Hautkrankheit

Neue genetische Ursache für kongenitale Ichtyose gefunden

21. Jänner 2012, 10:22

An die 40 genetische Faktoren für Ichtyosen bekannt

Graz - Eine internationale Forschergruppe mit Grazer Beteiligung hat eine neue genetische Ursache für die erbliche Verhornungsstörung der Haut, die kongenitale Ichtyose, entdeckt. Gefunden wurde die Mutation des PNPLA1-Gens anhand eines Vergleichs mit der Erbsubstanz von ebenfalls an dieser Krankheit erkrankten Golden Retriever-Hunden. Die Studie wurde in der Jänner-Ausgabe von "Nature Genetics" veröffentlicht.

Genodermatosen wie die Ichtyose sind Hautkrankheiten, die durch einen Gendefekt verursacht und vererbt werden können. Während sich die Haut im Normalfall alle vier Wochen erneuert, geschieht dies bei Betroffenen übermäßig: Dadurch kann sich die oberste Hautschicht nicht richtig lösen und es bilden sich größere sichtbare Hautschuppen. Mit intensiver Hautpflege lässt sich die trockene und verhornte Haut zwar pflegen, die Erkrankung selbst ist bisher jedoch nicht heilbar. Durch genetische Grundlagenforschung will man genaue Kenntnis über die spezifischen Ursachen der Erkrankungen erhalten, die letztlich spezielle Therapieansätze ermöglichen soll.

"Bisherige Mutationsanalysen haben bereits an die 40 genetische Faktoren ausfindig gemacht, die an den vielfältigen klinischen Formen der Ichtyosen beteiligt sind. Für einige Formen wurden jedoch noch keine genetische Grundlage gefunden", so Susanne Grond vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz, die an der Studie beteiligt war. Das Forschungsteam ist aber einen Schritt weitergekommen, indem Vergleiche mit tierischem Erbgut gezogen wurden.

Analyse

Die ForscherInnen um Catherine Andre und Judith Fischer von der französischen Universität Rennes und der deutschen Uniklinik Freiburg nützten die Zuchtgeschichte von Hunderassen, speziell der Golden Retriever, um den verantwortlichen Gendefekt für die Hauterkrankung (lamelläre Ichtyosis) in einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) herauszufinden. Sie identifizierten im Genmaterial der Hunde - das sich gut über mehrere Generationen zurückverfolgen lässt - eine Mutation am PNPLA1-Gen. Daraufhin analysierten sie das Genom betroffener menschlicher Patienten und fanden dort ebenfalls entsprechende Mutationen vor.

PNPLA1 gehört zu einer Familie von Proteinen, die eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel spielen und die Struktur von Lipiden verändern. Der Fettstoffwechsel scheint wiederum bei der Verhornung und Bildung der Hautbarriere eine Rolle zu spielen. Welche Funktion PNPLA1 im Lipidstoffwechsel und speziell in der Haut hat, ist derzeit noch unklar und wird ein Fokus für künftige Forschung sein. (APA/red)

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