsumme der Oberbank ist 2011 um 4,5 Prozent auf 17,5 Mrd. Euro gestiegen, das Betriebsergebnis um 6,5 Prozent auf 174 Mio. Euro. Das gesamte Kreditvolumen weitete sich um 4,1 Prozent auf 10,9 Mrd. aus. Die Kommerzfinanzierungen wuchsen um 5 Prozent auf 8,9 Mrd. Euro. Das Leasinggeschäft legte insgesamt um 6,5 Prozent auf 1,4 Mrd. zu, das Neugeschäft dabei um 26 Prozent auf 500 Mio. Euro.

Primäreinlagen

Die Primäreinlagen wurden um 1,6 Prozent auf 11,3 Mrd. Euro erhöht. Mit den Kundeneinlagen und Mitteln der Kontrollbank verfüge die Oberbank über Refinanzierungsmittel von 12 Mrd. Euro. Damit könne sie ihr gesamtes Kreditvolumen refinanzieren und habe trotzdem noch eine Liquiditätsreserve von 1,1 Mrd. Euro, rechnete Gasselsberger vor. Die Kernkapitalquote sei um 0,8 Prozentpunkte auf über 11,3 Prozent noch einmal deutlich angestiegen. Damit brauche die Oberbank keine Staatshilfe, im Gegenteil zahle sie mehr als 22 Mio. Euro Steuern plus 6 Mio. Bankenabgabe.

Die Zahl der Mitarbeiter ist im abgelaufenen Jahr um 60 auf insgesamt 2.000 gestiegen, vor allem durch 8 neue Filialen - 4 in Wien, je 2 in Bayern und der Slowakei. Insgesamt hat das Geldinstitut nun 150, davon wurden 50 in den vergangenen 5 Jahren gegründet. Die "Bank für Oberösterreich und Salzburg" habe in ihrem Kerngebiet immer noch jeweils 60 Prozent des Volumens und der Erträge. Aber Wien mit aktuell 16 Filialen sei der "dynamischste Markt". Gasselsberger will dort "noch sichtbarer werden" mit später 25 bis 30 Filialen. Die Bundeshauptstadt und Bayern (22 Filialen) seien die wichtigsten "Kreditlieferanten". In Tschechien (18 Filialen) seien immer schwarze Zahlen geschrieben worden. Die Slowakei (5 Filialen) entwickle sich sehr gut.

Ungarn

Ungarn (6 Filialen) befinde sich in einer Sondersituation: Die Verluste aus der Rückzahlung von Fremdwährungskrediten würden maximal 200.000 Euro ausmachen, seien also "überschaubar". Im Gegenzug würden Kunden, die derartige Kredite bei anderen Banken vorzeitig tilgen wollen, die Oberbank-Filialen stürmen und diese könnten sich gute Bonitäten aussuchen. Filialschließungen und Personalabbau bei großen Mitbewerbern würden großes Kundenpotenzial bedeuten. In Ostösterreich verspüre die Oberbank zudem einen starken Kapitalzufluss aus Ungarn.

Im Ausblick auf 2012 stellte Gasselsberger fest: "Die angesagte Rezession findet nicht statt." Gespräche mit den Firmenkunden zeigten, die Unternehmen seien recht optimistisch, ihre Auftragslage sei sehr gut, die Lagerstände in der Industrie niedrig. Zusammen mit einer Wohnbauoffensive im Privatkundenbereich plant der Generaldirektor ein Kreditwachstum von bis zu 6 Prozent ein. "Insgesamt soll 2012 das ausgezeichnete Ergebnis des Jahres 2011 wieder erreicht werden", sagte er.

Der AAA-Verlust Österreichs sei wegen der engen Vernetzung mit Ungarn und Italien sowie wegen des international wahrgenommenen Stillstandes in der Bundespolitik erfolgt. Das eine sei ein externer Effekt, den man nicht beeinflussen könne, merkte Gasselsberger an. Zu anderen sagte er: "Das hätten wir billiger haben können, wenn vor Weihnachten etwas geschehen wäre". Weil keine Schuldenbremse in der Verfassung verankert wurde, sei die erste Chance, das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen, vergeben worden, jetzt habe die zweite begonnen. "Die Politik soll jetzt nicht lamentieren, sondern die Rückstufung als Ansporn sehen, als eine Motivation, schnellstens überzeugende Konzepte zu liefern, wie die Staatsschulden reduziert werden", sagte er. Jetzt sei es wichtig, das aktuelle Einstufungsniveau abzusichern, denn der Ausblick sei negativ. (APA)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.