NGOs enttäuscht

Kein Verbot von Atomstromimport

16. Jänner 2012, 15:57
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    foto: greenpeace/moritz wustinger

    Der zweite Energiegipfel zum Thema Atomstrom brachte - keine Einigung.

Österreich soll frei von Nuklearenergie werden, den Weg dorthin fand man beim Atomgipfel nicht, im März wird weiter gesucht

Wien - Der zweite Energiegipfel zum Thema Atomstrom hat keine Einigung gebracht. Zwar wollen alle Teilnehmer - sowohl die Regierung als auch E-Wirtschaft und Umweltschützer - Österreich frei von Nuklearenergie machen, der Weg dorthin bleibt aber weiterhin unklar. Den Import von Atomstrom gesetzlich zu verbieten, wie dies die NGO fordern, ist nämlich nicht möglich, ergab eine Stellungnahme der EU-Kommission, die Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) bereits im Sommer angefordert hatte.

Die "Folgenabschätzung" aus Brüssel liege erst seit Freitag vor, sagte Mitterlehner am Montag im Anschluss an das Treffen. Der Verfassungsdienst im Bundeskanzleramt, den das Wirtschaftsressort ebenfalls um Stellungnahme ersucht hatte, habe sich der Problematik hingegen nicht angenommen, so der Minister. Die Zertifizierung von sogenanntem Graustrom, also Strom unbekannter Herkunft, den Energieversorger und -händler an Börsen zukaufen, liefe laut Mitterlehner "auf indirektem Weg" auf ein Importverbot von Atomstrom hinaus. Mitterlehner will daher auf den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Steigerung der Energieeffizienz setzen, wie er bekräftigte. Dadurch werde Österreich schon bis 2014 bilanziell unabhängig von Atomstrom. Außerdem seien Österreichs Konsumenten sehr atombewusst, sagte Mitterlehner und verwies auf die Stromkennzeichnungsverordnung.

Atomstrom ist legales Produkt

Die EU-Kommission kommt in ihrer aktuellen Expertise zum Schluss, dass ein Verbot der Abgabe von Graustrom an Endverbraucher in Österreich grundsätzlich gegen Unionsrecht verstoßen würde, so das Wirtschaftsministerium in einer Aussendung. Auch eine "von den NGO behauptete Rechtfertigung des Verbots nach Art. 36 AEUV (Einschränkung der Warenverkehrsfreiheit z.B. aus Gesundheits- oder Umweltschutzgründen) sei nicht möglich, weil es sich bei Strom jedweder Herkunft um ein legales Produkt handle, das frei im Binnenmarkt vertrieben werden dürfe". Eine Pflicht zur Umetikettierung sei ebenfalls eine Handelsbeschränkung und dem Verbot der Lieferung von Graustrom gleichzusetzen. "Das angedachte Verbot der Abgabe von Atom- sowie von 'Graustrom' an Endverbraucher würde somit Unionsrecht verletzen", heiße es daher wörtlich in dem Schreiben der Generaldirektion für Energie, die dabei auch die Judikatur des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) einbeziehe.

In den nächsten Wochen soll nun die Stellungnahme der EU-Kommission analysiert werden, sagte Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP). Für ihn wäre es auch denkbar, sollte sich die gesetzliche Verankerung eines Atomstromimportverbots tatsächlich als unionsrechtswidrig erweisen, dass sich die Energieversorger freiwillig dazu verpflichten, auf Atomstrom zu verzichten. "Dieser Vorschlag ist in Diskussion", meinte er nach dem Treffen.

"Einigermaßen frustriert" respektive "schwer enttäuscht" sind hingegen die Umweltschützer von Global 2000 und Greenpeace. Sie verwiesen nach dem Treffen erneut auf ihre von ihnen in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten, laut denen die gesetzliche Verankerung eines Importverbots von Atomstrom ohne weiteres möglich wäre. Klaus Kastenhofer von Global 2000 stößt sich vor allem daran, dass Mitterlehner das Gutachten der EU-Kommission "in letzter Minute aus dem Hut gezaubert" und heute "zu allem Njet gesagt" habe.

In etwa einem Monat sollen die Umwelt-NGOs und Mitterlehner noch einmal zusammenkommen, im März dann ein dritter Energiegipfel stattfinden. (APA)

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gas karl
13
17.1.2012, 13:00
Ich möchte Atomstrom frei kaufen können.

Erik Ziak
11
18.1.2012, 14:50
Ich auch

Mein Strommix:
80 % Atom
20 % Wasser
+
20 % Biomasse als Reserve

Welcher Anbieter kann mir das liefern?

sanjoaquin
 
34
17.1.2012, 08:51
Ich bin dafür,

dass all jene, die keinen Atomstrom konsumieren möchten, dies freiwillig tun. Jedes EVU gibt einen Tageskalender heraus, auf dem die Zeiten, in denen Atomstrom importiert wird, festgehalten sind. Die Atombesorgten schalten dann alle freiwillig ihre PCs, Staubsauger, Tiefkühltruhen und Terrarien ab.

kasperl-und- Petzi
24
16.1.2012, 23:44
ich wuerde da ja soo gern einamal bei den Sitzungen dabei sein

Ich wuerde so gerne bei den Sitzungen/Tagungen der Greanpeace und Global und Gruenen dabei sein um mitverfolgen zu koennenn wie die immer zu Ihren Zahlen kommen. Wer da was ausrechnet mit was fuer Annahmen. Gerne wuerde ich mit denen die das machen an einem Tisch sitzten und das gemeinsam durchrechnen.

Warum sieht man immer nur die Artikel wo etwas behauptet wird aber nicht wie sonst ueblich der Rechengang und die annahmen dokumentiert sind.
Genau gleich wie wenn ich heute einen Traffo auslege muss ich auch alles nachvollziehbar machen sodass der Ziv Ing. das abzeichnen kann.
Warum machen die Umweltstudien das nicht?

kann mich da bitte wer einmal einladen von den Organisationen?

gas karl
10
17.1.2012, 15:16
Da wäre wohl ein spitzer Bleistift ins Aug gerammt angenehmer....

denkender Mensch
02
17.1.2012, 08:45

Im Gegensatz zum FP-Sud können die Grünen eigentlich ganz gut rechnen: http://www.youtube.com/watch?v=A5zGtR55hjI

kasperl-und- Petzi
00
18.1.2012, 17:34
Cool!!

Aber eingeladen hat mich desswegen trotzdem bis jetzt keiner!

Das man von den Effen nicht erwarten kann das die rechnen koennen ist aber eh selbstverstaendlich und ueberrascht nicht.

Aber danke fuer den Link ist echt lustig!!!

Uniquin
 
68
16.1.2012, 20:28

seit monaten und jahren ewig das selbe blabla vom bösen atomstrom, aber nach wie vor kein gangbares rezept mit erneuerbaren die stromversorgung sicher zu stellen, von bezahlbar ganz zu schweigen. im gegenzug laufend unfugaussagen wie "bilanziell unabhängig", oder zuletzt noch lustiger "86,1 % energieautark" für das burgenland.
das ngo gematschger ist einfach nur noch ermüdend.

gonat
21
16.1.2012, 21:21
wer matschgert hier

NGOs haben ganze Ausstiegskonzepte geplant und vorgelegt. Wer hier herummatschgert und notwendige Entscheidungen hinauszögert, das sind Politiker wie Mitterlehner

curieux
00
Ausstiegskonzepte

mit flächendeckender Zupflasterung der Küstenbereiche mit Windrädern bis 50 sm vor die Küste.

Hrabal
52
16.1.2012, 19:41

da sich die österr. e-wirtschaftt nahezu komplett in mehrheitlich öffentlicher hand befindet, könnten die eigentümervertreter den vorständen auch vorschreiben zukünftig keinen handel mehr mit den nuklearparasiten CEZ, SE, MVM, EON, RWE etc. zu treiben. das käme dann auch einem atomstromimportverbot gleich, denn wer guten willens ist, handelt mit den verstrahlten einfach nicht - aber gerade deshalb will es wohl mit dem atomstromimportverbot in österreich auch nicht so klappen ...und auch deshalb wird von einem gipfel auf den nächsten vertröstet - damit das halt auch niemanden auf den ersten blick einfällt - blöd für Faymann und Co. dass die öffentlichkeit gescheiter ist als am ballhausplatz gedacht...

4311503
00
17.1.2012, 10:51

Der Vorstand einer AG ist weisungsfrei.

Da müssten sie die Satzungen der jeweiligen Gesellschaften in der Hauptversammlung ändern. Wäre bei den Beteiligungsverhältnissen (soweit ich weiß durchgängig >50%) wohl auch kein Problem.

littlefish
29
16.1.2012, 19:01

Was genau würde ein Verbot von Atomstromimporten praktisch bringen? Die Exportländer müßten doch nur den nach Österreich gelieferten Strom als Nicht-Atomstrom und dafür einen größeren Anteil des im Inland verbrauchten Stroms als Atomstrom deklarieren - was den dortigen Kunden vermutlich relativ wurscht wäre. Denn physikalisch ist sowieso nicht zuordbar, welcher Strom wohin fließt. Oder sehe ich das falsch?

gonat
13
16.1.2012, 21:30
aber wem wird gezahlt?

physikalisch korrekt, welcher strom wohin fließt ist nicht zuordbar, allerdings ist es sehr wohl zuordbar und auch wichtig, wem für den strom gezahlt wird. Und wenn man bedenkt, dass manche AKWs in Tschechien ausschließlich für den Export gebaut werden für "atomkraftwerkfreie, also saubere" Länder wie Österreich sollte man überlegen ob das geld wirklich weiter dorthin fließen soll

my PC
10
25.1.2012, 07:32
So einfach ist eine Zuordnung auch nicht

Ein Teil des Stromes wird derzeit über eine Strombörse gehandelt. Wenn ein Händler dort seinen überschüssigen Strom verkauft ist es sogar nahezu unmöglich die echte Zusammensetzung dieses Deals zu ermitteln. Inzwischen wird Strom bis zu 10 mal gehandelt, bevor er zum Endkonsumenten kommt. Daher werden an Börsen auch nur Jahresdurchschnittswerte angegeben (offiziel:: "Mix für Strom aus unbekanntenr Herkunft"). Ein österr. Verbot bringt daher exakt gar nichts, da man dafür nur Ersatzzertifikate in Höhe des angeblichen Atomstromanteils z.B. bei einem Wasserstromerzeuger in Norwegen kaufen kann. Dieser Strom wird physisch aber weiterhin auch in Norwegen verbraucht, während Ö tatsächlich den Atomstrom bezieht.

littlefish
01
16.1.2012, 23:37

Wenn man den benötigten Importstrom ausschließlich von Versorgern beziehen kann, die überhaupt keine AKWs betreiben, macht es natürlich schon einen Unterschied. Die Frage ist, gibt es etwa in Tschechien solche Unternehmen, die ausreichend Strom nach Österreich liefern können?

nix fir unguad
25
16.1.2012, 22:01
Die Tschechei produziert 65% des Stromes aus Kohlekraftwerken

Diese wurden zum Grossteil noch während des Kommunismus gebaut. Nach Beitritt zur EU musste Tschechien die KoKW mit Filtern des Stand der technik nachrüsten. Man kann da den Tschechen keine Vorwürfe machen.
Also sind diese KoKW mindestens über 20Jahre alt. Nun braucht es halt über 10Jahre um ein AKW zu genehmigen, planen und zu bauen. Wenn das nächste AKW die Stromproduktion aufnimmt ist das jüngste KoKW mindestens 30 Jahre alt. Das was ersetzt werden muss wahrscheinlich über 40 Jahre. Ein KoKW mit 40 Jahren sollte eigentlich ersetzt werden, ausser man ist ein Deutscher. Der betreibt 50 Jahre alte Dreckschleudern.
Das mit dem Atomstromexporten ist wahrer Unsinn und bei den Haaren herbeigezogen. Seien wir froh dass die AKWs bauen und keine

gas karl
20
17.1.2012, 15:03
Geanu und dank der unsinnigen Ökostrom-Förderung werden die KoKws noch mit 70 in Betrieb sein...

Ja bitte
45
16.1.2012, 19:20
Der Unterschied wäre aber, dass irgend welche

ÖVP und/oder FPÖ nahen "Consulting/Controlling" Firmen einen Haufen Geld dafür kassieren würden für diesen Blödsinn Zertifikate auszustellen. - Um mindestens diesen Betrag würde unser Strom dann teurer. - Aber unsere Öko-Bobos hamms ja...

Die Stimme des Marktes
22
16.1.2012, 18:59
Wieso...

...ist Atomstrom böse, wenn doch "die friedliche Nutzung der Kernkraft" durch den Iran so gut ist???

Uniquin
 
11
16.1.2012, 20:31

beim stromthema mit logik kommen wollen ist fehl am platz, leider

Peter_23
710
16.1.2012, 17:50
Zm Glück gibt es kein Atomstrom(import)verbot

Denn mit so einem Verbot würden die Energiepreise und damit die Inflation locker um 1% .. 2% zusätzlich zu der schon bestehenden Steigerung zulegen. Vermutlich sogar mehr.

Ökostrom ist einfach zu teuer.

Übrigends: In Frankreich, Atromstromland Nummer 1, kostet dem Endverbraucher eine kWh Strom inkl. Steuern und Abgaben runde 12 cent/kWh. In Österreich kostet eine kWh inkl. Steuern/Abgaben/Netzkosten runde 21 cent/kWh. Fast das Doppelte!

Wer billige Energiepreise fordert, so dass auch arme Menschen im Winter nicht in kalten Wohnungen frieren müssen, muss für AKW-Strom sein. Die Ökostrombefürworter denken hingegen nur an die eigene, meist reiche Öko-Bobo-Schicht mit Dachgeschosswohnungen im 7./8. Wiener Bezirk.

denkender Mensch
00
17.1.2012, 08:49

Mit Strom zu heizen ist natürlich der beste Weg um Geld zu sparen...

gigngogn
 
01
17.1.2012, 10:32
Wenn sie eine Wärmepumpe benutzen schon

denkender Mensch
00
17.1.2012, 15:06

Naja die verbraucht dafür wieder wenig genug Strom, um das Atomstrom- (bzw. Anti-Ökostrom-)Argument zu entkräften.
Abgesehen davon, dass die zitierten "armen Menschen" sich vermutlich die Wärmepumpe in der Anschaffung nicht leisten können werden.

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