Bundesmuseen verzeichneten 2011 einen Rückgang

Albertina nur knapp "bestbesuchter Museumsstandort Österreichs" - Besucherrückgang auch im Leopold Museum

Wien - Die Österreichischen Bundesmuseen haben 2011 einen Besucherrückgang um 2,07 Prozent hinnehmen müssen. Die von der APA erhobenen und von den einzelnen Häusern bekanntgegeben Zahlen für das Vorjahr summieren sich auf 3.986.643 BesucherInnen. 2010 waren es laut dem offiziellen Kulturbericht 4.070.818 BesucherInnen.

Nachfolgend eine Aufstellung der 2011 geleisteten Basisabgeltungen (i.e. Basissubventionen des Bundes) für die Österreichischen Bundesmuseen und die Österreichische Nationalbibliothek (letztere erhält allerdings die Subventionen nicht nur für den Museums-, sondern natürlich v.a. für den Bibliotheksbetrieb), der BesucherInnen inkl. Vergleich zum Jahr 2010 sowie die daraus errechenbare Höhe der Basisabgeltung pro BesucherIn.

  • Basisabgeltung 2011 BesucherInnen 2011 (+/- in %) Basisabg. pro Bes.
  • Albertina 7,684 Millionen 574.739 (-12,3) 13,37
  • Belvedere 6,907 Millionen. 888.633 (+9,37) 7,77
  • MAK 9,598 Millionen 156.212 (-18,1) 61,44
  • MUMOK - Museum Moderner Kunst 8,725 Millionen 148.219 (-37,6) 58,87
  • Naturhistorisches Museum 13,739 Millionen 552.997 (+4,6) 24,84
  • Technisches Museum Wien 11,551 Millionen 295.734 (-9,6) 39,06
  • Österr. Nationalbibliothek 23,028 Millionen 241.355 (+7,1)
  • Gesamtsumme: 105,011 Millionen 3,986.643 (-2,07)

Der größte Rückgang war im Museum Moderner Kunst zu verzeichnen, wo man allerdings zwischen 30. Mai und 8. September für 101 Tage geschlossen hatte. "Zudem lag der Fokus des Ausstellungsprogramms in den ersten Monaten auf vielversprechenden österreichischen und internationalen Künstlerpersönlichkeiten einer jüngeren Generation, die im mumok ihre ersten großen Museumsausstellungen hatten", erklärte die neue Direktorin Karola Kraus heute in einer Aussendung und betonte, "dass die Präsentation aktueller Positionen nicht nur Kernaufgabe des Museums mit einem expliziten bildungspolitischen Auftrag ist, sondern zum innovativen Profil eines Museums für zeitgenössische Kunst gehört".

Diskussion um die Amtsführung

Im MAK drückte das geringe Ausstellungsangebot sowie die Diskussion um die Amtsführung von Direktor Peter Noever und die Suche nach einem/einer NachfolgerIn offenbar auf den Besuch (minus 18,1 Prozent). In der Albertina, wo man einen Rückgang um 12,3 Prozent gegenüber dem Jahr davor verzeichnete, führt man das auf das Fehlen zugkräftiger Namen wie Michelangelo und Picasso im Ausstellungsprogramm 2011 zurück.

Seinen Platz als "bestbesuchter Museumsstandort Österreichs" (Direktor Schröder) behält die Albertina mit 574.739 BesucherInnen nur knapp: Im Oberen Belvedere verzeichnete man 542.201, im Haupthaus des Kunsthistorischen Museums (KHM) 528.040 BesucherInnen. Im KHM überlegt man jedoch, künftig das in der Neuen Burg gelegene Ephesos-Museum und die Hof-, Jagd- und Rüstkammer in der Statistik mit in den Standort zu rechnen (was sich 2011 auf 593.845 Besucher summiert hätte). Das ebenfalls im KHM-Verbund befindliche Völkerkundemuseum hatte mit 46.993 BesucherInnen eine Zunahme um rund 10.000 zu verzeichnen, das Österreichische Theatermuseum mit 28.873 einen Rückgang um 8.000.

"Die Besucherzahl als solche ist für uns gar nicht so aussagekräftig", sagte Klaus Albrecht Schröder heute. Dafür wird allerdings in vielen Häusern das Zahlenmaterial mit einiger Kreativität aufbereitet. So soll das Belvedere einen Teil seiner Rekordzahlen den Abrechnungsmodalitäten der "3er-Tickets" und "2er-Tickets" verdanken. "Es werden die realen Besucher pro Haus gezählt", betont das Belvedere. So seien im Unteren Belvedere im Vorjahr 329.073, im (erst am 15. November aufgesperrten) 21er Haus 15.627 und im Augarten Contemporary 1.732 BesucherInnen gezählt worden.

Wettbewerbsverzerrend

Im KHM verfügt man zwar ebenfalls über eine Zählmethode, die jeden Extraeintritt eines Jahreskartenbesitzers nach deren tatsächlichen Besuchen abrechnet, rechnet aber ebenso BesucherInnen von Events und anderen vermieteten Veranstaltungen mit ein wie etwa das Leopold Museum.

Auch im (nicht als Bundesmuseum, sondern als Privatstiftung geführten) Leopold Museum hatte man 2011 eine empfindliche Besuchereinbuße zu verzeichnen. 311.613 BesucherInnen bedeuten einen Rückgang von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als besonders wettbewerbsverzerrend empfindet man hier die Tatsache, dass der (vom Gesetzgeber abgegoltene) Gratiseintritt für Kinder und Jugendliche nicht auch für das Leopold Museum gilt. (APA)

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