Sparparket

Karl will Bezirksgerichte zusammenlegen

16. Jänner 2012, 18:54

Justizministerin kündigt Gesamtkonzept an - Noch keine Details bekannt

Wien - Die Zusammenlegung kleiner Bezirksgerichte wird ein "Teil des Sparpakets der Bundesregierung" sein, kündigt Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) in den "Oberösterreichischen Nachrichten" an. Über Details will sie noch nicht sprechen, ein Gesamtkonzept für alle Bundesländer sei in Arbeit. Gegen Personaleinsparungen in der Justiz würde sich Karl "wehren".

Gegen Personalkürzungen

Selbst einen Aufnahmestopp in der Justiz - Richter, Staatsanwälte, aber auch Kanzleikräfte - lehnt die Ministerin ab, "das wäre für den Rechtsstaat fatal". Die zugesagten 300 zusätzlichen Planstellen für Richter und Staatsanwälte bis 2014 "wird es auch geben". Karl versicherte überdies, dass bei der Zusammenlegung von Bezirksgerichten "kein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verlieren" werde.

Zustimmung der Länder nötig

Für die Schließung von Bezirksgerichten ist die Zustimmung der Bundesländer nötig. Sie haben - laut dem Verfassungs-Überleitungsgesetz von 1920 - ein Veto-Recht. Dies bremste auch frühere Versuche einer Strukturbereinigung. Justizminister Dieter Böhmdorfer (FPÖ) gelang es unter Schwarz-Blau nach zähen Verhandlungen immerhin, 51 Kleinstgerichte aufzulassen. Seither gibt es 141 Bezirksgerichte, von denen 31 weniger als zwei Richter beschäftigen. An acht Standorten ist sogar nur eine bzw. weniger als eine Planstelle nötig.

Kein Problem haben wird Karl wohl mit dem Koalitionspartner - denn der Verzicht auf Kleinstgerichte ist ein Punkt der SPÖ-Vorschläge für die Verwaltungsreform. Auch aus der Justiz kam wiederholt der Ruf nach einer Straffung der Struktur - so etwa vom früheren und vom aktuellen Präsidenten des Oberlandesgerichtes Oberösterreich, der Richtervereinigung oder dem Chef der Justiz-Gewerkschaft. Für eine umfassende Organisationsreform - Zusammenlegung von Bezirks- und Landes- zu Eingangsgerichten mit Halbierung der Standorte - hat sich die frühere OGH-Präsidentin Irmgard Griss ausgesprochen. (APA)

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22 Postings
HELP.gv.at
00
17.1.2012, 12:01
Aktuelle Infos auf HELP.gv.at

Wirklich aktuelle Informationen über die Gerichtsorganisation sind auf HELP.gv.at, dem zentralen Internetportal der Republik Österreich für Bürgerinnen und Bürger: https://www.help.gv.at/Portal.No... 10016.html

Ätzend
00
18.1.2012, 09:54
Nichts gegen help.gv, das ist eine sehr gute Seite.

Aber gute Informationen über die Gerichtsorganisation sollte man von dort herholen, wo die Zuständigen sitzen, nämlich von www.bmj.gv.at .

anna kinsky walker
00
17.1.2012, 10:22
" von denen 31 weniger als zwei Richter beschäftigen"

0 oder 1 ?

Ätzend
00
18.1.2012, 09:56
Können auch 0,76 oder 0,44 sein,

die EDV ist leider ausgefeilt genug, um solche absurden Zuteilungen zu administrieren. Es werden die durchschnittlichen Fälle hochgerechnet, der betreffende Richter arbeitet natürlich parallel an zwei Gerichten.

Herzerzog Johann
00
17.1.2012, 10:44
Auch 0,5 oder 1,5

Ein Richter kann ja durchaus an zwei oder mehr Zwerggerichten tätig sein.

catbert
00
17.1.2012, 10:38
gibt nicht nur volle Stellen

.

Ole
11
16.1.2012, 23:45
Bezirksgerichte einsparen

Zuerst der Greißler, dann die Gendarmarie, dann die Post und nun die Bezirksgerichte. Die letzte Reform ist eh erst 5 Jahre her ...

Section Control
10
17.1.2012, 07:39
Ich hoffe sie besuchen wenigstens täglich die Heilige Messe in Ihrem Ort

Kann ja auch sein, dass dann die Kirche zusperrt. Oder noch besser, Sie machen einen Greisler mit Poststelle auf.

Herzerzog Johann
21
17.1.2012, 02:29

Zum Greissler wollte keiner mehr, daher gibts keine mehr. Die Post wurde auch immer seltener besucht, also offensichtlich auch nicht mehr so dringend benötigt. Zur Bezirkshauptmannschaft muß man sicher öfter als zum Bezirksgericht, folglich sollten BG jeweils nur in den Bezirksstädten eigentlich genügen. Es muß nicht jedes Kuhdorf eines haben und die Zeit der Pferdekutschen ist auch schon länger vorbei.

Wolfgang Ullram
00
17.1.2012, 09:15
aber auch

die züge fahren nicht mehr überall

nach baden - wenn man net an der südbahn wohnt- kommt man öffentlich fast nur, wenn man über wien !!!!!! fährt

kann schon mal 2,5 - 3 h dauern

intervalle unter tags 1-2 h

net immer nur bobodenken - neubaugasse ist in 5 min zu fuss begehbar-

und wenn man zu einem gericht muss, das weiter weg ist (im bez baden arbeits und soz gericht= wr. neustadt) kriegt man fahrtkosten ersetzt

wo ist da die ersparnis?

Herzerzog Johann
00
17.1.2012, 10:41
Bei den Zwerggerichten ...

... spielt es sich halt oft so ab: Zum Gerichtstermin reisen Richter, Gerichtsbedienstete, Parteien, Parteienvertreter, Zeugen usw. extra zum mit öffentlichen Verkehrsmitteln vor allem zu Nichtschulzeiten oft recht schwer erreichbarem Gericht in der Einschicht an, danach gehts wieder in die entgegengesetzte Richtung. Bezirkshauptstädte sind in der Regel doch leichter erreichbar. Wozu ein BG "gleich ums Eck" gut sein soll, konnte minoch niemand erklären.

F. Ritzl
11
17.1.2012, 06:09
die Zeit der Pferdekutschen ist auch schon länger vorbei

keine Angst, die kommt wieder - nur, daß dann keiner mehr Pferde hat und Du den Karren selber ziehen mußt ...

Ph Gudenus
00
16.1.2012, 23:20
die Karl,

man soll sparen, Frau ist an Buchstaben des Guten zuviel, also Familienname, dfer lautet, ut supra

smea_gol
12
16.1.2012, 21:53

am besten wäre die karl einzusparen. was die im bmwf kaputt gemacht hat, lässt sich so rasch ned reparieren.

der schwitzbär der schwitzt sehr
50
16.1.2012, 19:13

das brint genau null

paragraphenreiter
01
16.1.2012, 20:28
warum?

glauben Sie, die Miete/Erhaltung/Heizung/Ausstattung uvm von Räumlichkeiten kostet nix?

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
17.1.2012, 16:59

die brauchen nach der Zusammenlegung um keinen m² weniger

walter helfmann
10
17.1.2012, 01:08
die bleiben durch die bestehenden verträge

aufrecht.

die länder bereiten schwierigkeiten. ohne deren zustimmung passiert nichts.

vor verwaltungs- justiz- krankenanstalts- und anderen reformen ist die verfassung zu ändern. die 9fachen gleisigkeiten in jugend-, bau-, haustier-, verkehrsstrafen-, bettel- ... landesgesetzgebungen sind zu beenden. bürgermeister von größstädten wie München, NY, Rio, Sao Paola, Tokio, Shanghai und und und verwalten mehr menschen als at einwohner hat.

unser greisslertum ist überholt.

Herzerzog Johann
20
17.1.2012, 02:21

Die Bundesverfassung steht NICHT über den Landesverfassungen. Ohne Zustimmung der Länder ist nichts zu ändern. So gehts also nicht.

walter helfmann
00
18.1.2012, 00:37
sehe ich nicht so.

in der bundesverfassung sind die aufgaben von staat und den ländern - gewaltenteilung - geregelt.

mit zweidrittelmehrheit werden gesetze in den verfassungsrang erhoben. wird nicht passieren, aber da könnten sich länder und deren bonzen kalt brausen gehen.

Tino67
 
00
17.1.2012, 09:15
Sie haben das österreichische Dilemma

auf den Punkt gebracht!

smea_gol
00
16.1.2012, 21:53

hmm, minimal...das personal kostet fünfzehn mal mehr!!

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