Jury aus Sprachwissenschaftern

"Döner-Morde" ist Unwort des Jahres in Deutschland

17. Jänner 2012, 11:55

Kritik auch an "Gutmensch" und dem Ausdruck "marktkonforme Demokratie"

Der jahrelang für die Neonazi-Mordserie benutzte Begriff "Döner-Morde" ist in Deutschland zum Unwort des Jahres 2011 gewählt worden. Der Ausdruck stehe dafür, "dass die politische Dimension der Mordserie jahrelang verkannt oder willentlich ignoriert wurde", erklärte die Jury der sprachkritischen Aktion am Dienstag in Darmstadt. Weitere Unwörter des Jahres waren nach ihrer Auffassung "Gutmensch" und "marktkonforme Demokratie".

Die Bezeichnung "Döner-Morde" habe über Jahre hinweg die Wahrnehmung vieler Menschen und gesellschaftlicher Institutionen "in verhängnisvoller Weise beeinflusst", erklärte die Jury. Im Jahr 2011 sei dann "der rassistische Tenor des Ausdrucks" in vollem Umfang deutlich geworden. "Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechts-terroristischen Mordserie" würden die Opfer in höchstem Maße diskriminiert, "indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert werden", kritisierte die Jury.

Die jahrelang unentdeckt gebliebene Terrorzelle soll zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin ermordet haben. Außerdem werden der Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt.

Kritik auch an "Gutmensch" und "marktkonforme Demokratie"

Die Bezeichnung "Gutmensch" ist nach Ansicht der Jury ein Unwort, weil damit "das ethische Ideal des 'guten Menschen' in hämischer Weise" aufgegriffen werde, "um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren."

Der Ausdruck "marktkonforme Demokratie" steht der Jury zufolge für "eine höchst unzulässige Relativierung des Prinzips, demzufolge Demokratie eine absolute Norm ist, die mit dem Anspruch von Konformität mit welcher Instanz auch immer unvereinbar ist." Die Bezeichnung geht demnach auf eine Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zurück, wonach Wege zu finden seien, "wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch marktkonform ist".

Das Unwort des Jahres wird seit 1991 von einer unabhängigen Jury aus Sprachwissenschaftern ausgewählt. Die Aktion soll den Blick auf "sachlich unangemessene oder inhumane Formulierungen" lenken. Für die diesjährige Aktion lagen 2420 Einsendungen mit 923 verschiedenen Wörtern vor. Die häufigsten Vorschläge waren Döner-Morde (269mal), Stresstest (186mal), Rettungsschirm (136mal) und Tagesrandzeit (105mal). (APA)

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Posting 1 bis 25 von 35
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"Able Danger"
21
18.1.2012, 17:24
Da schäumen die Schlechtmenschen..

Zum Glück können sie außer Stricheln nicht viel machen ;)

Der Kluge
10
19.1.2012, 01:08

Was sollen Schlechtmenschen sein?

1. Nachdenken was bonhomme bedeutet.

2. Das korrekte Begriffspaar ist in dem Fall gut->böse und nicht gut->schlecht. Schlecht kommt übrigens von schlicht.

Johannes Benn
12
18.1.2012, 10:39
.

brav genossen, erwartungsgemaess die ideologische linie durchgesetzt

pipi pipifax
00
19.1.2012, 02:02

die freimaurer und natuerlich die ostkueste haben's noch vergessen ... bennerl.

Weit haben wirs gebracht
23
18.1.2012, 09:47

Die "Linke" - und wie sie die Welt in ihrem Sinne zulässt...

pipi pipifax
10
19.1.2012, 02:01

wie lange haben's fuer dieses originelle bonmot gebraucht?

J. R.
05
17.1.2012, 21:48

Marktkonforme Demokratie – Orwell Neusprech.

Chien de Pique
35
17.1.2012, 19:51

Ich denke, "Gutmensch" dient teilweise aber auch dazu, dieses Image des guten Menschen wiederherzustellen, von UsurpatorInnen zu befreien, die daran ohne Eigenleistung partizipieren wollen.

pipi pipifax
112
17.1.2012, 22:59

ich habe ja eigentlich keine hohe meinung von ihnen und ihren erguessen hier, aber eins haette ich nicht gedacht: dass sie vor 20 uhr bereits volltrunken sind und delirieren.

Chien de Pique
11
18.1.2012, 12:57

Ich habe mich vielleicht nicht gerade optimal ausgedrückt, das kann schon sein. Unten habe ich es etwas (hoffentlich) klarer formuliert.

pipi pipifax
10
19.1.2012, 01:53

sie meinen das geschwurbel unten?

Timagoras
 
13
18.1.2012, 11:04
"aber eins haette ich nicht gedacht: dass sie vor 20 uhr bereits volltrunken sind und delirieren"

.
und nach 20 uhr ist das für Sie vollkommen normal?
es macht so den eindruck! ;o)

pipi pipifax
10
19.1.2012, 01:58

ach, nach 20 uhr ist selbstverstaendlich alles erlaubt. vor 20 uhr sowieso. aber das selbst konformisten wie das huendchen solches praktizieren, ist schon erstaunlich.

an kog
03
18.1.2012, 07:27

Die "Höhe" der Meinung die man über Sie haben sollte, haben Sie jetzt ja eindrücklich dargelegt.

pipi pipifax
10
19.1.2012, 01:52

fishing for compliments und sie beissen an. herzlichen dank!

erkelteter tiger
01
17.1.2012, 21:53
teilweise?

im promillebereich vielleicht

ein blick ins forum oder in die politik zeigt ja welche gestallten das wort verwenden und wie sie es meinen

Chien de Pique
06
17.1.2012, 22:56

Das Forum zeigt doch oft genau solche Situationen, wo es in diesem Sinne angewandt wird: Wenn Leute nur fordern und schimpfen und sich zumindest implizit selber loben und erhöhen. Bei billiger Selbstgerechtigkeit also, die mit keinerlei konkreten guten Handlungen verbunden scheint, sondern sich auf zur Schau getragene Gesinnungen und Meinungen beschränkt, die sich selber das Gütesiegel ausstellen. Ein zweiter Fall, wo es schon fragwürdiger ist, wäre, wenn sich dort jemand seiner eigenen tatsächlich guten Handlungen allzu offen rühmt.

pipi pipifax
10
19.1.2012, 01:55

das sagen sie als priesterseminar-musterschueler? ist natuerlich interessant.

Conus textile
03
17.1.2012, 17:56
Solange sie nicht zum Kopftuch "Döner-Mode" sagen, passt eh ;-)

Übrigens hätte "marktkonforme Demokratie" gewinnen sollen - sieht man momentan überall, wie sich die PolitikerInnen winden, um marktkonform zu agieren...

VierterDez
10
17.1.2012, 15:08
Ohne "Richter-Strolche" keine

"Döner-Morde" !

Also Unwort-Wurzel: "Ri-StA-Strolche" !

Quintus Beckloeffel
612
17.1.2012, 13:23
Nicht genug damit, dass diese Sherifflinguisten entgegen ihrem Gebaren über keinerlei spezifische Kompetenz zur Beurteilung normativer Sachverhalte haben.

Sie beherrschen offenbar nicht einmal ihr tatsächliches Handwerk. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie die Semantik des Ausdrucks "Gutmensch" in geradezu lächerlicher Weise fehlinterpretieren.

Das Ziel der Kritik, die im Wort "Gutmensch" zum Ausdruck kommt, ist ja gerade nicht - wie behauptet - eine wohlbegründete idealistische Einstellung, sondern im Gegenteil der auffällige Mangel an sachlicher Untermauerung, dem zum Trotz die so benannten mit geradezu unverfrorener Selbstverständlichkeit davon ausgehen, dem Lager "der Guten" anzugehören. Den Gutmenschen kennzeichnet die Bereitschaft, die Mühen der Argumentation durch ordentliche Mitgliedschaft im Club der politisch Korrekten zu ersetzen.

M. P.1
104
17.1.2012, 19:37

"Gutmensch" ist ein Begriff, der ausschließlich von rechtem Abschaum verwendet wird, um jene anzupöbeln, die sich ihresgleichen in den Weg stellen (ähnlich dem linken Zeck).

Aber der Begriff "Gutmensch" hat schon seine praktischen Seiten auch. Man kann rechten Abschaum so ganz einfach erkennen.

Ich bin übrigens gerne ein Gutmensch, oder auch ein linker Zeck. Fühle mich da durchaus geschmeichelt.

an kog
04
18.1.2012, 07:39
Selbst der Wikipedia-Artikel fängt so an:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch

"Gutmensch ist die ironische Verkehrung des ausgedrückten Wortsinns „guter Mensch“ in sein Gegenteil, nämlich eine meist abwertend gemeinte Bezeichnung für Einzelpersonen oder Personengruppen („Gutmenschentum“), denen ihr Attribut „Gutsein“ oder „Gutseinwollen“ als übertrieben moralisierendes oder naives Verhalten unterstellt wird."

Und am Ende der Definition steht dann das was die Jury meint.
Ich kann leider nicht alles rein kopieren, aber man kann es ja selber lesen.
Ganz offenbar erfährt die Bedeutung des Wortes einen Wandel, bezw. wird daran gearbeitet. So lange sogar die Wiki-Definition nicht eindeutig ist, würde ich also noch kein diagnostisches Instrument aus dem Wort machen.

JosefGott
41
17.1.2012, 23:14

Absolut korrekt.

Raptor Jesus
12
17.1.2012, 17:49
Bevor es den "Gutmensch" gab, gab es den "Frauenversteher"

Die Kritik ist, das positive Eigenschaften als Schimpfwörter verkommen, meistens von Leuten, die nichts tun and Leuten, die sich engagieren.
Das ist so, da braucht man nichts zu rechtfertigen und es bleibt fest zustellen, das es ein trauriger Trend ist.

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