Martin Zet: "Ich habe mich entschieden, dem Druck nicht nachzugeben"
Berlin - Der tschechische Künstler Martin Zet hält trotz massiver Proteste an seinem geplanten "Recycling" des umstrittenen Buches von Thilo Sarrazin fest. Kritiker hatten sich von der Aktion an die Bücherverbrennungen der Nazis erinnert gefühlt.
"Ich habe mich entschieden, dem Druck nicht nachzugeben. Ich hoffe immer noch, dass wir das Projekt machen können", sagte Zet am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Ihm sei es niemals um eine Verbrennung der Bücher gegangen. "Das war ein komplettes Missverständnis. Ihre Verwendung für eine Installation ist schon das Recycling", sagte der Künstler.
Zet hatte dazu aufgerufen, das seiner Meinung nach ausländerfeindliche Sarrazin-Buch "Deutschland schafft sich ab" an unterschiedlichsten Sammelstellen abzugeben. Bei der Berlin Biennale (27. April bis 1. Juli) wolle er die gesammelten Exemplare dann in einer Installation zeigen, sagte er. "Ich möchte vor allem, dass Leute, die dieses Buch loswerden wollen, es aktiv abgeben." Bisher sei aber noch kein einziges Buch eingegangen.
Veranstalter der Biennale ist das Berliner KW Institute for Contemporary Art. Ex-Bundesbankvorstand Sarrazin hatte 2010 mit seinen umstrittenen Thesen zur Integrationspolitik eine hitzige Debatte ausgelöst. (APA)