Die Revolte gegen den Schweizer

16. Jänner 2012, 18:12
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    foto: epa/joe castro

    Roger Federer applaudiert sich selbst, die Konkurrenz wirft ihm Ignoranz vor.

Die Tennisprofis sind unzufrieden mit Federer, ihrem Gewerkschafts­boss. Rafael Nadal und andere werfen ihm vor, eigene Interessen zu vertreten

Melbourne - Jürgen Melzer (6:7 (3), 5:7, 3:6 gegen den Kroaten Ivo Karlovic) und Patricia Mayr-Achleitner (2:6, 4:6 gegen die Weißrussin Olga Goworzowa) sind bereits zum Auftakt gescheitert, die Favoriten haben sich jedoch durchgesetzt. Die Partien der Herren Rafael Nadal und Roger Federer verliefen unspektakulär. Aufregend wurde es nach den Matchbällen. Im Welttennis bahnt sich ein Konflikt an, er ist bereits da: Alle gegen Federer. Der Schweizer gerät immer mehr ins Abseits.

Nachdem Nadal seinem großen Rivalen im Streit um den vollen Terminkalender der ATP-Tour Untätigkeit und Egoismus vorgeworfen hatte, verschärfte sich der Ton in Melbourne. "Ich weiß nicht, warum Roger die Spieler nicht unterstützt. Federer will nichts unternehmen. Rafael Nadal und Novak Djokovic stehen dagegen zu den anderen Spielern aus den Top 100", sagte Nikolai Dawydenko. Der Russe wunderte sich über die fehlende Solidarität von Grand-Slam-Rekordsieger Federer: "Er ist perfekt. Er will nichts machen. Er versucht einfach, sich rauszuhalten."

Nadal vs. Gentleman Federer

Zuvor hatte schon Nadal erstmals den Ehrenkodex gebrochen und Federer öffentlich an den Pranger gestellt. "Es ist leicht, zu sagen: Ich mache nichts, alles ist gut, und ich bleibe ein Gentleman, während sich andere verbrennen", wetterte Nadal gegen den Präsidenten der Spielergewerkschaft und legte nach: "Er wird seine Karriere blühend beenden, weil er ein absolut privilegierter Athlet ist. Aber weder Murray noch Djokovic oder ich werden so aufhören können."

Als stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft setzt sich der Spanier für Änderungen im Terminkalender ein - und hat dabei nicht nur Branchenführer Djokovic und Murray auf seiner Seite. Auch der Rest des Profifeldes will dem Trio offenbar treue Gefolgschaft leisten. Bis auf Federer. Der als Saubermann bekannte Schweizer scheint keinen Grund für Aktionismus zu sehen. Der 30-Jährige äußert sich in der Öffentlichkeit nur selten negativ über den Tennissport.

"Sie hetzen uns um die Welt"

Nadal hatte Ende 2011 sogar offen mit Streik gedroht, sollte der Verband der professionellen Tennisspieler ATP und der Weltverband ITF keine Lösungen finden, den Topspielern mehr Pausen zu geben. "Sie hetzen uns um die Welt. Sie tun alles für die Show, aber nichts für uns. Das können wir nicht akzeptieren, denn die Gesundheit der Spieler ist wichtig für diese Show."

Während Nadal für eine Weltrangliste plädierte, die erst alle zwei Jahre neu berechnet wird, um verletzte Spieler zu schützen, positionierte sich Federer gegen den Vorschlag. Und was sagte er in Melbourne zu den Vorwürfen? "Man kann nicht immer einer Meinung sein. Aber grundsätzlich bin ich schon der Meinung der Spieler. Streik ist ein gefährliches Wort. " (DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 17. Jänner 2012, sid, hac)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 200
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madeingermany
32
17.1.2012, 22:51
Werte Ballkinder!

Ein Blick auf die internationale Presse zu dieser Causa entlarvt den Skribenten dieser Postille als einen elenden.

Federers Agens hat genau den Vorsprung, den Nadal geburtsurkundlich intellektuell negiert.

Und noch zu Djokovic und seinen rhetorischen Absonderungen: Ein Nachkriegskind, das derzeit den entsprechenden Bonus aufbraucht - muss auch mal sein.

Murray: Mundatmer, deren Mutter so ausschaut, wie sie ausschaut, sind in allen Belangen unabgestillt;)

Captain Smoker
00
18.1.2012, 21:08

Nana, wer wird denn da gleich die beleidigte Leberwurst spielen? ;)

[Cotton]
00
17.1.2012, 15:06

Die Paszek hat wie erwartet verloren. Trotzdem bitter: im 1. Satz gut mitgespielt, aber ein Break kassiert trotz 40-0 Führung, daher den Satz dann verloren. Im 2. Satz gut mitgespielt, dann ein Break kassiert und dann hat sie aufgegeben. Insgesamt war Williams eine Nummer zu groß, Pazek hatte keine Breakchance, Williams gleich deren 10. Und Paszek nur mit 8 Winnern im Match, Williams mit weit über 30 Winnern.

Makro 24/7
41
17.1.2012, 14:42

Interessant dass sich Nadal erst jetzt negativ darüber äußert. In seinen ein wenig erfolgreicheren Saisonen gabs kein Muh und kein Mäh.

Er hat ja nur Angst vor Djokovic und noch viel mehr vor Federer! :)

Captain Smoker
10
17.1.2012, 22:49

Dazu kann man nur eines sagen: Eine glatte Lüge von Ihnen.

Lucky Strike Light
20
17.1.2012, 14:44

Verzapf keinen Blödsinn, Nadal hat das immer schon kundgetan.

Wowo101
 
22
17.1.2012, 13:56

Den dummen Schweizer interessiert in seinem Leben lediglich die Dicke seiner Brieftasche. Sonst Desinteresse.

Polk Salad
00
19.1.2012, 17:40

Interessant am Standard-Forum ist, dass man für so ein dumm-infames Posting sogar grüne Stricherl bekommt.

08-15
00
24.1.2012, 09:37

so sind sie halt ...neidische kleine würstchen. aber hey, keiner ist unnütz ...er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.

08-15
00
17.1.2012, 17:56

wenn du den Raum betrittst, wird's wahrscheinlich auch nicht grad heller darin!

Wowo101
 
00
17.1.2012, 23:47

Ich betrete vornehmlich helle Räume.

Jukarno
21
17.1.2012, 13:22
Irgendwas verstehe ich nicht

Die ATP-Tour veranstaltet pro Jahr ca.60 Turniere.
Wenn die Herren nun Sklavenverträge unterschreiben, welche über Ihre sportlichen Möglichkeiten gehen ist das ja Ihr Problem. Wenn nun ein Federer wegen einer besseren Konstitution mehr Turniere absolviert wie z.B. Nadal, ist dann das das Problem von Federer?

Lucky Strike Light
20
17.1.2012, 13:45

Ja, es ist das Problem von Federer, weil er der "Gewerkschaftsboss" ist. Das hat ihn gefälligst zu interessieren. Wäre er das nicht, dann wäre es nicht sein Problem.

Kaufe Luchs in Luxenburg
70
17.1.2012, 12:29
[Cotton]
00
17.1.2012, 15:01
Gratuliere...

... zum eindeutig schlechtesten Link, der dieses Monat auf standard.at gepostet wurde.

Primetime
00
17.1.2012, 14:21

ich glaube ich habe noch nie so etwas sinnloses gesehen....

i sogs eich!
00
17.1.2012, 14:11

das video ist schirch

Liberaler Atheist
41
17.1.2012, 12:28
Wenn die Topstars

...auf die Einladungsturniere ausserhalb der Tour verzichten würden, hätten sie gleich mal ein paar Spiele weniger. Aber da siegt dann doch die Geldgier über die Angst vor der sich verschlechternden Gesundheit.

Captain Smoker
00
17.1.2012, 13:40

1. So viele Spiele sind das nicht/Jahr.
2. Da ist immer viel Show dabei. Kein Spieler läuft da jedem Ball nach und gibt alles.
3. Das Geld geht oft nicht mal an die Spieler sondern an die Stiftungen (und Ähnliches) die so gut wie jeder Topspieler hat.

Lucky Strike Light
00
17.1.2012, 12:48

So ein Blödsinn. Bei den Einladungsturnieren gehen die Stars bei weitem nicht an ihre körperlichen Grenzen und nutzen diese meist, um gemeinnützige Projekte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

walter kogler
00
17.1.2012, 12:14

also was ich so gelesen hab, gehts dem großteil der spieler darum, dass das preisgeld bei den turnieren zu gering ist bzw. vom gewinn zu wenig ausgeschüttet wird vor allem in den ersten runden bei gs. das problem mit zu viel spielen/jahr trifft ja wohl nur die besten

Lucky Strike Light
01
17.1.2012, 12:52

Es sind 2 Punkte: erstens zu wenig Geld für die Spieler, die früh ausscheiden - das trifft Nadal, Djoker, Murray usw. eher wenig, somit ist das im Interesse der "schwächeren" Spieler. Und zweitens den zu dichten Turnierplan - das betrifft eigentlich alle Spieler. Wo hier also Nadal & Co. sich es selbst richten wollen - was von manchen Postern hier unterstellt wird - weiß ich nicht.
Federer ists wurscht, der hört sowieso auf, bevor es Reformen geben wird. Seine Meinung ist akzeptieren, allerdings ist er in seiner Funktion fehlbesetzt, wenn er seine Meinung über die der Masse stellt.

Polk Salad
12
17.1.2012, 11:43
Lustiger Artikel und lustige Diskussion!

Da wird offensichtlich einfach etwas angenommen, was so nicht stimmt oder zumindest zweifelhaft ist.
Federer sei "Gewerkschaftboss"? Federer ist president of the "player council". Und in dem gibt es sicher Regeln über die Willensbildung. Oder erfolgt das dergestalt, dass jeder in einer Pressekonferenz gegenüber Journalisten seine Meinung sagt (s.Nadal)?

Vertritt Federer tatsächlich nur "seine eigene Meinung? Ich nehme an, in einem Interview gegenüber der Presse wird nichts anderes gefragt sein. Ist es erwiesen, dass tatsächlich "alle" anderen Spieler sich einig sind?

Und ich halte es durchaus für einen vertretbaren (und verantwortungsbewussten) Standpunkt, im Interesse des Tennissports nicht öffentlich(!) mit einem Streik zu drohen.

duplo66
01
17.1.2012, 13:19

Viel "lustiger" ist mMn die Tatsache, dass hier und jetzt überhaupt so munter über solche "Probleme" diskutiert wird. Der Tennissport ist zu einer Unterhaltungsmaschinerie geworden, die (wie fast alles im Leben) nur von einem wirklich am Leben gehalten wird: Geld!

Jene Menschen, die sich beruflich diesem "Sport" zuwenden, werden sich von Anfang an bewusst sein, was sie da auf sich nehmen. Von "müssen" ist dabei keine Rede, es besteht kein Zwang. Und dass auch in dieser Sportart letztlich nur eine sehr kleine Gruppe an Menschen absurd viel Geld verdient, dürfte ebenfalls von Anfang an klar sein.

Viele normal arbeitende Menschen können ob solcher "Luxusprobleme" wohl nur müde lächeln - und müssen weit über 200 Tage pro Jahr antreten.

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