Krise

Griechenland schlingert auf die Staatspleite zu

17. Jänner 2012, 09:38

Ein griechischer Staatsbankrott wird immer lauter diskutiert, Gespräche über die nächste Rettungsstranche stecken fest

Athen - Was noch vor ein paar Monaten undenkbar war, wird nun nun immer lauter diskutiert - ein Staatsbankrott des Euro-Landes Griechenland. Die Gespräche über die Gläubiger-Beteiligung stecken in einer Sackgasse und gefährden die Rettung des Landes. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble drängte die Finanzbranche zu Kompromissen und forderte am Montag, die Banken dürften ihre Forderungen zum geplanten Anleiheumtausch nicht überziehen. Die Regierung in Athen muss innerhalb von wenigen Tagen eine Einigung vorweisen, um nicht Ende März vor der Pleite zu stehen, wenn 14,5 Mrd. Euro an Anleihen fällig werden.

Das Ringen über einen Schuldenschnitt in Griechenland geht weiter. Nach Informationen aus Bankkreisen gibt es weiterhin keine Einigung. Umstritten sei vor allem der Zinssatz der neuen Anleihen, die nach einer Einigung die alten ersetzen sollen, hieß es am Dienstag in Athen.

Die Banken wollen dem Vernehmen nach etwa 5 Prozent, Athen schlägt 4 Prozent vor. Wichtige Geldgeber Griechenlands aus Mitteleuropa sollen sogar einen Zinssatz von weniger als 3 Prozent vorgeschlagen haben, hieß es aus Bankkreisen in Athen. Dies jedoch will der Internationale Bankverband (IIF) nicht akzeptieren.

Private Gläubiger soll Schuldenerlass schultern

Den teilweisen Schuldenerlass für Athen sollen privater Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Hedge Fonds freiwillig schultern. Zugleich ist ihr Engagement aber ein entscheidender Baustein für das zweite, 130 Mrd. Euro schwere Hilfsprogramm für Griechenland. Doch vor allem Hedge-Fonds sollen sich Berichten zufolge weigern, bei dem Schuldenschnitt mitzumachen. Geplant ist ein Schuldenschnitt in Höhe von 50 Prozent.

Unterdessen starteten Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) eine neue Kontrolle des griechischen Reformprogramms. Mit Ergebnissen wird in der nächsten Woche gerechnet.

Die Experten prüfen in regelmäßigen Abständen, welche Fortschritte Athen bei der Umsetzung der Auflagen für die internationalen Kredithilfen gemacht hat. Davon hängt die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem Hilfspaket ab. Verweigert die Troika die Auszahlung, droht Griechenland in Kürze die Staatspleite. Bis Mitte März muss das Land 14,4 Mrd. Euro für die Tilgung seiner Schulden abbezahlen. In der Staatskasse gibt es derzeit aber keinen Cent dafür.

Aus Protest gegen weitere geplante Lohnkürzungen traten am Dienstag die U-Bahn-Fahrer in Athen für 24 Stunden in den Streik. Auch die Fähren aus Piräus und zwei kleineren Häfen zu den Ägäisinseln liefen nicht aus. Ärzte behandelten in Krankenhäusern nur Notfälle, teilten die Gewerkschaften mit. Im Radio und Fernsehen gab es keine Nachrichten, weil auch die Journalisten für 48 Stunden streiken. In den anderen Regionen des Landes wurde nicht gestreikt.(APA)

Kommentar posten
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Kawummm !
13
17.1.2012, 10:38
was solls

war abzusehen, hoffentlich haben "wir" was daraus gelernt. es gibt schlimmeres. nach 1945 standen die menschen vor dem nichts, das ist ja jetzt zum glück anders. wer was anderes behauptet sollte die übrig gebliebenen zeitzeugen mal befragen. mein vorschlag, schuldenschnitt machen und dann nach vorne blicken ! das ewige geraunze (überhaupt in diesem forum) dass alles so schlecht ist und wir dem untergang geweiht sind kann ich nicht mehr hören. es gab schon schlimmere zeiten in europa.

derunbestechliche
02
17.1.2012, 10:14
Wer hat eigentlich von der sich verschleppenden Krise in Griechenland profitiert?

- Die Ratingagenturen, die von der schlechten Situation bis 2010 nichts gewusst haben, weil sie ja "nur" "geschönte" Zahlen bekommen haben.
- Diverse Finanzhaie und Hedge-Fonds Manager aus London.
- Goldman Sachs. Ein Unternehmen, das Griechenland jahrelang beraten und Zahlen beschönigt hat.
- Diverse Großbanken, die gut in Griechenland investiert haben.
- Banken in Griechenland.
- Diverse Politiker und vermögende Personen in Griechenland.
- Personen in Griechenland, die über ihre Verhältnisse gelebt haben.
- Das Militär in Griechenland.
- Diverse Entscheidungsträger in Europa, die sehr wohl etwas von den Machenschaften in Griechenland gewusst haben, aber aus diversen Gründen alles verschwiegen oder falsche Behauptungen aufgestellt haben.

Isegrim1
11
17.1.2012, 13:22

Ja klar und hinter dem Staat sind die Leute und Banker mit Waffen gestanden und haben Griechenland um die Schulden genötigt.
Die Entscheidung schließlich und endlich trifft nun mal der Staat und sein Volk.

Isegrim1
10
17.1.2012, 13:20

Zusätzlich noch: Touristen
- Das dortige Volk das Abgaben hinterzogen hat
- Die Bevölkerung die nciht zustehende Leistungen beansprucht hat
- Pensionsfonds von Österreich und sontige
- Versicherungsfonds
- Mündelgelder
- Beamte die unnötige Vergütungen erhalten (wie am Arbeitsplatz erscheinen, oder das Nützen des PCs)

derunbestechliche
01
17.1.2012, 10:23

- Zulieferer für das Militär in Griechenland.
- Diverse Unternehmen, die "gestützte" Exporte tätigten, die ansonsten nicht in dem Ausmaße getätigt worden wären.
- Diverse Bauunternehmen (aus Griechenland und der EU), die an Infrastrukturprojekte mitpartizipierten, obwohl manche Projekte niemals gebaut hätten werden dürfen.
- Das Beamtentum in Griechenland und in Brüssel.
- Der Tourismus in Griechenland.
- U.v.m.

higgs - wozu?
25
17.1.2012, 10:38

wennst es herunterbrichst, und erkennst, daß die greichenland pleite nur die folge eines systemfehlers ist, läßt sich deine aufzählung stark einschränken - wenn du herausfindest wem das system gehört, wer es "erfunden" hat, und wer diesen systemfehler "eingebaut" hat, wirst du sehen, daß von dem system immer nur einer profitiert: das internationale finanzmonopol der fed=ezb, und seine aggregate, die konzerne und monopolisten im öl, energie, waffen, lebensmittel, saatgut, technologie, pharma bereich - den ganzen haufen kannst mal getrost als verursacher, planer und profiteur dieser, und aller vorangegangener krisen und kriege bezeichnen - jene die du aufzählst sind nur systembedingte mitprofiteure, aber nicht die hauptprofiteure.

derunbestechliche
00
17.1.2012, 12:29

Ja, ich breche es herunter. Nein, ich erkenne gar nichts. Ein System zu finden, bedeutet auch, dass etwas bewiesen ist. Ich will mit dieser Aufzählung gar nichts beweisen, insbesondere ein System. Vllt. gibt es systemische Schwächen, aber es gibt eher per se keine Systemfehler. So leicht wie Du mache ich es mir nicht.

derunbestechliche
00
17.1.2012, 12:33

"das internationale finanzmonopol der fed=ezb, und seine aggregate, die konzerne und monopolisten im öl, energie, waffen, lebensmittel, saatgut, technologie, pharma bereich - den ganzen haufen kannst mal getrost als verursacher, planer und profiteur dieser, und aller vorangegangener krisen und kriege bezeichnen"

Gerade das finde ich ziemlich einfach gedacht. Mag sein, dass sie ev. davon profitieren, aber all diese Konzerne/Monopolisten/Institute als "Verursacher" und sogar als "Planer" von Krisen und Kriegen zu bezeichnen, finde ich hanebüchen. Beweise diese Systemfehler, ansonsten unterlasse eine solche populistische Behauptung.

obibiber
02
17.1.2012, 10:12

wenn kapital immer weniger besteuert wird, weil es entweder transnational ist oder steuerervorteile bereitwillig ans establishment vergeben werden, gibt es für die alle staatshaushalte zukünftig 3 wege:
# sie crashen mit samt den alten demokratien alle früher oder später und/oder
# fahren ihre ausgaben runter (abbau sozialstaat), belasten durch hohe steuern auf lohngedumpte arbeit und konsum die 08/15-leute und fahren den sicherheitsstaat (polizeistaat) hoch und/oder
# politik macht wieder politik für menschen, besteuert transnationales kapital, überdurchschnittliche hohes vermögen usw.

bisher gibt's tendenziell punkt 1 & 2, punkt 3, der grund, warum alles crashed, wird von der politik nicht angetastet, fatale folgen: punkt 1 & 2

Hirntot
31
17.1.2012, 10:33

Sehen Sie mal nicht alles so schwarz. Bisher habe ich noch keine Anzeichen für ein Ende der Demokratie gesehen. Der Abbau des Sozialsstaates ist im Moment nicht zu vermeiden, dafür haben wir die letzten Jahre zu sehr über unsere Verhältnisse gelebt. Die Zeiten werden aber sicher auch mal wieder besser werden. Geschichte ist nunmal zyklisch und noch sind wir ja die Wähler.

obibiber
11
17.1.2012, 11:22

"zu sehr über unsere Verhältnisse gelebt."

wer hat über wessen verhältnisse gelebt?
bitte nicht einfach irgendwelche floskeln blindlings übernehmen!

Hirntot
10
17.1.2012, 12:44

Die größten Defizitbringer sind Pensions- und Gesundheitssystem. Die Tatsache, dass wir heute die Neuverschuldung größtenteils zum Schuldenabbau hernehmen müssen liegt in der Schuldaufnahme vergangener Jahre begründet. Dieses Geld wurde ja nicht unter Privatleuten aufgeteilt sondern ist in den öffentlichen Haushalt geflossen. Demzufolge haben wir ALLE über unsere Verhältnisse gelebt.

obibiber
01
17.1.2012, 13:39

deswegen haben sie auch eine auseinanderklaffende entwicklung, was arm-reich-scheren betrifft, die reichen immer reicher, beim rest sackt kontinuierlich die lebensqualität runter.
es wird nicht über verhältnisse gelebt, ressourcen, besitz und einkommen und co. sind höchst fragwürdig verteilt... auf dieser welt gibt es genügend ressourcen für alle, nur wenn ein kleiner teil einen riesenbrocken vereinnahmt und für sich beansprucht, bleibt für den rest freilich weit weniger übrig. die rechnung ist in ihrer grunddynamik eigentlich relativ einfach.

Hirntot
20
17.1.2012, 14:00

Pensionen und Gesundheit bekommt mal grundsätzlich jeder. Die Ungleichverteilung ist natürlich ein Problem, aber dieses Problem hat jedes Land der Welt. Und eine Gleichverteilung ist weder sinnvoll noch möglich. Wie sollte das vonstatten gehen? Umverteilung in ihrer einfachen Grunddynamik funktioniert eben nur in der Theorie.

obibiber
02
17.1.2012, 11:21

geschichte ist nicht zyklisch, sie ist vom menschen gemacht. bisher hatten wir nicht mal tatsächlich demokratie (demos=volk, kratie=herrschaft), sondern oligarchie, und die wenigen demokratischen elemente (freie wahlen) werden auch konstant abgebaut (in nationalstaat) und sind nicht vorhanden im globalen oder auf mehrebenensystemen wie zb EU...

Hirntot
00
17.1.2012, 12:37

„Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“

obibiber
01
17.1.2012, 13:40

ich hab nicht behauptet, es könnte nichts besseres einfallen als demokratie

Hirntot
00
17.1.2012, 13:55

Na, das ist ein Missverständnis. Das Zitat ist vom Churchill und eine Lobeshymne auf die Demokratie. Es stellt sich eben die Frage was die Alternative sein soll?

A. B.2
00
17.1.2012, 10:50
nomen est omen ....

V995
00
17.1.2012, 10:04
laßt sie ziehen

Bustardo
32
17.1.2012, 10:04

Ohne weitere Hilfe in die Pleite schießen und für alle Zeiten aus der europäischen Gemeinschaft auschließen!

Lieber nehm ich fünf Jahre Rezession in Kauf als auch nur einen Euro dahinzuschicken!

leser 4712
10
17.1.2012, 10:29
ja, klar

so lange jemand in einem "sozialstaat" lebt, kann er auch eine 5jährige rezession "in kauf nehmen". verliert er nämlich seinen job, gibt's immer noch arbeitslose, sozialbeihilfe oder sonstige unterstützung...

bitte auch an die menschen denken, die diesen "luxus" nicht erwarten dürfen. die kritik darf einzig und alleine an staatsführende gehen, die für diese zustände zur verantwortung gezogen werden müssen.

georg salomon
 
02
17.1.2012, 10:44

Hat sich die Staatsführung in Griechenland selbst gewählt ? Gebe dem Vorposter, zumindest teilweise, recht.

Bustardo
11
17.1.2012, 10:39

Ich würde niemals einen Cent Sozialhilfe von diesem Staat annehmen, denn ich bin ein unabhängiger Bürger und habe nicht vor in der Schuld von diesem Drecksstaat zu stehen.

A. B.2
11
17.1.2012, 10:54
freiheitliches dumpfbackengefasel .....

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