Gericht

Abschiebung trotz Schüttellähmung

16. Jänner 2012, 22:10

Versorgung in Georgien nicht gesichert

Wien - Wenn es ihr schlecht geht, braucht Anastassja K. einen Rollstuhl. Das war zuletzt öfter der Fall: Die 62-jährige Georgierin leidet schwer an der Schüttellähmung Parkinson. Diabetes und erhöhten Blutdruck hat sie auch. Doch um nach Tiflis abgeschoben zu werden sei sie fit genug, befand am Montag ein Amtsarzt, der Anastassja und ihren gleichaltrigen Ehemann Tariel (Namen geändert) in der Schubhaft auf der Rossauer Lände untersuchte.

Somit war zu Redaktionsschluss absehbar, dass das Ehepaar Dienstagfrüh mit dem Flieger in die alte Heimat starten werde. Die Abschiebbarkeit Frau K.‘s sei gegeben, solange sie ihre Medikamente nehme, steht dem Vernehmen nach in dem amtsärztlichen Gutachten. Dass sie sich die Pillen in Georgien nicht wird leisten können, weil sie und ihr Mann völlig mittellos sind, spielt laut einem Innenministeriumssprecher keine Rolle. Auch dass es dort keine mit Mitteleuropa vergleichbare Krankenversicherung gibt, sei unwichtig.

"Zu prüfen war nur, ob in Georgien theoretisch eine Behandlungsmöglichkeit für Frau K. existiert. Das ist der Fall. Auch sonst wurden alle Rechtsmittel ausgeschöpft" , meint der Sprecher. Tatsächlich sind alle drei aufeinanderfolgenden Asylanträge Anastassja und Tariel K.‘s rechtskräftig abgelehnt worden. Humanitärer Aufenthalt wurde ihnen nicht gewährt.

Geld für Medikamente nachschicken

Das Paar - er ist halb Ossete, halb Georgier -, dessen Bauernhof im georgisch-ossetischen Krieg 2008 zerstört wurde, lebte seit der Flucht nach Österreich in Wiener Neustadt. Nach dem zweiten abschlägigen Asylurteil und Streichen der Grundversorgung hielt es sich durch Spenden und die Erlöse des Mannes aus dem Verkauf der Straßenzeitung Augustin über Wasser. Ein erster Abschiebeversuch war, wie der Standard berichtete, im vergangenen September gestoppt worden: Ein Wiener Neustädter Fremdenpolizist und ein Amtsarzt hatten Anastassja K. als zu krank bezeichnet. Das sei nun anders, heißt es im Innenministerium: "Damals nahm sie ihre Tabletten nicht, jetzt schon."

Bei der Flüchtlingshilfsgruppe Suara, die die K.s in Österreich unterstützt hat, plant Obmann Alexander Wuppinger, Geld für die Pillen künftig nach Tiflis nachzusenden. Andernfalls bestehe für Anastassja K. Lebensgefahr. (bri/DER STANDARD, Printausgabe, 17.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 179
1 2 3 4 5
Mario11
12
21.1.2012, 18:09
Warum kein Spendenkonto veröffentlicht?

Warum haben Sie kein Spendenkonto veröffentlicht, Frau Brickner? Bei Ihren Artikeln zu Menschen in Not hat man immer den Eindruck, dass es Ihnen primär um eine "gute Story" geht - traurig...

chat noir
04
18.1.2012, 11:42
anders bestehe Lebensgefahr...

ist der Herr Wuppi ein Medizinier?

http://de.wikipedia.org/wiki/Park... -Krankheit
Daher muss man sich mit einer Behandlung der Symptome begnügen, die zunehmend gut möglich ist, was den Patienten, zumindest in den ersten Jahren (manchmal auch Jahrzehnten) der Erkrankung ein nahezu unbehindertes Leben ermöglicht.

Dass die Krankheit tödlich sei das behaupten nur Wuppi und auch Bricki?

strangerinastrangeland
 
111
17.1.2012, 17:35

Der Plan mit der Nachsendung der Medikamente ist gut und man sollte generell überlegen, wie man solche Rückkehrer bei der Wiedereingliederung besser unterstützen kann.

Ein automatisches Anrecht auf lebenslange Behandlung und Versorgung in Österreich im Falle eines erfolglosen Asylantrags ist aus meiner Sicht abzulehnen.

sobieski 28
122
17.1.2012, 17:28
Ich hoffe es geht den Bösmenschen jetzt besser,

wenn zwei alte Menschen abgeschoben werden konnten.
Es wurde hier wieder einmal ein Exempel statuiert an Menschen, die sich praktisch nicht mehr wehren können.
Besonders grausam finde ich die Abschiebung mitten im Winter.

Geh?danke
18
17.1.2012, 21:58

Bei Leuten, die jeden Trick einsetzen um ihre Abschiebung zu vereiteln (Absetzen der Medikamente, um als nicht abschiebefähig zu gelten) wollen Sie warten, bis die Jahreszeit passt?

buff flyer
110
17.1.2012, 20:13
legens doch die 18.000 pro person als sicherheit hin und die sache ist abgehakt. wer hindert sie?

das versteh ich an der ganzen story nicht: man kann zum magistrat gehen, einen vermögensnachweis bringen und persönlich für nicht eu-angehörige bürgen. ganz einfach.

nur das tut offenbar keiner: der staat soll es zahlen, selber ist es niemandem was wert. heuchler!

strangerinastrangeland
 
13
17.1.2012, 21:45
Lassen Sie uns einmal rechnen:

- Die genannten Personen sind im Ruhestandsalter und de facto nicht erwerbsfähig, einzahlen werden sie in das Sozialsystem sicher nichts mehr.

- Die bedarfsorientierte Mindestsicherung beträgt 1.129,41€ pro Monat, dazu kommen die Kosten für Krankenversorgung und sonstige Transferleistungen, gehen wir ganz konservativ von insgesamt 2.000,00€ pro Monat aus.

- Gehen wir weiters von einer Lebenserwartung von 75 Jahren aus, dann entstehen der Republik Österreich aus diesem Fall Kosten in der Höhe von 312.000,00€.

- Dieser Betrag übersteigt so gut wie sicher die finanziellen Möglichkeiten Ihres Vorposters und er übersteigt definitiv die Bereitschaft zur Solidarität der meisten Menschen.

Mein Verteidiger gehört psychiatriert
03
17.1.2012, 22:50
Der Poster ist ja nicht der einzige der Gutes tun will: 20 Leute á 100 Euro pro Monat

und die Sache ist geritzt.

Bei der Übernahme einer Heimatland-Patenschaft ist man schon mit einem nodigen 10er mehr als dabei!

Da müßte man aber handeln, Verantwortung übernehmen - statt nur groß rumreden und "die anderen" belasten...

binnenischmarrn
 
00
14.4.2012, 16:19

...Der Poster ist ja nicht der einzige der Gutes tun will: 20 Leute á 100 Euro pro Monat...
irrtum, es ist genau umgekehrt - die genannte familie ist nicht die einzige sondern zieht dutzende anderer fälle nach sich - ihr spendenkonto müssen sie da schon ganz schön auffetten. und wie der vorposter vorgerechnet hat gehts nicht um 2000 eur sondern um zig millionen an zukünftigen versorgungsleistungen, die dafür nötig wären. aber wenn die pcgtmenschen -klientel dafür entsprechend aufkommt und bürgschaften abgiebt, sollte das alles kein problem sein. ....

wiesengarten
111
17.1.2012, 22:44

Da bei diesem geringen Einkommen praktisch alles in den Konsum fließt, kämen zumindest 20% über die Umsatzsteuer wieder an den Staat zurück.Was soll die Aufrechnung? Natürlich sind solche Menschen eine Belastung, aber auch "autochthone" Österreicher, die durch eigene Schuld krank und arbeitsunfähig geworden sind, kosten viel Geld, oft 300.000 € pro Jahr. Da fragt niemand nach.
Wenn Banker trotz Minusgeschäften Boni erhalten, lässt man das durchgehen, aber ein altes Ehepaar wird abgeschoben, obwohl es von vorneherein Asyl hätte erhalten müssen. Mit dieser Ansicht stehe ich hier aber wohl alleine da.

binnenischmarrn
 
00
14.4.2012, 16:21

ha,ha, der staat zahlt und kriegt seine eigene umsatzsteuer wieder gnädig retour .. linke wirtschaftskompetenz?...

palmström
113
19.1.2012, 09:28
sie stehen vor allem deshalb alleine da

weil hier kein journalismus sondern märchenstunde betrieben wird

"hätte erhalten müssen" ... wissen sies? oder schließen sie sich einfach brickner an, im naiven glauben, sie hätte den akt wirklich gelesen und nicht nur des (offenbar nicht sehr fähigen) anwalts wehleidigen sermon wiedergekäut

wäre das hier echter journalismus, müssten links am ende des artikels stehen (ris, die entsprechenden ngo-artikel etc)

in wirklichkeit ist es aber immer nur ein "rundruf" zu den paar befreundeten hansln und man siedet weiter im eigenen saft

wenn man nicht alles einem "guten kaiser" überantworten will, "ders schon richtigmachen wird", muss man öffentlich diskutieren

und da bräuchts fakten und positionen und keine märchen und zensur wenns nicht passt

elf*assa
05
18.1.2012, 09:32

Na gehn`s wird ihnen dieses supertolle bugetrettende Wurstsemmerlsteuer-Argumnet nicht schon langsam peinlich.

elf*assa
310
17.1.2012, 16:47
wie ich schon einmal schrieb...

und was natürlich nicht durchkam,

alle kosten für (drei abgelehnte asylanträge samt beilagen)würden die Frau medikamentös die nächsten 10 Jahre versorgen. so haben div. ngo`s das steuergeld wichtigtuerisch verplempert.

m0nk
51
17.1.2012, 17:04
wieso die ngo´s? abgelehnt und damit verplempert wurden diese doch von den behörden!

artikel nicht gelesen?

elf*assa
10
17.1.2012, 17:58
wieso die behörden? haben sie der frau <angeraten noch einen antrag zu stellen???

m0nk
20
18.1.2012, 13:25
du wirst ja leuten nicht ernsthaft vorwerfen, dass sie ihre normalen rechte in anspruch nehmen? raus aus deiner parallelgesellschaft, besser in universale gesellschaftliche werte integrieren!

elf*assa
01
19.1.2012, 14:52

welches Rechts? Seit wann hat jemand ein Recht auf Asylbetrug?
Das müssen Sie aber jetzt erklären.

m0nk
65
17.1.2012, 16:23
unrechtsstaat? wtf!

WTF!?-Ball 2012, Freitag, 20. Januar 2012 @ Badeschiff - Der erlös kommt der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung zu gute

Aus der rechten Parallelgesellschaft nicht rauskommen wollen?
WTF?!
In Online-Foren Asylsuchenden einen Anwalt absprechen?
WTF?!
In Postings nach einem starken Mann und Zwangsarbeit für Arme rufen?
WTF?!
Statt Solidarität nur Hass predigen?
WTF?!

Eine Woche bevor deutschnationale Burschenschaften in der Hofburg ihren ach so unpolitischen Ball feiern, der als zentrales Vernetzungstreffen
europäischer Rechtsextremer gilt, feiern wir einen politischen Ball.

Für einen antisexistischen & antirassistischen Normalzustand!

http://wtfball.at
http://deserteursberatung.at

elf*assa
00
18.1.2012, 11:16

schön haben`s das runtergelabert.

Gehirnwäsche im 95 Grad Kochwaschgang?

m0nk
00
18.1.2012, 13:26
was ist das argument, troll?

der schwitzbär der schwitzt sehr
10
17.1.2012, 16:12
Versorgen und Saakashwili die Rechnung schicken

der baut gerade fleißig amerikanische Militärbasen, für Kriege gegen Syrien und Iran

notfalls das Eigentum dieses Schurkenstaates hier pfänden

graf wachibald
12
17.1.2012, 15:32

Grundsätzlich ist es verständlich dass sich nicht jeder Kranke kostenlos behandeln lassen kann. Wenn jemand zu Hause in Georgien sitzt und jetzt darum ansuchen würde hier einreisen zu dürfen, bloß um sich behandeln zu lassen, dann würden die meisten wohl zurecht sagen: Tut mir leid für ihn, aber was geht uns das an? Nun, wenn jemand schon hier ist, dann ist es aber fast dieselbe Situation. Nur dass "ich schmeiße einen Kranken raus" schlimmer klingt als "ich lasse ihn erst gar nicht rein".

Trotzdem wäre ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl wünschenswert. Wirkliche Härtefälle, wo gleich der Tod droht, gibt es ja auch wieder nicht so viele. Da könnte man dann schon ein bisschen humaner vorgehen, auch wenn die Umstände nicht qualvoll sind.

Wolfgang Ullram
22
17.1.2012, 17:09
seit

wann ist parkinson eine in kurzer zeit zum tode führende krankheit?

meine ur oma wurde mit mitte 70 diagnostiziert...sie wurde 99

also...wo ist die unmittelbare lebensgefahr?

byron sully
128
17.1.2012, 14:45

so ein amtsarzt mag zwar seine pflicht erfüllen, aber sicher nicht die ethischen ansprüche an seinen eigentlichen beruf.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 179
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.