Tausende auf den Straßen

Rumänen protestieren gegen Sparkurs

Ansichtssache | 17. Jänner 2012, 14:29

Bukarest - Am vierten Tag der Straßenproteste in Rumänien hat es keine gewalttätigen Ausschreitungen mehr gegeben. Dennoch setzte die Polizei in der Hauptstadt Bukarest erneut Tränengas ein. Auch in anderen Städten versammelten sich Hunderte Demonstranten, um erneut gegen die liberaldemokratische Regierung und den Präsidenten Traian Basescu zu protestieren, denen sie einen allzu drastischen Sparkurs in den vergangenen eineinhalb Jahren vorwerfen.

Die Regierung scheint derweil die Straßenproteste mit einem Einlenken bezüglich des vergangene Woche zurückgetretenen ehemaligen Unterstaatssekretärs Raed Arafat beruhigen zu wollen. Wie die Nachrichtenagentur "Mediafax" am Dienstagnachmittag meldete, wird Arafat nach einem Gespräch mit Gesundheitsminister Ladislau Ritli vom Ungarnverband (UDMR) und Premier Emil Boc von den regierenden Liberaldemokraten (PDL) ins Ministerium zurückzukehren.

Insgesamt waren landesweit 10.000 Personen auf den Straßen. In Pitesti wurde bei einer nicht autorisierten Demonstration ein Polizist verletzt. In Bukarest wurden laut der Bukarester Polizei 113 Personen festgenommen und auf Polizeireviere gebracht, nachdem bei Durchsuchungen weiße Waffen wie Messer, Stöcke, Schraubenzieher, Kugelpistolen, Ketten, Steine, aber auch Drogen sichergestellt worden waren. Insgesamt stieg die Bilanz der Festnahmen und Geldstrafen auf 247.

Die Proteste wurden vergangene Woche durch den Rücktritt Raed Arafats aus seinem Amt ausgelöst. Arafat hatte sich öffentlich gegen das später zurückgezogene neue Gesundheitsgesetz ausgesprochen. Insbesondere am Samstag und Sonntag gab es in Bukarest gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei und ausgebreitete Zerstörungen von öffentlichem Raum und Privatbesitz. Für Donnerstag kündigten Oppositionsvertreter in Bukarest eine Großdemonstration an.

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Kommentar posten
23 Postings
egal9
01
18.1.2012, 00:05

Einem Mann wurde mit einer Tränengasgranate ein Bann abgetrennt

"Wir berichteten gestern das einem Mann ein Bein abgetrennt wurde, als er von Polizisten gegen einen Zaun oder ähnliches gedrängt wurde. Gestern Abend wurde nun der tatsächliche Grund publik. Aus den Reihen der Polizei wurde dem Mann eine Tränengasgranate aus einem Meter Distanz an das Bein geschossen und dieses durchtrennt. Der Knochen ist an dieser Stelle vollständig zersplittert. (Quelle: Antena3). "

Die Aufgabe der Polizei ist doch überall die selbe: Die Herrschenden mit aller Gewalt schützen.

Schwedenbombe
 
00
17.1.2012, 21:37
Hoffentlich

Geht Österreich auch auf die Strasse, friedlich um den Unmut über die Politik zu zeigen...

Rittmeister Kopetzký
01
17.1.2012, 16:15

Die Rumänen verstehen einfach nicht, dass ihre Eltern, jeder kennt noch den Mythos vom reichen Onkel aus Rumänien, über ihre Verhältnisse gelebt haben, wie 05 mit einem klaren, unabhängigen -und durch tausende unabhängige internationale Studien belegten- Verstand bereits diagnostiziert hat. Wenn die Rumänen etwas bewegen wollen, dann sollen sie mit dem Auto nicht falsch parken und/oder nicht zu schnell fahren, damit strafen sie die Regierung knallhart!

Richterin = Staatsanwalt
00
17.1.2012, 13:30
hä?

"nachdem bei Durchsuchungen weiße Waffen wie Messer, Stöcke, Schraubenzieher, Kugelpistolen, Ketten, Steine, aber auch Drogen sichergestellt worden waren."

Fete blanche oder wie?

Adolf Ogi
00
18.1.2012, 05:01
weisse Waffen

das ist ein juristischer Terminus in Rumänien. Gemeint sind Hieb- und Stichwaffen, alles was nicht schießt oder explodiert.

O5
32
17.1.2012, 13:26

"Sparkurs" ist eine vollkommene Fehlterminologie.

Es geht nicht darum dass wir, weil wir solche Sadisten sind, anderen Geld wegnehmen wollen.

Es geht ganz einfach darum dass wir aufhören sollen mit der ewigen Schuldenmache - dass wir erstmals nur so viel ausgeben sollen wie wir auch erwirtschaften.

Protestiert also nicht gegen "den Staat" oder (noch dümmer) "das System" / "die Banken" sondern gegen eure Eltern die Nutznießer der Dauerschuldenmache waren.

Tom.P
01
17.1.2012, 17:45

In Rumänien waren die Eltern Nutznießer? Waren sie schon mal in Rumänien?

Rittmeister Kopetzký
00
17.1.2012, 16:43

Sorry, aber wer seit 2003 noch mit Hayek Sprücheln daherkommt, und 2012 immernoch, unter den Bedingungen wie wir sie welweit vorfinden hat von nix eine Ahnung, von wirklich nix und ist ein bezahlter Propagandist oder andernfalls ein ..., aus Höflichkeit wirds nicht angeführt!

Werner Faygmann
35
17.1.2012, 13:11
Man erkennt klar und deutlich...

...die EU: ein echtes Friedensprojekt... macht BürgerInnen rundherum glücklich!

Avicenna
 
21
17.1.2012, 15:13

Was meinen sie was auf den Strassen los wäre, wenn Rumänien auf sich alleine und Währungsspekulationen ausgeliefert wäre?
Das sähe noch ganz anders aus. Die EU ist nicht das wirkliche Problem. Das Problem ist die Unfähigkeit der Regierenden und das pathologische Verhalten der Finanzmärkte, die wiederum die Politik vor sich hertreiben.

kudlmudlrudl
00
17.1.2012, 14:00

Die EU ist halt immer dann schuld, wenn die Verantwortlichen ihren Verantwortungsbereich inkl. Wahlversprechen nicht in den Griff bekommen.
Eine Institution von Politikern für Politiker.

Onkel Gans
00
17.1.2012, 13:52

vor allem wirtschaftlich gehts allen damit um welten besser!

janosch83
10
17.1.2012, 14:43

sie glauben aber nicht wirklich, dass es den rumänen ohne eu besser gehen würde...

Tom.P
00
17.1.2012, 17:51

Genauso wie Rumänien von der EU profitiert hat, hat die EU von Rumänien profitiert. Westliche Firmen haben viel investiert und viel verdient.

Leider hat das rumänische System viele Menschen, besonders arme und ungebildete Menschen, unter den Tisch fallen lassen. Mafiose Wirtschaft, korrupte Politik, brutale Praktiken, kein Interesse am Menschen. Das was sich im Westen abzeichnet läuft hier seit 20 Jahren....

Scherberich
 
00
17.1.2012, 17:08
und wieso

sollte das nicht so sein?
Weil es bis jetzt noch keine negativen Erfahrungen mit Freihandelsabkommen gegeben hat? Nicht wirklich oder.

Frl. Sutterlüty
00
17.1.2012, 15:05

Das nicht, aber ob es ihnen mit der EU unbedingt besser geht ist mehr als fraglich.

anakabasa
 
00
17.1.2012, 12:40
"Zerstörungen von öffentlichem Raum ..."

Ich dachte das ist die Aufgabe jeder, dem Diktat des IMF folgenden (neo)liberal-?demokratischen?, Regierung.
Anscheinend haben sich deren Praxen vergesellschaftet, alle packen an einem strang.

Obwohl die ZERSTÖRUNG von RAUM sicherlich keine leichtiche Aufgabe darstellt.
Ich meine ein schwarzes Loch in der Schweiz könnte mensch vielleicht eventuell erwarten, aber seit wann ist Rumänien in Besitz eines Teilchenbeschleunigers?
Ansonsten empfehle ich zum Tema schwarze Löcher die ÖVP zu befragen, die kennen si außerdem noch gut aus mit: der Zerstörung von gesellschaftlich akkkumulierten Vermögens-raum, rechtsfreien Raum, Stiftungs-raum, Parteifinanzierungs-raum und den Räumlichkeiten von Raiffaisen sowie divers Aufsichtsräumlichkeiten(RWEtc).

S.E.T.I
01
17.1.2012, 11:55
Video dazu...

Hier gibt es ein Video dazu : http://www.youtube.com/watch?v=EM64x45KSfc

Fritz van Thom
00
17.1.2012, 11:43
Ohne Gewalt

nieder mit Basescu
nieder mit der Regierungsmafia
Neuwahlen

so ungefähr

herbert amberger2
12
17.1.2012, 14:29
Okay. Gute Idee !

Neuwahlen -
Neue Regierung -
Versucht zu regieren -
hat kein Geld -

was dann Fritzi, Du Vifzack ???????????????

Fritz van Thom
01
18.1.2012, 17:43
eine übersetzung

nicht gleich bös' werden :)

Echolicht
01
17.1.2012, 15:22

Das war von Ihrem Vorposter wohl nicht als Vorschlag gemeint, sondern als Übersetzung des Plakats im untersten Bild.

Kein Grund, so angerührt zu reagieren.

Fritz van Thom
00
18.1.2012, 17:43
richtig

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