Die Fernsehwelt als Serie

16. Jänner 2012, 17:19
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Als Satire und Farce feiert gibt die Serie realistische Einblicke in die Welt der TV-Produktion und der US-Gesellschaft

Wenn ein US-Sender mit der Ausstrahlung seiner erfolgreichen Serie bis Jänner wartet, heißt es normalerweise, dass der Produktionsprozess ins Stocken geraten ist, zumeist aufgrund von Schwierigkeiten bei Vertrags- bzw. Gehaltsverhandlungen. Nicht so bei "30 Rock".

Der verspätete Sendetermin der sechsten Staffel wurde eingerichtet, um Hauptdarstellerin und Serienmacherin Tina Fey die Schwangerschaft gemütlicher zu gestalten. Aber jetzt ist Tina alias Liz Lemon zurück und schriller denn je.

Der Erfolg der Comedyserie ist ihren Zutaten zu verdanken: Selbstreferenzialität, Ironie, Humor und Cameo-Auftritte großer Stars wie Matt Damon, Selma Hayek, Jon Hamm und Oprah Winfrey. Das Konzept: Liz Lemon ist die Produzentin einer Live-Comedyshow auf NBC (eine Anspielung auf "Saturday Night Live", für das Fey geschrieben hat) und hat es mit einer infantilen Männerwelt und Schauspielern zu tun. Als Satire und Farce feiert "30 Rock" aufgrund realistischer Einblicke in die Welt der TV-Produktion und der US-Gesellschaft dauerhaft Quotenerfolge.

Zu den Highlights gehört definitiv Jack Donaghys (Alec Baldwin) absurde Produktion "MILF Island", eine Reality-Show mit 25 jungen Müttern (in den USA wenig politisch korrekt "mom's I'd like to f***" genannt), die auf einer Insel um die Zuneigung junger Schulbuben ringen. Oder Jacks und Liz' rotierende Diskussion um die Bezeichnung "Puerto-Ricaner". Religiöser Fundamentalismus wird anhand von Kenneth, dem willfährigen Assi, aufs Korn genommen.

Übrigens: Alec Baldwin hat es sich nun anders überlegt und will doch noch eine siebente Staffel drehen, sofern die Serie verlängert wird. (Muhamed Beganovic/DER STANDARD/Printausgabe, 17.1.2012)

  • "30 Rock" mit Tina Fey und Alec Baldwin.
    foto: nbc

    "30 Rock" mit Tina Fey und Alec Baldwin.

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