Investor hält weiterhin gut 15 Prozent der Aktien, zusätzlich aber schon 5,1 Prozent Call-Optionen
Wien - Der österreichische Investor Ronny Pecik hat sein Engagement bei
der börsenotierten Telekom Austria AG weiter ausgebaut. Direkt und indirekt
verfügt seine RPR Privatstiftung zwar wie bisher über 15,018 Prozent der
Telekom-Aktien, zusätzlich hält die Stiftung aber indirekt schon Call-Optionen
über weitere 5,100 Prozent, die bis 18. Juni jederzeit ausgeübt werden können.
Damit hält die RPR Privatstiftung direkt und indirekt 20,118 Prozent, teilte die
Telekom Austria am Montagabend ad-hoc mit.
Am 25. November war das Überschreiten der 15-Prozent-Schwelle bei der Telekom
Austria durch Pecik bekanntgeworden. Dieses Paket war damals rund 540 Mio. Euro
wert. Seither sind rund 5 Prozent hinzugekommen. Die Meldung, dass Pecik mehr
als 20 Prozent hält, war schon vor Weihnachten erwartet worden. Hauptaktionär
der Telekom ist mit 28,42 Prozent die Staatsholding ÖIAG.
In einem Zeitungsbericht hatte Pecik Anfang Dezember angekündigt, er wolle
bei der Telekom vier Aufsichtsratssitze haben und bei den Vorstandsbesetzungen
mitreden. Der Vorstand solle auf drei bis vier Mitglieder aufgestockt werden,
hieß es. Noch vor der für 23. Mai geplanten ordentlichen Aktionärsversammlung
wolle der Investor eine außertourliche Hauptversammlung einberufen, um die
personellen Wünsche in die Wege zu leiten, schrieb "Die Presse" damals. Anfang
September war Pecik mit Hilfe seines ägyptischen Geldgebers Naguib Sawiris
erstmals groß bei der Telekom Austria eingestiegen.
Schwergewicht an der Börse
Die Telekom Austria Group ist mit einer Marktkapitalisierung von 4 Mrd. Euro und mehr als 17.000 Mitarbeitern in Mittel- und Südosteuropa das führende Technologieunternehmen des Landes. Der in Wien börsenotierte Konzern ist heimischer Marktführer im Festnetz, Mobilfunk und Internet und gehört zu 28,42 Prozent dem Staat - zweitgrößter Aktionär ist der Pecik mit seiner RPR Privatstiftung. Hervorgegangen ist der Telekom-Konzern aus der monopolistischen Post- und Telegrafenverwaltung (PTV), 1996 wurde diese in die Post- und Telekom Austria AG umgewandelt und 1998 mit der vollständigen Liberalisierung des Telekom-Marktes zur selbstständigen Telekom Austria AG. (APA)