Mödling und Baden

Rechnungshof kritisiert Niederösterreichs Spitalspläne

16. Jänner 2012, 18:04

34 Millionen Euro hätte sich das Land gespart, wenn es statt zwei Spitälern eines gebaut hätte - Finanzlandesrat Sobotka (VP) sieht das anders

St. Pölten - 11,8 Kilometer sind es laut Google Maps von Mödling nach Baden. Ob die beiden Städte im Speckgürtel wirklich zwei Spitäler brauchen, darüber hat sich Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka (VP) lange den Kopf zerbrochen, sagt er. Schließlich entschied sich Sobotka, in dessen Ressort die Landesklinikenholding und damit alle 27 Spitalsstandorte fallen, für zwei Neubauten um insgesamt 346 Millionen Euro - was nun der Rechnungshof (RH) zum Anlass für deutliche Kritik nimmt. In einem (noch unter Verschluss befindlichen) Rohbericht heißt es unter anderem, eine Ein-Haus-Lösung hätte dem Land 34 Millionen Euro an Errichtungskosten gespart.

Eine Zahl, die Sobotka nicht nachvollziehen kann. So gehe der RH bei seiner Berechnung von 7000 Euro Kosten pro Quadratmeter aus, tatsächlich lägen diese aber nur bei der Hälfte. Die Betriebskosten hätten die Prüfer gar nicht berücksichtigt. Dass der RH statt der zwei Spitalsbauten nur einen empfiehlt, sieht der Landesrat außerdem als "Aufforderung zum Rechtsbruch", wie er dem Standard sagte. Das Spitalsgesetz oder der Österreichische Strukturplan Gesundheit kämen in dem Bericht gar nicht vor.

Tatsächlich würden diese aber eine medizinische Grundversorgung innerhalb einer gewissen Distanz vorschreiben - und dafür brauche es nun einmal zwei Standorte, meint Sobotka. Geführt werden diese aber als ein Haus mit "minimaler" Überschneidung bei der vom Gesetz vorgeschriebenen Grundversorgung, der Großteil der Abteilungen wurde auf die beiden Standorte aufgeteilt. Zudem werde nicht berücksichtigt, dass die Bevölkerungszahl im Süden Wiens in den nächsten Jahrzehnten extrem wachsen werde. Dass es in Niederösterreich zu viele Spitalsbetten gebe - nämlich fünf pro tausend Einwohner - will Sobotka ebenso wenig auf sich sitzen lassen, schließlich betrage diese Kennzahl etwa in Wien 6,2.

Insgesamt untermauere der Bericht zu den Spitälern die "Inobjektivität" des Rechnungshofs, sagt Sobotka, dessen politische Betätigungsfelder - etwa die Veranlagung der Wohnbaugelder oder die Tullner Gartenschau - schon öfter vom RH kritisiert wurden; seit 2005 (also seit Josef Moser RH-Präsident ist), hätten sich die Prüfer 77-mal mit Niederösterreich beschäftigt, mit Wien im selben Zeitraum nur 62-mal.

Rasche Reformvorschläge

Der RH-Bericht fällt in eine heikle gesundheitspolitische Phase, soll doch in den nächsten Wochen ein Sparpaket ausverhandelt werden, und im Gesundheitsbereich seien 1,8 Milliarden Euro zu holen - zumindest hat man das in der Bundes-VP errechnet. Ein kolportiertes Ziel, nämlich eine Senkung der Steigerungsrate der Gesundheitausgaben unter jene des Bruttoinlandsproduktes, habe man in Niederösterreich bereits erreicht, sagt Sobotka.

Von einer "Dämpfung der Kostensteigerung" spricht man auch im Büro der Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP). Sie ist (neben dem oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer, VP) die Ländervertreterin in einer Kommission, die Anfang 2011 eingesetzt wurde, um Reformvorschläge zu erarbeiten. Ziel sei, dass der Bund die Planung der Versorgung übernimmt, damit ein Hin- und Herschieben von Patienten und Kosten zwischen den (großteils von den Ländern finanzierten) Spitälern und den (von den Kassen bezahlten) niedergelassenen Ärzten nicht mehr möglich ist, heißt es dazu aus Wehselys Büro.

Die Spitalsreform solle jedenfalls beschleunigt werden, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit: Schon Ende Februar soll es eine grundsätzliche Einigung geben. (Andrea Heigl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2
fasziniert
00
26.2.2012, 13:35
Mit dem Bau einer 3. Piste werden sich die Krankenhäuser schon füllen

Schliesslich ist ja mit der Ausrichtung der 3. Piste in Richtung des dichtest besiedelten Gebiets Österreichs (südliches Wien und "Speckgürtel" im Süden) dafür gesorgt, dass möglichst viele Menschen durch Fluglärm in ihrer Gesundheit geschädigt werden.

burgenländischer Bergbauer
02
Wir benötigen DRINGENDST eine Rettungsgasse für das Sozialversicherungswesen: Korrupte verblödete Politiker nach LINKS und dazugehörige Beamte inkl. reformunwillige Primar- und Oberärzte, Verwaltungs- und Pflegedirektoren nach RECHTS!!!

Franz Steiner
00
29.1.2012, 19:01
Krankenhausdichte in Wien?

Nach der Logik, dass zwei Städte in einem Ballungsraum keine zwei Spitäler haben dürfen, wenn sie nur 11 km auseinanderliegen, könnte man in Wien alles auf zwei Spitalsstandorte reduzieren. Der Unterschied ist für mich nicht erkennbar- mit ausnahme, dass man in Wien alles öffentlich gut erreichen kann.

Graypi
00
Dichte

wird hier wohl nicht (allein) durch den räumlichen Abstand definiert, sondern durch Einwohnerzahl pro Spital in einem entsprechenden Radius.
Und dass Wiener Kliniken wie AKH und SMZ Ost auch viel NÖ-Umland versorgen, sollte bekannt sein...

Oldsgone
01
21.1.2012, 16:18
kein wunder

das niederösterreich dann so hoch verschuldet ist aber ja könig pröll hat gesprochen.....

sainty1
01
20.1.2012, 07:27
na hauptsache sie heulen dann wieder dass das Gesundheitswesen so teuer ist die gestörten

von der ÖVP

Susi Q1
00
20.1.2012, 05:23
Ein Schwerpunktkrankenhaus würde reichen!!

Die Krankenhäuser Baden und Mödling sind sicher Sanierungsbdürftig bzw am Verfallen (was mich stuzig macht weil die stehen ja erst 25 jahre)...
Trotzdem würde ein schwerpunkt Krankenhaus mit vielen Betten in Mödling voll und ganz ausreichen. Zusätzlich wäre ich in Baden für ein Gesundheitszetrum mit ev. 20 Notbetten oder ähnlichen. Das Funktioniert in anderen Ländern auch gut. Zusätzlich würde es nicht mehr Transportkosten geben als wie jetzt, weil wenn die Schwerpunkte auf 2 Standorte aufgeteilt werden, dann muss der NAW die Leute je nach Schwerpunkt hin und her fahren.
Aber die Liebe ÖVP muss natürlich die Baufirma offensichtlich in irgend einer Form finanzieren, dafür sparen sie am Pflegepersonal...braucht man ja auch nicht ;-)

Hubert Ungeist
 
00
26.1.2012, 17:36
Sie kommen aus Mödling

stimmts?

Das Problem ist das etwa Mödling von Traiskirchen aus 1 Stunde Öffis bedeutet. Baden 10 Minuten.

! Österreichische Verbrecher Partei !
01
19.1.2012, 17:00
1987 - 2012 25 Jahre ÖVP = Lüge + Korruption in der Regierung :`(

Die Österreichische Verbrecher Partei feiert Jubilliäum neue Lage 650 Tage ;-)) bis zur Abwahl

25 Jahre Mafia in der Regierung sind genug!

25 Jahre wurde ein Anti Korruptions- Gesetz verhindert

25 Jahre wurde Transparenz bei den Politikerzusatz- und Parteigünstlings Einkommen verhindert

25 Jahre wurde eine Offenlegung der Parteispenden verhindert

25 Jahre Schutzschirm für Korruption

25 Jahre " wos woa mei Leistung?"

25 Jahre Unschuldsvermutung

25 Jahre Wahlversprechen gebrochen!

KURZ NACH DER OBERFLÄCHE KOMMT BEI DIESEM mafiösen GSINDL DIE KORRUPTIONS- JAUCHE ZUM VORSCHEIN !!! OB ICH DIE NOCH IM HÄFEN BESUCHEN KANN ??

UND imma is da SOBOTKA dabei, Flughafen, Wohnbaugelder, Krankenhäuser ?!?!?

torch
 
00
18.1.2012, 00:27

Na, wie optimal wäre so ein Krankenhaus für die Mödlinger und Badener wenn es z.B. in Traiskirchen oder Guntramsdorf gelegen wäre?

Ganz im Sinne der guten und kürzestfristigen Erreichbarkeit im Sinne der Patienten und deren Überlebenschancen in kritischen Notfällen, ambulanter Fälle etc. sowie in in Spitäler angesiedelten höherwertigen Untersuchungseinrichtungen, die fallweise auch einer Mehrfachnutzung unterliegen können sich erst so standortbezogen rechnen.

grias
01
17.1.2012, 17:18
Für was gibt es den Rechnungshof

Verstehen sie mich nicht falsch, ich finde ihn äußerst wichtig, aber wenn die Politiker niemals auch nur einen einzigen kritikpunkt ernst nehmen, was hat der RH dann für einen Sinn, Außer dem Bundesrechnungsabschluss natürlich???

hungrybear
00
17.1.2012, 17:00
sobotka .....

... ein nö leistungsträger ;-) ... oberster zocker seines herrn und meisters !

spine
00
17.1.2012, 16:33

am besten beide spitäler gleich zusperrn.
die bewohner des speckgürtels pendeln ja eh gern jeden tag nach wien, sollns doch dort auch gleich ins spital gehn. sind wenigstens dann die betten in wien gscheit ausgelastet, und vielleicht prüft der böse rechnungshof wien wieder mehr.

Franz Weinpolter aka Franz Ehm
05
17.1.2012, 15:31
sobotka - geldverschwendung hat einen namen

der mann ist ein finanzpolitischer amokläufer (tulln, wohnbaugelder etc.). auf geheiß vom erwin mussten ja in den schwarzen städten mödling und baden unbedingt spitäler errichtet werden, auch wenn sie nur einen steinwurf voneinander entfernt sind.

dass sobotka die rh-berichte nicht nachvollziehen kann ist - wenig überraschend - augenscheinlich.

grias
00
17.1.2012, 17:20

ich hab mal versucht auf der NÖ-Landesklinikenholding Daten zu den Ausgaben für die Spitäler zu finden. Hab mich eine gute Stunde beschäftigt und nichts dazu gefunden. Das nenne ich mal Transparenz und Bürgernähe!!!!!!!!!!!

hot doc
00
17.1.2012, 16:52

so dumm ist der sobotka wieder nicht. er ist draufgekommen, dass ältere politiker leicht einen herzinfarkt kriegen können, weswegen er sich entgegen den strukturplänen und wider jeden sinn in seiner heimatstadt wy ein herzkatheterlabor angeschafft hat. dass dieser mann noch frei herumläuft, ist eigentlich unglaublich.

Hubert Ungeist
 
10
17.1.2012, 15:24
11,8 km zwischen 2 Spitälern in NÖ

und wieviel sind zwischen Spitälern in Wien.

Aber im konkreten Fall habens recht 1 Spital hätte genügt

byron sully
13
17.1.2012, 14:49

ich mag mich hier zwar unbeliebt machen, aber mir geht diese kritik echt am wecker. wo ist das problem, wenn zwei bezirkshauptstädte in einer gegen mit recht hoher bevölkerungsdichte zwei spitäler haben? mich nervt diese fixierung darauf, daß es nur wenige großspitäler geben soll. hier bin ich auf seiten der niederösterreichischen landesregierung.

Zelvik
02
18.1.2012, 00:32

Es ist eine Frage der Effizienz und der Qualität. Effizienz weil für beide Standorte Strukturen vorgehalten werden müssen, die bei einem Standort fusioniert werden können, Qualität weil das Personal nur bedingt genügend Praxis in einigen Bereichen bekommt um wirklich qualitativ hochwertig arbeiten zu können. Grad das Mödlinger Spital hat mitunter inzwischen einen be... Ruf.

Und ehrlich, die Spitäler sind beide nur bedingt verkehrstechnisch gut gelegen. Eine Verlagerung an eine der vielen übergeordneten Verkehrsachsen hätte wohl auch die Anfahrtszeiten aus einigen Gegenden reduziert. Es geht einfach nur ums Prestige der (ex-)Bürgermeister, um sonst nix.

Benedikt der Siebzehnte
00
groß = effizient?

für den spitalssektor gibts aber genug studien, die klar zeigen, dass sehr große spitäler wirtschaftlich schlechtere zahlen liefern. (sehr kleine übrigens auch). die größenordnung der neubauten möglind und baden ist net so schlecht.
qualität: medizinische qualität: gerade bei heiklen oeprationen ist die quantität (anzahl, routine, ...) ein relvanter faktor fürs ergebnis. Das erreicht man mit einer guten Leistungsabstimmung (zB mödling macht brustkrebs und ohr,nase,auge; baden macht prostatakrebs und haut, ...).
bei weichen faktoren (patientenzufriedenheit, zusammenarbeit der berufsgruppen, betriebsklima usw) haben überschaubare organisationsgrößen vorteile.
dass man bei der zusammenlegung einen portier einspart, fällt kaum ins gewicht.

byron sully
00
18.1.2012, 14:13

punkt 2 ist sicher ein berechtigter einwand. was punkt 1 betrifft: bei pensionistenheimen geht man ja (richtigerweise) den umgekehrten weg: mehr, dafür kleinere einheiten. bin jetzt nicht der meinung, daß jedes dorf ein spital braucht (und die qualität muß natürlich gegeben sein, keine frage), aber ich denke, daß eben die bevölkerungszahl pro krankenhaus auch eine wesentliche rolle spielen sollte. beide orte haben immerhin ein gewisses einzugsgebiet.

picadilly
00
17.1.2012, 14:42
Es ist natürlich...

...ziemlich offensichtlich dass es aus Gründen der VERSORGUNG nicht notwendig ist.

Wenn man dieses Konzept auf ganz Österreich umlegen würden, dann bräuchte es geschätzte 100 Krankenhäuser mehr (was sollen die Bürger und BürgerInnen im Waldviertel da sagen).

Es geht schlicht um zwei Bürgermeister, die beide Landtagsabgeornete sind, und um eine Landesregierung, die immer noch genug Geld hat, um lieber mit zwei Krankenhäusern keinen zu vergrätzen als das Geld woanders sinnvoll einzusetzen.

Doch wie immer gilt: Die klare Mehrheit in NÖ hat diese Landesregierung (indirekt) gewählt, und es ist / war ganz klar wie diese Regierung funktioniert.
So gesehen: Das Geld ist da, für die Mödlinger und Badner ist das Ganze cool!

aflen
02
17.1.2012, 14:14
Schaut der Rechnungshof auch nicht mehr über den Gartenzaun?

Immerhin liegt Mödling ja auch noch in der Nähe des Kaiser-Franz-Josefs-Spitals und das UKHs Meidling! Aber wir bauen lieber Pimperl-Spitäler mit vielleicht teurer Ausstattung, aber minimalen Fallzahlen, und jeder der dann dort behandelt wird, ist ein armer Hund! Hauptsache der Onkel Pröll hat wieder ein paar Posten an seine Günstlinge zu vergeben ...

Takeshi Kovacs
00
17.1.2012, 12:44
Sie ist (neben dem oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer, VP) die Ländervertreterin in einer Kommission

auweh!!

Befreier von Butter und Eier
00
17.1.2012, 11:55

Österreich, ein Land der unbeschränkten Möglichkeiten

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.