Eurokritiker

Groß­britannien wirbt um China

Sebastian Borger aus London, 16. Jänner 2012, 17:42

Der britische Finanzminister stärkt der Finanzindustrie seines Landes den Rücken. Der Handel mit China soll die Exporte in die EU ergänzen

Für zukünftiges Wachstum setzt die britische Koalitionsregierung ganz auf den Handel mit Asien. Auf seiner China-Reise unterzeichnete Schatzkanzler George Osborne am Montag einen Vertrag mit Hongkong, der die City of London zum wichtigsten Offshore-Zentrum für die bisher restriktiv gehandelte chinesische Währung Renminbi machen soll. Er wolle Großbritannien zur "natürlichen Heimat für Investitionen aus Asien" machen, sagte Osborne in Hongkong.

Strenge Kontrollen der kommunistischen Diktatur hatten lang den freien Handel mit der Währung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt verhindert. Nach vorsichtigen Lockerungen durch die Regierung wurden im ersten Halbjahr 2011 immerhin bereits neun Prozent allen China-Handels in Renminbi abgewickelt. Die Guthaben in Hongkong schnellten binnen zwei Jahren um das Zehnfache auf 627 Milliarden Renminbi (78,2 Mrd. Euro). Von engerer Kooperation mit der früheren Kronkolonie erhofft sich London einen größeren Anteil an Renminbi-Geschäften außerhalb Chinas.

Es handele sich um "eine einmalige Gelegenheit", glaubt Peter Sands, der Chef der Investmentbank Standard Chartered.

Höheres Handelsvolumen

Finanzminister Osborne wertet das Entgegenkommen Chinas als Beweis dafür, dass Großbritanniens Handel nicht unter Premierminister David Camerons Nein zum EU-Fiskalpakt gelitten hat. In der City hatte es nach Camerons Nein auf dem Brüsseler Gipfel im Dezember Befürchtungen gegeben, Investitionen könnten sich von der Insel auf den Kontinent verlagern. Allein durch die neuen Renminbi-Deals, so schätzen Fachleute in der City, könnte das Handelsvolumen im Finanzzentrum um eine Milliarde Pfund ansteigen. Großbanken und internationale Anwaltskanzleien planen den Aufbau kleiner Teams eigens zu diesem Zweck.

Die positiven Aussichten für die Finanzindustrie kontrastieren mit dem düsteren Bild der Realwirtschaft, die sich nach Einschätzung des renommierten Thinktanks Item Club (IC) "in der Rezession" befindet. Zwei Schrumpfquartalen bis März 2012 werde anämisches Wachstum von 0,2 Prozent folgen, glaubt IC-Chefökonom Peter Spencer. "Der Binnenkonsum ist von der hohen Inflation hart betroffen, die Investitionen von Unternehmen liegen auf Eis." Die Arbeitslosigkeit lag zuletzt bei 8,3 Prozent und soll weiter steigen.

Cameron hatte sein Brüsseler Nein unter anderem mit der überragenden Bedeutung der City für die britische Volkswirtschaft begründet. So stemmt sich Großbritannien, darin unterstützt von kleineren EU-Partnern wie Irland und Schweden, auch gegen die Finanz-Transaktionssteuer. Sie soll sozial schädliche Währungs- und Derivatedeals verhindern, zudem mehrere Milliarden in die leeren Staatskassen spülen. 8Sebastian Borger aus London, DER STANDARD, Printaustgabe, 17.1.2012)

macmel
00
17.1.2012, 08:58
Das Ding

im Hintergrund erinnert irgendwie an ein
riesiges A.......

NONE
04
17.1.2012, 02:54

Die Chinesen haben immer gesagt das die UK Verräter sind.

Und es ist wahr.

Die UK gehören endlich rausgeworfen. Die EU muss ohne die UK weitermachen.

F.B.
 
05
17.1.2012, 00:44
Aha...

8.3%+ arbeitslosikeit
kein wirtschaftswachsum
rekordschulden
keine realwirtschaft

hauptsache die angelsächsische finanzmafia bewertet GB mit AAA

und bekämpft in einem bereits offenen wirtschaftskrieg den EURO aus angst, denn was 2010 und 2011 mit dem rekordwachstum in deutschland und der euro kernzone bewiesen haben ist, dass es den euroländern gelungen ist sich relativ rasch und umfangreich zu erholen

dann kam der angriff der finanzparasiten aus übersee

das ist alles eine farce

clearlake
01
17.1.2012, 18:19
vollkommen richtig!

allein aufgrund dieser Tatsache sind die Ratingagenturen nicht ernstzunehmen.
GB hat die höchste Verschuldung Europas (Staat + Privat + Banken addiert) - Das ganze ist wirklich eine riesige Farce....

joh CtgVerlag
04
16.1.2012, 19:11
Gebe dem Unternehme keine Erfolgschancen...!

Wer die chinesische Seele kennt, weiß, dass sie nicht so schnell vergißt und schon gar nicht vergibt. Auch wenn es Jahre oder viele Jahrzehnte dauert. Und die Opiumkriege, mit denen England Chinas Inland destabilisiert hat sowie die Bevölkerung kaputt gemacht hat, sind nicht vergessen. Reden Sei einmal mit den Inlandchinesen- diese werden Ihnen sagen, was sie von den Ingos halten.....
Daher gebe ich dem Projekt keine große Chancen !

Aguirre74
 
15
16.1.2012, 18:49

GB, das trojanisches Pferd der EU. Wird Zeit dass man ihnen den Weg weist.

Peacefaktor
31
16.1.2012, 23:45
das trojanische Pferd ist eher der €. Und da sind die Briten (schlauer Weise) nicht dabei...

Ganz im ernst: durch den € verhindert man dass die südlichen Länder eine eigene Wirtschaftspolitik betreiben können. Dann wundert man sich, dass diese Länder der Reihe nach bankrott gehen, man zieht da wie dort deshalb, als Rettung verkauft, den Bürgern die letzten €`s aus der Tasche, und ruiniert dabei auch noch die restliche Wirtschaft, weil man ja jetzt, unter anderem wegen der dauernden Rettungszahlungen für Bankerbonis ( äh. Länderrettungen) auch noch dauernden Sparpaketen ausgesetzt ist, was Kaufkraft sinken, und die Arbeitslosenrate in die Höhe schnellen lässt.
Das trojanische Pferd ist der €;(
Von: keine Länderrettungen, zum Hilfspackerl, zum Hilfspaket, zum Rettungsschirm, zum Dauerrettungsschirm, zum ESM.

NONE
01
17.1.2012, 02:55

Ich habe grün gegeben auch wenn du hier falsch liegst.

Die UK sind die Trojaner. Sie machen ihre eigene Politik aktiv gegen Rest-Europa.

Das haben sie schon immer gemacht, deshalb trauen die Chinesen ihnen auch nicht.

Die UK sind nun mal der Schwanz der USA - wag the dog.

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