Wien - Die CA Immo hat vor Finanzierungsschwierigkeiten gewarnt, die sich 2012 speziell
auf osteuropäischen Immobilienmärkten auftun könnten. Der Rückzug von Banken aus
einzelnen osteuropäischen Märkten bzw. der Zwang Eigenkapital freizumachen
könnte Probleme für die Immobilienmärkte bedeuten, sagte das CA Immo-Management
am Dienstag. Das Unternehmen will im heurigen Jahr keine neuen Objekte kaufen
und Verkaufserlöse in den Abbau von Fremdkapital stecken. Von den 370 Mio. Euro,
die in Projektentwicklungen fließen, sollen 80 Prozent nach Deutschland und nur
neun Prozent nach Osteuropa fließen.
In die Fertigstellung österreichischer Entwicklungsprojekte (z.B. "Lände 3")
soll ebenfalls noch ein Betrag in Höhe von etwa 35 Millionen Euro fließen.
"2012 wird was das Finanzierungsumfeld betrifft, eine spannende
Herausforderung", sagte CA Immo-Vorstandschef Bruno Ettenauer. Das betreffe das
börsenotierte Unternehmen aber nur indirekt, weil man sich bei etlichen
Immobilien bereits Anschlusskredite gesichert habe. Ettenauer zeigte sich
optimistisch, auch die 2012 für Osteuropa nötigen Umfinanzierungen in Höhe von
155 Mio. Euro unter Dach und Fach bringen zu können. Inklusive der deutschen und
österreichischen Projekte/Bestandsimmobilien muss die CA Immo heuer 445 Mio.
Euro refinanzieren.
Das Unternehmen könnte von Kreditproblemen in Osteuropa aber indirekt als
Verkäufer von Immobilien betroffen sein. Wie in den Vorjahren will die CA Immo
auch heuer zwischen 7 und 10 Prozent ihres Portfolios "drehen". Die Zinsen für
gute, und gut besicherte Projekte seien zwar niedrig und fielen weiter, "ein
Problem könnte aber das Deleveraging bei den Banken werden", sagte Ettenauer,
der früher Vorstand der BA-CA war. Banken haben den Rückzug aus einzelnen
osteuropäischen Märkten angekündigt, bzw. müssen ihr Eigenkapital durch den
Abbau von Krediten entlasten.
Bei den auslaufenden Krediten gehe es darum, Fremdkapital für
Entwicklungsprojekte in Kredite für Bestandsimmobilien umzuwandeln, sagte
Vorstandsdirektor Wolfhard Fromwald. "Wir haben 2012 keine Neuanschaffungen vor,
die Investitionen sind für Bestandsobjekte vorgesehen." Die höchsten Summen
fließen in das 18 Hektar große Frankfurter Europaviertel, aber auch in Projekte
in Berlin, etwa eine neue Mercedes Benz-Vertriebszentrale. Zwischen 35 und 40
Millionen fließen nach Osteuropa, speziell in zwei polnische Entwicklungen. Mit
dem Geld sollen bereits begonnene Projekte fertiggestellt werden.
Für die deutschen Standorte Frankfurt, Berlin und München, aber auch für
Wien, Polen und Tschechien rechnet die CA Immo mit einer stabilen Entwicklung.
"Herausforderungen" werden für Ungarn gesehen. Bei den für 15. März erwarteten
Jahreszahlen 2011 sind "keine wesentlichen Veränderungen" gegenüber den Aussagen
bei den Drittquartalszahlen zu erwarten, hieß es. Die CA Immo-Aktie stieg bis
gegen Dienstag 13 Uhr um 1,5 Prozent auf 8.0 Euro. (APA)