Mögliche Pleite

Griechen brauchen bis März über 14 Milliarden

17. Jänner 2012, 14:45

Ein griechischer Staatsbankrott wird von den Ratern angenommen. Für EZB-Ratsmitglied Nowotny ist der Schuldenschnitt lösbar

Athen - Was noch vor ein paar Monaten abwendbar schien, wird nun nun immer häufiger erwartet  - ein Staatsbankrott des Euro-Landes Griechenland. Die Regierung in Athen muss innerhalb von wenigen Tagen eine Einigung vorweisen, um nicht Ende März vor der Pleite zu stehen, wenn 14,5 Milliarden Euro an Anleihen fällig werden. Die Gespräche über die Gläubiger-Beteiligung stecken aber in einer Sackgasse. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny sieht eine Einigung mit "kühlem Kopf" für lösbar, für die Rating-Agenturen ist das aber bestenfalls eine "geordnete" Insolvenz: "Die sogenannte Beteiligung des Privatsektors würde für uns als Zahlungsausfall zählen", so der Bonitätsprüfer Fitch.

Auch immer mehr Ökonomen rechnen mit einer Staatspleite Griechenlands. "Ich glaube, in Griechenland wird es einen Bankrott geben, also einen Zahlungsausfall nicht nur die Forderungen privater Gläubiger, sondern auch die Hilfskredite und die von der Europäischen Zentralbank gehaltenen Staatsanleihen betreffend", meinte Patrick Artus zum Standard. Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch fragen sich indes nur, ob die Insolvenz geordnet - mit Schuldenschnitt - oder ungeordnet vonstatten gehen wird. Fitch geht so gut wie sicher von einer Pleite Griechenland aus. Griechenland sei insolvent und werde bald nicht mehr in der Lage sein, seine Altschulden zu bedienen, sagte Edward Parker, für Europa zuständiger Abteilungsleiter von Fitch, am Dienstag der Nachrichtenagentur Bloomberg.

BZÖ-Chef Josef Bucher forderte Griechenland in einer Reaktion auf, "freiwillig" aus der Eurozone auszutreten. Das Land müsse zur Drachme zurückkehren, denn nur mittels Abwertung könne die griechische Wirtschaft wieder international wettbewerbsfähig werden.

Fünf gegen vier Prozent

Das Ringen über einen Schuldenschnitt in Griechenland geht, auch wenn eine Einigung noch ausgeblieben ist, also weiter. Die Regierung in Athen nimmt am Mittwoch die Verhandlungen mit den Banken über einen Schuldenschnitt wieder auf. "Ich wünsche mir, dass sie so schnell wie möglich abgeschlossen werden", drängte Frankreichs Finanzminister Francois Baroin am Dienstag. Denn von dem Erfolg der Gespräche hängen Wohl und Wehe des hochverschuldeten Landes ab. In Grundzügen beschlossen wurde die "Rettungsoperation" ja schon im Oktober letzten Jahres. Gestritten wird jetzt noch über den Zinssatz der neuen Anleihen, die nach einer Einigung die alten ersetzen sollen, hieß es am Dienstag in Athen.

Die Banken wollen dem Vernehmen nach etwa fünf Prozent, Athen schlägt vier Prozent vor. Wichtige Geldgeber Griechenlands aus Mitteleuropa sollen sogar einen Zinssatz von weniger als drei Prozent vorgeschlagen haben, hieß es aus Bankkreisen in Athen. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble drängte die Finanzbranche zu Kompromissen und forderte am Montag, die Banken dürften ihre Forderungen nicht überziehen. Dies jedoch will der Internationale Bankverband (IIF) nicht akzeptieren. "Wer von den privaten Investoren unangemessene Verluste erwartet, hat die Natur einer freiwilligen Einigung nicht verstanden", sagte IIF-Geschäftsführer Dallara der "Financial Times".

Private Gläubiger sollen Schuldenerlass schultern

Den teilweisen Schuldenerlass für Athen sollen private Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Hedge Fonds freiwillig schultern. Dabei werden alte, noch laufende Anleihen in neue umgetauscht. 50 Prozent des Nennwerts wird der südeuropäischen Republik dabei erlassen, was rund 100 Milliarden Euro entspricht. Die neuen Schuldpapiere sollen dabei zum Teil vom Rettungsschirm EFSF garantiert werden. Insgesamt ist Griechenland bei privaten und staatlichen Gläubigern mit 350 Milliarden Euro verschuldet.

Zugleich ist das Engagement des Finanzsektors ein entscheidender Baustein für das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm für Griechenland. Doch vor allem Hedge Fonds sollen sich Berichten zufolge weigern, dabei mitzumachen. Ihre Motive dafür sind nicht bekannt. Kritiker denken, dass sie an einer Staatspleite geschäftlich interessiert sind. Über sogenannte Kreditausfallsversicherungen (CDS) im Falle eines Bankrotts könnte unterm Strich nämlich für diese Marktakteure mehr Profit herausschauen.

Die EZB besitzt griechischen Medien zufolge übrigens Staatsanleihen des Landes im Wert von 60 Milliarden Euro.

Anleger zocken weiter

Jene griechische Staatsanleihe, die umgangssprachlich "My Big Fat Greek Bond" genannt wird, wird übrigens weiter gekauft. Sie läuft in zwei Monaten aus und verspricht 100 Prozent Gewinn in nunmehr 60 Tagen. Noch dürften viele (Klein-) Anleger die Hoffnung nicht aufgegeben haben, dass Griechenland bis zum 20. März durchhält und die Anleihe ohne Schuldenschnitt auszahlt. Oder sie haben CDS und warten auf die Pleite. Wir berichteten über diese Wette.

Troika ist wieder da

Unterdessen starteten Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) eine neue Kontrolle des griechischen Reformprogramms. Mit Ergebnissen wird in der nächsten Woche gerechnet.

Die Experten prüfen in regelmäßigen Abständen, welche Fortschritte Athen bei der Umsetzung der Auflagen für die internationalen Kredithilfen gemacht hat. Davon hängt die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem Hilfspaket ab. Verweigert die Troika die Auszahlung, droht Griechenland in Kürze die Staatspleite. Bis Mitte März muss das Land 14,4 Milliarden Euro für die Tilgung seiner Schulden abbezahlen. In der Staatskasse gibt es derzeit aber keinen Cent dafür.

Streik am Dienstag

Gegen die Troika protestieren viele Griechen am Dienstag mit Streiks. Die U-Bahn stand still, auch die Busse sollten für einen Teil des Tages nicht fahren. Im Zuge der Arbeitsniederlegungen verließen keine Fähren die Haupthäfen der griechischen Hauptstadt.

Zugleich wurde eine Ausstand von Bankangestellten erwartet, und die Gewerkschaften kündigten Streikmärsche an. "Wir verlangen, dass die Sparmaßnahmen ausgesetzt werden, und dass die Gesetze abgeschafft werden, die unsere Rechte einschränken und Arbeiter in Sklaven verwandeln", hieß es von der Gewerkschaft EKA. (APA/Reuters/red)

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HerrderRinge
00
18.1.2012, 09:12
Republik Österreich steht mit 220 Milliarden Euro Schulden da.........

und wird von der EU angehalten 8 Milliarden an Haftungen für Griechenland zu tätigen?????

Wer haftet dann für die sich nun ergebenden 228 Milliarden?

Wenn dieses Finanzsystem nicht schnellstens reguliert wird, und Zockern und Anlegern durch hohe Finanztransaktionssteuern die Suppe versalzen wird, wird sich nichts ändern!
Die vielen kleinen Arbeiter können nicht so viel in den Topf reingeben, als sich einzelne A..............er rausnehmen!

darkwing
00
18.1.2012, 08:58
Ha-Ha-Ha....

schon WIEDER? Wurden da nicht schon x Milliarden reingepumpt? Wie lange will sich Merkozy noch von den Ratingagenturen mit dem Ochsnziemer durch Europa treiben lassen?

fmi
00
18.1.2012, 08:51
Warum sind die Hedgefonds dagegen sind

Ist nicht bekannt? Dann wundert mich aber nicht, dass er einen freiwillígen und unfreiwilligen (mit einem Gesetz ? wo?) Schuldenschnitt gleichzeitig will.
Der IWF wird noch einmal ein Auge zudrücken, keine Angst.

Rufus 666
21
18.1.2012, 08:41
Spannend ist, dass diese Finanzspritzen NIE aufhören werden.

Alle 2-3 Monate wird "frisches" Geld in der o.a. Größenordnung gebraucht werden. Das wird NIE aufhören. Die Griechen haben sich daran gewöhnt, auf unsere Kosten zu leben, die gehirnlosen Kommunisten demonstrieren sogar dafür, dass wir noch mehr für sie zahlen sollen. Eigene Anstrengungen sind nicht erkennbar. Diese Krise lässt sich nur dann lösen, wenn wir endlich aufhören, uns in romantischen Bildern von einem unter dem Euro vereinten Europa zu wälzen. Griechenland MUSS im eigenen Interesse raus aus dem Euro.

darkwing
00
18.1.2012, 08:59
als ob die Giechen....

....daran schuld wären! Seien Sie doch bitte nicht so ein propagandaopfer.
Das Zinssystem funktioniert nicht, deshalb kracht alles.

docw
10
18.1.2012, 11:28

und es NICHT schuld der griechen, dass es (laut ARD-report) sogar ein finanzamt ohne computer gibt, dass die griechen sehr früh in pension gehen mit geldern, von denen ein österr. beamter nur träumen kann, das GR den aufgeblähtesten beamtenapparat der eu hat, etc, etc? natürlich bekommen die banken unser aller geld, aber davor haben die griechen bei den banken anschreiben lassen. also für mich haben die griechen (sprich deren politiker) hauptschuld an dem schlamassel.

system1
00
19.1.2012, 13:24
die griechen haben bei den banken anschreiben lassen.

stimmt. ist somit pech für die banken. mal gewinnt man mal verliert man. warum genau in diesem fall das nicht gelten soll ist mir ein rätsel....

docw
10
19.1.2012, 14:58

was soll ein rätsel sein? natürlich sind die griechen schuld am schlamassel und die banken sollen mmn in konkurs gehen. mein post richtete sich an den vorposter, der keine schuld bei den griechen sieht.

Dr. Viktor Frankenstein
03
18.1.2012, 08:12
Was noch vor ein paar Monaten abwendbar schien, wird nun nun immer häufiger erwartet - ein Staatsbankrott des Euro-Landes Griechenland

Staatsbankrott und Euroaustritt ist ein fuer jeden klar erkennbares Ergebnis. Nur ein paar 'Expterten' scheinen das noch immer nicht mitbekommen zu haben.

BBSS
14
18.1.2012, 08:08
Wenn unser ÜberBanker Nowotny sagt, dass der Schuldenschnitt lösbar ist

.
dann kann man getrost davon ausgehen, dass dem nicht so ist.

Griechenland wird in einigen Wochen nicht nur pleite sein (das ist es bereis seit 2 Jahren) sonder die Pleite wird offiziell sein.

Dann darf sich der Gouverneur von Parteibuchs Gnaden zu seinem tollen Investment in griechische Anleihen im Jahr 2010 gratulieren und alle österreichischen Steuerzahlen sind ihm zu tiefstem Dank verpflichtet; 2 Milliarden einfach weg.

Aber die Pensionen der ÖNB-Clowns sind sicher.

HerrderRinge
00
18.1.2012, 08:44
sind nur Schwätzer und Beschwichtiger unsere OENB-Clowns!!

logischer Menschenverstand, und Bezug zur Realität sei hier leider nicht vorhanden!!!!!!!

docw
311
18.1.2012, 08:04

Liebe Bürger Österreichs !

Im Zuge einer Spendenaktionen besteht jetzt auch die Möglichkeit,
einen Griechen gegen eine einmalige Zahlung von 500,- Euro zu adoptieren.
Diese 500.- € können Sie natürlich abschreiben (im wahrsten Sinne des Wortes)

Der Grieche macht für Dich alles, wofür Du keine Zeit hast, und zwar:

- schlafen bis 11°° Uhr
- mehrmals täglich Kaffee trinken
- Siesta genießen
- jeden Abend in einer Kneipe sitzen

Viele haben das bereits ausprobiert, haben dadurch große Freiräume
gewonnen und können jetzt rund um die Uhr arbeiten !

Die Einzahlung kann unbürokratisch über die Europäische Union erfolgen.

Büro für innovative Ideen
der Bundesregierung

Avicenna
 
01
18.1.2012, 08:39
Hybris

Nette Satire, nur vom Kaffeetrinken und Abends Fortgehen entsteht natürlich keine Krise. Im Gegenteil, das würde uns wohl auch ganz gut tun. Die Probleme sind bekannt: Korruption, Nepotismus, Steuerhinterziehung, ineffiziente Behörden und zu hohe Rüstungsausgaben. Die verfehlte und insuffiziente Politik der konservativen ND hat das Land dann völlig ruiniert. Die jetzige Regierung löffelt die Suppe aus, viele haben an den Krediten auch sehr gut verdient und sollen nicht heuchlerisches Klagegeheul anstimmen. Einen Schuldenschnitt müsste in letzter Konsequenz sowieso wieder der Steuerzahler stemmen.

fmi
00
18.1.2012, 07:43
Sie wollen die Wette gewinnen

Ist aber schon seit 2 Jahren Pleite. Ohne Eurobonds auch andere Länder oder ihre Banken, es kommt das Gleiche raus. In Frankreich wird sich das entscheiden wenn Hollande gewinnt. Viele Länder (ihre Linksparteien) sehen keine andere Lösung. Egal ob diese dann eine B Note bekommen oder nicht. Wäre nicht so schlimm wenn der Finanzmarkt wirklich reguliert wurde, das schafft aber keiner.
Die Banken werden sich nicht auf einen 50% freiwilligen Schuldenschnitt einlassen, weil ihre Versicherungen dann nicht zahlen.

blablabla blablabla
01
18.1.2012, 07:22
ist ja gar nichts,....

im Frühjahr gibts wahrscheinlich Endspiel.

Credit Suisse:
Nächster Kapitalbedarf der EU-Banken:

10 Billionen Dollar (auch bei 68% Haircut Griechenland).

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/01/36340/

M.Honeybee
00
18.1.2012, 08:31

Na toll. Dann nimmt in Asien bald gar keiner mehr Euro-Deposits. Ja, auch danke f. Link.

BBSS
00
18.1.2012, 08:18
Danke für den Link

Karl Joda
21
18.1.2012, 07:13
Finanztransaktionssteuer NOW !

Zockt doch endlich die Zocker ab !

fmi
10
18.1.2012, 07:48
Es wird aber nichts

England geht sonst eigene Wege , eine Teilung der Union wollen alle aber um jeden Preis vermeiden.
Das allerwichtigste für die EU Kommission ist es am internationalen Parkett zu glänzen. Die Glaubwürdigkeit der EU sinkt . Es spielt eine größere Rolle als alles Andere.

strike_back_mw3
02
18.1.2012, 07:06
und täglich verdient das Murmeltier

es gibt nicht nur Verlierer in diesem Casino, je träger und schwächer dieser Staatsapparat wird desto mehr verdienen die unglaublich schnellen Spekulanten und Börsenzocker an jedem Cent der von Brüssel aus in Richtung Athen fließt. Gab es jemals ernsthafte Bemühungen auch seitens der Finanzwelt das sinkende Schiff zu retten oder wird hier in Wirklichkeit eine blutende Cashcow noch weiter künstlich hingehalten um auch noch den letzten Tropfen abzusaugen? Ich unterstelle der Finanzwelt Unehrlichkeit und menschenverachtende Gier bis zum letzten Cent und habe damit vermutlich Recht. Die Reformbemühungen in Griechenland scheitern am eigenen Volk, das wußte man aber schon vorher. Alles nur eine teure pervese Show?

Peter Williams
05
18.1.2012, 07:00
Das ist so ähnlich wie mit den Windowsupdates

permanent gibts welche, man installiert sie, aber für den Endbenutzer ändert sich eigentlich garnichts.

Nicolas Castillo
00
19.1.2012, 14:41
Windows? selbst Schuld

strike_back_mw3
00
18.1.2012, 10:01

ja nur das kostet zumindest nichts.

radlfahrer
01
18.1.2012, 06:58
Alles Panikmache

Wir hebeln einfach den Hebel für den EFSF - und das Problem löst sich quasi von selbst.

Wozu sparen, wenn man durch kluge und nachhaltige Zaubertricks die Probleme völlig schmerzlos lösen kann?

Ein dreifaches Hoch auf unsere genialen und besonnenen Politiker!!

Und wenn man die eigentliche Ursache der Probleme, die bösen, bösen amerikanischen Ratingagenturen verbieten würde, dann hätten wir wahrscheinlich gar keine Staatsschulden - und uns würden es allen besser gehen.

Karl Joda
30
18.1.2012, 07:16
die bösen, bösen amerikanischen Ratingagenturen verbieten würde

Nein verbieten nicht, aber zur Verantwortung ziehen !
Die Manipulieren doch nur die Finanzmärkte. Die EU ist als Markt gross genug um diese undemokratischen, Auftragsbeurteiler in die Schranken zu weisen. Und zwar per Gesetz. Wäre längst notwendig gewesen aber die mehrheitlich konservativen Regierungen in Europa haben dies verabsäumt. Vielleicht jetzt ?

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