Szene Salzburg

"Es wird sicher kein Spezialistenprogramm"

16. Jänner 2012, 17:07
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    foto: apa

    Angela Glechner steht der Szene Salzburg vor.

Die Kuratorin und Kulturmanagerin Angela Glechner löst Szene-Salzburg-Intendant Michael Stolhofer ab

Salzburg - "Es gibt so viel Neues zu entdecken", freut sich Angela Glechner. Sie ist die designierte neue Intendantin der Szene Salzburg. Anfang Juni dieses Jahres beerbt die gebürtige Oberösterreicherin den langjährigen Szene-Leiter Michael Stolhofer, der im Juli sein letztes Sommerszene-Festival zeigen wird.

Für die 43-Jährige bedeutet der neue Job die Rückkehr nach Österreich. Über drei Jahre lang war sie Programmkuratorin des Internationalen Sommerfestivals Hamburg unter der Intendanz Matthias von Harz'. Dieser wird nun das Tanz- und Theaterfestival der Berliner Festspiele übernehmen, und Glechner hätte mit ihm in die deutsche Hauptstadt übersiedeln sollen.

Dass sie nun die Abzweigung nach Salzburg nimmt, um hier eigenständig programmieren und kuratieren zu können, ist dem Reiz der größeren Herausforderung geschuldet. Als Motto für ihren Einstand hat sich die Liebhaberin der englischen Theatergruppe Forced Entertainment den Titel des jüngsten Stückes der legendären Company aus Sheffield ausgesucht: "Tomorrow's Parties". Glechner: "Für mich stehen Zukunftsszenarien für gesellschaftspolitische Fragestellungen im Vordergrund und weniger theaterästhetische Problematisierungen."

Als künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin übernimmt sie die Verantwortung für das ganzjährig aktive Republic-Haus am Anton-Neumayr-Platz, in dem Clubbings, Lesungen oder Konzerte ebenso stattfinden wie Performances. Und eben das jährliche Festival Sommerszene, das seit den 1980er-Jahren zu den einflussreichsten Präsentationsformaten für zeitgenössische Bühnenkunst in Österreich gehört.

Angela Glechner kennt den Veranstaltungsbetrieb. So war sie vor ihrer Hamburger Zeit unter anderem Mitglied des Wiener Off-Theater- und Tanzkuratoriums, Projektleiterin eines internationalen Veranstalternetzwerks, Managerin des österreichischen Choreografen Philipp Gehmacher sowie Produktionsverantwortliche beim Brüsseler Kunstenfestival und im Tanzquartier Wien.

Für ihre Pläne für das Festival ab 2013 lässt sich Glechner möglichst viele Optionen offen. "Es wird sicher kein kleinteiliges Spezialistenprogramm und auch kein reines Tanzfestival sein", sagt sie im Gespräch mit dem Standard.

Dass die Arbeit von Forced Entertainment künftig in Salzburg präsent sein wird, kann als gesichert gelten. Zu den Favoriten der entscheidungsfreudigen Neo-Intendantin mit Vorliebe für hochqualitative Arbeiten mit herausragender Dramaturgie gehören aber auch große internationale Namen wie Alain Platel und William Forsythe.

Ihr künftiges Festival könne thematische Aspekte haben, sagt sie, aber es habe keinen Sinn, sich von Themenstellungen zu sehr eingrenzen zu lassen. Für den künstlerischen Nachwuchs optiert sie auf kleinere Formate zwischendurch, die ebenso interdisziplinär sein können wie das Hauptfestival.

Ihr Vorgänger, Michael Stolhofer, übernimmt nun die Leitung des europäischen Veranstalternetzwerks Apap, und es treibt ihn in Richtung Bundeshauptstadt: Er wird ab dem Sommer für Sonderprojekte beim Wiener Impulstanz-Festival verantwortlich sein. (Helmut Ploebst, DER STANDARD/Printausgabe 17.1.2012)

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11 Postings
2 of 3
01
18.1.2012, 23:02
Peinlicher Postenschacher

Was Ploebst verschwieg oder nicht wusste:
http://salzburg.orf.at/news/stor... s/2517219/

"Bei der Suche nach einer neuen Szene-Intendanz in Salzburg saß Glechner anfangs in der Jury. Nach einem informellen Gespräch zog sie sich jedoch aus der Jury zurück und bewarb sich um die Stelle."

Salzburg darf nicht Kärnten werden!
Oh nein, zu spät ...

politicsandculture
03
17.1.2012, 13:46
interessant

dass die sicherheit schon so gross ist, dass man sich nicht im geringsten bemüht es zu verschleiern. das ist nicht nur kulturpolitisch bedenklich.

Pyg Malia
00
17.1.2012, 17:44
Die "Szene"

ist schon lange so lebendig wie ein toter Hund. Art und Weise der Bestellung von Frau Glechner sowie deren explizite Favoriten (Forced Entertainment, Platel...) bestätigen das nur.

Victor Riviéra
02
17.1.2012, 12:28
Bedeutungslos...

Die Szene der Jugend war vor langer langer Zeit eine spannende Geschichte im Salzburger Kulturleben.

Stolhofer hat über Jahre nichts anderes getan als an seinem Sessel zu kleben und den üblichen Verdächtigen, die er halt schon lange gut kennt eine Bühne gegeben. Eine Bühne die von Mitarbeitern betrieben wurde, die nicht nur schlecht (wenn überhaupt) bezahlt wurden, sondern auch unter ihm zu leiden hatten.

Inzwischen ist diese "Alternativ" Institution zur arivierten Werbeplattform geworden, die vom Pubikum nicht mehr angenommen wird. Die zahlenden Werber werden ihre Konsequenz aus dieser Rochade ziehen und keine Budgets mehr ausschütten.

Und vielleicht findet sich jemand, der diese unverfrohrene Art einer "Bestellung" anficht.

Magion
02
17.1.2012, 10:02
tu felix austria nube

Es ist vollbracht. Die Fürstenhäuser Regensburger und Stollhofer haben sich offiziell vermählt. Zwar diente schon ein Stollhoferspross am Hofe des Wiener Festivalpatriarchen, aber nun, da der Salzburger Doyen eines der Jurymitglieder in völlig unabhängiger Weise zu seiner Nachfolgerin bestimmte, wurden ihm postwended bei Impulstanz die Leitung der Sonderprojekte übertragen.
Frisurentechnisch ist die Entscheidung ein Fortschritt, Glechner ist über jeden Verdacht erhaben bei "Def Leppard" zu spielen. Ansonsten: The same procedure as every year. Behutsam von Stollhofer begleitet intendiert die neue Leitung uns internationale Leckerbissen aus Tanz und Performance zu servieren.

JihmmyHelene
04
17.1.2012, 08:40
a very pending story

"Der Vorstand der szene salzburg sucht(e) in einer internationalen Ausschreibung eine(n) neue(n) Intendantin/Intendanten. In der Jury zur Entscheidung der Nachfolge finden sich u.a. Karl Regensburger (Impulstanz Wien) und Angela Glechner (Kampnagel Hamburg)."
Warum zu fragen ist eigentlich müßig, aber diese Intendantenroschaden, werden langsam aber sicher so durchschaubar, dass man sich die Augen reibt. Und peinlich obendrein. Man schickt einfach die Leut für ein paar Jahre woandershin und erfüllt per Rückführung dann den Anforderungsgrund "international". Und am Ende bleibt alles gleich und auf Jahre hin ein leicht durchschaubares Brettspiel mit den ewig gleichen Figuren, die dann immer dieselben Gruppen programmieren. Feige.

Frau von Kiki
11
17.1.2012, 11:25

ich muss sagen, ich konnte es zuerst nicht glauben, bis ich ihr zitat auf der szene salzburg seite fand: http://szene-salzburg.net/de/szene-... danten-in/
wie offensichtlich absurd und jeglichen anstand entbehrend können solche verfahren noch gestaltet werden? ich meine, ja es gibt netzwerke und es gibt so etwas wie karriereleitern, aber derartig unverblümtes vorgehen hätte ich selbst dieser szene nicht zugetraut. schade, ist meines erachtens eine ziemliche selbstbekleckerung von angela glechner, die nicht notwendig wäre.

ral9005
00
16.1.2012, 20:37

"na es is wiedermal unglaublich was eine 0-persönlichkeit in österreich alles werden kann"
....sagt jetzt bitte genau wer?

Saskia Fabian
 
11
16.1.2012, 19:27
na es is wiedermal unglaublich was eine 0-persönlichkeit in österreich alles werden kann

Ï
00
16.1.2012, 22:38

glaubst, dass sich irgendeine 1er-persönlichkeit die szene antut?

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