Analyse

Sparen allein wird das dritte A nicht zurückbringen

Analyse | András Szigetvari, 16. Jänner 2012, 17:46

Um wieder die Bestnote zu erhalten, bräuchte es neue EU-Lösungen

Wenn Österreich sein Budget saniert und die Risiken im Bankensektor begrenzt, könnte es bestenfalls sein "AA+"-Rating behalten, so S&P.

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Die politische Debatte über das Downgrade Österreichs wirkt, als hätten viele die Begründung von Standard & Poor's nicht gelesen. SPÖ und ÖVP betonen die Notwendigkeit, den Sparkurs fortzusetzen. Österreich müsse seinen Haushalt in Ordnung bringen, "um Ratingagenturen keine Chance zu bieten, uns anzugreifen", so Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ). Aber reicht das aus? Wer das S&P-Argumentarium studiert, muss an dem Gestaltungsspielraum der heimischen Politik zweifeln:

Eurozone soll agieren Hauptgrund für die Abstufung Österreichs auf "AA+" waren Defizite in der europäischen Krisenstrategie. S&P hat die Eurozone unter die Lupe genommen und sich angesehen, ob deren Reaktion auf die Schuldenkrise ausreichend war. Maßstab dafür: der EU-Gipfel vom 9. Dezember 2011, bei dem der Fiskalpakt verschärft und strengere Strafen für Schuldenländer beschlossen wurden. Diese Maßnahmen sind für S&P ungenügend: "Wir sind der Auffassung, dass die Gipfelvereinbarung von einer einseitigen Interpretation der Ursachen der Staatsschuldenkrise geprägt ist, nämlich dass die derzeitigen finanziellen Unsicherheiten primär von mangelnder budgetärer Disziplin in den Peripheriestaaten der Eurozone herrühren", schreibt S&P.

Sonderfall Banken In seinem zweiten Schritt hat sich S&P angesehen, wen diese, aus ihrer Sicht, Fehler in der Krisenbewältigung am stärksten treffen würden. Diese Länder wurden dann abgestuft. Im Falle Österreich nennt S&P das große Engagement der Banken in Osteuropa als einen der Gründe für das erhöhte Risiko. Ebenfalls angeführt werden wirtschaftliche Probleme in Ungarn und Italien sowie ein möglicher Einbruch der österreichischen Wirtschaft 2012. Die österreichische Verschuldung wird im Rating-Papier nicht als Extragrund für das erhöhte Risiko erwähnt, dürfte aber im Hintergrund eine Rolle gespielt haben.

Sparen sichert "AA+" Was sagt S&P dann zur Budgetsanierung? Die Agentur rechnet in Österreich sogar mit größeren Einsparungen: "Wir gehen davon aus, dass das Tempo der Konsolidierung zunimmt, was rascher zu einer Verringerung der Haushaltsdefizite und Verschuldung führen dürfte, als es im Finanzrahmen 2011 und vielleicht sogar im Haushalt 2012 dargelegt war." Aber: Zusätzliche Kürzungen und eine Begrenzung der Bankenrisiken würden nur dazu führen, dass Österreich sein "AA+"-Rating behalten kann. Das Triple-A-Retour gebe es also nur bei einer Lösung der Eurokrise.

Gegen diese Argumente wird viel vorgebracht. Europa spare nur und versuche nicht, die Wettbewerbsfähigkeit im Süden zu verbessern, sagen die Rater. Doch die Programme des Währungsfonds in Griechenland und Portugal setzen auf eine Stärkung des Wettbewerbs. Ökonomen verweisen auch darauf, dass Österreichs Banken-Exposure im Osten nicht neu ist und mit Ausnahme von Ungarn, Rumänien und Kasachstan das Geschäft ganz gut laufe. (András Szigetvari, DER STANDARD, Printausgabe, 17.1.2012)

videoopa
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17.1.2012, 10:58
Anchel Kingsman
00
17.1.2012, 10:53

Doch die Programme des Währungsfonds in Griechenland und Portugal setzen auf eine Stärkung des Wettbewerbs...." gelinde gesagt, bullshit. die prognosen des IWF basieren auf so wackligen annahmen, die nur als arbeitshypothese angenommen werden koennen.

"...dass Österreichs Banken-Exposure im Osten nicht neu ist und mit Ausnahme von Ungarn, Rumänien und Kasachstan das Geschäft ganz gut laufe..."
ja genau das engagement in Ungarn und Rumaenien sind net der rede wert. montenegro dafuer laueft supa ;)

Leahcim83
00
17.1.2012, 10:14
Entscheidung

...vielleicht sollten wir uns alle mal fragen, was wir überhaupt wollen!

http://clownfish83.blogworld.at/

zum debattieren!

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