Rücktritt von Martinz

Eine jämmerliche Posse

Kommentar | Michael Völker, 16. Jänner 2012, 21:54

Dass Martinz vorerst nur als Landesrat und nicht als ÖVP-Chef zurücktritt, ist lächerlich

Dieser Rücktritt war längst überfällig. Dass sich Josef Martinz überhaupt so lange halten konnte, war verwunderlich genug. Jetzt hat eine Anklageerhebung in der Causa Birnbacher zur Konsequenz geführt, dass sich Martinz aus der Kärntner Landesregierung zurückzieht.

Dass Martinz vorerst nur als Landesrat und nicht als ÖVP-Chef zurücktritt, ist im Grunde genommen lächerlich, aber das Problem der ÖVP, die er damit weiter beschädigt.

Die Hintergründe sind Grundlage für bestes Politkabarett. Da braucht es keine Pointen, für Verblüffung sorgen Fakten: Martinz beauftragte als Aufsichtsrats-Chef der Kärntner Landesholding seinen Freund und Steuerberater Dietrich Birnbacher mit einem Gutachten zum Verkauf der Hypo-Alpe-Adria-Bank. Honorar: zwölf Millionen Euro. Zur Rechtfertigung legte "Birni" , wie er jovial genannt wird, immerhin sechs Seiten Gutachten vor - im Nachhinein.

Unter dem Druck der Öffentlichkeit wurde das Honorar auf sechs Millionen halbiert. "Birni" wäre auch mit zwei Millionen zufrieden gewesen, aber es hat ihn ja keiner gefragt. Wert dürfte das Gutachten keine 200.000 Euro sein.

Eine jämmerliche Provinzposse. Passend dazu: Wer folgt Martinz jetzt als Aufsichtsrats-Chef der Kärntner Landesholding nach? Man kann es sich frivoler nicht ausdenken: Uwe Scheuch. Jener Scheuch, der eben wegen Amtsmissbrauchs erstinstanzlich verurteilt wurde. Eine jämmerliche Posse, im Kabarett praktisch nicht mehr zu toppen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 52
1 2
the photographer
00
25.3.2012, 11:45
Dank gebührt dem...

...Büchnerpreisträger Dr. Josef Winkler, der einen langen Atem hatte und nun wohl auch die Staatsanwaltschaften diesseits und jenseits der Pack wach gerüttelt hat....

werwolfi
00
17.1.2012, 18:09

Ich glaube auch kaum, dass 6 Seiten eines derartigen Gutachtens 200.000 wert sein können.

Strathisla
00
17.1.2012, 16:41
korrupt ...

... oder blöd - oder beides

MeinePrognose/Anmerkung
00
17.1.2012, 15:52
Jämmerlich ist eine Untertreibung

Martinz als Vorsitzender des AR: Anklage
Scheuch als Stellvertreter: Erstinstanzlich verurteilt, wenn auch nicht rechtskräftig
Megymorez als Vorstand: Anklage
Xander als Vorstand: Anklage wegen Untreue als Hypo Vorstand erstinstanzlich freigesprochen, Anklage wegen Honorar folgt

Diese Leute verwalten das ausgegliederte Landesvermögen in Kärnten.

Jämmerlich ist eine Untertreibung. Alle bleiben sitzen, vielleicht werden sie es demnächst sogar müssen.

Plinius
00
17.1.2012, 15:52
schwarz-braun...

...eine übelriechende Kombination...

a b1
01
17.1.2012, 12:53
Ein Auszug aus dem Wirtschaftstreuhandsberufsgesetz

§ 95. Berufsberechtigten ist die Annahme oder die Gewährung von Provisionen oder die Weitergabe von Aufträgen unter Provisionsvorbehalt verboten.

a b1
00
17.1.2012, 12:49
Der Wert des Gutachtens ist aus folgendem Grund weit geringer:

Mitglieder der Kammer der Wirtschaftstreuhänder dürfen nicht provisionsbasiert fakturieren. Ansonsten droht sogar ein Entzug der Berufsbefugnis.

Zivilgeselle
02
17.1.2012, 12:27
Provinzposse ?

Dieser Fall hat mehr Österreich Bezug als man wahrhaben möchte.

Er zeigt, welche Landesparteichefs die VP als "Leistungsträger" akzeptiert.

Verdächtige ÖVP Politiker wissen vor der Staatsanwaltschaft, wo es lang geht.

Es wird zugelassen, dass ein verdächtigter Landesholding Aufsichtratschef von einem erstinstanzlich Verurteilten abgelöst wird, obwohl ganz Österreich für Kärnten haftet.

Wir Österreicher/innen empfinden diese Personen als Geißel und wollen nicht in deren Haft sein !!!!

Umgekehrt wäre rechtsstaatlich.

bratak
00
17.1.2012, 11:18
nachdem man ja so gern geld direkt in der bevölkerung verteilt ...

12 mille wären immerhin 21,49€, die man jedem kärntner in die hand drücken könnte, für manche leute peanuts, für andere aber doch einige mahlzeiten

sakul
04
17.1.2012, 11:17
Die Firma....

In jeder "privaten" Firma wäre der Martinz nach diesem "Zahlungsauftrag" sofort fristlos entlassen w und zudem auf Schadenersatz geklagt worden.
Doch in der "Firma - Kärnten" sind solche Schweinereien nichts Außergewöhliches, denn man muss schon einen "erschießen" um seines lukrativen Postens verlustig zu werden.
Mitschuldig sind auch die Kärntner-Zeitungsleute, denn die "schießen" mit Platzpatronen auf ihre "Subventionsgeber", um ja nicht die dahinterstehenden Parteien zu beschädigen.
Eigentlich mies und feige....

Bekka
 
01
17.1.2012, 10:59
klar wär der birni auch mit 2 mio zufrieden gewesen

nach der aufteilung (unter freunden) ist ihm in wirklichkeit wohl eh viel weniger geblieben.

tnt
00
17.1.2012, 10:48
Buhuhuuuu...der böse Haider hat sich derstessen und i bin jetzt ganz allan der Depperte!

So hat er sich gestern in "Kärnten Heute" allen ernstes verteidigt....der Herr Campingplatztycoon vom Ossiachersee...

ZwischenZeilen
00
17.1.2012, 10:31
Auch eine Sichtweise.... (siehe KLZ)

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache begrüßte den Rücktritt von Martinz. "Ein sehr erfolgloser ÖVP-Politiker hat damit die Konsequenzen gezogen", sagte er bei einer Pressekonferenz in Wien.(...) Im Rücktritt von Martinz, der noch vor einer Justizanklage in der Hypo-Affäre den Hut genommen hat, sieht Strache unterdessen keine Vorbildwirkung für Uwe Scheuch. Er verwies darauf, dass der FPK-Chef noch nicht rechtskräftig verurteilt ist... Tja

cadd
05
17.1.2012, 10:16
Wer glaubt, daß die Frau Karl nichts tut, irrt.

Die ist voll ausgelastet damit, diversen Parteimitgliedern klarzumachen, daß es jetzt trotz aller (un)zweifelhaften Verdienste wirklich keinen anderen Weg mehr als den Rücktritt gibt. Daher hat sie aber auch keine Zeit, bei unliebsamen Verfahren nach dem Rechten zu sehen. Das Monopol der ÖVP für Lächerlichkeiten, Peinlichkeiten, Fragwürdigkeiten wurde zwar von der SPÖ in Sachen Pelinka kurzfristig in Frage gestellt, aber mit Martinz ist die führende Rolle der ÖVP wieder eindeutig festgeschrieben.

Bekka
 
03
17.1.2012, 10:55
ach hörn's auf mit der karl

das ist eine kleine streberin, die fleißig das tut, was ihr aufgetragen wird. sonst nichts.

Andreas W
02
17.1.2012, 12:28
Aber im Gegensatz zu Kurz hat die wenigstens Sachkenntnis.

als ehemalige Jusprofessorin.

Aber in Oesterreich sind sowieso die inkompetenstesten, unfaehigsten Proleten am beliebtesten - wahrscheinlich weil sich dann der 08-15 Buerger vortraeumen kann, dass er auch mal so protegiert wird, obwohl voellig ungeeignet!!!

Gobi Todic
01
17.1.2012, 09:49
Rechtsstaat? v1

http://www.jusline.at/879_ABGB.html

(1) Ein Vertrag, der gegen ein gesetzliches Verbot oder gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig.

(2) Insbesondere sind folgende Verträge nichtig:

1. wenn etwas für die Unterhandlung eines Ehevertrages bedungen wird;

1a. wenn etwas für die Vermittlung einer medizinisch unterstützten Fortpflanzung bedungen wird;

2. wenn ein Rechtsfreund eine ihm anvertraute Streitsache ganz oder teilweise an sich löst oder sich einen bestimmten Teil des Betrages versprechen läßt, der der Partei zuerkannt wird;

3. wenn eine Erbschaft oder ein Vermächtnis, die man von einer dritten Person erhofft, noch bei Lebzeiten derselben veräußert wird;

Teil 2 ->

Krankul
44
17.1.2012, 08:24
Schon, nur

gegen die anderen Formen der Korruption wäre auch energisch vorzugehen: Gegen die Kerns etwa (der ÖBB-General hat den SPÖ-Drahtzieher Pelinka einzig und allein dafür angestellt, damit er weiter für die Partei arbeiten kann); oder gegen die Faymanns (dieser hat einst als Stadtrat auf Kosten der Steuerzahler im „News“-Tower der Gebrüder Fellner Gemeinde-Büros zu weit überhöhten Preisen angemietet; er hat auch die ÖBB gezwungen, serienweise überflüssige Inserate in der Kronenzeitung zu schalten). Zum Unterschied vom Fall Grasser müsste man in diesen Fällen gar nicht quälend lange warten, bis man an Liechtensteiner und Schweizer Akten herankommt. Die Beweise liegen offen auf dem Tisch.

estragon001
112
17.1.2012, 08:15
Es ist Sache der Menschen in Kärnten...

socherart Schweinerein zu unterbinden, unliebsame, korrupte Pseudo-Politiker los zu werden...
Was ist los mit den Kärtnern, sind die blind, taub und blöd ??

die rote baronin
10
17.1.2012, 10:52
Wie gut, dass wir Kärnten haben....

So braucht man sich über ähnliche Dinge in anderen Bundesländern bzw. beim Bund nicht kümmern.
PolitikerInnen gehören zu jenen Leuten, die so gut verdienen (und desweiteren: so wahnsinnig viel bezahlt bekommen - z.B. über die Parteiengelder), dass ihnen scheinbar nicht mehr klar ist, wieviel wert das Geld hat, mit dem sie um sich schmeissen. Und damit meine ich nicht nur die Kärnter PolitikerInnen!
Was die Bevölkerung betrifft, so lernen sie, was Demokratie bedeutet: ein Kreuzerl am Wahlzettel zu machen (bei Wahlen und Volksabstimmungen). Das wars. So dürfen sie ihre Meinung äußern, wurden gefragt - bis zur nächsten Wahl.
Überall - nicht nur in Kärnten. Deswegen läufts wies läuft.

Gobi Todic
00
17.1.2012, 09:58
am 22. Dezember

waren 700 Leute beim Mutbürgermarsch in Klagenfurt.

Das wars dann wiedermal für eine Zeitlang.

Kärnten ist am Ende.

HelmHer
037
17.1.2012, 07:22
Kein Zweifel an Uwes Kompetenz !

Seine Diplomarbeit (1997) ist laut Homepage der Wiener Uni für Bodenkultur folgendermaßen zusammengefasst, vermutlich auf Englisch: „This project is engaged in an inclusion (?) of the forrest (sic!) in Oberkärnten, and it is apart (sic!) of a project, wihch (sic!) was done in all provinces of Österreich. 85 farmers, who were divided in (?) four categories were investigated. It was an (sic!) personal oral examination, with (?) using a standard questionaire (sic!).“ Dunkel bleibt hier, was Herr Dipl.-Ing. Scheuch im Kärntner Wald getrieben hat. Wurden die armen Bauern gar gevierteilt? Und wer hat die wissenschaftliche Arbeit lesen oder gar bewerten müssen?

dolstnaretna hasenstück
00
17.1.2012, 17:19
uwe: übler bube!

ich seh', mein Sohn, wo du nichts weißt...
02
17.1.2012, 12:50
Der Scheuch hat seine Diplomarbeit auf Deutsch geschrieben.

.
Übersetzt hat sie dann der Gorbach...

Bekka
 
01
17.1.2012, 10:57
lustig

interessant wärs auch, den betreuer der dipl zu nennen.

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