Orbán sucht die Konfrontation mit der EU

16. Jänner 2012, 17:40

Die EU-Kommission wird am Dienstag ein Verfahren gegen Ungarn wegen dessen Notenbankgesetzes einleiten

Regierungschef Viktor Orbán wollte es ganz bewusst darauf ankommen lassen.

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Das ungarische Notenbankgesetz wurde noch vor der Jahreswende gegen den ausdrücklichen Rat von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso im Budapester Parlament beschlossen. Es ermöglicht dem rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, stärkeren Einfluss auf die Personal- und Zinspolitik der Ungarischen Nationalbank (MNB) zu nehmen. Brüssel sieht darin eine gegen EU-Recht verstoßende Beeinträchtigung der Unabhängigkeit der Notenbank.

Neben dem Vertragsverletzungsverfahren zu diesem Gesetz könnte die EU-Kommission heute auch Verfahren gegen Ungarn wegen der plötzlichen Senkung des Pensionierungsalters der Richter und wegen der Abschaffung des unabhängigen Datenschutz-Ombudsmannes eröffnen. Orbán baut derzeit den Staat in allen Bereichen um. Kritiker sehen darin die Absicht, demokratische Kontrollmechanismen auszuschalten und eine autoritäre Macht zu etablieren. Dabei eckt er zunehmend bei der EU-Kommission an, die auch über die demokratischen Grundwerte wachen soll. Orbán will es bewusst auf die Vertragsverletzungsverfahren ankommen lassen. Er habe aus Brüssel bisher "nur politische Meinungen und keine Argumente" gehört, verlautete er vergangene Woche.

Zugleich steckt aber Ungarn wegen Orbáns Wirtschaftspolitik in der finanziellen Klemme. Es bräuchte dringend einen Notkredit des Internationalen Währungsfonds (IWF). Dessen Präsidentin Chistine Lagarde stellte aber in der Vorwoche klar, dass die Verhandlungen über einen derartigen Kredit erst beginnen würden, wenn die EU ihre Zustimmung erteilt. Diese ist wiederum daran gebunden, dass Budapest zumindest das Notenbankgesetz ändert.

Im Sommer droht die Pleite

Die Analysten der großen Wertpapierhäuser gehen davon aus, dass Orbán beim Notenbankgesetz früher oder später nachgeben wird. Ohne ein IWF-EU-Kreditabkommen kann sich Ungarn bestenfalls noch bis zum Sommer finanzieren, danach würde die Pleite drohen. "Wir wollen nicht eins draufkriegen, sondern mit dem IWF und der EU eine Vereinbarung schließen" , erklärte Außenminister János Martonyi am Montag im Frühstücksfernsehen. "Alles ist verhandelbar, aber nicht alles ist akzeptierbar" , schränkte er allerdings im Sinne Orbáns ein.

Dabei würde erst bei den Verhandlungen mit IWF und EU, insofern sie zustande kommen, die Katze aus dem Sack gelassen. Ein künftiger Kredit wäre an strenge Bedingungen geknüpft. Orbán müsste seine bisherige populistische Wirtschafts- und Klientelpolitik aufgeben. Der Gesichtsverlust vor der eigenen Stammwählerschaft wäre kaum vermeidbar.

Möglicherweise existiert aber auch ein Plan B für den Fall des Scheiterns einer Kreditvereinbarung. Die Medien der Regierungspartei Fidesz attackieren jedenfalls zunehmend die EU. Die rechtsextreme Partei Jobbik (Die Besseren), mit der die Orbán-Partei um das ultrarechte Wählersegment konkurriert, hielt am Samstag erstmals seit Monaten in Budapest eine Demonstration ab. Unter "EU verrecke!" -Rufen wurde auf dem Podium die EU-Fahne verbrannt. (Gregor Mayer aus Budapest/DER STANDARD, Printausgabe, 17.1.2012)

Kommentar posten
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Oddo Wolf
01
24.1.2012, 19:52
Die Wurzel allen Übels sehe ich in der Fremdherrschaft des "unabhängigen" Zentralbankensystems. Der Aufstieg zur Macht ihrer Schattenregierungen reicht in die Zeit von Sklavenhandel und Opiumkrieg zurück.

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Volkswirtschaftlich verwunderlich ist die Tatsache, daß der Staat den Privatbanken die Geldschöpfung überlässt, um die Mittel anschließend gegen Zinsen zu leihen. Diese in Folge exponentiell wachsenden Zinsen müssen die Bürger dann erarbeiten. Sinnvoller wäre es doch, die Zentralbank würde so viel Geld schöpfen, wie die Wirtschaft wächst und dieses Geld dem Staat nach strengen Vorgaben und Regeln ohne Zinsen rückzahlungfrei zur Verfügung stellen.

Geld ist der Anspruch auf Leistung. Das erpresste Privileg, diese per Knopfdruck aus dem NICHTS zu erschaffen, begründet die Sklavenherrschaft. Wer dieses System des persönlichen Vorteils wegen unterstützt, macht sich zum Verräter an seinen Brüdern und Schwestern und den Völkern dieser Welt.

Stand. Leser
12
19.1.2012, 14:36
derStandard.at Artikel: Orbán sucht die Konfrontation mit der EU

"Zugleich steckt aber Ungarn wegen Orbáns Wirtschaftspolitik in der finanziellen Klemme." - wegen Orbáns Wirschaftspolitik? - der das geschrieben hat sollte man sofort feuern. Diese finanzielle Klemme ist das Resultat der 2 vergangenen linke Legislaturperiode. Und wenn man das Land mit (ein bisschen) eiserner Hand regieren will um zu retten was noch zu retten ist, dann gibt es ein Aufstand - von wem sonst - natürlich von den Linken.

Der Zwersch
00
20.1.2012, 09:44

jaja, immer die bösen anderen...

Das die Konservativen dort in den letzten 20 Jahren mehr als 1 mal am Ruder waren, hat selbstverständlich gaaaarnichts mit der Misere zu tun...

omar chamra
14
17.1.2012, 22:29
Guter Artikel eines guten Journalisten.

Orbán gleicht dem Spieler im Casino, der noch das letzte Schmuckstück seiner Frau auf den Roulettetisch wirft und verliert. Er tobt, geht zum Direktor des Casinos und droht ihm nie wieder das Casino zu betreten.
Orbán leidet unter Realitätsverlust und befangen in der völkischen Ideologie glaubt er der EU und IMF Bedingungen diktieren zu können.

paci
40
17.1.2012, 15:18

Gregor Mayer sollte so bald wie möglich wieder nach Wien zurückgeholt werden, wenn der Standard sein Gesicht nicht ganz verlieren möchte.

drKannibalFekter
 
03
17.1.2012, 14:07
Orbán ist schlicht und einfach unzurechnungsfähig!

Er stellt alles, sogar das Wohlergehen Ungarns und seiner Bevölkerung, hintan nur um seine "Macht" zu zementieren! Er wird auch der EU den Rücken kehren nur um sein ORBANISTAN zu erreichen. Orbán ist gemeingefährlich, die Zustände in UNgarn erinnern immer mehr an die 30-er Jahre in Deutschland als Hitler am Anfang seines Höhenfluges stand. Orbán ist zwar kein zweiter Hitler erhebt aber Ansprüche auf das Machtgefüge diess Musters!

Standard Leser4
 
25
17.1.2012, 13:07
Ungarn hat seinen 1989 Bonus verspielt, die braune Vergangenheit kommt an die Oberflaeche....

Noch vor 2 Jahren haben wir von den vielen armen Ungarn in der Slowakei lesen koennen. Den taeglichen Angriffen von den ach so argen Nationalistischen Slowaken, von den schlimmen Politiker die der Minderheit in der Oeffentlichkeit kein Ungarisch sprechen erlauben, flugs wurde in Ungarn den armen unterdrueckten im Ausland die Staatsbuergerschaft angeboten. Nach 2 Jahren sieht die Bilanz traurig aus, gerade mal 35 Slowakische Buerger haben dieses Sonderangebot genuetzt.
Niemand will Neu Buerger in Orbans Forint Ungarn sein, der Bonus ist verspielt endlich wacht EUROPA auf und sieht was bisher unter der Oberflaeche verborgen war....

PCS1
12
17.1.2012, 14:20

Die doppelte Staatsbürgerschaft ist in der Slowakei erlaubt mit Ausnahme für die Ungarn!!!!! Z.b. Amerikanisch-Slowakische Staatsbürgerschaft ist erlaubt, Slowakisch-Ungarische NICHT! Wer die ungarische Doppelstaatsbürgerschaft will verliert als Strafe die slowakische mit ( Sozialversicherung usw.). Deswegen haben die Bürger in der Slowakei Angst!!!!

Friedman Tobin
01
17.1.2012, 19:20

Nein, das ist ganz einfach falsch. Vorher war sie erlaubt, jetzt ist sie "dank" dem Land Ungarn nicht mehr erlaubt. Aber Hauptsache Sie sind emotional betroffen.

PCS1
00
17.1.2012, 20:04

Ich rede von jetzt. Ich bin empört weil diese slowakische Entscheidung diskriminierend
ist, weiters verstößt gegen die Slowakische Verfassung. Viele Menschen hätten gerne die Doppelstaatsbürgerschaft, genauso wie im Romenien , Ukraine, Kroatien, Serbien und Slowenien! Nur die Ungarn in der Slowakei werden bestraft. Ich frage Sie wo bleiben die EU
Sanktionen, Drohungen usw. gegen Slowakei? Ich bitte Sie bevor sie was schreiben vorher recherchieren.

Friedman Tobin
00
17.1.2012, 22:41

Also noch einmal: Die doppelte Stb. ist für ALLE verboten.

PCS1
00
17.1.2012, 23:56

Also noch zweimal: die doppelte SB ist in der Slowakei erlaubt! Im pressburger Parlament sitzen auch doppelte Staatsbürger. Verboten ist die Doppelte SB NUR FÜR Ungarn! So ist es und nicht anders! Bitte schreiben sie keinen Blödsinn! Auserdem hat die Slowakei auch gerne die Slowakische SB für Auslandslowaken gerne hergeschenkt!

Friedman Tobin
10
18.1.2012, 17:43

Ich kann es auch ein drittes Mal für Sie aufschreiben: Sie können sich dazu eine beliebige Seite mit dem Text des Gesetzes oder andere offizielle Website im Internet anschauen und werden feststellen, dass die doppelte Staatsbürgerschaft selbstverständlich verboten ist. Die doppelte Stb. haben jene Personen, die diese vor Juli 2010 bereits gehabt haben. Fazit: Sie haben zu viel kuruc.info gelesen oder lügen ganz einfach.

PCS1
00
18.1.2012, 20:13

Im text steht auch das z.B. Ausnahmen gibt. Die Länder die sympatisch sind können Ausnahmen haben z.B. die Tschechen. Ausredem wenn sie Recht haben sollten dann war das eine ANLASSGESETZGEBUNG!
Weiters sollten sie auch wissen das ich keine Kurucliteratur
sonder Medien in 5 Sprachen lese und verstehe! Sie vielleicht nur die SNS Propaganda.

Friedman Tobin
00
18.1.2012, 23:36

Nein, das ist wieder falsch. Wie lange wollen sie denn noch über den Text eines Gesetzes lügen? Ausnahme gibt es für Ehepaare usw., aber nicht für alle außer Ungarn. Für wie dumm halten Sie die Leser dieses Forums bitte? Und am Rest Ihres Postings kann man erkennen wo sie hingehören, da ist kein Kommentar erforderlich.

Friedman Tobin
00
18.1.2012, 23:59

Und ad Anlassgesetzgebung: Ja es handelt sich sehr wohl Anlassgesetzgebung, und zwar als Reaktion auf eine andere, ungarische Anlassgesetzgebung par excellence. Das ändert aber nichts am Inhalt der Gesetzgebung, die sich leider dann auf die ganze Welt bezieht und nicht nur auf das Land dass diese Anlassgesetzgebung veranlasst hat.

Friedman Tobin
00
18.1.2012, 17:43

Korr.: selbstverständlich für ALLE Personen

Standard Leser4
 
21
18.1.2012, 13:53

Die doppelte Staatsbuergerschaft ist in vielen Laendern der EU verboten. Die EU hat dazu rein gar keine Rechte, ausser es handelt sich um die Ukraine, dort handelt Ungarn nicht EU konform !

PCS1
00
17.1.2012, 13:32

Die doppelte Staatsbürgerschaft ist in der Slowakei ist erlaubt mit Ausnahme für die Ungarn!!!!! Z.b. Amerikanisch-Slowakische Staatsbürgerschaft ist erlaubt, Slowakisch-Ungarische NICHT! Wer die ungarische Doppelstaatsbürgerschaft will verliert als Strafe die slowakische mit ( Soz.Versicherung usw.). Deswegen haben die Bürger in der Slowakei Angst!!!!

PCS1
00
17.1.2012, 12:17

Ich hätte 3 Fragen. War Ewald Nowotny nicht zufällig SPÖ Mitglied? Wer hat ihn in die Gouverneurfunktion der ÖNB gefördert? Könnte irgendjemand ohne Schieber oder Parteibuch in der ÖNB als Putzfrau arbeiten? Also bitte den gleichen Maßstab für Ungarn und Österreich verwenden!

Bagolyvár
10
17.1.2012, 10:38
Etwas einseitig berichtet.

Nur der vollständigkeitshalber hätte Herr Mayer die Veranstaltung der u. Grünpartei „Élölánc“, die die Interessen der u. Landwirtschaft vertritt, erwähnen können:
http://www.elolanc.hu/index.php... a-kezekkel
/Mit englischer Übersetzung am Ende!/

paci
20
17.1.2012, 15:20

... wenn bei der Operndemonstration laut österreichischen Medien "Hunderttausend" Menschen waren, so waren bei der Demonstration am Kossuth Platz Samstag "Millionen" Menschen....

Alexander Patjomkin
21
17.1.2012, 09:26
Die Russen waren gegen die EU echte Gentleman

Sie haben das Land zwar politisch unter Druck gehalten, wirtschftlich haben sie aber es nicht ruiniert, ganz im Gegenteil. Die EU macht beides.

Der Zwersch
00
20.1.2012, 09:53

Man muss schon schwer irgendwo angerannt sein um so einen Schwachsinn zu schreiben.

omar chamra
00
17.1.2012, 22:32
Die Russen haben die ungarische Revolution niedergewalzt

und einen Handel zuungunsten Ungarns getrieben.

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