Die CO2-Daten aus dem Jahr 2010 zeigen, dass der heimische Klimaschutz bestenfalls in den Startlöchern steckt
Viel zu spät und viel zu kleinmütig haben die zuständigen österreichischen Politiker, allesamt aus dem Lager der ÖVP, begonnen, Klimaschutz auf ihre Agenda zu setzen. Zwar ist seit den 1990er-Jahren des vorigen Jahrhunderts bekannt, dass es eine Kioto-Abrechnungsperiode gibt, die 2008 begann und 2012 endet. Darauf zu reagieren wurde aber erst im Laufe dieses jungen Jahrhunderts begonnen.
Deshalb ist alles, was in Österreich mit Klimaschutz zu tun hat, so instabil. Das Winter ist kalt? - Die Treibhausgasemissionen wachsen. Die Konjunktur zeigt sich trotz Finanzkrise robust? - Der Ausstoß an Kohlendioxid steigt.
Wann immer der Treibhausgasausstoß in den vergangenen Jahren ein bisschen zurückging, war dies auf glückliche - besser: unglückliche - Umstände zurückzuführen: eine schwache Wirtschaftslage mit entsprechend zurückhaltendem Konsum oder ein (welch Ironie: wahrscheinlich klimabedingt) warmer Winter.
Die CO2-Daten aus dem Jahr 2010 zeigen, dass der heimische Klimaschutz bestenfalls in den Startlöchern steckt, was sich nur längerfristig in einem geringeren Ausstoß niederschlagen wird. Die Kunst wäre, das anstehende fiskale Sparpaket mit einem technologisch zukunftsträchtigen Treibhausgas-Sparpaket zu vermählen. Davon ist aber in keiner Polit-Diskussion etwas zu hören - wohl, weil es eine schwierige politische Übung wäre. (DER STANDARD; Printausgabe, 17.1.2012)