Finanzierung

CA Immo warnt vor "schwierigem Umfeld in Osteuropa"

17. Jänner 2012, 13:40

Wien - Die CA Immo hat vor Finanzierungsschwierigkeiten gewarnt, die sich 2012 speziell auf osteuropäischen Immobilienmärkten auftun könnten. Der Rückzug von Banken aus einzelnen osteuropäischen Märkten bzw. der Zwang Eigenkapital freizumachen könnte Probleme für die Immobilienmärkte bedeuten, sagte das CA Immo-Management am Dienstag. Das Unternehmen will im heurigen Jahr keine neuen Objekte kaufen und Verkaufserlöse in den Abbau von Fremdkapital stecken. Von den 370 Mio. Euro, die in Projektentwicklungen fließen, sollen 80 Prozent nach Deutschland und nur neun Prozent nach Osteuropa fließen.

In die Fertigstellung österreichischer Entwicklungsprojekte (z.B. "Lände 3") soll ebenfalls noch ein Betrag in Höhe von etwa 35 Millionen Euro fließen.

"2012 wird was das Finanzierungsumfeld betrifft, eine spannende Herausforderung", sagte CA Immo-Vorstandschef Bruno Ettenauer. Das betreffe das börsenotierte Unternehmen aber nur indirekt, weil man sich bei etlichen Immobilien bereits Anschlusskredite gesichert habe. Ettenauer zeigte sich optimistisch, auch die 2012 für Osteuropa nötigen Umfinanzierungen in Höhe von 155 Mio. Euro unter Dach und Fach bringen zu können. Inklusive der deutschen und österreichischen Projekte/Bestandsimmobilien muss die CA Immo heuer 445 Mio. Euro refinanzieren.

Das Unternehmen könnte von Kreditproblemen in Osteuropa aber indirekt als Verkäufer von Immobilien betroffen sein. Wie in den Vorjahren will die CA Immo auch heuer zwischen 7 und 10 Prozent ihres Portfolios "drehen". Die Zinsen für gute, und gut besicherte Projekte seien zwar niedrig und fielen weiter, "ein Problem könnte aber das Deleveraging bei den Banken werden", sagte Ettenauer, der früher Vorstand der BA-CA war. Banken haben den Rückzug aus einzelnen osteuropäischen Märkten angekündigt, bzw. müssen ihr Eigenkapital durch den Abbau von Krediten entlasten.

Bei den auslaufenden Krediten gehe es darum, Fremdkapital für Entwicklungsprojekte in Kredite für Bestandsimmobilien umzuwandeln, sagte Vorstandsdirektor Wolfhard Fromwald. "Wir haben 2012 keine Neuanschaffungen vor, die Investitionen sind für Bestandsobjekte vorgesehen." Die höchsten Summen fließen in das 18 Hektar große Frankfurter Europaviertel, aber auch in Projekte in Berlin, etwa eine neue Mercedes Benz-Vertriebszentrale. Zwischen 35 und 40 Millionen fließen nach Osteuropa, speziell in zwei polnische Entwicklungen. Mit dem Geld sollen bereits begonnene Projekte fertiggestellt werden.

Für die deutschen Standorte Frankfurt, Berlin und München, aber auch für Wien, Polen und Tschechien rechnet die CA Immo mit einer stabilen Entwicklung. "Herausforderungen" werden für Ungarn gesehen. Bei den für 15. März erwarteten Jahreszahlen 2011 sind "keine wesentlichen Veränderungen" gegenüber den Aussagen bei den Drittquartalszahlen zu erwarten, hieß es. Die CA Immo-Aktie stieg bis gegen Dienstag 13 Uhr um 1,5 Prozent auf 8.0 Euro. (APA)

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