Über einen Umweg ...
New York - La Niña, "das Mädchen", kann Grippepandemien hervorrufen, über
einen Umweg, den Wissenschafter der Columbia und Harvard Universität erforscht
haben.
Wie schon länger bekannt, beeinflusst die Wetterkonstellation, die auf El
Niño folgt und zu niedrigeren Wassertemperaturen nahe der amerikanischen
Pazifikküste führt, das Migrationsverhalten von Zugvögeln. Sie ändern ihre
Routen, die Länge der Ruhepausen und auch das Paarungsverhalten.
Da die Zugvögel Träger des Virus sind, ergeben sich, so Jeffrey Shaman von
Columbias Mailman School of Public Health, durch die Paarungen neue, gefährliche
Virusarten. Überdies könnten die geänderten Flugrouten zu neuen Kontakten mit
anderen Tieren führen, etwa Schweinen. Der genetische Austausch zwischen Vogel-
und Schweinegrippeviren wird als Faktor in der Schweinegrippepandemie 2009
betrachtet.
Die Forscher kamen auf die Verbindung zwischen Wetterbedingungen und
Influenza, als sie die respektiven Muster der vergangenen Jahrzehnte
analysierten. Sie stellten fest, dass den vier jüngsten großen Erkrankungswellen
jeweils stark unterdurchschnittliche Wassertemperaturen vorangingen. Wie in
den PNAS online nachzulesen ist, wurde der Zusammenhang schon im
vergangenen Jahr postuliert, nun aber mit Daten aus genetischen Studien
erhärtet. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17. Jänner 2012)